Salinta Monon, die letzte Bagobo-Weberin, wurde am 12. Dezember 1920 in Bansalan im Süden der philippinischen Insel Mindanao geboren
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Salinta Monon war eine philippinische Textilweberin. Sie wurde 1998 mit dem „National Living Treasures Award“ ausgezeichnet. Sie war bekannt für ihre Bagobo-Tagabawa-Textilien und wurde als „letzte Bagobo-Weberin“ bezeichnet.
Frühes Leben und Hintergrund
Monon wurde am 12. Dezember 1920 in Bituag, Bansalan, Davao del Sur, geboren. Schon als Kind beobachtete sie ihre Mutter beim Weben von „Ikat“, einem traditionellen Abaca-Stoff. Im Alter von zwölf Jahren fragte sie ihre Mutter, wie der Webstuhl bedient wird, und erlernte innerhalb weniger Monate das Weben.
Meisterschaft und Kunstfertigkeit
Monon war für die Qualität ihrer Arbeit und die Feinheiten ihrer Designs bekannt. Sie beherrschte eines der schwierigsten und beliebtesten Designs, das „Binuwaya“ oder Krokodil. Ihre Akribie beim Weben ermöglichte es ihr, die Designs und die Weberin eines bestimmten Stücks auf einen Blick zu erkennen.
Innerhalb eines Monats konnte sie einen Stoff weben, der für einen einzigen Abaca-Schlauchrock mit den Maßen 3,5 x 0,42 Meter reichte. Laut der in New York ansässigen Anthropologin Cherry Quizon lassen sich die Ursprünge von Monons Design bis in die 1910er-Jahre zurückverfolgen.
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Anerkennung und Vermächtnis
Salinta Monon wurde 1998 mit dem „National Living Treasures Award” ausgezeichnet. Nach der Preisverleihung half sie beim Aufbau der School of Living Tradition in Bansalan, Davao del Sur, wo sie die Kunst des Webens an die jüngeren Generationen ihrer Gemeinde weitergab.
In Anerkennung ihres unermüdlichen Engagements für ihr Handwerk rief Präsident Rodrigo Duterte ab dem 12. Dezember 2021 ein einjähriges Festprogramm unter dem Namen „Centennial Year of Salinta Monon“ zu ihren Ehren aus.
Der National Living Treasures Award, auch Gawad sa Manlilikha ng Bayan (GAMABA) genannt, ist eine prestigeträchtige Auszeichnung der philippinischen Regierung. Sie würdigt Einzelpersonen oder Künstlergruppen für ihren bedeutenden Beitrag zum immateriellen Kulturerbe des Landes.
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Die Auszeichnung wurde 1992 durch das Republikgesetz Nr. 7355 institutionalisiert. Die Nationale Kommission für Kultur und Kunst, das höchste politische und koordinierende Gremium der Philippinen für Kultur und Kunst, ist für die Umsetzung und Vergabe zuständig.*
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Um für die Auszeichnung berücksichtigt zu werden, muss ein Kandidat bzw. eine Kandidatin folgende Voraussetzungen erfüllen:*
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Angehörigkeit einer indigenen/traditionellen Kulturgemeinschaft auf den Philippinen, die indigene Bräuche, Glaubensvorstellungen, Rituale und Traditionen bewahrt hat.*
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Zudem muss er oder sie in einer Volkskunsttradition tätig sein, die seit mindestens 50 Jahren besteht und dokumentiert ist.*
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Der Kandidat muss über einen längeren Zeitraum hinweg beständig Werke von herausragender und unverwechselbarer Qualität geschaffen haben.*
Sie beherrschen die für ihre Kunst benötigten Werkzeuge und Materialien, genießen in der Kunstszene einen etablierten Ruf als Meister bzw. Schöpfer von Werken außergewöhnlicher technischer Qualität und haben ihre Fertigkeiten in der traditionellen Volkskunst, für die die Gemeinschaft bekannt ist, an andere Mitglieder der Gemeinschaft weitergegeben bzw. werden dies in Zukunft tun. -
Sie haben ihre Fertigkeiten in der traditionellen Volkskunst, für die die Gemeinschaft bekannt ist, an andere Mitglieder der Gemeinschaft weitergegeben bzw. werden dies in Zukunft tun.*
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Mit der Auszeichnung soll die künstlerische Tradition einer Gemeinschaft wiederbelebt und damit ein wertvoller Aspekt der philippinischen Kultur geschützt werden. Sie identifiziert qualifizierte traditionelle und volkstümliche Künstler und unterstützt die Weitergabe ihrer Fertigkeiten an die Gemeinschaft. Zudem schafft sie Möglichkeiten, ihre Werke lokal und international bekannt zu machen.*
Privatleben
Anton Monon, eine Bäuerin, und ihr Ehemann mussten ihrem Vater, Datu Bansalan Barra, einen hohen Brautpreis zahlen, um die Erlaubnis zur Heirat zu erhalten, da sie aufgrund ihres hohen Ansehens als Weberin sehr begehrt war. Die beiden heirateten am 4. Juli 1946 und bekamen sechs Kinder.
Nach dem Tod ihres Mannes in den 1970er Jahren musste Salinta Monon den elterlichen Bauernhof bewirtschaften.
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Fazit: Durch Salinta Monons Engagement für den Erhalt und die Weitergabe der Bagobo-Tagabawa-Webkunst bleibt dieser wichtige Aspekt der philippinischen Kultur weiterhin lebendig. Sie ist für viele ein Vorbild und verkörpert Kreativität, Widerstandsfähigkeit und den Geist der Kulturerhaltung.
Salinta Monon starb am 4. Juni 2009 im Alter von 88 Jahren.
Quellen:
- Manlilikha ng Bayan Salinta Monon, National Museum, https://www.nationalmuseum.gov.ph/
- Salinta Monon, Wikipedia
- National Living Treasures Award - The Philippines Today, https://thephilippinestoday.com/






















