Ich sehe die Entwicklung nicht so negativ, denn zunächst ist es doch eher ein ökologischer und langfristiger Vorteil wenn die Philippinen vom Massentourismus verschont bleiben! Viele Destinationen in SO-Asien kämpfen doch inzwischen mit massiver Übernutzung, Umweltzerstörung und sozialer Verdrängung. Die Philippinen stehen (noch) nicht in gleichem Ausmaß vor diesen Problemen. Weniger Massentourismus bietet mehr Spielraum für nachhaltige Entwicklung und Inidividualtourismus!
Es ist richtig, dass die touristische Infrastruktur oder das Preis-Leistungs-Verhältnis meist schlechter wie in den asiatischen Nachbarländer ist, aber das ist zugleich ein Schutzschild vor dem überbordenden Massentourismus!
Man muss m.E. auch differenzieren zwischen dem Binnen-Tourismus auf den Philippinen, der dank einer wachsenden Mittelschicht eher zunimmt. Hier geht es meist um Familien und größere Gruppen und Eventtourismus (Feiertage, Familienfeste, Verwandtenbesuche). Für diese Zielgruppe spielen Anreisezeiten, internationale Vergleichspreise oder ökologische Aspekte eine untergeordnete Rolle, da es meistens um lokalen Event-Tourismus in der eigenen Provinz geht. In diesem Segment konkurrieren die Philippinen primär mit sich selbst – und anderen lokalen Anbietern.
Anders ist die Situation beim westlichen Tourismus, der eher von Individualreisenden geprägt ist. Hier geraten die Philippinen wegen ihrer schlechten touristischen Infrastruktur gegenüber Nachbarländern tatsächlich ins Hintertreffen, was sie zugleich vor Bettenburgen und Massentourismus schützt - ökologisch eigentlich nicht schlecht!
Die Philippinen sind m.E. interessant für Individual- und Abenteuerreisen und für Tauchtouristen, aber als klassisches Strand- und Badeziel sind sie nicht besonders wettbewerbsfähig. Wer „einfach nur“ komfortablen Strandurlaub sucht, findet in Thailand, Malaysia oder Vietnam meist bessere Infrastruktur bei geringerem organisatorischem Aufwand. Vielleicht liegt hier auch ein Missverständnis in der Erwartungshaltung westlicher Touristen und falschen Marketingversprechen?!
Für Reisende, die bewusst abseits des Massentourismus unterwegs sein wollen bieten die Philippinen viel: große Biodiversität, abgelegene Inseln, Bergregionen, Trekking- und Community-basierter Tourismus sind echte Alleinstellungsmerkmale. Genau diese Zielgruppe ist jedoch kleiner, anspruchsvoller – und weniger kompatibel mit klassischem Massentourismus !!
Daher liegt die Herausforderung nicht primär darin, „mehr Touristen um jeden Preis“ anzuziehen, sondern die richtigen Zielgruppen: Reisende, die Zeit, Neugier und Respekt für lokale Gegebenheiten mitbringen – und die bereit sind, für authentische Erlebnisse auch Unbequemlichkeiten in Kauf zu nehmen. Dafür müssten Infrastrukturinvestitionen, Ausbildung im Tourismus und Marketing allerdings klarer auf diese Segmente ausgerichtet werden - mir scheint es auch an klaren Zielvorgaben des DoT zu fehlen, vielleicht sollte ich mal wegen eines Beratungsprojekts nachfragen
