Wir fuhren also auf Mopeds in die Berge und kamen nach ziemlich anstrengender Fahrt am Nachmittag an einem Haus an, welches wohl früher einer sehr reichen Person als Wochenenddomizil gehört haben muss. Es war verlassen, allerdings mit allen Annehmlichkeiten, Ausnahme Strom. OK das Wasser war arschkalt, aber dennoch irgendwie cool und abenteuerlich.
Der Ausblick von der ca 200 m2 großen Terasse war gigantisch. Man konnte über das Tal die gegenüberliegende Bergkette des Mt. Kitanglad und Dulan Dulang sehen.
Ich stellte mein Stativ auf, setzte mich auf einen Sessel aus dem Haus, trank meine zwei mitgebrachten SMB und stieg danach auf meinen Tanduay um. Alles richtig gemacht.
Einer unserer Begleiter hatte sogar einen Joint dabei und ich genoss da mit.
So verging die Zeit und ich drückte zwischendurch auf den Auslöser.
Als es dann komplett dunkel war, genossen wir das Blutritual des Schamanen und aßen danach das Huhn gegrillt. Ich setzte mich wieder hin und genoss die Nacht.
An einer Police Station mussten wir uns dann abmelden - ich wusste gar nicht, dass wir uns angemeldet hatten. Interessanter war der Carabao mit Wagen ohne Räder.
Zurück in Butuan machten wir erst einmal 2 Tage Besuche bei Freunden meiner Frau und in der Nachbarschaft. Mir war das dann etwas zu langweilig und ich beschloss zum Fotografieren loszuziehen. In der Barangay Obrero war ich bekannt und fragte eine Lehrerin, ob ich denn in die Elementary School kommen dürfe, was sie zusagte. Danach ging ich in der Barangay auf Fotofang.
Der Schreiner hatte mir es besonders angetan, da war aber alles biologisch und ohne jegliche Chemie. Aber auch sonst waren das zwei interessante Stunden am Vormittag.
Ich mach mal wieder weiter. Es war ein Sinulog Contest zwischen zwei Barangays angesagt und mein Schwager nötigte mich dazu, dass ich dort fotografiere, ich wollte ihn sofort erschießen, als ich zum Barangay Captain musste und verpflichtete ihn, mir zu helfen. Ich war wirklich stink sauer, da ich auch nicht wusste, wie das abläuft.
Ich fange hier mit einer kleinen Serie der Lola an, welche mich mehr als der Sinulog begeisterte. Anfangs war sie etwas schüchtern.
Weiter geht es mit dem Sinulog. Ich hatte natürlich die Barangay Obrero zu knipsen. Mir war das mehr als peinlich, denn ich wurde großspurig als internationaler Topfotograf vorgestellt und hatte wirklich keine Ahnung was denn genau beim Sinulog passiert. Die Google Suche half auch nicht besonders, da dort die Aufnahmen von Cebu alle mit Teleobjektiven von festen Fotografenstandorten aufgenommen wurden. Gleichzeitig hatte mein Schwager sein 70-200 Objektiv bei der Schwägerin in Bukidnon vergessen.
Ich gab ihn also mein 70-200, meiner Frau als mein persönlicher Sherpa mein 300er Tele und zog mit dem 17-35 und der Sinulog Truppe bei größter Mittagshitze zum Match zur anderen Barangay los.
Angekommen auf dem Barangay Court war ich natürlich mit dem 300er total eingeschränkt, unabhängig des unglaublichen Gewichts des Objektives, mit welche ich ohne Stativ aus der Hand fotografierte, um flexibler zu sein.
So nun die letzten vom Sinulog. Meine Barangay beendigte den Tanz und die gastgebende Barangay begann mit ihrer Darbietung. Mir tat bereits der Arm wegen des schweren Teleobjektives weh, ich hatte Durst und wollte ein SMB.
Noch ein paar Alibibilder der Nachbar Barangay, welche aus welchen Gründen den Wettbewerb auch später gewann.
Es ging zurück nach Manila und dann über Singapur nach Jakarta, unsere Zeit in Südostasien neigte sich final zu Ende und wir mussten noch unsere Habseligkeiten dem Forwarder übergeben.
Ich stellte fest, dass ich in den etwas mehr als 2 Jahren zwar gefühlt 100 Stopovers in Singapur hatte, allerdings nie die City gesehen hatte.
Da meine Frau öfters in Singapur war, wir nachts ca 5 Stunden Aufenthalt hatten, überzeugte sie mich, mit ihr in die Stadt zu fahren. Diese Bilder sind zwar nicht aus den Philippinen, runden allerdings die berufliche Zeit in SEA ab.
Der berufliche Aufenthalt in SOA war vorbei, der neue Job in Deutschland wartete und ich war froh, wieder in Deutschland zu sein. Ich plante nicht, dass ich die nächsten zwei drei Jahre Asien besuchen würde. So ging es 2013 nach Kroatien, 2014 war Urlaub in Deutschland angesagt. Meine Frau fand Arbeit, baute ihren Pinay Freundeskreis in der Umgebung aus und plante mit ihren Freundinnen eine große Weihnachtsfeier. Dann kam im November 2013 der schreckliche Taifun Haiyan, der unsere Planungen so ziemlich auf den Kopf stellten. Als erstes organisierten wir auf die Schnelle im erweiterten Bekanntenkreis eine Kleidersammlung für Kinder, welche sage und schreibe 8 Balikbayan Boxen füllte. Die Gemeinschaft war damals sehr eng und alle halfen zusammen. Aus der Weihnachtsfeier wurde dann eine Spenden und Charity Veranstaltung. Die Idee war geboren, dem SOS Kinderdorf in Tacloban zu helfen. So flog meine Frau dann im Februar 2014 Mit ausreichend Spendengeldern nach Manila und kaufte dort im Großhandel in Absprache mit dem SOS Kinderdorf Schulmaterial ein, welches Cebu Pacific kostenlos nach Taclban transportierte. Der Anblick ein paar Monate später war noch immer erschreckend.
Für 2015 waren dann wieder die Philippinen angesagt. Über diverse Aktivitäten der Pinay Community in Ingolstadt kam nochmals ein netter Betrag zusammen, welcher in der Barangay Obrero in Butuan für die Elementary School eingesetzt werden sollte. Ich war untern anderem zu faul, mein Camera Equipment mitzunehmen und wir begnügten uns mit einer kleinen wasserdichten Knipse.
Pünktlich zum Beginn der Ferien waren auch in der Barangay das Basketball Turnier der Puroks und es war natürlich eine Selbstverständlichkeit, dass ich die Shirts der Knirpse von Purok 1 sponsorte.
Natürlich bereiteten wir erneut für die Kids das Schulmaterial vor und diese wurde an ca 250 Kids, welche über den Barangay Captain ausgewählt wurden, dann verteilt.
Es war das erste Mal Palawan als Urlaubsdestination angesagt, zwei Übernachtungen hatten wir in Puerto Princessa und ich bekam mein bisher bestes philippinisches essen im bereits leider geschlossenen Restaurant Mangan Kayon.
Insgesamt war ich von den Restaurants zwischen Flughafen und downtown angenehm überrascht. In wirklich keinem bekamen wir schlechten Service geschweige denn schlechtes Essen.
Einziges Problem waren die ATM-Maschinen, keine in der Nähe funktionierte,doch eín einer Mall konnte ich Geld abheben (zu dieser Zeit gab es in El Nido noch keine ATM und ich weiss nicht, wie es jetzt ist)
Die Fahrt nach El Nido war in einem kleineren Van mit ca. 8 anderen Passagieren und Gott sein Dank ohne heruntergekühlte Aircon.
Wir hatten am Corong Corong Beach ein nettes Hotel und unsere Hütte war direkt am Strand. Die Abende waren wundervoll und wir sind nur einmal abends nach El Nido zum Essen gefahren.
Jetzt muss ich doch weitermachen. 2016 war die nächste Reise angesagt. Zuerst verbrachten wir einige Tage in Meteo Manila, um Bekannte, Freunde aber auch die Verwandtschaft zu treffen. Einen Tag ging es nach Corregidor Island, um in die Geschichte der Japaner und US Kämpfe einzutauchen. Ich kann diesen Trip nur jeden empfehlen.
Von Manila flogen wir nach Cebu um dann mit dem Bus und Fähre in den Norden nach Bantayan Island zu fahren. Das Anika Island Resort wurde uns empfohlen und seinen Preis wert. Am Wochenende war es allerdings mehr als laut, als die Philippinos aus Cebu City zum Kururlaub kamen. Mich störte dies allerdings nicht. Santa Fe in der Nähe war eine kleine Stadt, in welcher man hervorragend Essen konnte. Der Strand am resort selbst war super toll, regelmäßig kam eine Pinay, um Kinilaw frisch zu machen. Beim Security konnte man Getränke bestellen.
Wir gingen danach erneut nach Butuan, um dann nach kurzem Stop Over Richtung Siargao aufzubrechen. Wir hatten Schwager, Schwägerin mit Kind dabei und Bekannte aus Surigao organisierten zunächst einen Trip inklusive Übernachtung nach Sohoton. Das war ein sensationeller Tag.
Am nächsten Tage fuhren wir dann zu zweit nach Siargao. Das Isla Cabana Resort war zwar richtig teuer, aber bis dahin das beste Hotel, welches ich auf den Philippinen erlebte.
Siargao eignet sich nicht unbedingt zum Schwimmen am Strand, da dieser mit Ausnahme von Cloud9 doch sehr flach ist. Daher haben wir ein Island Hopping gebucht, allerdings zuerst am Markt noch Fisch eingekauft.
Guyam Island war als Zwischenstop schon einmal nicht schlecht.
2018 war dann erneut ein Besuch auf den Philippinen angesagt. Es ging ausnahmsweise nach Mindoro zwischen Puerto Galera und Sabang in das Coco Beach Island Resort. Dies war komplett auf Öko Tourismus gestellt und in einer kleinen Bucht umgeben von Bergen, erreichbar nur mit dem Boot oder zu Fuss. Diese 5 Tage waren eine absolute Erholung. Es hat zwar Anfang Juni bereits gut geregnet, aber es war wirklich unaufgeregt mit 8 Stunden Schlaf und Erholung. Das Frühstück war überschaubar und eher philippinisch angehaucht. Ansonsten waren das Essen und der Service hervorragend. Die Hütten im Wald waren sensationell. Es war das letzte Mal, dass ich meine Fotoausrüstung mit auf die Philippinen nahm, da ich feststellte, dass ich immer weniger knipse und eher relaxe.
Das war es also mit meinen Philippinenbilder und ich möchte abschließen. Allerdings nennt sich der Threat ja Reiseberichte, daher schließe ich mit Reisebildern aus Indonesien/Myanmar ab, nachdem ich ja dort gearbeitet habe und auch gereist bin.
Ich bin hart im Nehmen und brauche kein Methadon. Aber es würde mich glücklich machen, weiterhin so schöne Bilder von Franky sehen zu dürfen
Vielleicht in einem neuen Thread?