Zum rückläufigen Tourismus auf den Philippinen

Immer wieder erstaunlich welche Unterschiede es gibt. Bin gerade in Kiamba / Sarangani angekommen. 899,-- Peso mit Frühstück. Vor zwei Tagen waren es 1.500,- für eine runtergekommene Ranzbude. Hier arbeitet der Chef selbst. Das merkt man immer wieder!


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Fraglich ob das so bleibt. Ich habe die letzten Tage einige Gegenbeispiele erleben dürfen. Da waren einige Unterkünfte mit sehr gutem Preis-/Leistungsverhältnis dabei. Kundschaft durchweg eher philippinische Mittelklasse. Sortiere ich zumindest so ein (wer mit dem Toyota Hilux vorfährt ist nicht so schlecht aufgestellt). Vielleicht verändert sich hier beim lokalen Tourismus tatsächlich was, ich weiß es nicht. Sind ja nur subjektive Beobachtungen.
Eine Anmerkung am Rande (gehört eigentlich nicht zum Thema), in den langnasenfreien Gegenden, egal ob Mindanao, Leyte oder sonstwo, habe ich nie Probleme mit nervigen Verkäufern, Tricy Drivern oder sonst was. Abends fahre ich nicht mehr mit dem Motorrad. Ich springe ins nächste Tricy, drücke dem Fahrer das passende Geld in die Hand und gut ist’s.

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gerade auf fb gesehen. da sieht man Ausländer Touristen… geringer Anteil

Bei den Touristen must du dann im prinzip noch die im Ausland lebenden Pinoys/Pinays ab ziehen mit ausländischem Pass. Homecoming ist oftmals kein Standard Tourismus.

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Ja

Das klappt nicht so ohne weiteres, wie ich mir das ursprünglich vorgestellt habe. Man muss sich ebenso um seine Investments kümmern. Letztendlich ist das auch Arbeit.
Aber wir arbeiten nur für uns, sind niemands Sklave mehr.

Ja

Bisher noch nicht bei uns großartig passiert, leben seit vielen Jahren nur von den Erträgen, aber halt nicht in Saus und Braus, sondern vernünftig und mit Bedacht.

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@Pusa warum eher Spanier - Ich habe mal spasseshalber „typische“ (Achtung hier gibt es natürlich auch pauschale Zuschreibungen) spanischen/italienischen Charaktereigenschaften durch die KI vergleichen lassen…

Aspekt Spanische Eigenschaften (typisch) Italienische Eigenschaften (typisch)
Grundhaltung Gelassen, ruhig, eher ausgeglichen Temperamentvoll, leidenschaftlich, expressiv
Emotionale Ausdrucksweise Zurückhaltender, kontrollierter Sehr emotional, stark gestenreich
Kommunikationsstil Indirekt, höflich, konfliktscheu Direkt, lebhaft, diskussionsfreudig
Umgang mit Konflikten Vermeidend oder deeskalierend Offen, argumentativ, teils konfrontativ
Zeitverständnis Flexibel, entspannt („mañana-Mentalität“) Flexibel, aber strukturierter als Spanien
Beziehungspflege Freundlich, loyal, weniger aufdringlich Stark beziehungsorientiert, intensiv
Familienbindung Wichtig, aber mit mehr individueller Freiheit Zentraler Lebensanker, sehr eng
Arbeitsstil Kooperativ, pragmatisch, weniger hierarchisch Ehrgeizig, status- und leistungsbewusst
Autoritätsverständnis Skeptisch gegenüber Autoritäten Respekt vor Hierarchien (formeller)
Auftreten nach außen Zurückhaltend, warm, humorvoll Selbstbewusst, stolz, präsent
Umgang mit Regeln Situativ, pragmatisch Kreativ-flexibel, aber rhetorisch begründet
Lebensgenuss Sozial, entspannt, gemeinschaftlich Genussvoll, ästhetisch, emotional

Fazit: Es ist wohl eine Mischung aus Beidem: das „italienische“ ist z.B. der starke Bezug zu Familie und zu persönlichen Beziehungen, aber auch Respekt vor Hierarchien. Das „spanische“ z..B. der konfliktscheue Kommunikationsstil, das Vermeiden von Konflikten, das flexible Zeitverständnis.

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Ein Filipino kann genetische Spuren aus Südostasien, China, Spanien und dem pazifischen Raum in sich tragen. Wenn Marco Polo es nicht zu bunt in China getrieben hat, dürften keine venezianischen Spuren beim Filipino anzutreffen sein … :joy: … alles andere sollte Zufall sein. :wink:

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Ich kanns ja verstehen, wer auf die Phils auswandert und hier eine Bar, Beachresort oder ähnliches eröffnet, der merkt natürlich wenn die Gäste weg bleiben.
Mich selbst hingegen, interessiert das wenig, generiere ja kein Geld im Land und habe auch keine Absicht das jemals zu tun.
Zudem verteuern Touristen alles, denn sie geben bei Anwesenheit wesentlich mehr Geld aus als wenn sie Zuhause sind.
Selbst wenn sie dann für den nächsten Urlaub wieder 12 Monate buckeln müssen.
Da wo wir auf den Phils wohnen, hat es gar keine Touristen, nur ganz wenige Ausländer, die muß man echt suchen, oder sie laufen halt einem mal zufällig beim Einkaufen oder einem der vielen Naturbädern bei uns über den Weg.
Also mir ists recht so, insbesondere da es dadurch normale philippinische Preise hat.

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Hier ein weiteres Video zu dem Thema:

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An den Ausführungen der Dame ist sicher Einiges dran.
Allerdings erfährt man eigentlich wenig über die Gründe, warum Chinesen und Koreaner nicht mehr in so großen Zahlen kommen. Die Probleme bzgl. Infrastruktur etc. gab es vor 10 Jahren genau so. Bzgl. Transport hat sich eher Einiges verbessert. Ob da auch der Faktor Sicherheit dazu kommt? Ist evtl. bei manchen Touristen aus China und Korea auch Angst im Spiel?

Es wurde in letzter Zeit oft berichtet, dass politische Spannungen mit China die Touristen abhält, zusätzlich meteorologische Konditionen. In beiden Ländern gab es Reisewarnungen in der Presse, das hat nun mal seine Wirkungen.

Auch asiatische Touristen kennen die Unterschiede zwischen Festland und den Inseln z.B. was Preise in den Hotspots anbelangt. Touristen aus beiden Ländern reisen, nur lieber mit weniger Reisestress und ohne Angst.

Der Touristenrückgang ist ja kein Zufall.

Wie sind denn die Zahlen?
Ich war die Woche an einem Strand und beinahe erschrocken über die große Zahl, meist hellhäutiger Touristen dort.
Gefühlt hat es hier auf Mactan weniger Koreaner auf der „Koreanischen Meile“ aber immer noch jede Menge.
Ist natürlich nicht repräsentativ.

Na langsam fragen sie sich auf den Philippinen auch, woran es wohl liegt, dass der internationale Tourismus rückläufig ist und die Philippinen von allen anderen Ländern in SOA abgehängt werden.
Heute einen Artikel dazu im Inquirer gefunden, hier ein paar Auszüge:

„Mehr Stress als Vergnügen“: Philippinen kämpfen darum, Touristen anzulocken

Es gibt viele Gründe, die Philippinen zu besuchen.

Die unberührten Lagunen von Palawan, die weißen Strände von Boracay und die über den gesamten Archipel verstreuten Tauchgebiete ziehen weiterhin viele Touristen an.

Doch seit die Besucher nach der Covid-19-Pandemie nach Südostasien zurückkehren, scheint sich die Philippinen rückwärts zu entwickeln, was darauf hindeutet, dass sie im Wettbewerb mit ihren Nachbarn hinterherhinken.

Eine Studie des philippinischen Instituts für Entwicklungsstudien ergab, dass sich der Tourismus nach der Pandemie zwar erholte, die Erholung jedoch größtenteils auf Inlandsreisen und weniger auf ausländische Besucher zurückzuführen war.

Die internationalen Ankünfte und Tourismuseinnahmen blieben hinter denen vergleichbarer Länder der Region zurück, was auf strukturelle Probleme hinweist, die bereits lange vor der Pandemie bestanden.

Curtis Chin, ein leitender Berater des Milken Institute und ehemaliger US-Botschafter bei der in Manila ansässigen Asiatischen Entwicklungsbank, sagte, Reisen auf den Philippinen fühlten sich allzu oft „mehr lästig als vergnüglich“ an – eine ironische Umkehrung des langjährigen Tourismus-Slogans des Landes: „It’s more fun in the Philippines“.

Gegenüber der Straits Times erklärte er, dass überlastete Flughäfen, die mangelhafte Anbindung der Inseln und die uneinheitliche Verkehrsinfrastruktur zu Problemen führen, die viele Reisende, insbesondere solche mit wenig Zeit, schlichtweg vermeiden wollen.

„Die Philippinen sind ein fantastisches Reiseziel. Wenn ich Besuchern der Philippinen Ratschläge gebe, rate ich ihnen immer, genügend Puffer einzuplanen, falls ihr Flug Verspätung hat oder das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht“, so Chin.

„Aber allzu oft haben die Leute keine drei zusätzlichen Tage zur Verfügung.“

Der internationale Flughafen Ninoy Aquino in Manila ist nach wie vor eine Belastung für das Ansehen des Landes.

Für ein Land, in dem die meisten Besucher über Manila reisen müssen, um die Inseln zu erreichen, hat der erste Eindruck eine überproportionale Bedeutung.

Diese Schwierigkeiten setzen sich auch jenseits des Flughafens fort. Der amerikanische Journalist Justin Dawes, der 2025 die Inseln Cebu, Siquijor, Bohol und Palawan bereiste, beschrieb die Philippinen als ein Land, das Reisende mit Abenteuerlust belohnt.

Er erklärte gegenüber der Straits Times, dass Fähren, lange Busfahrten und unebene Straßen zum Erlebnis dazugehören und erfahrene Rucksacktouristen ansprechen, weniger jedoch den typischen Touristen, die anderswo in Südostasien reibungslosere Abläufe gewohnt sind.

An verschiedenen Reisezielen stellte er fest, dass ein Motorrad oft das einzig praktikable Fortbewegungsmittel ist, während Fahrdienste unzuverlässig funktionieren. Internet- und Mobilfunkverbindungen erwiesen sich selbst in Metro Manila als unzuverlässig, was die Attraktivität des Landes für Langzeitreisende und digitale Nomaden einschränkt.

Die starke Abhängigkeit von wenigen Schlüsselmärkten macht den philippinischen Tourismus anfällig für Veränderungen, die außerhalb seines Einflussbereichs liegen.

Südkorea ist zwar weiterhin der wichtigste Herkunftsmarkt für Touristen auf den Philippinen, doch die Ankünfte gingen in den ersten elf Monaten des Jahres 2025 um 21 Prozent zurück.

Die umfangreiche Medienberichterstattung in Korea verstärkte die Wahrnehmung, dass Reisen auf die Philippinen mit erhöhter Unsicherheit verbunden sind, selbst wenn sich die Lage vor Ort schnell normalisiert.

Die Besucherzahlen aus China – einem Markt, der traditionell sensibel auf geopolitische Spannungen, insbesondere im Südchinesischen Meer, reagiert – gingen von 2019 bis 2025 um 16,5 Prozent zurück.

2019 war China mit 1,74 Millionen Besuchern das zweitwichtigste Herkunftsland für Touristen auf den Philippinen, direkt hinter Südkorea mit 1,98 Millionen. Ende Dezember 2025 belegte China mit über 262.000 Touristen auf den Philippinen jedoch nur noch den sechsten Platz.

Auf den Philippinen fehlt es zudem an einem einheitlichen Konzept, um Reiseziele als „Erlebnisse“ statt als isolierte Sehenswürdigkeiten zu vermarkten.

Arquiel Dimalanta, ein philippinischer Vielreisender, der 2025 Thailand und Vietnam besuchte, hob hervor, wie diese Länder Transport, Serviceleistungen und Storytelling in das Besuchererlebnis integrieren.

In Vietnam, so Dimalanta, verknüpfen Touren routinemäßig Essen und Geschichte mit den jeweiligen Orten – vom Mekong-Delta bis zu den Tunneln von Cu Chi – und erklären den Besuchern nicht nur, was sie sehen, sondern auch dessen Bedeutung.

„Sie sprachen über Banh Mi und Pho und wie die Vietnamesen diese Gerichte erfunden haben“, sagte Dimalanta. Im Vergleich dazu würden philippinische Reiseziele die Landschaft oft isoliert betrachten.

Umsetzungsdefizite haben die Bemühungen um eine Neuausrichtung des Sektors zusätzlich erschwert.

Herr Chin erklärte, dass es den Philippinen zwar nicht an Attraktionen mangele, aber die Gründe dafür unklar seien, warum man sie anderen Reisezielen vorziehen sollte.

https://globalnation.inquirer.net/304244/more-hassle-than-fun-philippines-struggles-to-draw-tourists

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Ich habe Vorgestern mein Bilder im Handy durchgeguckt und dabei bin ich über ein Bild gestolpert, das mir vor Jahren ein Bekannter per Whats App geschickt hat.
Zu der Zeit waren wir gerade auf den Phils.
Ein Foto vom Lidl-Prospekt in dem für Inselhopping auf den Phils ab 3000 Euro für 14 Tage geworben wurde.
Er fragte mich dann, ob das wirklich so teuer ist.
Nun ja, wir sind schon in Eigenregie von Insel zu Insel geschippert und das war wesentlich billiger.
Vielleicht wollen die Akteure auf dem Touristik-Markt auf den Phils zu schnell reich werden?
Falls ich das Foto noch mal sehe, poste ich es nach.

Das Angebot habe ich auch gesehen. Rechne mal 800 € für den Flug nach Mnl weg, dazu irgendwas zu den Visayas … ich denke, da war Baguio mit drin & Manila 5-Sterne Hotel … ausser dass es Stress pur wird, relativiert sich der Preis schnell … und umsonst arbeitet niemand … :grinning_face:

Aber Lidl hat das öfters im Angebot, auch billiger. Da habe ich schon 2.500 € gesehen. Der Preis alleine ist ja nicht ausschlaggebend, man muss auch auf die Leistung achten.

Habs mir den Prospekt nicht mehr sooooo genau angeguckt.
War da Flug dabei?
Gibts bei Euch den Lidl in Luxembourg, oder kaufst du als in Frankreich ein?
Waren ja mal mit dem WoMo paar Tage vor den Toren der Stadt, kostenlosen Stellplatz mit Versorgung gehabt und sind mit dem Bus kostenlos in die Stadt rein und wieder raus.
Hatten da ja Kontakt wenn ich mich recht erinnere.
Lidl, habe ich nirgends gesehen, nun gut, vieles angeguckt, vorwiegend im Zentrum, da sind ja die Billigheimer seltener präsent.

Nehm alles zurück, habe grad auf Maps geguckt, Lidl gibts in Luxembourg.

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@Mindanao ,

Lidl verdient nicht nur Geld mit Kohlköpfen, sondern auch mit Hotels und Rundreisen auf den Philippinen … :wink: