Meine Reisen nach Dubai

Während unserer Rückreise von den Philippinen hatten wir uns für Downtime Dubai entschieden. Die Wahl fiel auf das Dusit Thani Hotel an der Sheikh Zayed Road. Dies aus zwei Gründen:

  • Zum einen möchte ich die Dusit-Thani-Hotelkette besser kennenlernen
  • und einen Vergleich mit dem Hotel in Manila erstellen.

Bei meinem ersten Besuch vor Monaten hatte ich das futuristische Gebäude in der Nähe des großen Kreisverkehrs bemerkt. Dabei galt mein Interesse dem Kreisverkehr, um dort Abendbilder zu machen. Zwar ist das Shangri-La auf der Gegenseite die optimale Lösung, allerdings erschreckten mich die Preise und Konditionen. Irgendwo muss man halt einen Strich ziehen, zumal es auch keine Garantie gab, dass ich dort mit Stativ hätte arbeiten dürfen.

Wenn ich nun die Preise der beiden Dusit-Thani-Hotels in Dubai und Manila vergleiche, waren sie ungefähr gleich (155 vs 140 € / Nacht).

In Dubai ist es die Architektur, die Manila aussticht, in Manila ist es die außergewöhnlich freundliche Bedienung – die Philippinen eben, wie man sie kennt. Auch ist Dubai touristisch gesehen meilenweit Manila voraus.

Zu bemängeln gibt es in beiden Hotels aber kaum etwas. Da die Kette thailändischer Herkunft ist, haben wir in Dubai fast jeden Abend die thailändische Küche im Benjarong genossen. Gegen 18:00 Uhr waren wir meistens die einzigen Gäste. Die Aussicht im 24. Stock des Restaurants mit Blick auf den Burj Khalifa ist beeindruckend. Allein der Ausblick lohnt den Besuch des Restaurants. Das Essen war exzellent und die Preise waren für Dubai-Verhältnisse vernünftig (ca. 200 Dirham für zwei Personen). Ich denke, es dürfte in etwa dem Preis in Manila entsprechen.

Der Blick aus dem Thai Restaurant:

Der Blick von unserem Zimmer:

Im Hotel waren auch etliche Pinays beschäftigt, sodass meine Frau täglich Gespräche führen konnte, den letzten Chismis erfuhr.

Beim Frühstück lernten wir am Nebentisch ein PH-Paar aus den USA kennen und kamen mit ihnen ins Gespräch. Mitte unseres Aufenthalts begannen dann die Spannungen mit dem Iran. Niemand wusste so recht, wie er sich nun zu verhalten hatte. Zumindest einen Tag lang gab es dann einen freiwilligen Hausarrest. So entwickelten sich auch tiefere Gespräche. Sie waren mit Emirates aus den USA angereist. Sie waren zuversichtlich, nach Plan heimzufahren. Das entpuppte sich jedoch als großer Denkfehler.

Eigentlich stand noch u.a. das Global Village auf den Plan, dies war aber mittlerweile geschlossen, zumindest zeitweise.

Leider musste ich alle Bilder vom Umfeld des Hotels durch dicke Fensterscheiben machen. Ich fand keine Öffnungen. Dies war dann auch eine Gelegenheit, die Systemkamera (Canon R7 mit IBIS) mit dem Smartphone (Samsung A55) zu vergleichen. Technisch ging es also um den Vergleich von Raw vs. Jpeg und großem Sensor gegen kleinen Sensor. Und was leistet eine Canon mit IBIS (interner Bildstabilisator) in der Dunkelheit.

Ich bin überrascht, wie gut sich das Smartphone geschlagen hat – zumindest für Bilder mit einer Auflösung von 72 dpi, wie sie im Internet üblich sind. Und dies bis zu einem Grad der Dunkelheit.

Das angestrebte Bild vom Kreisverkehr konnte ich aber nicht wie gewünscht machen, weil bei „nicht gegen die Fensterscheiben pressen“ der Kamera zu viele Spiegelungen im Bild waren. Das schränkte ein. Die schönsten Aussichten gab es im Buffet-Restaurant. Leider war es immer gut besucht, sodass man nicht lange dort arbeiten konnte. Die Leute hatten Hunger, ich kenne das von meiner Frau, dann wird sie unberechenbar. :grinning_face:

Der Blick aus dem Frühstück / Buffet Restaurant:

Das Hotel liegt in der Nähe der Metrostation „Financial Center“. Es bietet kostenlose Transfers zum Strand und in die Dubai Mall an. Zwar geht es auch mit der Metro zur Dubai Mall, aber der Hotelbus ist komfortabler. Ansonsten, das Metrosystem ist Klasse.

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Am zweiten Tag stand das alte Dubai mit dem Viertel Al Fahidi und der Umgebung auf dem Programm. Mit der Metro fuhren wir mit der roten Linie bis Burjuman, dem Knotenpunkt zur grünen Linie. Wie gewöhnlich irrte ich in der Station Burjuman umher, da die Wege meiner Meinung nach nicht Pusa-gemäß gezeichnet sind. Aber mein Orientierungssinn ist noch aktiv, sodass ich dann doch Richtung Al Fahidi fand.

Eigentlich wollte ich ja meinen alten Bekannten im Old Souq besuchen und bei ihm neue Gewürze einkaufen, aber er war abwesend. Ein neuer Besuch müsste folgen.

Wir schlenderten durch Al Fahidi. Etwas erschreckt war ich doch von dem Kommerz in den alten Gemäuern. Damit meine ich nicht die Souqs, die gehören nun mal dazu. Auch das hatte noch Folgen für mich. Wo ist das alte Al Fahidi geblieben? Es wurde nicht abgerissen, aber es sind Geschäfte eingezogen, invasive Arten wie Starbucks besetzen die schönen alten Mauern. :face_with_raised_eyebrow:


Etwas abseits, in Al Seef, fanden wir ein marokkanisches Restaurant mit Blick auf den Dubai Creek und den Flughafen DXB. Das Restaurant war kaum besucht. Die Bedienung war, wie ihr euch denken könnt, eine Filipina. Von ihr erfuhr meine Frau viel über das Leben als OFW in den Emiraten, beispielsweise wie man die enge Familie bei einem Arbeitsvisum zu sich nehmen kann und was nach der Rente geschieht.

Während dem die Girls sich unterhielten beobachtete ich das Treiben auf dem Creek. Nur am Rande bemerkte ich, dass kaum Flieger von DXB starteten. Es war zwar komisch, aber es hat mich nicht wirklich beschäftigt. Ich genoss die mediterrane Küche, aber die Welt wurde gerade auf den Kopf gestellt.

Erst nach Rückkehr ins Hotel erfuhr ich aus den Nachrichten, dass DXB den Flugverkehr weitgehend eingeschränkt hatte. Die Amis und ihre israelischen Freunde hatten im Iran losgeschlagen. Im Hotel ging alles seinen gewohnten Gang. Auch das Personal hatte mitbekommen, dass etwas im Gange war, aber man lächelte wie an den Tagen zuvor bei der Bedienung. Sorgen machten sie sich schon, und es war ansteckend.

Am Abend war die Idylle in Dubai vorbei. Unsere Tochter informierte uns über die Anrufe des Außenministeriums. Kurz darauf erhielten wir die Mitteilung über die Stornierung unseres Flugs. Am Abend ertönten die schrillen Alarme auf unseren Smartphones, begleitet von allgemeinen Sicherheitsratschlägen der VAE und unseres Außenministeriums. Von den iranischen Angriffen auf Dubai bekamen wir nur sehr wenig mit.

Das Leben im Hotel ging also seinen gewohnten Gang. Wären die nächtlichen Ereignisse nicht gewesen, hätte man den Tag als normal bezeichnen können.

Beim Frühstück informierte uns die Bekannten aus den USA, dass ihr Flug mit Emirates nicht gecancelt worden sei. Dies änderte sich jedoch am Nachmittag. So wussten wir beide nicht, wie wir nach Hause kommen sollten.

Da unser Flug gestrichen wurde und wir Bargeld brauchten – ich wollte mich nun nicht mehr nur auf Kreditkarten verlassen –, machten wir uns auf die Suche nach einem Geldwechsler. Das Hotel wollte keine Umtauschgeschäfte mit philippinischen Pesos durchführen. Auf dem Weg draußen hatte ich wiederum das Gefühl, dass alles beim Alten war, nur gab es weniger Verkehr auf den Straßen. Taxis und Essensauslieferer hatten die Hoheit. Die Metro war weiterhin gut besucht.

Meine Frau ergriff später die Initiative und packte einen Koffer mit dem Nötigsten für eine Notevakuierung. Ruhig und gelassen erledigte sie das, während ich unsere Optionen, kontrolliert aus Dubai rauszukommen, überprüfte. Zu diesem Zeitpunkt setzte ich noch auf eine Ausreise wie geplant über DWC, nur eben später. In meinen Gedanken war aber auch schon eine kontrollierte Ausreise über Muscat angekommen.

Bald flatterte auch eine E-Mail der Airline ins Postfach. Darin wurde das Vintage Hotel/Marriott in Production City als kommende Unterkunft und Sammelpunkt für weitere Aktionen vorgeschlagen. Von dieser Ecke im Sandkasten war ich aber keineswegs begeistert. Weiterhin erlaubte die Airline für weitere zwei Tage in anderen Hotels zu bleiben, sie kämen bis zu 200 € / Tag inklusive Frühstück auf.

Es musste eine Entscheidung fallen, wie es nun weitergehen sollte. Wir entschieden uns für den Transfer außerhalb, also nach Production City. Die Lust an touristischen Aktivitäten war verflogen.

So ging es denn weitere, ungeplante 2 Tage ins reelle Leben Dubais, abseits der viel besuchten Touristenecken. Mein Husten, eingefangen bei der Busfahrt von Angeles City nach Manila, hatte sich auch gut erholt.

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Da ist wenig original. Da wurde auf ein paar alten Steinen so heftig rumrestauriert, das ein künstliches Feeling entstand. Die „schönen alten Mauern“ hätten Potemkin Freude bereitet.
Und dann kamen die Händler mit China Ware…

Dubai gibt es jetzt auch als Brotaufstrich auf der Lidl Resterampe!

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Sehr schöne Bilder, sicher eine Wonne für den Knipser und für die Frau eine Qual :blush:

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Nicht wirklich … seitdem wir uns über Smartphone-Tracking immer wiederfinden … :joy: … eine der vielen Vorbereitungen vor der Reise, und auch für kommende … :wink:

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Am ersten Verlängerungstag ging es also nach Production City. Wir hofften ja von dort auf einen Evakuierungsflug ab DWC, Al Maktum Intl. Airport.

Vor dem Hotel stand ein Frauentaxi bereit. Frauentaxis erkennt man am pinkfarbenen Dach. Einsteigen dürfen nur Frauen sowie Familien, Männer sind nur in Begleitung ihrer Familie gestattet. Die junge Pakistani war aber alles andere als eine rücksichtsvolle Fahrerin. Ich denke, sie hatte ehemals auf vielen Rennfahrersimulationen trainiert. Mit überhöhter Geschwindigkeit und im Zickzackkurs beim Überholen fuhr sie auf der Schnellstraße. Während der Fahrt war sie recht verliebt in ihr Smartphone. Kurz gesagt, ich war froh und erleichtert, als ich das Marriott lebend erreichte. :grinning_face:

Nach dem Eintritt ins Hotel dachte ich, dass hier die nächste Revolution in den Emiraten in Planung wäre. Es war aber eher harmlos, es waren nur aufgebrachte Inder oder Pakistani, hier ging es um Rückreisen von gestrandeten Passagieren, irgendwohin. An der Rezeption verstand ich kein Wort, außer, dass die Airline das Zimmer für zwei Tage vorgebucht hatte und ich das Buffetessen (mittags und abends) im Voraus bezahlen sollte. Ein Novum für mich. Dies sei mit der Airline abgesprochen gewesen, sagte die junge Dame. Außer dem Buffet gab es keine andere Verpflegungsmöglichkeit im Hotel und Production City war mir fremd. Also ging ich den Deal ein, es handelte sich um ein Vorschuss von 228 €. Erst nach meiner Rückreise überwies die Airline 250 € nach Erhalt der Rechnung. 22 € waren wohl ein Schmerzensgeld. :sweat_smile:

Emirates war ein guter Kunde des Hotels und zahlte alles direkt, also keine Vorkasse notwendig. Oft waren auch Vertreter der Airline vor Ort und arrangierten irgendetwas für ihre Kunden.

Das Hotel war komplett ausgebucht und die Mischung der Gäste war sehr illustre. Es gab viele evakuierte Arbeiter aus Jebel Ali-Port, die ihren erzwungenen „Urlaub” zu genießen schienen. Es gab aber auch gestrandete Koreaner, meistens jung. Ein älteres, gut gekleidetes Paar passte eigentlich nicht in diese Mischung. Wir eigentlich auch nicht so recht.

Das zweifache Buffet pro Tag war nicht meine Welt, einfach zu viel. Ich begnügte mich mit Gemüse und Obst. Die halbverhungerten Jebel Ali-Leute ließen auch niemandem den Vorrang, daher hatten wir beschlossen, etwas später nach Öffnung ins Restaurant zu gehen. Dies war dann etwas angenehmer, es war weniger laut und es waren weniger Gäste da.

Da wir nicht wussten, wie es mit der Rückreise weitergehen sollte, verbrachten wir die meiste Zeit des ersten Tages damit, abzuwarten. Das war natürlich langweilig, also beschlossen wir abends im Sandkasten auf Entdeckungsreise zu gehen. Immerhin waren wir nun im echten Leben angekommen. In den angrenzenden Hochhäusern wohnten Dubais Fremdarbeiter. Es war ein Mix aus allen Nationalitäten, dementsprechend waren die Läden und sonstiges aufgestellt.

Am Abend erhielten wir einen Anruf von unseren Bekannten aus dem Dusit Thani. Ihnen ging die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr in die USA aus. Sie fragten uns, ob es nicht besser wäre, zu uns zu ziehen, was ich aber abriet. Das Dusit Thani liegt näher am DXB, und mit allem was Touristen so mögen. Am folgenden Tag informierten sie uns, dass sie über Manila in die USA zurückreisen konnten, also nicht direkt nach Kalifornien. Dies klappte dann etwa eine Woche später.

Die Erkundung von Production City beschränkte sich auf die unmittelbare Umgebung des Hotels. Mehr gab es ohnehin nicht. Wie es mir schien wird da auch an einer Metrolinie gearbeitet?

Das Hotel selbst war nicht besonders. Die Umstände erlaubten auch nichts anderes, wir beschränkten uns auf wenige Spaziergänge zur Me’aisem Mall. Wenigstens erlebte mein Smartphone dort durch den ägyptischen DU-Mitarbeiter ein Internet-Revival. Er war sehr stolz, denn er hielt zum ersten Mal einen L-Pass in der Hand, der Pass muss bei Aktivierung immer vorgelegt werden.

Abends hielten wir uns auf der Terrasse auf. Dort war ein Großbildschirm installiert, auf dem Fußballspiele aus den arabischen Ligen liefen.

Am zweiten Tag war ich des Wartens und des Herumhängens müde. Zuerst kontaktierte meine Frau eine Pinay-Mitarbeiterin des Hotels, die uns die Kunden unserer Airline zwecks Erfahrungsaustausch zeigen sollte. Die Rezeption verweigerte die Herausgabe dieser Information. Die Pinay-Connection funktionierte, doch leider war die Mehrheit der Gäste schon morgens abgereist. Es war der erste organisierte Evakuierungsflug der Airline.

Ich rief bei der Airline an und erfragte die nächsten Schritte für uns. So erfuhr ich, dass man mich gerade anrufen wollte, um zu fragen, ob wir am nächsten Tag für einen Transfer nach Muscat bereit wären? Ich sollte mich für einen Bestätigungsrückruf der Airline bereithalten. Ein Viertelstündchen später kam der Rückruf mit einer Anleitung, wie der Evakuierungsplan gedacht war.

Viel war nun nicht mehr zu erledigen, die Koffer waren ohnehin gepackt und reisefertig. Es musste nur noch ein Lunchpaket für den nächsten Tag an der Rezeption organisiert werden.

Wir waren erleichtert, dass es endlich zurückging. :smiling_cat_with_heart_eyes:

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Hier die gesamten Themen der Evakuierung noch mal zusammengefasst:

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vielen Dank für den ausführlichen Bericht klasse hat mich gefreut :slight_smile:

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Vielleicht inspiriert es den einen oder anderen. Know-how gibt es ja genug im Forum. Es wäre schön, wenn auch andere, Leute die sich kaum beteiligen, zur digitalen Feder greifen würden. :grinning_face:

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Bevor jetzt wieder Franz Beckenbauer um die Ecke kommt und alles missversteht: das sind nicht die Unterbringungen von Bauarbeitern etc. - hier wohnen Leute, die … Bürojobs haben :slight_smile:

Da gab’s mal gute Currywurst. Gibt’s die noch? Ansonsten ist das Ding so langweilig wie ein Sonntagnachmittag in einer Kleinstadt. Die ganze Gegend ist nicht so spannend. Die Bilder von @Pusa zeigen da schon das Leben in seiner gesamten Bandbreite :smiley:

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Wie ich schon oben schrieb, da muss man nicht hin … :joy: … ich war dort, weil ich mit einer Sammelaktion der Passagiere für DWC rechnete … die es dann nicht gab … man kann nicht immer im Leben gewinnen … Currywürste liefen mir dort nicht über den Weg, waren wahrscheinlich von den Auto platt gemacht worden …
:joy: