Artikel Esquiremag.ph 02/10/20222
Dieser philippinische Vogel trägt den unglücklichen Namen „Taeng Baboy“
Von allen möglichen Namen, die man einer Vogelart geben könnte, hat die Saxicola caprata vielleicht den unglücklichsten: „Taeng Baboy“ – wörtlich übersetzt „Schweinekot“. Der asiatische Vogel wurde erstmals 1760 auf Luzon, Philippinen, vom französischen Zoologen Mathurin Jacques Brisson beschrieben. In den 1960er Jahren wurden mehrere Exemplare dieser Vogelart auch auf den Inseln Panay, Negros, Cebu, Bohol, Siquijor, Leyte und Mindanao gefunden.
„Taeng baboy“ ist tatsächlich ein legitimer Name für den Vogel und hat sogar einen Eintrag im „U.P. Diksiyonaryong Filipino“: „Isang maliit at itim na ibon“ – ein kleiner schwarzer Vogel. Dem Eintrag zufolge geht der Name auf das Sinaunang Tagalog zurück, was interessant ist, da die alten Tagalog offenbar ein Händchen dafür hatten, beliebige Dinge nach Fäkalien zu benennen.
Verblüffend ist, dass der Taeng Baboy überhaupt nicht wie Schweinekot aussieht, unsere Vorfahren ihn aber trotzdem nach Kot benannt haben, so wie sie es mit einer Reihe anderer Dinge taten. Man nehme zum Beispiel, wie die alten Tagalog-Völker Meteoriten als „Taeng Bituin“ (Sternenkot) bezeichneten. Oder wie sie Rost als „Taeng Bakal“ oder „Taeng Babasi“ nannten. Und wenn sich Zahnbelag auf Zahnfleisch und Zähnen ansammelt, hat man „Taeng Ngipin“.
Der Taeng Baboy ist dank seiner weltweiten Verbreitung eine Art, die als „nicht gefährdet“ gilt. Er ist auf dem Land weit verbreitet und hält sich meist auf niedrigen Sitzplätzen wie Büschen und Sträuchern auf. Der Taeng Baboy ernährt sich hauptsächlich von Insekten, seine Lieblingsbeute sind Motten und Weiße Fliegen.
Der Taeng baboy, auch als „Pied Bush Chat“ bekannt, nistet gerne in Höhlen oder in Löchern in Klippen, Böschungen und Mauern. Er polstert das Nest mit Gras und Tierhaaren aus. Auf dem Foto unten ist ein männlicher Taeng baboy zu sehen, der ein schwarzes Gefieder mit weißen Streifen auf den Schultern trägt. Weibliche Taeng baboys haben ein dunkelbraunes Gefieder, während Jungvögel und Jungtiere gesprenkelt sind.
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