Der versunkene Friedhof von Camiguin – Erinnerungen an eine versunkene Gemeinde

Die kleine Inselprovinz Camiguin zählt zu den faszinierendsten Reisezielen der Philippinen. Trotz ihrer überschaubaren Größe besitzt sie eine außergewöhnliche Vielfalt an Vulkanen, heißen und kalten Quellen, Wasserfällen und historischen Stätten. Kaum ein anderer Ort auf den Philippinen verbindet Naturgewalten und Geschichte so eindrucksvoll wie diese Insel.


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Zu den bekanntesten Wahrzeichen Camiguins gehört zweifellos der Sunken Cemetery, der versunkene Friedhof an der Nordwestküste der Insel. Zusammen mit den Ruinen der Old Guiob Church und dem erhalten gebliebenen Glockenturm erzählt er die Geschichte einer Katastrophe, welche das Leben der Menschen auf Camiguin für immer veränderte.

Ich selbst habe Camiguin im Laufe der Jahre mehrfach besucht. Bei einem Besuch in den 1990er Jahren – zumindest meine ich mich daran zu erinnern – konnte man bei besonders niedrigem Wasserstand noch einige Grabsteine erkennen. Ob ich mich bei der Jahreszahl täusche oder nicht, vermag ich heute nicht mehr mit Sicherheit zu sagen. Die Erinnerung daran ist jedoch bis heute lebendig. Auch die heute so bekannte große Kreuzskulptur kann ich aus dieser Zeit nicht mehr eindeutig zuordnen. Möglich, dass sie damals noch nicht an ihrem heutigen Platz stand oder mir einfach nicht besonders aufgefallen ist.

Bildnachweis links: https://www.atlasobscura.com/
Bildnachweis rechts: Bonbon (Guiob) Catarman Old Church Ruins History

Ebenso interessant war es, die Ruinen der alten Kirche über viele Jahre hinweg immer wieder zu besuchen. Mit jedem Aufenthalt schienen sich Vegetation, Mauern und die gesamte Anlage ein wenig verändert zu haben. Geschichte bleibt eben nie völlig stehen – selbst Ruinen verändern sich mit der Zeit.

Eine Insel, die von Vulkanen geprägt wurde

Camiguin wird oft als „Island Born of Fire“ bezeichnet.


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Auf der kleinen Insel befinden sich mehrere Vulkane, von denen einige bis heute als aktiv gelten. Über Jahrhunderte hinweg formten Eruptionen die Landschaft und beeinflussten das Leben der Bewohner.

Im Jahr 1871 begann eine Serie vulkanischer Aktivitäten des Mount Vulcan (Vulcan Daan). Die Ausbrüche dauerten mehrere Jahre an und endeten erst 1875.

Dabei wurden große Teile der damaligen Gemeinde Catarman schwer zerstört.

Doch nicht nur Lava und Asche richteten Schäden an.

Mindestens ebenso gravierend waren die Veränderungen des Bodens.

Einige Landflächen wurden angehoben, andere sanken langsam ab.

Genau diese Veränderungen führten schließlich dazu, dass der damalige Friedhof im Meer verschwand.

Der versunkene Friedhof

Der ursprüngliche Friedhof befand sich einst direkt an der Küste.


Bildnachweis: The Sunken Cemetery in Camiguin: Complete Guide

Als sich das Land durch die vulkanischen Ereignisse absenkte und gleichzeitig der Meeresspiegel die ehemalige Küstenlinie erreichte, wurde der gesamte Friedhof nach und nach vom Wasser überflutet.

Heute liegen die Gräber mehrere Meter unter der Wasseroberfläche.

Nur bei außergewöhnlich ruhiger See und besonders niedrigem Wasserstand sollen gelegentlich noch einzelne Grabreste oder Fundamentstrukturen zu erkennen sein. Früher berichteten Besucher häufiger davon als heute, da Korallenbewuchs und Sedimente die verbliebenen Strukturen zunehmend überdecken.

Gerade deshalb erinnere ich mich noch gut an meinen Besuch vor vielen Jahren. Damals glaubte ich, tatsächlich einige Grabsteine unter der Wasseroberfläche erkennen zu können. Ob dies tatsächlich so war oder ob mir die Erinnerung nach so langer Zeit einen kleinen Streich spielt, lässt sich heute kaum noch überprüfen. Gerade solche persönlichen Erinnerungen machen Reisen jedoch oft besonders wertvoll.

Das große Kreuz im Meer

Heute prägt ein riesiges weißes Kreuz das Bild des versunkenen Friedhofs.

Es steht einige Meter vor der Küste auf einer kleinen Plattform und gehört inzwischen zu den meistfotografierten Motiven Camiguins.

Errichtet wurde das Kreuz als Mahnmal für den alten Friedhof und die untergegangene Gemeinde.

Besucher können mit kleinen Booten bis zum Kreuz fahren oder es vom Ufer aus fotografieren.

Vor allem bei Sonnenuntergang entsteht hier eine außergewöhnliche Stimmung.


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Die Silhouette des Kreuzes hebt sich gegen den Himmel ab, während das ruhige Wasser den ehemaligen Friedhof verbirgt.

Die Ruinen der Old Guiob Church

Nur wenige hundert Meter vom Sunken Cemetery entfernt befinden sich die Ruinen der ehemaligen Pfarrkirche von Guiob.

Die Kirche wurde während der vulkanischen Ereignisse schwer beschädigt und schließlich aufgegeben.

Heute stehen nur noch Teile der massiven Korallensteinmauern.

Dennoch vermitteln sie noch immer einen Eindruck von der Größe der einstigen Kirche.

Zwischen den Mauern wachsen heute Bäume und tropische Pflanzen.

Die Natur hat sich einen Teil des ehemaligen Kirchengebäudes zurückerobert.

Gerade dieses Zusammenspiel aus Geschichte und Vegetation macht den besonderen Reiz der Anlage aus.

Wer die Ruinen heute besucht, wird feststellen, dass sie sich im Laufe der Jahre immer wieder leicht verändern.

Wurzeln sprengen Mauerwerk auseinander.

Moose und Farne bedecken alte Steine.

Manche Bereiche werden restauriert, andere überlässt man bewusst der Natur.

Genau das fiel mir bei meinen eigenen Besuchen immer wieder auf.

Es war nie derselbe Ort.

Der alte Glockenturm

Unweit der Kirchenruine steht noch der Glockenturm.


Bildnachweis: Old Church Ruins in Camiguin: Complete Guide

Er gehört ebenfalls zur ehemaligen Pfarrkirche und überstand die Katastrophe besser als das eigentliche Kirchengebäude.

Der Turm vermittelt noch heute eine Vorstellung davon, wie bedeutend die damalige Gemeinde gewesen sein muss.

Zusammen mit den Kirchenruinen bildet er eines der wichtigsten historischen Bauwerke Camiguins.

Viele Besucher konzentrieren sich ausschließlich auf den Sunken Cemetery.

Dabei lohnt es sich unbedingt, auch den Glockenturm und die Kirchenruine zu besichtigen.

Erst gemeinsam erzählen sie die vollständige Geschichte der alten Gemeinde Guiob.

Ein Ort voller Geschichte

Der Sunken Cemetery ist weit mehr als nur ein ungewöhnliches Fotomotiv.

Er erinnert an Menschen, deren Heimat durch Naturgewalten verändert wurde.

Gleichzeitig zeigt er eindrucksvoll, welche Kräfte auf einer vulkanischen Insel wirken können.

Während andere Friedhöfe langsam altern, verschwand dieser buchstäblich im Meer.

Die Kirche verlor ihre Funktion.

Der Glockenturm blieb als stiller Zeuge zurück.

Zusammen bilden sie heute eines der eindrucksvollsten historischen Ensembles der Philippinen.

Ein Besuch lohnt sich

Wer Camiguin besucht, sollte genügend Zeit für diesen Teil der Insel einplanen.

Ideal ist es, zunächst die Old Guiob Church und den Glockenturm zu besichtigen.

Anschließend geht es wenige Minuten weiter zum Sunken Cemetery.

Am späten Nachmittag herrscht dort oft die schönste Stimmung.

Die untergehende Sonne taucht das Meer in warme Farben und lässt das große Kreuz besonders eindrucksvoll erscheinen.

Viele Besucher verbinden den Ausflug anschließend mit einem Abstecher zu den Ardent Hot Springs oder zu den berühmten Katibawasan Falls.

Ein Ort, der sich immer wieder verändert

Vielleicht ist genau das das Besondere an Camiguin.

Die Insel lebt.

Vulkane haben sie geschaffen.

Erdbeben verändern sie bis heute.

Vegetation überwuchert alte Mauern.

Korallen wachsen über ehemaligen Grabsteinen.

Das Meer verbirgt langsam die letzten sichtbaren Spuren des Friedhofs.

Und dennoch bleibt die Geschichte lebendig.

Wer heute am Ufer steht und auf das große Kreuz blickt, sieht nicht nur ein Wahrzeichen der Insel. Er blickt auf einen Ort, an dem Natur und Geschichte untrennbar miteinander verbunden sind. Die versunkenen Gräber, die Ruinen der alten Kirche und der einsam stehende Glockenturm erzählen gemeinsam von einer Gemeinde, die zwar verschwunden ist, deren Geschichte jedoch bis heute weiterlebt.

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Ich hab Camiguin bislang zweimal besucht, mir hat es dort recht gut gefallen.
In der Nähe des Sunken Cemetary befinden sich die „Stations of the Cross“. Der Aufstieg ist etwas schweißtreibend, man hat aber einen tollen Blick auf das Meer und auch das Kreuz des „Sunken Cemetary“.

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