Vielleicht kam es auch nur so rüber im Text. Vigan, Windräder, Sagada, Baguio… alles erst mal nicht so toll oder sogar enttäuschend.
Egal ich lese interessiert und schaue mir noch interessierter die Bilder an!
Was mich aber generell interessiert:
Hat man eine gewisse Erwartungshaltung an Locations, wie geht man da als Fotograf ran, was plant man, was passiert spontan?
Wichtigster Punkt:
LICHT - dieses habe ich auf den Philippinen maximal von 4:30 am bis 7:30 am und 4:00 pm bis 6:30 pm - in dieser Zeit kann ich mit dem Licht spielen und dann sind die Bilder farbig gedacht.
Zweiter Punkt: Location und wo steht die Sonne, wenn es bewölkt ist, dann wird bereits eher Richtung schwarz weiß gedacht.
Die Erwartung halte ich immer extrem hoch, da ich lieber etwas frustriert bin als zufrieden, denn dann werde ich nicht bequem.
Dies ist für Mitreisende ohne Liebe zur Fotografie extrem anstrengend, da ich mich an sich zwischen 10am und 3 pm auch hinlegen kann und nichts machen.
Ich versuche dies an einem Bild festzumachen, welches zwar nicht aus den Philippinen ist, aber es gut beschreibt. Dieses Foto gab es in dieser Art vorher nie und wird jetzt von vielen Fotografen so kopiert. Meine Absicht war komplett durchdacht und geplant und ich hatte Glück mit dem Wetter.
Abends suchte ich einen Spot für den nächsten Morgen zum Fotografieren, dieser war sehr schnell gefunden. Ein großer Stein auf dem Gelände der Verwandtschaft war super hierfür geeignet.
Abends gab es zu unseren Ehren ein Huhn, die Zubereitung war etwas schräg. Das Huhn wurde in lebenden Zustand mit einer Stange geschlagen und noch nicht tot über dem Feuer zum Entfernen der Federn gehalten, zwischendrin wurde das Huhn immer wieder geschlagen.
Das war nichts für zarte Gemütern und ich erzählte meiner Frau lieber nichts davon.
Einfach tolle Bilder, Chapeau!!! Auch deine Gemütslagen hinsichtlich Baguio (da fahr ich nur noch hin wenn ich muß), Sagada oder dieser langweiligen Windräder (Filipinos mögen sie ja…) kann ich vollkommen nachvollziehen! Hab aber leider als Nicht-Fotograf keine Ahnung wie es da um 4am aussieht
Ich mache jetzt ein bisschen weiter. Ich lag seit dem 2. Weihnachtsfeiertag mit einem Infekt flach, bei einem COPD-Kranken wie mir ist das etwas mehr als eine Männergrippe. Wir fuhren Richtung Banaue und wollten dort eine Übernachtung machen. Morgens gegen 3:35 fuhren wie bei Nebel und Regen an einen der üblichen Aussichtspunkte und kamen dort etwas enttäuscht und frierend an. Der Regen verschwand relativ schnell, auch der Nebel lichtete sich ein bisschen. Ab 4:16 Uhr machten wir dann die ersten Alibi Bilder, weil wir nicht wussten, wie das Wetter noch wird. Wir waren alleine am Fotospot. Banaue war mit den Lichtern, als wenn es brenne.
Gegen 6:00 kamen dann die ersten anderen Touristen, es war zu kalt, zu nebelig und die Touris zu ungeduldig und zogen wieder ab, es war die langweiligste Stunde.
Danach kam Lola und öffnete ihren Shop. Meine Frau organisierte sofort einen Kaffee, kaufte Schnitzereien und dann wurde die Lola warm, der komplette Morgen war auf den Kopf gestellt, die alte Frau war eine Sensation beim Modeln. Diese Bilder haben in Metro Manila bei den Fotografen für ziemlich Wirbel gesorgt, denn die Meisten von Ihnen „WAREN“ Schönwetterfotografen.
Dieses Wetter hatte ich jetzt kurz nach 7:00
Wir waren relativ früh zurück in Banaue, duschten, packten und gingen „downtown“ frühstücken. Danach ging es mit dem Jeepney Richtung Batad. Da wir uns ein eigenes mieteten, konnten wir die Aussicht wirklich geniessen - es war atemberaubend.
Der Fussweg nach Batad war mit Forogepäck dann ziemlich beschwerlich und ich schwor mir, auf dem Rückweg einen Sherpa zu mieten.
Dort angekommen, checkten wir erst einmal in die Unterkunft ein und verköstigten uns im Restaurant. Es war etwas zu spät, nochmals in die Reisterassen zu gehen, so dass wir relativ gechillt im Ort oberhalb einen Fotospot für den nächsten Morgen suchen konnten.
Am nächsten Morgen schlichen sich mein Schwager und ich pünktlich aus der Unterkunft und waren dementsprechend bei Dunkelheit am Fotospot. Es war ausreichend Zeit, das Equipment aufzubauen.
Es war ziemlich bewölkt, aber der Wind stand gut und um 5:00 war das erste Mal das Licht hervorragend, allerdings noch mit keiner Sonne, welche rechts hinter den Bergen war.
Ab 6:00 bis 6:30 änderte sich dann das Licht im Minutentakt, Meine Frau kam, brachte uns Kaffee und es war einfach fantastisch. Wir waren komplett alleine, keine weiteren Touristen.
Wir reisten zurück nach Metro Manila und blieben dort für einige Tage. Ich hatte im Fotoclub in Intramuros noch einen kurzen Workshop versprochen, welcher sogar ordentlich besucht war. Meine Frau traf sich mit College Mates und abends waren wir dann am Greenbelt Party machen.
Danach ging es einmal wieder nach Bohol. Ich wollte zum einen Chillen und zum anderen die Chocolate Hills morgens und abends fotografieren.
Das gleichnamige Chocolate Hills Hotel ist mehr als lausig gewesen, aber das wusste ich bereits vorher.
Wir erreichten das Hotel nachmittags und checkten ein.
Danach ging es erst einmal an den bekannten View Point.
Die restlichen Tage chillten wir auf Panglao bei einem Italiener, welcher sich ein kleines Paradis mit hervorragender italienischer Küche erbaut hatte.
Die paar Tage waren schnell vorbei und wir wollten nach Camiguin, da uns die Verwandtschaft informierte, dass dort ein Grundstück am Strand zu verkaufen wäre. Wir fuhren nach Jagna und eine Fähre hatte ziemlich Verspätung, ich setzte mich in eine Kantine, meine Frau war nicht von Hafen wegzubekommen.
In der Langeweile erfand ich das Selfie und die Kids vertrieben mir die Zeit.
Angekommen in Camiguin wollte ich keine Zeit verlieren, das Grundstück zu sehen. Es hat alles gepasst - Location super nahe dem Strand inklusive dirt road zum Beach. Preis in Ordnung und sicherlich mit der Möglichkeit noch zu handeln. Das KO-Kriterium waren die Nachbarn mit ihren Hähnen. Dies führten sie uns stolz vor - ich hatte keinen Bock auf einen biologischen Wecker mitten in der Nacht. So sahen wir uns die Hahnenkämpfe an und ich sagte dem Eigentümer ab
Am nächsten Morgen brachen wir dann auch sofort Richtung Butuan auf, da ich keine Lust auf den Eigentümer hatte, welcher uns das Grundstück unbedingt verkaufen wollte und bereits morgens um 5:00 mit einem Sonderpreis kam.
So weiter gehts, die Frau ist heute irgendwo bei Bayreuth bei einem Sinuolog Festival in einer Turnhalle.
Von Butuan planten wir nach Bukidnon zu fahren. Eine Schwägerin ist dort in Malybalay ansässig und war zu dem Zeitpunkt mit einem Mann liiert, welcher verzweifelt als Congressman gewählt werden wollte. Dessen Mutter hatte ein gutgehendes Restaurant mit wirklich hervorragendem Essen. Mittags kam da vom Polizeichef bis zum Bauarbeiter alles zusammen. Ich hatte die Gelegenheit, etwas hinter die Kulissen zu kucken.
Abends fuhren wir raus, da mir eine Location für den nächsten Morgen angekündigt wurde, welche super sein sollte. Ich wollte die Himmelsrichtungen prüfen. Die Stimmung in den Bergen war überragend.