Das Abenteuer beginnt - meine Auswanderung auf die Philippinen!?

Ich z.B. bin bei der RCBC in Iloilo. Konto eröffnet, netten Kontakt mit der Mitarbeiterin.
Bankkarte bekommen und gemeinsam ausprobiert, dass auch alles funzt.

Kann bisher nicht jammern.
Mal sehen, wie sich das jetzt anfühlt.

Das muss es wohl sein, am Kontostand liegts jedenfalls nicht.

Die online Verlängerung des Visas.

schau einma hier:

https://immigration.gov.ph/

Bei mir kommt gerade der Hinweis: „die Webseite ist nicht erreichbar“ (ich rufe aus D. die Webseite auf).

KI von Google antwortet wie folgt:
"You can extend a Philippine tourist visa online through the Bureau of Immigration’s (BI) Online Application and Payment System (OAPS) by registering, submitting your application, and paying the fees. However, the ability to extend online depends on how many extensions you have already had, as certain extensions require an in-person visit to the BI office. The initial 29-day visa waiver extension can always be done online.

Online process

  1. Register: Create an account on the OAPS portal.
  2. Log in: Access your account and find the „Tourist Visa Extension“ tab.
  3. Fill out the application: Provide details such as your passport information, arrival date, length of extension, and local address.
  4. Pay online: Make the payment using the available online payment options. You will receive a confirmation email and an official receipt after a successful payment.
  5. Check status: You can monitor the status of your application in the „My Transactions“ section of the portal.

Important considerations

  • Online vs. in-person: The online system is available for most extensions, but some require an in-person visit to a BI office, such as the second and sixth-month extensions.
  • Initial waiver: Your first extension, a visa waiver for an extra 29 days, can be done online and must be applied for first.
  • Technical issues: The online portal has experienced technical issues, so it’s a good idea to have your application information ready in advance.
  • Requirements: The requirements and fees are the same as the in-person process."
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So nun sind knapp 2 Drittel meiner Zeit hier schon vorüber und mal ein kurzes Zwischenfazit meinerseits.

1.) Ja ich habe es bisher nicht bereut, diese Testphase zu machen und fühle mich hier pudelwohl. Es ist aber auch so, wie von mir erwartet - man empfindet und erlebt vieles ganz, ganz anders als bei den bisherigen Urlaubsreisen. Das Setting hat sich verändert, nicht nur für mich, sondern auch für den Clan hier - ich bin nicht zu Besuch, ich lebe gerade hier.

2.) Ja und natürlich gibt es ein paar Dinge, die einem vorher nicht so aufgefallen sind, unter den neuen Vorzeichen aber plötzlich eine Relevanz habe, da man sich nicht darüber Weglächeln kann, sondern man mehr oder weniger davon betroffen ist.

Was gefällt mir bisher immer noch oder sogar neu entdeckt?
Erst einmal das Wetter - ich mag es halt eher warm und mir macht es auch nichts aus, das ich dann halt schwitze - was den meisten Filipinos doch etwas auszumachen scheint und sie es aber nur ertragen, weil sie es ja nicht verhindern können.
Lustig finde ich immer noch die kleinen Handtüchern hinten im Kleid, Bluse, etc, deren oberer Rand dann aus dem Kleidungsstück herausgeklappt wird - habe es mal ausprobiert, bringt eigentlich nichts, man schwitzt wie zuvor, das Schwitzwasser wird halt nur nicht in der Kleidung sofort (später dann aber schon) gespeichert, sondern in dem kleinen Lappen.

Desweiteren mag ich schon diese Lässigkeit, die oft der Ergebenheit der Zu- und Umständen geschuldet ist, die es aber angenehm macht sich in den verschiedensten Situationen hier durch zu navigieren. Go with the flow - ich mag dies sehr.

Das trifft auch auf den Verkehr zu. Nach fast einem Monat Leihwagen, geniesse ich das Fahren hier in der Zwischenzeit sehr. Es erinnert mich ein wenig an Frankreich - ist deine Stoßstange vor der des anderen, dann hast du Vorfahrt. Nicht immer - aber die meisten verhalten sich so im Straßenverkehr, dennoch muss man halt ständig auf die „Dickköpfe“ aufpassen, die jedes Recht für sich in Anspruch nehmen.
Aber insgesamt geniesse ich dieses dann schon langsamere Fahren hier, über 80 kmh war es wohl nur ein paar mal, meistens im Bereich von 40 bis 60 und in der Stadt oft auch darunter, aber niemals hatte ich eine wirkliche bedrohliche Situation.
Am gefährlichsten halte ich immer noch die hinter einer Kurve plötzlich auftauchenden Schlaglöcher - manchen schon richtige Krater, wie aber auch Abends und Nachts die nicht oder nur extreme spärlichst beleuchteten Trikes oder Motorräder und generell alls Ceres-Liner. Jeepneys nicht so, wohl genauso „halsbrecherisch“ unterwegs wie die Ceres-Fahrer, allerdings weitaus langsamer und daher besser einschätzbar.

des Weiteren schätze ich das Essen hier - sehr abwechslungsreich und selbst auf einer Insel wie Panay variieren die Gerichte von Provinz zu Provinz und manchmal von Ortschaft zu Ortschaft dermaßen, das es eine kulinarische Freude ist - ich geniesse das.

Was aber nervt ist die nicht-kommunikative Kommunikation der Filipinos, auch hier im Clan.
Was meine ich damit? Es gibt wenig verläßliche Angaben, man muss nachhaken und / oder ableiten, was das Gesagte so manchmal bedeutet.
Kleines Beispiel: „Lets go to xxx“ oder „you like to visit X or Y?“
Immer ein Rätsel am Anfang wer sich unter dem nicht ausgesprochen „we“ befindet.
Sind es Maria und ich? Maria, ich und ihre Nichte (meine Patentocher), weil ihre Eltern gerade mal wieder busy sind? Oder zusätzlich noch Lola? Oder fast der ganze Clan?
Wurde hier in den ersten Wochen ein paar mal sehr überrascht, bis es mir dann gereicht hat und ich 2 mal einen kleinen Ausflug abgesagt habe und Maria erklärt habe, das ich von vornherein mit eingebunden werden will und nicht immer diese Überraschungen mag.
Oder unterwegs äußere ich, das ich gerne demnächst einen Kaffee hätte und schon wird eifrig gegoogelt und wo landen wir dann - im „best rated“ Restaurant der Gegend, welches wohl auch einen Kaffee anbietet, aber für einen kleinen Stop einfach overdone ist.

Weitere Punkte an die ich mich noch gewöhnen „darf“ ist die philppinische Bürokratie - und hier meine ich nicht nur die Ämter , sondern auch schon den Kauf diverser Dinge und wie umständlich der Erwerbsprozess dann manchmal werden kann.

Oder auch die nicht vorhandene Fähigkeit, weiter als bis zum Tellerrand zu blicken - hier musste ich schon ein paar mal etwas Deutsch werden und etwas strenger auf die Machbarkeit oder auch Korrektur des schon gemachten pochen.

Aber insgesamt bisher - ich bin zufrieden und kann mir immer mehr vorstellen ganz hierher zu ziehen.

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Kommt der Tipp dann von Mitgliedern des Clans oder Maria?

Für solche “Familienausflüge” bin ich völlig ungeeignet.

Meistens von Maria - aber wenn der Clan oder ein Teil des Clans dabei ist, dann geht die Diskussion schon mal sehr lebhaft zu, kann ja leider kein Hiligaynon - daher erfahre ich das Ergebnis meistens auch erst zu spät.

Aber es bessert sich langsam - musst mal deutlicher werden - langsam wird verstanden, das ich da dann auch noch meine eigene Meinung habe und die beachtet und zumindest diskutiert werden sollte.

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Und wer bezahlt diese Ausflüge?
In meinen Anfangsjahren haben wir auch solche Unternehmungen gemacht. Mangels Kernfamilie dann mit Cousinen und Tanten.
Grundsätzlich musste ich zahlen und es wurde eigentlich nur irgendwas angesteuert, um dort zu fressen.
Das habe ich ein paar mal mitgemacht, dann war Schluss.
Heute machen wir sowas nur noch mit Freunden unter Aufteilung der Ausgaben.

Die Lässigkeit der Pinoy ist ein Schutz vor den teils unmöglichen Umständen des täglichen Lebens.
Statt zu versuchen, etwas zu ändern, ergeben sie sich.
Sicher ist es besser für die eigene Gesundheit, nicht alles schwer zu nehmen, aber es gibt da Grenzen und nach einem halben Jahr bin ich meist froh, ausreisen zu dürfen.
Allerdings wird es in Deutschland auch immer „philippinischer“, wie ich derzeit gerade deutlich zu spüren bekam im Zusammenhang mit Ämtern, Notar und Versicherungen.

Das pendelt sich gerade ein. Am Anfang war es „selbstverständlich“ das ich bezahle. Das habe ich dann aber mal thematisiert und mitgeteilt, das es für mich 2 verschiedene Situationen hier gibt: ich lade zu einem Ausflug ein - dann zahle ich auch gerne. Oder es ist ein Familienausflug, von keinem „eingeladen“ und dann sprechen wir vorher (!) die Aufteilung ab.

Zwei der avisierten Ausflüge haben dann nur Maria, ich und mein Patenkind unternommen - die anderen hatten „leider keine Zeit mitzukommen“ - lach.

Da ist was Wahres dran, aber wir werden das nicht ändern können. Also den eigenen Weg finden, mit und in diesem System sich zurecht zu finden und damit umzugehen.

Weniger zurecht komme ich halt mit dem nur von „der Tapete zur Wand“ limitierten Denkraum vieler Filipinos - da kann ich schon manchmal etwas „deutsch“ werden.

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Bei mir ist das mit den Jahren immer weniger geworden. Man geht durch, ich glaube, drei Phasen, bei der Auswanderung und dann ist man ‚angekommen‘. Bei dem einen geht es schneller, bei anderen langsamer und es gibt auch einige, die kommen halt nie an.

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Ich glaube, bei diesem Punkt werde ich wohl am längsten brauchen, auch wenn ich das Muster - wenn auch aus anderen Gründen - ja auch aus China kenne.

So wenn man sich einem philippinischen Clan anschliesst, ist man auch in die Gepflogenheiten automatisch mit eingebunden. Und gestern war der 1. November, also der All Saints’ Day und da ist der Besuch der Gräber der Familie sozusagen Pflicht.
Insgesamt 3 verschiedene Friedhöfe angesteuert, war eine ca. 120 km lange Rundreise und hat den ganzen Nachmittag in Anspruch genommen.

Bei den verschiedenen Gräbern aus der Familie sieht man zum Teil auch, aus welcher Schicht der jeweilige Zweig der Familie denn stammt. Vom einfachen Grabstein am Boden (Marias Vater), über die normalen öffentlichen Gräbern (Großmutter und Schwester der Mutter) zu einem privaten Grab, welches von der betreffenden Familie gekauft und gestaltet wurde.

Es herrschte vor und in den Friedhöfen teilweise ein ganz schönes Gedränge, einen Parkplatz zu finden war für den Autofahrer fast nicht möglich, alles von Mopeds und Tricicles verstopft.
Aussen die Händler, die von Kerzen über Gebinde und natürlich Snacks und Getränke alles anboten, was genötigt wurde und innen dann oft Großfamilien im Pulk unterwegs.

Hier noch eine kleine Kollektion der verschiedensten Grabsteine:

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Es ist halt Party. Genau wie alles andere, ausser Karfreitag. Jesus versteht nix vom Feiern. Wenn Du mal ein zwei Wakes mitgemacht hast, dann weisst Du Bescheid. Und klar ist es die Grossfamilie, denn es sind ja meist die Lolos / Lolas derer gedacht wird, und schon die hatten viele Kinder. Undas ist auch eine gute Gelegenheit, mal wieder zusammenzukommen.

Wir waren am Wochenende in der nördlichen Provinz unterwegs, da wurde dann öfter schon mal auf dem Friedhof vor dem „Haus“ geparkt.

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Heute wieder in Iloilo unterwegs gewesen, den Leihwagen abgegeben.
Neben Schäden - keine wurden gefunden, ich weiss aber wo es eine neue Schramme gibt - wurde auch der Luftdruck überprüft. Warum - keine Ahnung, aber alles passte.

Zuvor waren wir ja bei RUSCO uns die Multicabs genauer mal anzuschauen - habe im betreffenden Faden dazu berichtet (Multicab auf den Philippinen - Wer kennt sich aus? - #69 von Guimaras)

Danach war unbedingt eine Stärkung angesagt und da das einzige „deutsche“ Restaurant gleich um die Ecke ist, sind wir dahin gegangen - ins BAVARIA.
Das Restaurant gibt es seit 1997, der ehemalige Besitzer, ein Münchner" ist vor 3 Jahren verstorben und es wird heute von seiner Frau betrieben. Wie sich im Gespräch herausstellte, war der Münchner wohl etwas umtriebig und hatte eine weitere „Familie“ auf Negros und seine bessere Hälfte teilte uns nur trocken mit, das es gut gewesen sei, das er dort dann gestorben ist - somit hätte sie mit der ganzen Sache nichts zu tun gehabt und darüber sei sie froh.

Das Angebot besteht aus deutschen / bayerischen Gerichten, aber die von uns gewählten
-Nürnberger Rostbratwürste mit Sauerkraut und Kartoffelbrei
-Leberkäs mit Kartoffelsalat
waren schon sehr philippinisch angehaucht.
Das Sauerkraut wurde mit Essig gesäuert, die Rostbratwürste - wie halt hier so bei Loinganisa und Co. - mit Wasser in der Pfanne mehr gekocht als gebraten, der Kartoffelsalat war gesüßt - einzig der Leberkäse kam einigermaßen an das Original heran - in Bayern würde er aber trotzdem keinen Abnehmer finden.

Das Restaurant kann man sich mal antun, aber da gibt es bessere Anlaufstellen in Iloilo City.

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Das ist interessant. Ich habe die selbe Erfahrung gemacht. Meist gibt es nur allgemeine Angaben. Konkrete Informationen müssen immer hinterfragt werden. Ich habe schon oft versucht meiner Partnerin zu erklären das ich möglichst viele Details benötige um abwägen zu können was Sinn macht. Hat nicht funktioniert. Bei Familientreffen habe ich mich daran gewöhnt das auch mal Leute auftauchen die ich noch nicht kenne. Das war dann der Nachbar von einer Cousine o.ä.:grinning_face_with_smiling_eyes:. So ist es halt. Ich sehe es nicht als meine Aufgabe die philippinische Mentalität zu korrigieren. Ich freue mich schon wenn ich mehr davon verstehe. Leider fehlt mir die Rückmeldung, wie werde ich gesehen aus Augen der philippinischen Familie. Das wird aber wohl ein ewiges Rätsel bleiben.:winking_face_with_tongue:

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Daraus ließe sich ein eigenes Thema machen. Wobei Du evtl. damit recht hast, dass das vielleicht ein Rätsel bleibt.
Ich habe mich immer von der engeren Familie fern gehalten. Wir waren bewusst 900 km von der Kernfamilie (Geschwister, Tanten) entfernt.

Entweder bin ich zu leichtsinnig, oder abgebrüht oder was auch immer, oder die Filipinos sind wirkliche Weicheier.

Marias Mutter wohnt in einem Häuschen ca. 70 Meter entfernt. Sie kocht mit Holzkohle und heute bei dem Sturm wollte ihr das nicht gelingen - also kein Mittagessen vorhanden.
Wir hatten von gestern Abend noch Nilagang Baboy übrig. Also dies aufgewärmt und nun musste es nur noch zu Oma.
Mit ihr ist ein 17 jähriger Enkel und es gab ein längeres Telefonat zischen Maria und ihm, wie nun das Essen während des Sturmes wohl zu ihnen kommen kann. Habe wohl nur 10% verstanden, wusste aber um was es geht.

Also den Topf geschnappt, in einen Netzbeutel und habe mich zum Entsetzen aller auf den Weg gemacht. Nach 2-3 Minuten hatte Oma dann ihr Mittagessen und ich war auch gleich wieder zurück - wohl komplett durchnässt - aber Kleidung kann man ja wechseln.

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Die sind halt auch nur halb so viel wie Du, die bläst es glatt weg während Du noch lachend den Rücken in den Wind drehst und Dir eine ansteckst :smiley:

Genau das habe ich gemacht - genüßlich eine Zigarette dabei geraucht - lach

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Völlig atypisch … hättest besser bei 35m eine Rast einlegen müssen … oder übernachten … :joy:

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