Meine Geschichte
Ich möchte mich zunächst kurz vorstellen.
Mein Name ist July, ich wurde in Manila geboren – genauer gesagt in Tondo, einem der gefährlichsten Stadtteile Manilas. Dort gibt es überwiegend Slums.
Meine Familie lebte zusammen mit weiteren Verwandten in einem Compound, also auf einem abgeschlossenen Grundstück, direkt neben den Slums. Schon als Kind habe ich Menschen gesehen, die drogenabhängig waren, Frauen, die als Prostituierte arbeiten mussten, und Kinder, die selbst bereits Kinder bekommen haben. Ich hatte Mitschüler, die auf Müllbergen lebten oder dort arbeiten mussten. Armut war allgegenwärtig.
Zum Glück bekam mein Vater eine Arbeit auf einem Tankerschiff. Ob das wirklich Glück war, weiß ich bis heute nicht. Er musste das Land verlassen, damit es uns besser ging. Irgendwann konnten wir Tondo verlassen und ein Haus in Las Piñas bauen. Wir drei Kinder konnten sogar an privaten Universitäten studieren und einen Abschluss machen. Unser Leben hat sich tatsächlich verbessert – aber wir konnten unseren Vater über mindestens zehn Jahre hinweg nur einen Monat im Jahr sehen. So ergeht es sehr vielen Familien. Hauptsache weg aus dem Land, weil es dort kaum Perspektiven gibt.
Einige Jahre später hatte auch ich das „Glück“, auf einem Schiff zu arbeiten. Für uns Filipinos gilt das als Chance – für viele Europäer eher als Ausbeutung. Nach einem Vertrag lernte ich meinen Mann kennen, und seit mittlerweile 15 Jahren lebe ich in Deutschland.
Das Leben hier in Deutschland ist nicht einfach – keine Familie, keine Verwandten und eine fremde Sprache. Dennoch geht es mir sehr gut, und oft denke ich an die Kinder auf den Philippinen.
Unsere Projekte auf den Philippinen
Alle drei Jahre fliegen wir auf die Philippinen. Jedes Mal organisiere ich ein Projekt: Alte Kleidung und Stofftiere von der Caritas bringen wir mit, Essen bereiten wir selbst zu, und Schulsachen kaufen wir einzeln für die Kinder. Einige Bilder sind als Impressionen beigefügt.
Im vergangenen Jahr konnten wir unter anderem:
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Rund 600 Kinder mit warmen Mahlzeiten versorgen
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Über 500 Kindern Schulmaterial zur Verfügung stellen
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Über 500 Kindern Kleidung und Stofftiere aus Deutschland zukommen lassen
Erfolgsstory: Kenneth
Kenneth aus Metro Manila musste während der Pandemie die Schule verlassen, weil seine Mutter ihren Job verlor und das Einkommen seines Vaters gerade für den Lebensunterhalt reichte. Schulgebühren, Materialien und Transportkosten konnte seine Familie irgendwann nicht mehr bezahlen.
Er erhielt von uns finanzielle Hilfe für die Schule, tägliche Mahlzeiten und Miete für eine WG nahe des Lernzentrums. Heute studiert Kenneth an der University of the Philippines und hat sogar mit Magna Cum Laude abgeschlossen. Nach fünf Jahren ist er nun Softwareentwickler.
Bis heute haben wir drei Studierende finanziell unterstützt – eine davon ebenfalls Cum Laude. Alle haben ihr College erfolgreich abgeschlossen und arbeiten bereits. Es ist unglaublich erfüllend zu sehen, dass sich unsere Hilfe langfristig auszahlt.
Und nein, ich kenne die Kinder nicht persönlich; ich habe sie nur über Bekannte kennengelernt.
Warum ein Verein?
Es war immer eine Freude, Kindern Essen und Kleidung zu geben und sie glücklich zu sehen. Aber das ist keine dauerhafte Lösung: Sie leben weiterhin in Slums. Mein größter Wunsch ist es, etwas zu verändern. Ich möchte ein Haus für Straßenkinder bauen – ein Schutzraum, ein Zuhause. Dort sollen Kinder nicht nur sicher leben, sondern auch Bildung, psychosoziale Betreuung und Förderung ihrer Talente erhalten. Ich glaube fest daran, dass jedes Kind das Recht auf ein sicheres und liebevolles Zuhause hat.
Langfristig möchte ich auch ein Social Entrepreneurship aufbauen, sodass sich das Haus selbst finanziert.
Finanzierung und Verein
Ich kann das Projekt nicht allein stemmen – weder organisatorisch noch finanziell. Ich besitze zwei Wohnungen in Mandaluyong, die ich bereit bin zu verkaufen, um das Haus zu finanzieren. Dennoch wird das Haus auf rund 10 Millionen Pesos geschätzt – die Hälfte ist bisher durch den Wohnungsverkauf abgedeckt. Ein eingetragener Verein ermöglicht uns, Spenden anzunehmen.
Gemeinsam mit philippinischen Freunden, die ich vor 15 Jahren im Goethe-Institut Makati kennengelernt habe, haben wir den Verein gegründet.
Was wir tun
Wir führen verschiedene Fundraising-Aktionen durch. Dieses Jahr haben wir beim Fest der Kulturen philippinisches Essen verkauft und über 1.000 € für den Verein eingenommen. Auf den Philippinen organisieren wir Tagesprojekte, bei denen wir Essen, Kleidung und Schulmaterial verteilen. Momentan unterstützen wir zwei Studierende an öffentlichen Colleges finanziell.
Wir sparen Geld für das Haus für Straßenkinder. Ich wünsche mir, mindestens 20 Straßenkinder aufnehmen zu können.
Wie man helfen kann
Geld ist wichtig, aber Zeit kann manchmal noch wertvoller sein. Meine philippinische Freunde haben nicht Zeit, die gesamte Organisation und Bürokratie zu stemmen. Daher suchen wir:
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Freiwillige, die einmal im Jahr in Ingolstadt beim Verkauf helfen
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Menschen, die vielleicht eine Website kostenlos erstellen können
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Personen, die unseren Verein bekannt machen
Mitte nächsten Jahres werde ich persönlich wieder auf die Philippinen fliegen und ein weiteres Projekt organisieren: etwa 100 warme Mahlzeiten und Schulmaterialien werden verteilt, eventuell in Manila, Tondo oder Baclaran. Wer Lust hat, einen Nachmittag mitzuwirken, ist herzlich eingeladen und kann sich gerne bei mir melden!
Every child deserves more than survival





