Auswandern - Ja oder Nein - das ist hier die Frage - Hilfe & Diskussion

@Mindanao da sprichst du ein wichtiges Thema an, Alter und Pflege auf den PHP... :thinking:
Spontan hätte ich gedacht, dass es auf den PHP eher einfacher zu organisieren wäre, da es finanziell deutlich günstiger ist, persönliche Pflege im eigenen Haus zu bekommen. Allerdings ist das Thema Demenz natürlich etwas heikler, da ist man dann wirklich der phil. Verwandtschaft ziemlich ausgeliefert … :face_with_diagonal_mouth:

Also das mit der Demenz ist halt so eine Sache.
Da sind in der Endphase Profis erforderlich, weiß ich von meiner Frau, die 11 Jahre Altenpflegerin arbeitete und den Beruf in Dt auch erlernte.
Bei mir in der Verwandtschaft ereilten alle im hohen Alter die Demenz.
Daher, in der Situation will ich auf jeden Fall nicht auf den Phils sein.
Das kann man dort nämlich nicht leisten.
Und ja, wenn man was zu vererben hat… ist man auf den Phils stark gefährdet in so einer Situation.

Bei meiner Mutter ist es so, dass sie mich nicht mehr erkennt.
Sie ist in einer Phase, wo sie Windeln trägt.
Letzt ist sie gestürzt und hatte sich verletzt, wurde mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gefahren.
Mein Stiefvater informierte mich auf den Phils, weil sie meine Mutter im Krankenhaus ins Pflegeheim zwangseinweisen wollten.
Denn auch der Pflegedienst ist da überfordert.
Jedenfalls ist er ins Krankenhaus gefahren und hat dort nen rießen Radau gemacht, wie er mir berichtete und meine Mutter mitgenommen.
Warum… ja, weil er weiß, dass er dann auch ordentlich von seiner Rente zahlen muss und dann, wenn er nicht alles monatlich zahlen kann, nach ihm das Haus vom Staat geholt und verkauft wird…
Das will er halt unbedingt vermeiden, er will es unbedingt seinen Enkeln vererben.
Für meine Mutter ist das natürlich eine harte Sache.
Meiner Meinung nach, selbstgewähltes Schicksal.

Jetzt könnte man natürlich fragen, Mindanao, warum kümmerst du dich nicht jetzt um deine Mutter.
Weil ich mich dazu nicht verpflichtet fühle, erstens ist noch mein Stiefvater da.
Und wenn die Enkel erben sollen, die sind ü30 inzwischen, sollen die ran.
Zweitens hat sie meinen Vater und mich verlassen, als ich 9 war.
Ich bin ausschließlich bei meinem Vater aufgewachsen, bis ich mit 18 dann auf eigenen Füße stand, da bin ich dann raus.
Meinem Vater fühle ich mich eher verpflichtet, weil wenigstens er mich nicht hängen hat lassen.
Der ist aber optimaler versorgt.

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Warum nicht?
Meine Verwandten sagen zu mir immer, sie würden mich und meine Frau pflegen (glaube ich ihnen auch) und soweit medizinische Hilfe notwendig ist, lässt sich dies in den Philippinen nach meiner Meinung auch organisieren.

Dies möchte ich für mich nicht erleben. Ich möchte eigentlich nur so lange leben, wie ich eigenbestimmte Entscheidungen treffen kann und einigermaßen mobil und nicht dauernd bettlägerig bin. Eine Patientenverfügung muss ich hier aber noch machen. Ob die dann auch in den Philippinen gilt?

Wenn ich in einem solchen Zustand sterben würde, dann wäre es doch sogar nur gut. Das Erbe ist geregelt. wenn ich böswillig denken würde, müsste dann eher meine Frau Angst haben. Aber ich hatte bislang zum Glück keinen Grund zum Misstrauen.

Manche werden dement z.B. aggressiv, die müssen ruhig gestellt werden, dazu sind die richtigen Medikamente erforderlich, die von einem Arzt verschrieben werden.
Das klappt auf den Phils nicht.
Vielleicht ist die Situation in Davao besser, das kann ich nicht beurteilen.

Ich verstehe mich mit meiner Phils Familie auch gut.
Aber ich weiß auch, dass sie eine ganz andere Einstellung zum Leben haben als wir.
Weiß da einige Dinge, die kann ich in einem öffentlichen Forum nicht breittreten.
Ich bin da vorsichtig.

Will ja auch längere Zeit am Stück auf den Phils mit meiner Frau leben.
Aber bei Anzeichen von Demenz gehts für mich jedenfalls zurück nach Dt.
Bisher habe ich noch keine Anzeichen, bei meinem Vater ging das in meinem Alter schon los.
Vielleicht bleibt es mir erspart, weil ich ganz anders als meine Vorfahren lebe.
Um meine Frau mache ich mir da weniger Sorgen.
Bei ihr in der Verwandtschaft hatte noch nie jemand Demenz und da hats Fälle, die über 90 geworden sind.
Also wird sie bis zum Ende bestimmen können was mit ihr geschehen darf und was nicht.

Ja.
Die Frage kann man nicht mit wenigen Worten beantworten.
Es ist so, dass ich nach einigen Monaten im jeweiligen Land das Bedürfnis habe, den Standort zu ändern.
Dabei schwankt der Grad dieses Gefühls.
Die letzten wenigen Jahre entwickelt sich für mich Deutschland in eine unangenehme Richtung.
Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, im Alter in Phils zu leben. Allein die KV Kosten laufen davon mit höherem Alter.
So lang es geht, wollen wir jedenfalls das Beste aus beiden Welten geniessen und wenn es soweit ist, in Deutschland bleiben.

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So ist auch unser Plan. Etwas müssen wir noch arbeiten, hoffentlich können wir das Arbeitsleben in 2-3 Jahren beenden.

Demenz stelle ich mir ganz schwierig vor. Aber auch bei anderen Krankheiten, die man zum Ende hin so bekommen kann, ist die Praxis nicht so rosig, wie man es sich in der Theorie vorstellt.
Habe es bei einem Österreicher gesehen. Max, Beachcomber, damals (2011/12) ein Urgestein im anderen Forum. In seinem letzten Wochen hatte ich ihn mehrmals im KH und daheim besucht. Im KH konnte seine Frau nicht ständig bei ihm sein, sie hatte reichlich Arbeit und Sorgen. Also wurden jüngere Familienmitglieder als Watcher verpflichtet. Da hockten dann 3 Leute vorm Fernseher und guckten ihre Soaps und Shows in Dauerschleife. Also ich wäre wahnsinnig geworden. Aber was will man in so einer Situation machen, man ist ja drauf angewiesen. Die Kraft, etwas zu verändern, hat man in der Situation auch nicht mehr, Daheim hatte er dann statt eines professionellen Blasenkatheders einen Pariser, der über seinem Penis gestülpt war. Privatsphäre gleich null. Und irgendwie auch entwürdigend, so habe ich das empfunden.
Als ich nach meiner Transplantation auf Hilfe angewiesen war, sprich, mir den Arsch von jungen, gutaussehenden Pflegern abputzen lassen musste, habe ich es nicht als entwürdigend empfunden. Das waren Profis, also haben wir es professionell hinter uns gebracht, alles gut.

Ein Grund, warum ich mich gegen eine Auswanderung entschieden hatte war, dass ich im Ernstfall voll auf meinen Ex angewiesen wäre. Ein Gedanke, der mir nicht behagte, was sich dann leider auch bestätigt hat.
Aber auch wenn man, hoffentlich so wie ihr, mit einer treusorgenden Pinay gesegnet ist, Alter und Sterben läuft auch auf den Phils nicht so, wie man es sich in noch gesunden Stunden so vorstellt.
Hier in DE versorge ich meine bald 98jährige Mutter. Zum Glück kann sie noch vieles allein machen und will es auch. Unterstützung habe ich durch diverse Hilfsmittel, die die Krankenkasse zahlt. Eine halbjährige Pflegeberatung durch die Diakonie, die ich bei Problemen immer kontaktieren kann. Eine Alltagsbegleiterin, die einmal die Woche für 2 Stunden kommt, putzt und für viel gute Laune sorgt. Die Option Pflegeheim ist noch weit weg.
Für meinen Vater hätte ich das nie gemacht, da geht es mir ähnlich wie Mindanao.

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Vergiss es nur nicht, wenn es soweit ist … :see_no_evil_monkey:

Was erwartest Du dann? Dass die Leute Dir Giftpilze ins Essen machen? Die eigene Wahrnehmung unterscheidet sich in solchen Fällen sehr oft von der Realität, was eines der Probleme ist.

Das geht schon, man braucht halt einen Arzt dazu. Ich spreche hier aus Erfahrung. Wichtig ist halt, dass man einen Überblick über die Vitalparameter und sonstige Medikation hat. Man muss davon ausgehen, dass man das Leuten beibringen muss.

Genau und den hat es bei uns auf den Phils nicht.

Eine Schwester meiner Frau hat Schilddrüsenprobleme.
Das wurde nach der Medikation eines Arztes immer schlimmer.
Meiner Frau ist dann aufgefallen, dass der Arzt genau das Gegenteil von dem was sie brauchte verschrieben hatte.
Das ist nicht der einzige Fall, haarsträubend was die Ärzte auf den Phils treiben.

Klar, in großen Städten ist es vielleicht eher der Fall einen kompetenten Arzt zu finden.
Dann muss man aber dort auch wohnen, da habe ich keine Lust drauf.
Schon meine Frau würde da durchdrehen, die braucht Natur um sich herum um glücklich zu sein.
Wenn sie morgens aufsteht, ist ihr erster Gang auf die Terrasse und dann in den Garten.
Daher halte ich mir lieber die Option offen, jederzeit nach Dt zurück gehen zu können.

Wir haben auch einmal! gute Erfahrung mit einer Ärztin gemacht.
Als wegen Dengue meine Frau im Krankenhaus lag, war die Ärztin kompetent.
Aber das ist halt eine Sache, die auf den Phils oft vor kommt, Routine.
Ich würde mich der wegen was kompliziertem trotzdem nicht anvertrauen, weil einfach die Ausstattungen der Krankenhäuser bei uns dort unterirdisch sind, auch bezüglich der Hygiene, Katastrophe.

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Ich denke auch, dass es nur in Manila Top-Krankenhäuser gibt, die auf westlichen Level arbeiten. Das sind wohl insbesondere das St. Luke und das Makati Medical Centre
Aber die Behandlungskosten dürften dann ebenso mind. auf deutschem Niveau liegen.

Das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen . Wenn ich an all die Diplome von ausländischen Universitäten denke die da an den Wänden bei den Ärzte hingen denke ich heute dass das alles fake war .

Jetzt nicht denken dass ich das Land nicht mehr mag , ich würde zb nie jemandem raten nicht dorthin zu fliegen ,im Gegenteil . Aber nach 21 Jahren in SOA und nun nach wieder einigen Jahren in der EU sieht man doch klarer was dort alles so im Argen liegt .
Wir sollten in diesem Winter mal wieder gemeinsam runterfliegen aber ich bleibe lieber in Portugal und gehe mit dem Hund an die Praya da Falesia spazieren und meine Frau fliegt alleine .

Das wird wohl so sein. Es fragt sich nur, wer die Kosten trägt ? … du, oder deine KV ? … ich denke, da liegt in den allermeisten Fällen die Differenz … :wink:

Das würden wir wohl alle nicht tun, man muss halt nur den Realitäten ins Auge schauen. Die Philippinen haben halt ihre Nachteile, man muss sich dessen nur bewusst sein, und auch dementsprechend handeln.

Es wird immer eine individuelle Entscheidung bleiben, wo und wie man leben will.

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würde ich so nicht unterschreiben.
In Manila gibt es sicherlich mehr gute Krankenhäuser als an anderen Orten, aber auch Cebu und Iloilo sind gut mit hervorragenden Krankenhäusern versorgt und soweit ich gehört habe auch Davao.
Aber auf dem Land sieht es dann schon anders aus, daher würde ich mich auch nur im Einzugsbereich solcher Städte niederlassen.

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In Cebu gibt es KH der Oberklasse.

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Bin auch der Meinung, dass man auswandern soll, wenn man sich das wünscht, hatte ich ja oben schon geschrieben.
Besser als am Ende das Gefühl, im Leben etwas verpasst zu haben.
Es ging in meinem Fall um Demenz, die in meiner Familie jeden getroffen hat, wenn er es erlebte und damit will ich nicht auf den Phils leben, wenn es so weit kommen sollte.
Klar, wenn ich nicht mehr nach Dt zurück gehen kann, weil da das vierte Reich ausgerufen wurde, dann fällt die Alternative weg und bleibe ganz auf den Phils mit allen Konsequenzen.
Letztendlich muss da jeder seinen individuellen Weg finden und immer wieder mal hinterfragen, ob er auch noch auf dem für sich besten Weg ist.

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In erster Linie geht es mir natürlich darum, dass keine lebensverlängernden Maßnahmen oder Operationen durchgeführt werden, wo die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass man zwar überlebt, aber danach total pflegebedürftig ist. Aber wenn dieser Zustand bei mir wäre, dann hätte ich auch nichts gegen „Giftpilze“

In Davao ist die Situation sicherlich besser.

Auch in Davao gibt es nach hören/sagen gute Krankenhäuser. Jedenfalls mit ambulanten Behandlungen (war selten notwendig) z.B. im Davao-Doc, aber auch bei anderen Ärzten war ich immer zufrieden, stationär habe ich keine persönliche Erfahrungen (deshalb hören/sagen).

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Na… das habe ich schon öfters gehört und wenn es so weit ist, hängen die Leute dann doch sehr am Leben.
Alles nicht so einfach.

Ich hoffe halt, dass sich die Krankenhaus-Situation in Oz noch verbessert in den nächsten Jahren.
War auch mal bei einem Zahnarzt in Oz vor Jahren.
Medizinische Zahnreinigung machen lassen, oder das, war die Ärztin darunter verstand.
Mir ging es auch darum, mal zu erleben, wie es in Oz so bei einem Zahnarzt zugeht.
Jedenfalls fragte meine Frau, wie sie meinen Zahnstatus einschätzt und so weiter.
Sie meinte, bei meinem Gebiss würde sie lieber nicht ernsthaft hinlangen wollen, da sind die Pinoysgebisse halt pflegeleichter.
Zahn raus und das wars.
Ja, so habe ich mir das bei der Ausstattung auch vorgestellt.
Aber vielleicht verbessert sich das die nächsten Jahre, die Stadt boomt ja.

Wenn bei der Verwandtschaft in Oz als was größeres ist, z.B. mit den Kids, dann gehen die nach Cebu City, wenn sie sich das leisten können.
Am Ende bringen sie dann aber auch horrend hohe Quittungen mit zurück.
Selbst bei den OSWs die Versicherungen haben, akzeptieren die Krankenhäuser in Cebu diese nicht, sondern sie müssen in Vorleistung gehen.
So war es auch bei uns mit unserer deutschen AuslandsReiseKrankenVersicherung in Oz.

Klar ist nicht ausgeschlossen. Nur ob ich in so einer Situation noch selbst entscheiden kann?

Deshalb gibt es (bei uns in D.) die Patientenverfügung. Hat sich jemand bei dieser Situation in den Philippinen schon Überlegungen gemacht, auch hinsichtlich Beachtung einer Patientenverfügung? Gibt es so etwas in den Phils?

Da wir beide keine lebensverlängernde Maßnahmen im Krankenhaus wollen haben wir bei einem Anwalt eine Patientenverfügung gemact. Das reicht aus.

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Ach ja, was für ein Thema.
Habe nächste Wochen einige Vorsorgeuntersuchungen, wie immer wenn wir da sind.
Da mein Vater Herzprobleme hat, Bypass usw., gehe ich regelmäßig zum Kardiologen.
Nächste Woche ist es wieder so weit, letztes mal war alles ok.

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