Ich kann dieses „Gemeckere“ über die philippinisch Küche wirklich nicht nachvollziehen.
Ok - sie ist anders als die Thai-, Vietnam-, Laos-, etc. Küche aber schon mit der Chinesischen-, aber auch Indonesischen- und Malayischen Küche gibt es eine große Überschneidung.
Wer die Küche nur auf zerhackte Knochen, Stinkefisch und Schweinscharte runterbricht hat sich mit der Küche nicht beschäftigt. Und das gilt für vegetarische, wie auch für nicht vegetarische Gerichte.
Schon mal Beef Pater gegessen, oder Sinigang na salmon sa miso, Kinamatisang baboy, Chicken Dinakdakan, Garlic Tokwa & Kangkong in Oyster Sauce, Inihaw na Talong with Kamatis, etc??? Oder Gerichte aus Mindanao mit gebrannter Kokosnuss, etc.
Die Küche der Philippinen ist manigfaltig und abwechslungsreich - wie in den anderen Ländern auch.
Mir geht es andersherum - ich muss aufpassen, das ich nicht zunehme. 3 x Reis am Tag und ich quelle auf wie ein Hefekloss.
Richtig, die philippinische Küche ist regional sehr unterschiedlich und kann bei guter Zubereitung durchaus leckere Überraschungen bieten. Allerdings ist die Fixierung auf Fastfood-Kette leider ein unguter Trend. Und im touristischen Bereich wird in der Regel auch nur schlechte phil. Fastfood angeboten. Gutes philippinische Essen lässt sich eher in der Familie erleben, wenn es hier entsprechende Kochtalente gibt.
Wie bereits gesagt, sind die Philippinen m.E. eher etwas für den Individual-Tourismus mit etwas Entdeckungs- und Abenteuerlust und Gott-sei-Dank weniger geeignet für den preisgünstigen Massentourismus - hier liegt wahrscheinlich das Missverständnis. Aber es gibt natürlich auch genügend schöne Resorts, aber eben erheblich teurer wie in den Nachbarländern!
Da ist was dran - aber es bessert sich langsam. War auf meiner letzten Reise in 2 Resorts, die authentische, leckere philippinische Küche hatten und auch in Iloilo fand ich ein paar Restaurants, die abseits von den ewig gleichen Standard-Speisekarten auch entweder einfach besser gemachte / gekochte Gerichte anbieten oder aber auch Gerichte jenseits der touristischen Standardküche.
All diese Dinge gibt es hier so gut wie gar nicht.
In bis zu oberen Mittelklasse sind rein phil Gerichte ungenießbar, weil versalzen, mit Ingwer und Kohl totgekocht und mit Glutamat verfeinert.
Das letzte leckere Gericht was phil typisch war, gab’s bei einem US Koreaner. Fried Fisch in einer süß-sauer Soße nur mit natürlichen Zutaten. Ananas allerdings aus der Dose.
Meine Frau kocht hervorragend und selbst ihr schmeckt es „draußen“ immer weniger.
Am besten kocht sie phil style in Deutschland, weil die Zutaten von besserer Qualität sind.
Vielleicht ist die Küche in Cebu besonders schlecht, aber hier sind die Touristen.
Das ist aber auch kein rein philippinisches Problem.
Geht mir hier in München genau so - zu viele Restaurants kochen nur noch „Convenience“-Food - also vorgefertigte Teil- oder auch ganze Gerichte, die nichts mehr mit selbst zubereitet zu tun haben.
Und da schlägt dann natürlich der ganze Industriefoodwahn zu - Geschmacksverstärker, Transfette, Füllstoffe, etc.
Also es liegt nicht an der philippinischen Küche auf den Philippinen - die ist gut, aber leider wird halt - wie überall auf dieser Welt - mehr und mehr industriell Gefertigtes angeboten und das schmeckt man (leider) dann schon.
Ja Convenience Food ist leider ein internationaler Trend im Gastro-Bereich. In Deutschland vor allem dem Personalmangel geschuldet (wer hat noch das Geld und Personal, um eine große Küchenbrigade zu unterhalten); aber in den Philippinen sollte eigentlich das Personalproblem keine Rolle spielen! Aber natürlich ist bei großem Touristenandrang, die Qualität des Essens, ohnehin egal - sorry hinzu kommt, dass die meisten Gäste ja ohnehin keine hohen kulinarischen Anforderungen haben
quote=„Prof, post:114, topic:2673“]
hinzu kommt, dass die meisten Gäste ja ohnehin keine hohen kulinarischen Anforderungen haben
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Schluck, schluck …
Man muss nicht 5 Sterne zusammenbringen, um vernünftiges Essen zuzubereiten. Ich mag sogar einfaches Essen sehr gerne, allerdings ohne Stoffe, die mein ohnehin noch kurzes Leben schneller beenden …
Ich habe mich nun 71 Jahre ohne Pillen am Leben gehalten, das soll auch so bleiben.
Ein Problem der Küche ist allerdings der, dass es JEDEM schmecken soll. Selbst wenn der Koch etwas konservativer in die Chemie greift, es muss den Gästen schmecken. Gut schmecken ist halt nicht immer gut kochen … das gefällt auch nicht jedem Koch … …
Von großem Andrang kann hier keine Rede sein.
Drang ja, der Drang schnelles Geld machen zu wollen.
Nach Covid war die Zahl der Restaurants sprunghaft gestiegen und die Qualität gesunken. Auf breiter Linie.
Je mehr durch den Tourischwund gekämpft wird, umso mehr wird gespart. Im Einkauf zuerst und sogar spürbar am Personal.
Guter Geschmack muss erlernt werden.
Da sehe ich Problem der nächsten Generation, die Natur nicht mehr von Künstlich unterscheiden kann und der intensiven Chemie sogar den Vorzug gibt.
Inzwischen häufen sich die Fälle der Kackerei überall hier.
Kann es sein, dass das auch sehr abschreckend wirkt?
Die hygienischen Umstände sind ja auch katastrophal.
Das KH in Negros war einfach nur dreckig.
Wer das erlebt, spricht drüber.
Freunde aus Deutschland ohne Phil Bezug sagen auch, warum bleibst du da nicht weg.
Ich könnte niemandem schmackhaft machen zu kommen.
Auch wir haben auf den Phils bei uns ein massives Personalproblem.
Die Jungen studieren alle nur noch und die paar Alten die noch körperlich arbeiten, sind mit festen Verträgen gebunden.
Also es ist echt sehr schwierig geworden.