Täglich etwas philippinische Geschichte zu historischen Daten

24. Januar 1917 – Tod von General Quintín Salas

Am 24. Januar 1917 verlor die philippinische Nation einen ihrer bedeutenden Freiheitskämpfer mit dem Tod von General Quintín Salas. Er gilt als einer der Helden der visayischen Revolution gegen Spanien und war zugleich einer der letzten Offiziere, die im Kampf gegen die amerikanischen Besatzungstruppen die Waffen niederlegten.


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Quintín Salas wurde am 31. Oktober 1870 in Dumangas, Provinz Iloilo, geboren. Als im August 1896 die philippinische Revolution ausbrach, amtierte er dort als Bürgermeister („Capitán Municipal“). Mit Beginn der Kampfhandlungen schloss er sich der revolutionären Bewegung an und übernahm rasch militärische Verantwortung.

Er wurde zum Kommandeur des revolutionären Komitees ernannt und leitete den bewaffneten Widerstand gegen die spanische Kolonialherrschaft in Iloilo. Am 28. Oktober 1898 führte Salas den Aufstand in Dumangas an. Seine Truppen befreiten umliegende Ortschaften, beschlagnahmten die Waffen der spanischen Hilfspolizei („Cuadrilleros“), setzten Gefangene frei und sicherten wichtige öffentliche Dokumente.

Im Verlauf der Revolution stieg Salas zum Oberst auf. General Martín Delgado, Oberbefehlshaber des sogenannten Ejército Libertador – der revolutionären Armee von Panay –, ernannte ihn zum Chef der militärischen Operationen für die zentrale Zone der Provinz Iloilo. Am 5. Dezember 1898 erklärte die visayische Revolutionsregierung ihre Loyalität zu den Grundsätzen des Malolos-Kongresses.

Mit Beginn der amerikanischen Besatzung setzten Salas und andere revolutionäre Führer von Panay den bewaffneten Widerstand fort. Als im März 1899 US-Truppen in Iloilo landeten, beteiligte sich Salas aktiv an den Kämpfen. Nach dem Fall der letzten Hauptstadt der Revolutionsregierung auf Panay entschieden sich Salas und sechs weitere ilonggische Generäle, den Kampf in Form eines Guerillakrieges fortzuführen. Durch nächtliche Angriffe und Hinterhalte am Tage fügte Salas den amerikanischen Truppen wiederholt Verluste zu.

Diese Guerillaoperationen dauerten über zwei Jahre an. Erst im Oktober 1901, einige Monate nach der Gefangennahme seines Oberbefehlshabers, legte Quintín Salas schließlich die Waffen nieder.

Nach seiner Entwaffnung wurde er aus Iloilo verbannt und ließ sich 1908 in Manila nieder. Dort studierte er an der Escuela de Derecho, erwarb den Abschluss Bachelor of Laws, wurde 1912 als Rechtsanwalt zugelassen und übte den Beruf zunächst in Manila aus. Erst später erhielt er die Erlaubnis, in seine Heimatprovinz Iloilo zurückzukehren.

Quelle:
Philippine News Agency archives

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25. Januar 2015 – Das Mamasapano-Gefecht und der Tod der „SAF 44“

Am 25. Januar 2015 ereignete sich in der Gemeinde Mamasapano in der Provinz Maguindanao eines der tragischsten Kapitel der jüngeren philippinischen Geschichte. Bei dem später als Mamasapano Clash bekannten Gefecht kamen 44 Angehörige der Special Action Force (SAF) der Philippine National Police ums Leben. Der Vorfall erschütterte das ganze Land und löste landesweite Trauer sowie eine intensive politische und gesellschaftliche Debatte aus.

Operation „Oplan Exodus“


Bildnachweis: Chae Won Cha

Die Polizeioperation mit dem Codenamen „Oplan Exodus“ hatte das Ziel, zwei international gesuchte Terroristen festzunehmen oder zu neutralisieren:

  • Zulkifli Abdhir, bekannt als Marwan, ein malaysischer Bombenbauer mit Verbindungen zu mehreren Terroranschlägen in Südostasien,
  • sowie Abdul Basit Usman, ebenfalls ein hochrangiger Extremist.

Die SAF-Kommandos sollten Haftbefehle vollstrecken und bewegten sich dabei in einem Gebiet, das von verschiedenen bewaffneten Gruppen kontrolliert wurde.

Das Gefecht

In den frühen Morgenstunden des 25. Januar drangen die SAF-Einheiten in das Dorf Tukanalipao ein. Zwar gelang es, Marwan zu töten, doch die Einsatzkräfte gerieten anschließend in heftige Gefechte mit bewaffneten Kämpfern der Moro Islamic Liberation Front (MILF) sowie der Bangsamoro Islamic Freedom Fighters (BIFF).

In den stundenlangen Feuergefechten kamen:

  • 44 SAF-Kommandos,
  • 18 MILF-Kämpfer und
  • 5 BIFF-Angehörige ums Leben.

Die isolierte Lage der Einsatzkräfte, mangelnde Abstimmung mit Militär und lokalen Einheiten sowie das unübersichtliche Gelände trugen maßgeblich zur Eskalation bei.

Folgen und nationale Reaktion

Der Tod der später als „SAF 44“ bekannten Polizisten löste landesweite Bestürzung aus. Tausende Filipinos erwiesen den Gefallenen die letzte Ehre. Gleichzeitig wurde scharfe Kritik an Planung, Kommunikation und politischer Verantwortung laut.

Mehrere Untersuchungen folgten. In den darauffolgenden Jahren wurden zwei mit der MILF in Verbindung stehende Kommandeure wegen mehrfachen Totschlags verurteilt. Dennoch empfinden viele Hinterbliebene die juristische Aufarbeitung bis heute als unvollständig.

Vermächtnis


Bildnachweis: https://www.pna.gov.ph/

Der 25. Januar wird inzwischen als nationaler Gedenktag für die SAF 44 begangen. Ihr Einsatz gilt als Symbol für Opferbereitschaft und Pflichtbewusstsein, aber auch als mahnendes Beispiel für die Risiken unzureichend koordinierter Sicherheitsoperationen in Konfliktregionen.

Das Mamasapano-Gefecht bleibt ein prägendes Ereignis der philippinischen Zeitgeschichte – ein schmerzhafter Wendepunkt, der die Komplexität von Terrorismusbekämpfung, Friedensprozessen und staatlicher Verantwortung deutlich gemacht hat.

Quellen:

  1. Mamasapano clash, https://en.wikipedia.org
  2. Remembering the SAF 44, https://www.philstar.com
  3. Justice „will never be found“ for SAF 44 – Remulla, https://newsinfo.inquirer.net
  4. SAF 44’s heroism remembered, https://www.msn.com
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25. Januar 1933 – Geburt von Corazon „Cory“ Aquino

Am 25. Januar 1933 wurde in Manila Maria Corazon „Cory“ Sumulong Cojuangco Aquino geboren. Sie ging als 11. Präsidentin der Philippinen in die Geschichte ein und war zugleich die erste Frau, die dieses Amt bekleidete.


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Cory Aquino ist untrennbar mit der EDSA-People-Power-Revolution von 1986 verbunden, die das autoritäre Regime von Präsident Ferdinand Marcos beendete und die Demokratie auf den Philippinen wiederherstellte. Viele Filipinos verehren sie bis heute als „Ikone der Demokratie“. Das TIME Magazine bezeichnete sie aufgrund ihrer ausgeprägten Spiritualität, ihres gewaltfreien Ansatzes und ihrer moralischen Haltung sogar als „Saint of Democracy“.

Vom politischen Außenseiter zur Hoffnungsträgerin

Vor ihrem Eintritt in die Politik war Cory Aquino vor allem als Ehefrau des oppositionellen Senators Benigno „Ninoy“ Aquino Jr. bekannt, eines der schärfsten Kritiker des Marcos-Regimes. Die Ermordung ihres Mannes am 21. August 1983, unmittelbar nach seiner Rückkehr aus dem Exil in den USA, wurde zum Wendepunkt der philippinischen Politik.

Das Attentat einte eine zuvor zersplitterte Opposition. Auf Drängen von Unterstützern und getragen von über einer Million Unterschriften entschloss sich Cory Aquino, bei den von Marcos angesetzten vorgezogenen Präsidentschaftswahlen zu kandidieren.

Wahlbetrug und Volksaufstand

Die Wahl vom 7. Februar 1986, bei der Aquino gemeinsam mit Salvador „Doy“ Laurel als Vizepräsidentschaftskandidat antrat, war von massiven Manipulationsvorwürfen, Gewalt und Einschüchterung überschattet. Aquino erklärte sich zur rechtmäßigen Wahlsiegerin und rief zu zivilem Ungehorsam auf.

Millionen Filipinos folgten ihrem Aufruf. Der entscheidende Wendepunkt kam, als Verteidigungsminister Juan Ponce Enrile und General Fidel V. Ramos Marcos die Unterstützung entzogen und öffentlich erklärten, Aquino habe die Wahl gewonnen. Nach zwanzig Jahren an der Macht wurde Marcos gestürzt.

Am 25. Februar 1986 wurde Cory Aquino friedlich als Präsidentin vereidigt – ein Ereignis, das weltweit als EDSA-People-Power-Revolution bekannt wurde.

Präsidentschaft und späteres Leben

Aquino amtierte bis 1992. Danach zog sie sich offiziell aus der Politik zurück, blieb jedoch eine moralische Autorität und meldete sich weiterhin zu wichtigen politischen Fragen zu Wort.

Corazon Aquino starb am 1. August 2009 im Alter von 76 Jahren an den Folgen von Darmkrebs. Ihr Vermächtnis als Symbol für Demokratie, Gewaltfreiheit und moralische Führung prägt die philippinische Geschichte bis heute.

Quelle:

  1. Philippine News Agency archives
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25. Januar 1985 – Zentralbank ordnet Schließung von Banco Filipino an

Am 25. Januar 1985 ordnete die damalige Zentralbank der Philippinen (Vorgängerin der heutigen Bangko Sentral ng Pilipinas) die Schließung der Banco Filipino Savings & Mortgage Bank an und stellte sie unter Zwangsverwaltung. Grundlage war die Feststellung, dass die Bank insolvent und nicht mehr lebensfähig sei, was laut Monetary Board ein erhebliches Risiko für Einleger und Gläubiger darstellte. Wenige Wochen später, am 22. März 1985, wurde die Bank offiziell liquidiert.

Banco Filipino war 1964 gegründet worden und entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu einer der populärsten Banken des Landes. Mit dem bewusst nationalen Image und dem Slogan „Subok na matibay, subok na matatag“ gewann sie besonders im ländlichen Raum Millionen Kunden. Bereits Anfang der 1970er Jahre führte sie über eine Million Konten – ein bis dahin einmaliger Erfolg im philippinischen Bankwesen.

Trotz staatlicher Notkredite und der Unterstellung unter Zentralbank-Kontrolle im Jahr 1984 konnte der Zusammenbruch nicht verhindert werden. Die Bank klagte gegen die Schließung, und 1991 erklärte der Oberste Gerichtshof die Maßnahme der Zentralbank für rechtswidrig. Banco Filipino durfte daraufhin wiedereröffnen, was 1994 geschah – jedoch nur eingeschränkt: Von ehemals 92 Filialen nahmen lediglich 15 den Betrieb wieder auf.

Die Bank erholte sich nie vollständig. 2011 wurde Banco Filipino erneut geschlossen, diesmal durch die BSP, und unter die Verwaltung der Philippine Deposit Insurance Corporation (PDIC) gestellt. In der Folge kam es zu Strafanzeigen gegen frühere Manager und Direktoren wegen unsicherer Geschäftspraktiken und milliardenschwerer Verluste.


Bildnachweis: Facebook - Romeo del Carmen

Der Fall Banco Filipino gilt bis heute als eines der markantesten Kapitel der philippinischen Bankengeschichte – vom rasanten Aufstieg über den spektakulären Zusammenbruch bis hin zu jahrzehntelangen juristischen und finanziellen Nachwirkungen.

Quellen:

  1. Banco Filipino officials sued anew for „unsafe, unsound“ business practice, CNN Philippine Staff, December 4, 2019, https://www.cnnphilippines.com/
  2. PDIC files criminal charges vs. ex-officers of Banco Filipino and related companies Unsafe, unsound practices resulted to P1.4-B in bank losses, https://www.pdic.gov.ph/
  3. BSP orders Banco Filipino closed, placed under PDIC receivership, GMA News, March 17, 2011,
  4. What’s happening to Banco Filipino, Nelly Favis-Villafuerte, April 18, 2019, https://mb.com.ph/
  5. Banco Filipino does a phoenix-for the second time, https://asianbankingandfinance.net/
  6. After arrest, Yasay insists BSP closure of Banco Filipino illegal, Melissa Luz Lopez, CNN Philippines, August 26, 2019, https://www.cnnphilippines.com/
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26. Januar 1954 – Präsident Magsaysay verbietet das Schlachten von Carabaos

Am 26. Januar 1954 erließ der damalige philippinische Präsident Ramon Magsaysay die Executive Order Nr. 8, mit der das Schlachten von Carabaos für die Dauer von einem Jahr untersagt wurde. Das Verbot trat am 31. Januar 1954 in Kraft.


Bildnachweis: Facebook - Pat Mariano

Magsaysay verwies dabei auf das bereits bestehende Republic Act Nr. 11 aus dem Jahr 1946, das das Schlachten von männlichen und weiblichen Carabaos, Pferden, Stuten und Rindern grundsätzlich untersagte, sofern keine ausdrückliche Genehmigung des Landwirtschaftsministers vorlag.

Nach Angaben des Direktors des Bureau of Animal Industry, Manuel G. Sumulong, waren zwischen 1947 und 1953 allein in Manila und den umliegenden Gebieten 156.216 Carabaos geschlachtet worden, während in den Provinzen im gleichen Zeitraum 247.895 Tiere getötet wurden. Besonders alarmierend war, dass 82.401 Carabaos im Jahr 1953 allein geschlachtet wurden – viele davon noch voll arbeitsfähig.

Präsident Magsaysay betonte, dass diese wahllose Schlachtung zu einer ernsten Verknappung der Zugtiere geführt habe. In der Folge seien die Preise für Carabaos stark gestiegen, sodass sich viele arme Bauern in den Barrios keine Arbeitstiere mehr leisten konnten. Das Verbot sollte daher nicht nur den Tierbestand schützen, sondern vor allem die landwirtschaftliche Produktion und die Existenz der kleinbäuerlichen Bevölkerung sichern.

Quelle:
American Chamber of Commerce of the Philippines, Volume XXX, Number 1, January 1954

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26. Januar 1930 – Geburt von Napoleon Abueva, Vater der modernen philippinischen Bildhauerei


Bildnachweis: https://www.slideshare.net/

Am 26. Januar 1930 wurde Napoleon Abueva in Tagbilaran, Bohol, geboren. Er gilt bis heute als der „Vater der modernen philippinischen Skulptur“ und zählt zu den einflussreichsten Künstlerpersönlichkeiten des Landes.

Abueva studierte Bildhauerei an der University of the Philippines und wurde früh von Guillermo Tolentino, dem ersten National Artist für Skulptur, gefördert. Bereits während seines Studiums machte er sich einen Namen und gewann mehrfach erste Preise bei nationalen Kunstausstellungen.

Sein Werk zeichnet sich durch die Verbindung klassisch-gegenständlicher Formen mit moderner Abstraktion aus. Dabei arbeitete er mit nahezu allen Materialien – von heimischen Hölzern über Stein und Metall bis hin zu Bronze, Marmor und Beton. Besonders bekannt ist sein „Sandugo“-Denkmal (Blood Compact Shrine) in Tagbilaran, ein bedeutendes nationales Symbol und Wahrzeichen Bohols.

Im Jahr 1976 wurde Abueva im Alter von nur 46 Jahren zum National Artist for Visual Arts ernannt – als bis heute jüngster Träger dieser höchsten kulturellen Auszeichnung der Philippinen. Darüber hinaus erhielt er zahlreiche nationale und internationale Ehrungen, darunter ASEAN Awards for Visual Arts, den TOYM Award sowie mehrere Preise der Art Association of the Philippines.

Bildnachweis: https://kahimyang.com/

Napoleon Abueva verstarb am 16. Februar 2018 in Manila. Sein künstlerisches Erbe prägt die philippinische Kunstlandschaft bis heute und wirkt weit über die Landesgrenzen hinaus.

Quellen:

  1. Philippine News Agency archives
  2. Wikipedia
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27. Januar 1867 – Geburt von Juan Crisostomo Soto, dem Vater der kapampanganischen Literatur

Am 27. Januar 1867 wurde Juan Crisostomo Caballa Soto im Ort Santa Ines, Bacolor, Pampanga geboren. Er wuchs in einfachen Verhältnissen auf – als Sohn eines lokalen Beamten und einer Schneiderin. Doch aus diesen bescheidenen Anfängen entwickelte sich eine der prägendsten Persönlichkeiten der philippinischen Literaturgeschichte und der Begründer der kapampanganischen Literatur.


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Zu einer Zeit, in der gebildete Filipinos fast ausschließlich auf Spanisch oder Englisch schrieben, entschied sich Soto bewusst für die Sprache des Volkes: Kapampangan. Mit Gedichten, Theaterstücken, journalistischen Texten und Prosa erhob er sie zu einer ernstzunehmenden literarischen Sprache und machte sie zum Träger von Identität, sozialer Kritik und nationalem Bewusstsein.

Besonders bekannt wurde Soto durch seine Theaterwerke und Zarzuelas. Sein berühmtestes Stück, Alang Dios! („Es gibt keinen Gott!“), wurde 1902 in Bacolor uraufgeführt und gilt bis heute als Meilenstein des regionalen philippinischen Theaters. Weitere bedeutende Werke wie Balen at Sinta („Liebe und Vaterland“) oder Metung a Perla Qng Burac („Eine Perle im Schlamm“) thematisieren Liebe, soziale Ungerechtigkeit und patriotische Ideale. Mit seinem Roman Lidia zeigte Soto eindrucksvoll, welche emotionale Tiefe und Ausdruckskraft die kapampanganische Sprache besitzt.

Neben seiner literarischen Arbeit war Soto auch Journalist und Revolutionär. Er gründete und leitete mehrere Zeitungen in Kapampangan und schrieb für La Independencia, die wichtigste Zeitung der philippinischen Revolution. Als Mitglied der Katipunan engagierte er sich aktiv im Kampf gegen die spanische und später die amerikanische Kolonialherrschaft. Seine patriotischen Gedichte wurden öffentlich rezitiert und stärkten den Widerstandsgeist der Bevölkerung.

Juan Crisostomo Soto starb 1918 im Alter von nur 51 Jahren, doch sein Vermächtnis lebt bis heute fort. In Pampanga erinnern die „Crissotan“-Theaterwettbewerbe, benannt nach seinem Spitznamen Crissot, an sein Wirken. 1999 wurde er posthum vom Cultural Center of the Philippines als eine der wichtigsten kulturellen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts ausgezeichnet.

Soto gilt bis heute nicht nur als herausragender Schriftsteller, sondern als ein Mann, der bewies, dass regionale Sprache und Kultur ein tragendes Fundament nationaler Identität sein können.

Quellen:

  1. Book on Pampanga literary giant „Crissot“ to be launched in SF - https://globalnation.inquirer.net
  2. Rich Pampanga literature buried by Pinatubo's wrath - https://newsinfo.inquirer.net
  3. Don Juan Crisostomo Soto y Caballa - https://ancestors.familysearch.org
  4. Philippine News Agency archives
  5. Juan Crisostomo Soto (Crissot) (1867–1918) - https://philhistoricsites.nhcp.gov.ph
  6. Bacolor remembers legacy of Crissot - https://www.sunstar.com.ph
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28. Januar 1960 – Geburt von Loren Legarda

Am 28. Januar 1960 wurde Lorna Regina „Loren“ Bautista Legarda in Malabon (damals Provinz Rizal) geboren. Sie zählt zu den bekanntesten und einflussreichsten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens auf den Philippinen – als langjährige Senatorin, ehemalige Journalistin sowie engagierte Umwelt- und Kulturaktivistin.

Legarda begann ihre Laufbahn im Rundfunkjournalismus und war über zwei Jahrzehnte als Nachrichtenmoderatorin und Reporterin tätig. Ihre journalistische Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet und legte den Grundstein für ihr späteres politisches Engagement. 1998 wechselte sie in die Politik und wurde mit großem Vorsprung in den philippinischen Senat gewählt. Bis heute absolvierte sie vier nicht zusammenhängende Amtszeiten und gilt als die dienstälteste Senatorin in der Geschichte des Landes.


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In ihrer parlamentarischen Arbeit setzte sie klare Schwerpunkte auf Umweltschutz, Katastrophenvorsorge, soziale Gerechtigkeit sowie den Schutz von Frauen, Kindern und indigener Kulturen. Zu ihren bekanntesten Gesetzesinitiativen zählen das Climate Change Act von 2009 und das Gesetz zur ökologischen Abfallwirtschaft. International wurde sie für ihr Engagement mehrfach ausgezeichnet, unter anderem von den Vereinten Nationen und dem Weltwirtschaftsforum.

Neben der Politik engagiert sich Legarda stark für die Bewahrung philippinischer Kultur, insbesondere traditioneller Textilkunst. Sie spielte eine zentrale Rolle bei der Rückkehr der Philippinen zur Biennale von Venedig und erhielt 2024 den französischen Orden der Ehrenlegion für ihre kulturellen Verdienste.

Auch heute bleibt Loren Legarda eine prägende Figur der philippinischen Politik und steht exemplarisch für die Verbindung von öffentlichem Dienst, Umweltbewusstsein und kultureller Identität.

Quellen:

  1. Loren Legarda, https://en.wikipedia.org
  2. Loren Legarda, https://lorenlegarda.com.ph/
  3. Senator Loren Legarda, https://web.senate.gov.ph
  4. Loren Legarda - The Official Website of Loren Legarda, https://www.loc.gov
  5. Senator Loren Legarda: How she turned her office into a haven with a heart for the artful, https://www.philstar.com
  6. Senator Loren Legarda - ASEAN Centre for Biodiversity, https://www.aseanbiodiversity.org
  7. Senator Loren Legarda: A champion of culture & climate, honored by France, https://www.philstar.com
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28. Januar 1861 – Geburt von Julián Felipe


Bildnachweis: Facebook - Emmanuel Brazil Viray

Am 28. Januar 1861 wurde Julián Reyes Felipe in Cavite Nuevo (heute Cavite City) geboren. Er ging als Komponist der philippinischen Nationalhymne „Lupang Hinirang“ in die Geschichte des Landes ein.

Felipe zeigte schon früh ein ausgeprägtes musikalisches Talent. Er wirkte zunächst als Organist und Musiklehrer in Cavite und machte sich mit eigenen Kompositionen einen Namen. Während der philippinischen Revolution schloss er sich der Unabhängigkeitsbewegung an, wurde zeitweise inhaftiert und komponierte patriotische Musik zur Unterstützung des Freiheitskampfes.

Im Juni 1898 beauftragte Emilio Aguinaldo ihn mit der Komposition einer feierlichen Nationalhymne für die bevorstehende Unabhängigkeitserklärung. Innerhalb weniger Tage entstand die „Marcha Nacional Filipina“, die am 12. Juni 1898 bei der Proklamation der Unabhängigkeit erstmals öffentlich gespielt wurde. Der Text wurde später von José Palma verfasst; 1938 wurde Felipes Komposition offiziell zur Nationalhymne erklärt, die heutige Tagalog-Fassung „Lupang Hinirang“ folgte 1956.

Julián Felipe lebte zeitlebens bescheiden in Cavite, wirkte als Musikpädagoge und wurde liebevoll der „Abuelito von Cavite“ genannt. Er starb am 2. Oktober 1944 im Alter von 83 Jahren. Zu seinen Ehren wurde der 28. Januar per Gesetz zum Julian-Felipe-Tag erklärt – eine Würdigung eines Mannes, dessen Werk bis heute ein zentrales Symbol philippinischer Identität ist.

Quellen:

  1. Julián Felipe - https://en.wikipedia.org
  2. The National Anthem - https://artesdelasfilipinas.com
  3. Julián Felipe: Marcha Nacional Filipina - https://www.scribd.com
  4. Julian Felipe on Stamps - https://vincemd.blogspot.com
  5. Lupang Hinirang - https://en.wikipedia.org
  6. Julian Felipe and the PH National Anthem - https://opinion.inquirer.net
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29. Januar 1919 – Geburt von Francisco V. Coching, dem „König der philippinischen Komiks“

Am 29. Januar 1919 wurde Francisco V. Coching in Buting, Pasig (damals Provinz Rizal) geboren. Er gilt als eine der prägendsten Persönlichkeiten der philippinischen Comicgeschichte und wird bis heute als „King of Komiks“ und „Dean of Philippine Comics“ bezeichnet. Im Jahr 2014 wurde ihm posthum der Titel National Artist for Visual Arts verliehen – die höchste staatliche Auszeichnung für Künstler auf den Philippinen.


Bildnachweis: https://www.esquiremag.ph/

Frühes Leben und Einstieg in die Komiks

Coching wuchs in einem literarisch geprägten Umfeld auf. Sein Vater Gregorio Coching war Romanautor für das bekannte Tagalog-Magazin Liwayway und weckte früh das Interesse seines Sohnes an erzählerischer Kunst. Francisco brach seine schulische Ausbildung ab, um seiner Leidenschaft für Illustration zu folgen, und wurde Lehrling von Tony Velasquez, einem Pionier der philippinischen Comics.

Bereits im Alter von 15 Jahren veröffentlichte er 1934 sein erstes Werk „Bing Bigotilyo“ im Silahis Magazine. Stilistisch wurde er stark von Francisco Reyes beeinflusst, einem weiteren Wegbereiter der philippinischen Komikskunst.

Kriegserfahrung und künstlerischer Durchbruch

Der Zweite Weltkrieg unterbrach Cochings künstlerische Laufbahn. Er schloss sich als Guerillakämpfer der Hunters-ROTC-Widerstandsbewegung an und kämpfte in der Kamagong Unit gegen die japanische Besatzung.

Nach dem Krieg kehrte er zur Kunst zurück und schuf mit „Hagibis“ eine seiner bekanntesten Figuren – eine mythisch-heroische Gestalt, die an Tarzan und Kulafu erinnerte. Das Werk erschien im Liwayway Magazine und markierte den Beginn seiner produktivsten Phase.

Bedeutende Werke

Im Laufe seiner Karriere schuf Coching 53 Komiks-Romane, darunter zahlreiche Klassiker der philippinischen Popkultur, etwa:

  • Pedro Penduko
  • Sabas, ang Barbaro
  • El Indio
  • Lapu-Lapu
  • El Vibora
  • Dimasalang
  • Bella Bandida
  • Ang Kaluluwa ni Dante
  • El Negro (sein letztes Werk)


Bildnachweis: https://unanglabas.blogspot.com/

Seine Arbeiten verbanden Mythologie, Geschichte, Abenteuer und soziale Themen und prägten mehrere Generationen von Lesern.

Rückzug, Tod und Vermächtnis

Trotz seines großen Erfolgs zog sich Coching 1973 im Alter von nur 54 Jahren überraschend aus dem aktiven Schaffen zurück. Er starb am 1. September 1998 im Alter von 78 Jahren an den Folgen eines früheren Motorradunfalls.

Cochings Einfluss auf die philippinische Kunstszene ist bis heute spürbar. Zahlreiche bekannte Illustratoren, darunter Nestor Redondo, Alfredo Alcala und Emil Rodriguez, zählen ihn zu ihren wichtigsten Vorbildern.


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Zu seinen Ehren erschien 2004 eine Briefmarke mit seiner Lapu-Lapu-Darstellung, und zum 100. Geburtstag widmete ihm das Ayala Museum die große Ausstellung „Images of Nation: F.V. Coching – Komiks at Kultura“.

Francisco V. Coching war mit Filomena Navales verheiratet, die ihn nicht nur privat, sondern auch als lebenslange Assistentin unterstützte. Sein Werk bleibt ein zentraler Bestandteil der kulturellen Identität der Philippinen.

Quellen:

  1. Francisco V. Coching, https://www.detailedpedia.com/
  2. Francisco V. Coching, https://en.wikipedia.org/
  3. Father of Philippine Comics Francisco Coching and His Life, https://www.esquiremag.ph/
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Ja einer der ganz Großen der philippinischen Komiks.

El Indio’s Cover haben wir ja schon in Comics Faden hier gezeigt.

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30. Januar 1911 – Der verheerende Ausbruch des Taal-Vulkans

Am 30. Januar 1911 ereignete sich einer der zerstörerischsten Vulkanausbrüche in der Geschichte der Philippinen. Der Taal-Vulkan in der Provinz Batangas brach mit ungeheurer Gewalt aus und forderte rund 1.500 Menschenleben. Der materielle Schaden ging in die Millionen von Pesos – für die damalige Zeit ein kaum vorstellbares Ausmaß.

Zeitgenössische Untersuchungen ergaben, dass die meisten Opfer nicht durch Lava, sondern durch heißen Dampf, kochenden Schlamm und pyroklastische Explosionen ums Leben kamen. Viele Menschen wurden förmlich verbrüht oder erstickten innerhalb weniger Augenblicke.

Der Ausbruch


Bildnachweis: Facebook - Old Philippines

In den frühen Morgenstunden, gegen 2 Uhr, erreichte die Eruption ihren Höhepunkt. Augenzeugen berichteten von einer riesigen, fächerförmigen Wolke aus schwarzem Rauch, die sich etwa eine Meile hoch in den Himmel erhob und von intensiven Blitzen und elektrischen Entladungen durchzogen war.

Auf der Vulkaninsel wurde nahezu alles Leben ausgelöscht. Lediglich ein Hahn soll den Ausbruch überlebt haben. Eine junge Frau überlebte zwar zunächst schwer verletzt, erlag ihren Verletzungen jedoch rund 24 Stunden später.

Ein ungewöhnlicher Vulkan

Die Vegetation auf der Insel war flächendeckend nach außen niedergepresst, ein deutliches Zeichen für eine extrem starke Explosion entlang der Vulkanflanken. Auffällig war jedoch, dass kaum Pflanzen verbrannt oder verkohlt waren. Lavaflüsse wurden nirgendwo gefunden, ebenso fehlten Spuren von Schwefel – eine geologische Besonderheit, die den Taal-Vulkan von vielen anderen Feuerbergen unterscheidet.

Geologische Folgen

Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben später, dass sich die Vulkaninsel um drei bis zehn Fuß abgesenkt hatte. Auch Teile des südlichen Ufers des Taal-Sees sanken ab. Der Verlauf des Pansipit-Flusses, des einzigen Abflusses des Sees, wurde durch den Ausbruch dauerhaft verändert.

Historische Bedeutung

Der Ausbruch von 1911 gilt bis heute als einer der tödlichsten Vulkanausbrüche der philippinischen Geschichte. Er prägte nachhaltig das Bewusstsein für die Gefährlichkeit des Taal-Vulkans, der trotz seiner vergleichsweise geringen Höhe zu den aktivsten und unberechenbarsten Vulkanen der Welt zählt.

Quelle:

  1. American Chamber of Commerce of the Philippines Journal, Volume 2, Number 9, September 1922.
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30. Januar 1899 – Gründung des Obersten Gerichtshofs der Philippinen


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Am 30. Januar 1899 wurde in Manila der Supreme Court of the Philippines offiziell organisiert. Damit löste er die spanische Audiencia Territorial de Manila ab, die bis dahin als höchstes Gericht des Landes fungiert hatte und am selben Tag suspendiert wurde.

Zum ersten Präsidenten des Obersten Gerichtshofs ernannte der damalige US-Militärgouverneur General Elwell S. Otis den renommierten Juristen Don Cayetano Arellano, eine Schlüsselfigur der philippinischen Justizgeschichte.

Zusammensetzung des ersten Gerichts

Der neue Supreme Court bestand aus neun Richtern, von denen sechs Filipinos und drei Amerikaner waren. Bemerkenswert ist, dass alle leitenden Positionen – darunter der Gerichtspräsident sowie die Vorsitzenden der Zivil- und Strafkammern – von Filipinos besetzt wurden, die bereits unter der spanischen Kolonialverwaltung als Richter gedient hatten. Auch die Gerichtsanwälte waren ausschließlich Filipinos.

Reform des Justizsystems

Mit der Gründung des Supreme Court wurden tiefgreifende Reformen des Strafverfahrens eingeführt. Das als langsam und ineffizient geltende spanische System wurde abgeschafft und durch ein schnelleres, öffentliches Gerichtsverfahren ersetzt.

Zu den wichtigsten Neuerungen gehörten:

  • Abschaffung von Verfahren ohne vorherige Anklagezustellung
  • Das Recht des Angeklagten, vollständig über die Vorwürfe informiert zu werden
  • Anwesenheits- und Verteidigungsrecht vor Gericht
  • Einführung des Rechts auf Kaution, das zuvor nicht existierte

Diese Reformen führten zu einer spürbaren Entlastung der Gefängnisse in Manila und markierten einen entscheidenden Schritt hin zu einem moderneren und rechtsstaatlichen Justizwesen.

Historische Bedeutung


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Die Gründung des Obersten Gerichtshofs im Jahr 1899 legte den Grundstein für das heutige philippinische Rechtssystem und stellte einen wichtigen Übergang von der kolonialen spanischen Justiz hin zu einer neuen, institutionell geordneten Rechtsprechung dar.

Quellen:

  1. The development of self-government in the Philippine Islands,
    Victoriano Diamonon, Iowa City, Iowa , 1920
  2. Philippine News Agency archives
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31. Januar 1735 – Grundsteinlegung des Ayuntamiento von Manila

Am 31. Januar 1735 legte der spanische Generalgouverneur Fernando Valdés y Tamón den Grundstein für das Ayuntamiento von Manila. Der Bau wurde 1738 fertiggestellt und entwickelte sich rasch zu einem der bedeutendsten öffentlichen Gebäude der spanischen Kolonialzeit auf den Philippinen.


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Das politische Herz Intramuros’

Das Ayuntamiento – der Begriff bedeutet Rathaus oder Stadtrat – befand sich im Nordosten der Plaza de McKinley (heute Plaza Roma) in Intramuros, der ummauerten Altstadt Manilas. Das zweigeschossige, nahezu quadratische Gebäude aus Stein nahm eine Fläche von rund 6.000 Quadratmetern ein und war im europäischen Baustil errichtet.

In der spanischen Zeit war das Gebäude auch als Cabildo bekannt, wovon sich der heutige Straßenname Calle Cabildo ableitet. Hier tagte der Stadtrat, fanden große Empfänge, Bälle und offizielle Feiern statt, und von den Balkonen aus verfolgte die Elite die Fiestas zur Ankunft neuer Generalgouverneure oder Erzbischöfe.

Zerstörung, Wiederaufbau und Umbauten

Ein schweres Erdbeben am 3. Juni 1863 beschädigte das Gebäude massiv und brachte den markanten Uhrturm zum Einsturz. Erst Jahre später wurden neue Baupläne umgesetzt, die vom Ingenieur Eduardo López Navarro entworfen wurden. Diese Fassade des Gebäudes bestand bis zu seiner endgültigen Zerstörung im Jahr 1945 während der schweren Bombardierung Manilas im Zweiten Weltkrieg.

Zentrum der Macht – spanisch, amerikanisch, philippinisch

Das Ayuntamiento war über Jahrhunderte hinweg ein Zentrum politischer Macht:

  • US-General Wesley Merritt nutzte es 1898 als Hauptquartier
  • Auch die amerikanischen Militärgouverneure Otis und MacArthur hatten hier ihre Büros
  • Später arbeiteten hier zivile Gouverneure wie William Howard Taft, Francis Burton Harrison und andere

Hier wurden die ersten amerikanischen Gesetze für die Philippinen, militärische Anordnungen sowie die Beschlüsse der Philippine Commission erlassen.

Auch Sergio Osmeña, später Präsident der Philippinen, hatte hier lange sein Büro – sowohl als Sprecher der Philippine Assembly als auch später des House of Representatives, dessen Sitzungen im prunkvollen Marble Hall stattfanden.

Historische Bedeutung

Bis zu seiner Zerstörung galt das Ayuntamiento als eines der prächtigsten öffentlichen Gebäude der Philippinen und wäre ideal für ein Museum für Kunst und Geschichte gewesen. Heute lebt seine Bedeutung vor allem in der Geschichte Intramuros’ weiter – als Symbol kolonialer Verwaltung, politischer Macht und der frühen Entwicklung philippinischer Selbstverwaltung.

Quelle:
American Chamber of Commerce of the Philippines, Volume 9, Number 10, October 1929

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1. Februar 1663 – Geburt von Mutter Ignacia del Espíritu Santo

Am 1. Februar 1663 wurde Ignacia del Espíritu Santo, später bekannt als Mutter Ignacia, in Binondo, Manila, geboren. Sie gilt als eine der bedeutendsten religiösen Persönlichkeiten der philippinischen Geschichte und als Gründerin der ersten einheimischen weiblichen Ordensgemeinschaft der Philippinen, der Religiosas de la Beata Virgen Maria (RVM).

Frühes Leben und Berufung

Ignacia war die Tochter einer Filipina und eines christlichen chinesischen Einwanderers aus Xiamen. Über ihr genaues Geburtsdatum existiert kein amtlicher Nachweis; erhalten ist lediglich ihr Taufeintrag vom 4. März 1663. Die Überlieferung nennt jedoch den 1. Februar 1663 als ihren Geburtstag.

Mit 21 Jahren suchte sie geistlichen Rat bei dem Jesuiten Pater Pablo Clain, der sie durch die Geistlichen Übungen des heiligen Ignatius von Loyola führte. In dieser Zeit reifte ihr Entschluss, ein Leben des Gebets, der Arbeit und des Dienstes an Gott zu führen.


Bildnachweis: https://www.jesuits.org/

Gründung einer einzigartigen Gemeinschaft

Zur damaligen Zeit waren Ordensgemeinschaften in den Philippinen ausschließlich Frauen spanischer Abstammung vorbehalten. Ignacia widersetzte sich dieser Praxis und begann ein einfaches, unabhängiges religiöses Leben. Bald schlossen sich ihr andere einheimische Frauen an. So entstand die Gemeinschaft der Beatas de la Compañía de Jesús, aus der später die RVM-Kongregation hervorging.

Die Gemeinschaft lebte von eigener Arbeit, praktizierte Demut und stellte den leidenden Christus in den Mittelpunkt ihrer Spiritualität.

Kirchliche Anerkennung

Nach über 40 Jahren religiösen Wirkens verfasste Mutter Ignacia 1726 die Ordensregeln. Die kirchliche Genehmigung erfolgte 1732. Im Alter von 69 Jahren trat sie als Oberin zurück und lebte bis zu ihrem Tod am 10. September 1748 als einfaches Ordensmitglied.

Die volle päpstliche Anerkennung der von ihr gegründeten Kongregation erfolgte schrittweise zwischen 1907 und 1948, womit sie den Status eines Ordens päpstlichen Rechts erhielt.

Vermächtnis

Mutter Ignacia wurde am 6. Juli 2007 von Papst Benedikt XVI. als Ehrwürdige Dienerin Gottes (Venerable) anerkannt. Ihr Orden wirkt bis heute in Bildung, Sozialarbeit und Seelsorge.


Bildnachweis: https://pintakasi1521.blogspot.com/

Aus ihrer Initiative entstand auch das Colegio del Beaterio, heute bekannt als St. Mary’s College in Quezon City. Eine der Hauptstraßen dort trägt ihren Namen – ein stilles Zeichen für ein Leben, das aus Bescheidenheit heraus Geschichte schrieb.

Quellen:

  1. Mother Ignacia Official Website, [http://motherignacia.info](https://kahimyang.com/articles/3002/(http://motherignacia.info/index.cfm?fa=page.biography&menu_id=d794939f-57c2-4f09-a219-5c938b23bfd0)
  2. Ignacia del Espíritu Santo - Wikipedia, https://en.wikipedia.org
  3. Mother Ignacia Del Espiritu Santo and Her Legacy, Mother Ignacia Del Espiritu Santo and Her Legacy – St. Mary’s Academy of Pasay City, Inc.
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1. Februar 1904 – Luke E. Wright wird Civil Governor der Philippinen

Mit der Amtseinführung von Luke Edward Wright am 1. Februar 1904 begann eine neue Phase der amerikanischen Kolonialverwaltung auf den Philippinen. In einer Zeremonie im Ayuntamiento von Manila übernahm Wright das Amt von William Howard Taft, der nach Washington als US-Kriegsminister zurückkehrte. Wrights Regierungsstil markierte einen klaren Bruch mit Tafts eher versöhnlicher Rhetorik gegenüber der philippinischen Elite.


Bildnachweis: https://x.com/

Wright, geboren 1846 in Tennessee und ausgebildeter Jurist, hatte zuvor bereits als Mitglied der Second Philippine Commission und als Vizegouverneur gedient. Seine Erfahrungen aus Militärdienst, Verwaltung und öffentlicher Gesundheit prägten einen nüchternen, pragmatischen Führungsstil. Im Gegensatz zu Taft legte er wenig Wert auf politische Beschwichtigungen und setzte stattdessen auf wirtschaftliche Entwicklung, Infrastruktur und administrative Effizienz.

Zentral für Wrights Politik war das Schlagwort „Equal opportunities to all“. Gemeint war damit die Öffnung der philippinischen Wirtschaft für amerikanische und internationale Investoren ohne besondere Schutzmechanismen für einheimische Akteure. Während dies den Zufluss von Kapital förderte, stieß die Politik bei vielen Filipinos auf Skepsis, da sie die ungleichen Ausgangsbedingungen offenlegte.

Unter Wrights Führung wurden entscheidende Modernisierungsprojekte vorangetrieben:

  • der Ausbau des Hafens von Manila mit Wellenbrecher, Tiefwasserpiers und moderner Hafeninfrastruktur,
  • die Förderung des Eisenbahnbaus auf Luzon,
  • Verbesserungen in der Wasserversorgung und öffentlichen Gesundheit,
  • sowie die Entwicklung von Baguio als Sommerhauptstadt, inklusive des heutigen Wright Park.

Am 6. Februar 1905 erhielt Wright durch den Cooper Act den neuen Titel Governor-General – als erster Amerikaner in dieser Funktion. Damit wurde die US-Herrschaft institutionell gefestigt und langfristig angelegt.

Politisch blieb seine Amtszeit jedoch umstritten. Der nüchterne, direkte Stil Wrights führte zu Spannungen mit der philippinischen Elite und zur Distanzierung selbst von proamerikanischen Kräften. Gleichzeitig hielten regionale Unruhen und der Widerstand ehemaliger Revolutionäre an.

Wright verließ die Philippinen 1906 und übernahm später wichtige Posten als US-Botschafter in Japan sowie als US-Kriegsminister. In den Philippinen bleibt er vor allem als Architekt der modernen Infrastruktur in Erinnerung. Sein Erbe ist sichtbar – von Manila Harbor bis Baguio – auch wenn seine Politik den Übergang von wohlwollender Rhetorik zu nüchterner kolonialer Realität markierte.

Quellen:

  1. The American Occupation of the Philippines: 1898-1912 - https://www.gutenberg.org
  2. Luke Wright papers, 1883-1911 (majority within 1900-1906) - University of Michigan Special Collections Research Center - https://findingaids.lib.umich.edu
  3. Luke Edward Wright - Wikipedia
  4. Luke Wright (1908-1909) | Miller Center - https://millercenter.org
  5. Colonial Pathologies: American Tropical Medicine, Race, and Hygiene in the Philippines - https://s3.us-west-1.wasabisys.com
  6. Taft Commission - Wikipedia
  7. Roosevelt and Taft in the Philippines, 1900-1904 (Chapter 3) - William Howard Taft - https://www.cambridge.org
  8. The Philippine-American War, 1899-1902 - Milestones in the History of U.S. Foreign Relations - Office of the Historian - https://history.state.gov
  9. Philippine-American War | Facts, History, & Significance - https://www.britannica.com
  10. American Governors - TOA - https://www.scribd.com
  11. History of the Philippines (1898-1946) - Wikipedia Opens in a new window
  12. Wright Park, Pacdal, Baguio City - https://baguiohouse.com
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2. Februar 1882 – Geburt von Juan B. Alegre in Sorsogon

Am 2. Februar 1882 wurde Juan Bautista Alegre y Levantino in Casiguran, Sorsogon, geboren. Er entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Unternehmer und Politiker seiner Zeit und zählte zu den wohlhabendsten Filipinos der frühen amerikanischen Kolonialperiode.


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Nach seiner Ausbildung auf den Philippinen studierte Alegre ab 1903 an der Yale University in den USA. Sein Studium an der Yale Law School musste er jedoch abbrechen, um nach dem Tod seines Vaters die umfangreichen Abaca-Plantagen und Geschäftsinteressen der Familie zu übernehmen.

Alegre verband wirtschaftlichen Einfluss mit politischem Engagement. Er war Präsident der Chamber of Commerce of the Philippine Islands (1920–1921), Mitfinanzier der Zeitung Philippines Herald und spielte eine aktive Rolle in der Unabhängigkeitsbewegung. 1919 gehörte er zur ersten philippinischen Unabhängigkeitsmission nach Washington, D.C., später war er Sekretär der Nationalen Unabhängigkeitskommission und Mitglied des Philippine Independence Congress von 1930.

1922 wurde Juan B. Alegre in den philippinischen Senat gewählt, dem er bis zu seinem Tod 1931 angehörte. Politisch war er zunächst Mitglied der Nacionalista Party, später der Democrata Party.

Juan B. Alegre starb am 14. Juni 1931 in Manila an den Folgen eines Magengeschwürs. Sein Name lebt bis heute weiter: Eine Straße nahe dem Provincial Capitol von Sorsogon City wurde ihm zu Ehren benannt.

Quelle:

  1. Compiled from online open sources including Wikipedia
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2. Februar 1899 – Gründung der Nationalen Bürgerarmee der Malolos-Republik

Am 2. Februar 1899 wurde unter der Ersten Philippinischen Republik (Malolos-Republik) die Nationale Bürgerarmee gegründet – der direkte Vorläufer der heutigen Armed Forces of the Philippines (AFP). Die Gründung erfolgte nur zehn Tage nach der Verkündung der Malolos-Verfassung und lediglich zwei Tage vor dem Ausbruch des Philippinisch-Amerikanischen Krieges am 4. Februar 1899.

Mit der Nationalen Bürgerarmee vollzog die junge Republik den Übergang von einer revolutionären Bewegung zu einer verfassungsmäßig legitimierten Staatsarmee. Ausgehend vom Katipunan und der Revolutionsarmee wurde erstmals eine reguläre Streitkraft mit klarer Befehlskette, festgelegten Rängen und klassischen Waffengattungen wie Infanterie, Artillerie und Kavallerie geschaffen.

Zu den zentralen Militärfiguren zählten General Artemio Ricarte, der als „Vater der philippinischen Armee“ gilt, sowie General Antonio Luna, der ab Januar 1899 als Oberbefehlshaber fungierte. Luna versuchte, trotz großer materieller Unterlegenheit gegenüber den US-Truppen, eine disziplinierte und strategisch geführte Armee aufzubauen.

Die Nationale Bürgerarmee umfasste schätzungsweise 15.000 bis 40.000 Soldaten, litt jedoch unter gravierendem Mangel an modernen Waffen und Munition. Dennoch leistete sie in der Anfangsphase des Krieges erheblichen Widerstand. Nach der Einnahme von Malolos durch US-Truppen im März 1899 und der Ermordung General Lunas im Juni desselben Jahres zerfiel die konventionelle Heeresstruktur.

Im November 1899 ordnete Präsident Emilio Aguinaldo den Übergang zum Guerillakrieg an. Damit endete die kurze Existenz der Nationalen Bürgerarmee als reguläre Streitkraft, ihr historisches Erbe jedoch blieb bestehen.

Die am 2. Februar 1899 gegründete Armee markiert den ersten verfassungsmäßigen Militärverband eines unabhängigen philippinischen Staates und bildet die historische Grundlage der heutigen Armed Forces of the Philippines.

Quellen:

  1. Brief History - Armed Forces of the Philippines - https://www.afp.mil.ph
  2. The Malolos Congress and the First Philippine Republic - https://independenceday.ph
  3. First Philippine Republic - Wikipedia
  4. Katipunan - Wikipedia
  5. Tejeros Convention - Wikipedia
  6. Artemio Ricarte - Wikipedia
  7. Philippine Revolutionary Army - Wikipedia
  8. Antonio Luna: The Hero Who Was Killed by the Flag He Defended - Filipino power struggle during the Philippine-American War - https://usa.inquirer.net
  9. Filipino uniforms (1896-1902). Katipunan and Republican Army - https://www.1898miniaturas.com
  10. Timeline of the Philippine–American War - Wikipedia
  11. Philippine-American War - Britannica Encyclopedia,
  12. Emilio Aguinaldo - Wikipedia
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3. Februar 1927 – Geburt von Blas F. Ople, einer Schlüsselfigur der philippinischen Politik

Am 3. Februar 1927 wurde Blas Fajardo Ople in Hagonoy, Bulacan, geboren. Er zählt zu den einflussreichsten Politikern der Philippinen des 20. Jahrhunderts und prägte über mehrere Jahrzehnte sowohl die Exekutive als auch die Legislative des Landes.


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Ople wuchs unter einfachen Verhältnissen auf. Schon früh arbeitete er als Landarbeiter, Fischer und Hafenarbeiter, um seine schwache Gesundheit und schwierigen Lebensumstände zu überwinden. Während des Zweiten Weltkriegs schloss er sich im Alter von nur 17 Jahren der antijapanischen Guerillabewegung an und diente als Leutnant im Del-Pilar-Regiment in Bulacan.

Nach dem Krieg setzte er seine Ausbildung fort und fand über den Journalismus – unter anderem als Redakteur der Manila Times–Daily Mirror – den Weg in die Politik. Seine journalistische Arbeit schärfte seinen Blick für soziale Fragen und politische Reformen.

Seine prägendste Rolle spielte Ople als Secretary (später Minister) of Labor and Employment, ein Amt, das er insgesamt 19 Jahre lang innehatte. In dieser Funktion war er einer der Hauptautoren des Labor Code of the Philippines, der bis heute das Fundament des philippinischen Arbeitsrechts bildet.

Darüber hinaus war Ople Abgeordneter, Mitglied der Verfassungskommission von 1986, Senator (1992–2002) sowie Senatspräsident (1999–2000). In den letzten Jahren seines Lebens diente er als Außenminister der Philippinen.


Bildnachweis: https://www.aljazeera.com/

Blas F. Ople starb am 14. Dezember 2003 an den Folgen eines Herzinfarkts während einer Auslandsreise. Sein politisches Vermächtnis – insbesondere im Bereich des Arbeits- und Sozialrechts – wirkt bis heute fort und begründet seinen Ruf als eine der tragenden Säulen der philippinischen Politik.

Quellen:

  1. The remarkable life of Blas F. Ople, Philippines Graphic, https://philippinesgraphic.com.ph
  2. The enduring legacy of Blas F. Ople, The ManilaTimes, https://www.manilatimes.net
  3. Blas Ople - Wikipedia. Blas Ople - Wikipedia
  4. Blas Ople, Detailed Pedia, https://www.detailedpedia.com
  5. Biography of Senate President Ople, Senate of the Philippine, shttps://legacy.senate.gov.ph
  6. Blas Ople, Philippine secretary, dies at 76, The New York Times, https://www.nytimes.com
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3. Februar 1945 – Befreiung der Kriegsgefangenen in Manila

Am 3. Februar 1945 befreiten amerikanische Truppen fast 4.000 Kriegsgefangene aus dem Internierungslager der University of Santo Tomas (UST) in Manila. Diese Aktion markierte einen entscheidenden Wendepunkt bei der Rückeroberung der Philippinen und leitete das Ende der japanischen Besatzung der Hauptstadt ein.


Bildnachweis: https://info.mysticstamp.com/

Die anschließende Schlacht um Manila, die bis zum 3. März 1945 andauerte, verwandelte die Stadt in ein Trümmerfeld. In den letzten Wochen der Kämpfe verübten japanische Einheiten schwere Gräueltaten an der Zivilbevölkerung – Ereignisse, die später als Manila-Massaker bekannt wurden.

Schätzungen zufolge kamen rund 100.000 philippinische Zivilisten ums Leben, sowohl durch gezielte Gewaltakte als auch durch Artillerie- und Luftangriffe während der Befreiung. Etwa 12.000 japanische Soldaten fielen in den Kämpfen, überwiegend Angehörige der japanischen Manila-Verteidigungskräfte.

Nach der Sicherung von Intramuros am 4. März 1945 galt Manila offiziell als befreit. Noch vor dem Ende der Kampfhandlungen erklärte General Douglas MacArthur im Malacañang-Palast vor führenden philippinischen Persönlichkeiten die Wiederherstellung des Commonwealth der Philippinen. In seiner Ansprache sagte er den berühmten Satz:
„My country kept the faith.“


Bildnachweis: https://www.theurbanroamer.com/

Zum Gedenken an die Opfer der Zerstörung wurde am 18. Februar 1995 das Shrine of Freedom, auch bekannt als Memorare Manila Monument, in Intramuros errichtet.

Quelle:

  1. Philippine News Agency archives
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