Zum rückläufigen Tourismus auf den Philippinen

Als Nichttourist mit flexibler Zeiteinteilung reserviere ich eigentlich nie.
Das o.g. war seit vielen Jahren die Ausnahme.
Wir reisen zum Wunschort und fragen nach. Irgendwo findet sich immer ein Bett.
Vorteil ist, man ist nicht gebunden und kann jederzeit umziehen.
Jeglicher Umstand mit Anzahlung entfällt.

Als zeitknapper Touri würde ich wohl verzweifeln.

In den Jahrzehnten meiner Philreisen habe ich nur weniger als 5 Personen in Deutschland gefragt, ob sie uns mal besuchen wollen, weil ich es den meisten gar nicht zumuten will.
Von den wenigen hat nie jemand zugesagt.
Ich bin nicht traurig drum.

Das ist durchaus möglich, ich kann ja nur über meine Erfahrungen berichten.

Aber mal zurück zum eigentlichen Thema.
Gibt es belastbare Zahlen, welche Touristen in geringerer Zahl eineisen? Also welche Nationalitäten?

Haben wir hier schon mal gehabt:

Warum haben die Philippinen das Touristenziel für 2024 verfehlt?

Oder hier:

Cebu verzeichnet starken Rückgang koreanischer Touristen

Dieser Rückgang wird aber mit Sicherheit noch anders wo im Forum oder beim Dep of Tourism direkt zu finden sein. Das ist leider Realität.

Was mir in Malate auffiel, dass ich kaum Koreaner gesehen habe. Das war mal anders. Dort hängen auch reichlich Schilder rum mit der Aufschrift „Manila Korean Town“.

Die Philippinen sind kaum bei uns als Reiseziel bekannt. Das DoT macht zwar Wellen, dass man was tut, ankommen tun die bei Touristen nicht, bei Paschaltouristen aus Europa gar inexistent. Die Philippinen sind ein reines Reiseziel für Individualtouristen, meistens dann noch mit (baldigem) Familienbezug. Wie du oben schreibst, da fehlt zu viel.

Das mag ja einige Expats erfreuen, dass nur asiatische Touristen angelockt werden, aber dem Land bringt dies wenig.

In der Medienwelt interessiert das Land nur bei schlechten Nachrichten. Seit vielen Jahrzehnten berichten Reisezeitschriften NICHT wirklich von den Philippinen. Dafür kommen aber jährlich Berichte von Thailand, Vietnam, …

Laut meines Wissens hier die letzten Berichte in dt. Reisezeitschriften (und ich suche gezielt danach)

  • Das letzte Merian Heft stammt von 4/1982 (habe ich hier hereingesetzt, sucht mit Schlagwort „Merian“)
  • Das letzte Geo Heft stammt aus der Marcos Sr. Zeit, 1978

Leider ist das die Wahrheit.

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Wir sind gerade über das Wochenende mit der Großfamilie (18 Personen, zehn Erwachsene, acht Kinder) in Baguio. Für die 200 km Anfahrt von Floridablanca in Pampanga aus haben wir knapp vier Stunden gebraucht. Vom NLEX sind es noch einmal über eine Stunde für die rund 30 Kilometer Serpentinen hoch in die Stadt und auf dem Weg dorthin war u.a. ein riesiger Hügel als Ergebnis eines Erdrutsches zu bewältigen, der nur notdürftig befestigt war.

Baguio ist ja (vor allem auch aufgrund des gemäßigten Klimas auf ca. 1500m Höhe ein Touristen Hot-Spot in den Filippinen. Davon sieht man aber ohne weiteres nur wenig. Beim Erreichen der an den Hügeln des Mittelgebirges der Cordilleras gelegenen Stadt meinte meine Frau (die unbedingt mal nach Baguio wollte): „looks like in Mexico“ und tatsächlich erinnert der häufig erbärmliche Bauzustand mit der Mischung aus verwittertem Betongrau, Wellblech und „an die Wand geschmissenen“ bunten Farben fast unweigerlich an südamerikanische Favelas…

Auch wenn unsere Family, vor allem die acht Enkelkinder ganz begeistert von unserem Wochenendtrip sind (die sind eigentlich immer begeistert, wenn sie mal was neues sehen), gehe ich mal davon aus, dass wir sobald nicht wieder nach Baguio kommen. Damit will ich nicht sagen, dass die Stadt nicht auch nette Siten hat aber auch hier ist der Verkehr chaotisch und es lohnt m.E. schlicht den Aufwandt und mit Blick auf den Verkehr die Nerven nicht.

Ein paar Tage zuvor habe ich in Makati ein Auto abgeholt und nach Pampanga überführt. Das war noch einmal eine ganz andere Storry und eine einzige verkehrstechnische Katastrophe - aber davon vielleicht ein Andermal, das würde jetzt hier den Rahmen sprengen… :slight_smile:

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Ich halte Baguio seit meinem ersten Besuch 1997 für völlig überbewertet. Ich war danach noch zweimal da. 2003 und 2012. Es ist nicht besser geworden. Wenn man schon die Richtung einschlägt, übernachtet man besser nur eine Nacht und reist weiter Richtung Cordillera. Mountain Province, Ifugao, Kalinga, top Reiseziele. Aber auch das ist kein Spaziergang.

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Sehe ich auch so und habe bereits vorher befürchtet, dass es sich so herausstellen würde, aber die Family wollte halt unbedingt mal hin, weil Baguio unter Filipinos eine gewisse „Aura“ hat.

Es erscheint mit aber umgekehrt auch ein sehr gutes Beispiel dafür zu sein, dass die Ansprüche und die korrespondierende Erwartungshaltung an einen „Tourist-Spot“ zwischen Einheimischen (die ja häufig noch nie außerhalb der Philippinen waren) und Ausländern völlig andere sind.

Vor diesem (fehlenden) Erfahrungshintergrund, mangelt es dann häufig auch am Verständnis wie weit die Philippinen in Sachen Tourismus anderen Ländern in Südostasien hinterherhinken und dass das eigene Land deshalb touristisch nur eine sehr begrenzte Attraktivität entfaltet.

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das war letzte Woche in der Lokalzeitung

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Das halte ich für einen ganz wichtigen Punkt. Das Verständnis für die Erwartungshaltung verschiedener Touristengruppen ist oft nur bedingt ausgeprägt. Man sollte aber auch ehrlich sein, wo soll’s her kommen?
Wie Filipinios ihre freie Zeit an Stränden oder sonstwo verbringen, ist etwas völlig anderes als das, was Ausländer suchen, mal verallgemeinernd formuliert.

Eins sollte man aber auch nicht vergessen, bei dem ewigen Vergleich Thailand / Philippinen. Thailand ist Schwellenland, die Philippinen immer noch dritte Welt. Es ist nicht so selten, dass z.B. Unterkünfte in Drittweltländern im Verhältnis zu dem, was geboten wird, eigentlich zu teuer sind. Wenn ich an meinen Trip nach Kambodscha 1992 denke, da habe ich für ein Bett im Schlafsaal in Phnom Penh 10 $ bezahlt. Bei 20 $ Monatseinkommen von normalen Staatsangestellten ein horrender Preis.

Hier entwickelt sich bei den U40 mit ordentlichem Einkommen ( 50K aufwärts) plötzlich eine ganz neue Zielgruppe. Diese haben nicht mehr den familiären Utang na Loob von früher, sondern geben ihr Geld gerne aus. Hier sind speziell Abenteuerurlaube auf den Philippinen groß im Kommen. Mein Schwager bietet hier Reisen an und der Umsatz hat sich in den letzten Jahren derart verbessert, dass er nicht nur Hiking Touren anbietet und er dies auf den ganzen Philippinen zu unterschiedlichsten Preisen (je nach Luxuswunsch) anbietet. Ich finde dies schon sehr interessant, dass die Jungen plötzlich solchen Service in Anspruch nehmen. https://www.facebook.com/profile.php?id=100086927596084

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Gefragt habe ich noch nie jemanden ob er uns besuchen will.
Meist werden wir gefragt wo denn unser Haus steht und wie schön es bei uns ist usw.
Dann muß ich nur sagen, nicht am Strand und der Sand bei uns am Meer ist kohlrabenschwarz.
An tollen Früchten toller Natur in der Provinz in der Wildnis, da hat eh keine wirklich Interesse dran.
Schon ist das Thema erledigt.

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ich sehe hier auch das Wetter ein Problem.

Wir sind hier in Culasi und es regnet gefühlt 10x am Tag. Zwar nur kurz aber trotzdem unplanbar.

In Thailand jetzt ist das viel besser planbar.

Ich sehe die Entwicklung nicht so negativ, denn zunächst ist es doch eher ein ökologischer und langfristiger Vorteil wenn die Philippinen vom Massentourismus verschont bleiben! Viele Destinationen in SO-Asien kämpfen doch inzwischen mit massiver Übernutzung, Umweltzerstörung und sozialer Verdrängung. Die Philippinen stehen (noch) nicht in gleichem Ausmaß vor diesen Problemen. Weniger Massentourismus bietet mehr Spielraum für nachhaltige Entwicklung und Inidividualtourismus!

Es ist richtig, dass die touristische Infrastruktur oder das Preis-Leistungs-Verhältnis meist schlechter wie in den asiatischen Nachbarländer ist, aber das ist zugleich ein Schutzschild vor dem überbordenden Massentourismus!

Man muss m.E. auch differenzieren zwischen dem Binnen-Tourismus auf den Philippinen, der dank einer wachsenden Mittelschicht eher zunimmt. Hier geht es meist um Familien und größere Gruppen und Eventtourismus (Feiertage, Familienfeste, Verwandtenbesuche). Für diese Zielgruppe spielen Anreisezeiten, internationale Vergleichspreise oder ökologische Aspekte eine untergeordnete Rolle, da es meistens um lokalen Event-Tourismus in der eigenen Provinz geht. In diesem Segment konkurrieren die Philippinen primär mit sich selbst – und anderen lokalen Anbietern.

Anders ist die Situation beim westlichen Tourismus, der eher von Individualreisenden geprägt ist. Hier geraten die Philippinen wegen ihrer schlechten touristischen Infrastruktur gegenüber Nachbarländern tatsächlich ins Hintertreffen, was sie zugleich vor Bettenburgen und Massentourismus schützt - ökologisch eigentlich nicht schlecht!

Die Philippinen sind m.E. interessant für Individual- und Abenteuerreisen und für Tauchtouristen, aber als klassisches Strand- und Badeziel sind sie nicht besonders wettbewerbsfähig. Wer „einfach nur“ komfortablen Strandurlaub sucht, findet in Thailand, Malaysia oder Vietnam meist bessere Infrastruktur bei geringerem organisatorischem Aufwand. Vielleicht liegt hier auch ein Missverständnis in der Erwartungshaltung westlicher Touristen und falschen Marketingversprechen?!

Für Reisende, die bewusst abseits des Massentourismus unterwegs sein wollen bieten die Philippinen viel: große Biodiversität, abgelegene Inseln, Bergregionen, Trekking- und Community-basierter Tourismus sind echte Alleinstellungsmerkmale. Genau diese Zielgruppe ist jedoch kleiner, anspruchsvoller – und weniger kompatibel mit klassischem Massentourismus !!

Daher liegt die Herausforderung nicht primär darin, „mehr Touristen um jeden Preis“ anzuziehen, sondern die richtigen Zielgruppen: Reisende, die Zeit, Neugier und Respekt für lokale Gegebenheiten mitbringen – und die bereit sind, für authentische Erlebnisse auch Unbequemlichkeiten in Kauf zu nehmen. Dafür müssten Infrastrukturinvestitionen, Ausbildung im Tourismus und Marketing allerdings klarer auf diese Segmente ausgerichtet werden - mir scheint es auch an klaren Zielvorgaben des DoT zu fehlen, vielleicht sollte ich mal wegen eines Beratungsprojekts nachfragen :rofl: :rofl:

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Das ist bei uns inzwischen genau so und das war früher nicht so.
Das sagt auch ganz klar die Familie, die schon immer auf Mindanao wohnt.
So viel wie die letzten 3 Jahre hat es noch nie bei ihnen geregnet.
Also das Wetter hat sich eben auch verändert.

Aber kann nur noch mal betonen, mir kanns nur recht sein.
Da wo viele Touristen sind, sind die Preise inzwischen wesentlich höher als bei uns.
Haben wir festgestellt, als wir 2023 mal wieder auf Cebu waren.
Wir leben günstig bei uns in Mindanao, ohne Frage, das habe ich ja schon einige mal an Beispielen visualisiert.

Ansonsten jetzt mal aus deutscher Perspektive betrachtet, hat sich ja auch die Zusammensetzung derer, die auf den Phils leben total verändert.
In den 90ern waren das fast alles Rentner oder Frührentner, die ich kennen lernte.
Heute sind das vorwiegend, Unternehmer, Freiberufler, die vor den hohen Krankenkassenkosten in Deutschland im Alter fliehen oder eben Beamte, die das alles weltweit vom Steuerzahler bezahlt bekommen.
Oder eben Frugalisten, Spekulanten wie mich, die so halt gucken, dass das Geld bis zum Lebensende eher reicht.
Normale Rentner wie früher vorwiegend, die können sich das Leben auf den Phils ja eh kaum noch leisten, die findet man auch kaum noch.
So sehe ich das.

Da kenne ich,inklussive mir selbst,aber schon noch reichlich hier.Und die Lebenshaltungskosten sind eben doch wesentlich niedriger als in D wenn man nicht nur die Preise von Lebensmitteln betrachtet.
Was den Tourismus angeht bin ich auch eher froh vom Massentourismus verschont zu bleiben.Da reicht es mir was hier lokal an Weihnachten und Ostern abgeht,kann ich gerne drauf verzichten,
auch wenn es für das Land an sich eher schlecht ist.
Preis-Leistung stimmt für den Otto-Normaltourist aus westlichen Ländern ganz einfach nicht und selbst Filipinos bevorzugen da teilweise eher andere Länder in Südostasien.

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Du bist ja auch noch zum Ende der Regenzeit da - das wird sich in den nächsten Wochen mehr und mehr ändern. Aber auch in der Trockenzeit muss man in SOA immer mal wieder mit kurzen aber teilweisen heftigen Schauern rechnen.

Hatte dies auch schon in anderen asiatischen Ländern - ganz schlimm mal im Januar auf Bali - Regen-Sonne-Regen-S… die ganzen Tage.
War aber trotzdem ein schöner Urlaub.

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@Mindanao jetzt musste ich wirklich zu dem Begriff "Frugalist" recherchieren… :wink:

Ein Frugalist ist also eine Person, die bewusst sehr sparsam lebt, um möglichst viel finanzielle Freiheit zu gewinnen – oft mit dem Ziel, früh finanziell unabhängig zu werden oder zumindest deutlich weniger arbeiten zu müssen?! Ist das richtig wiedergegeben ?
Es geht also um den Aufbau eines Kapitalstocks, von dem ich dauerhaft leben kann? Was ist dann mit dem Problem der Abschmelzung des Kapitalstocks, damit tun sich die meisten Menschen - nach meiner Beobachtung - extrem schwer … :wink:

Kurz mal was Anderes zum Tourismus. Ich war gerade eine Woche in Ägypten. Dort hält jeder im Tourismus Tätige die Hand auf und fragt offensiv und ohne Scheu nach Bakschisch. Das ist wirklich nervig. Es ist dort üblich, das man für eine Dienstleistung bezahlt, z.B. ein Ausflug und anschließend erwartet jeder (Busfahrer, Tourguide etc.) ein Trinkgeld. Selbst am Flughafen stand ein Mann vor der Toilette und hielt mir die Hand hin „Money“. Da sind die Philippinen doch viel höflicher. Und Trinkgeld Anfragen gibt es nur selten.

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