Strandgrundstück am Pazifik, was passieren kann

Vor einiger Zeit hatten wir hier das Thema „Strand Grundstück“, es ging auch um das Pro und Contra von Strandgrundstücken. Ich wollte dazu ein paar Zeilen los werden, darüber was passieren kann, wenn’s richtig blöd läuft.

Wir hatten 2001 ein Strandgrundstück im Brgy. Lalawigan, Borongan City in Eastern Samar gekauft. Der Barangay liegt ca. 7 km südlich des Zentrums. Das Grundstück ist nicht sonderlich groß, aber für uns ausreichend und liegt am Pazifik, Straße verläuft hinter dem Grundstück, Erreichbarkeit also problemlos. Der Strand der vor dem Grundstück ist geschätzt ca. 3 Kilometer lang. Bräunlicher Sand, extrem fein. Vor Lalawigan liegen die Inseln Divinubo, Ando und Monbon.

Es standen zur Zeit des Kaufs Kokospalmen auf dem Grundstück, diese ließen wir bis auf Wenige fällen. Wir pflanzten ein paar Mahoganys, Talisay und jeweils einen Rimas und einen Raintree (oft Acacia genannt). Beides wunderschöne Bäume. Diese haben nach 25 Jahren eine stattliche Größe erreicht.

Ich war das letzte Mal 2017 an unserem Grundstück, meine Frau das letzte Mal vor 3 Jahren. Wir hörten im letzten Jahr, dass DPWH im Jahr 2024 mit dem Bau einer Seawall begonnen hätte. Als ich letzten Dezember in Borongan ankam, fuhr ich mit etwas gemischten Gefühlen nach Lalawigan, nicht wissend was mich erwarten würde. Als ich an unserem Grundstück ankam, traf mich fast der Schlag. Man hatte den halben Strand auf links gedreht und eine mächtige Mauer direkt auf den Strand gebaut. Die Mauer blockiert nicht nur den Blick aufs Meer, sondern auch den Zugang zum Strand. Die Mauer ist so hoch, dass der (Rest-) Strand kaum mehr erreichbar ist. An einer Stelle gibt es eine Treppe, über die man auf die Mauer gelangt. Von oben mal kurz zum Strand zu kommen ist kaum möglich. Runter evtl. schon, zurück wird es dann schwierig. Ich muss zugeben dass ich fast Tränen in den Augen hatte.

Ein paar Grundstücke weiter befindet sich ein Hotel. Dieses steht, wie auch ein weiteres Haus in der Nachbarschaft, zum Verkauf. Aber wer kauft ein Strandhotel, wenn man von diesem nicht zum Strand kommt?

Meine Recherche ergab, dass das Projekt 890.000.000,-- Peso kosten soll. Ich behaupte, dass es keinerlei Notwendigkeit für diese Mauer gab und dass man hier ein Bauunternehmen gezielt mit einem großen Auftrag versorgt hat. Der Auftrag kam direkt vom Regional DPWH Office in Tacloban.

Wir haben fürs Erste alle Überlegungen dort irgendetwas zu Bauen eingestellt. Was wir nun mit dem Grundstück machen wissen wir noch nicht.

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Da wird man kaum anders denken können und ein großer Teil der Baukosten wird wohl als Kickback zurückgekommen sein.

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Was man nicht behaupten kann, dass es sich hier um ein „Ghost Project“ handeln würde. Was mir in diesem Fall aber lieber gewesen wäre.

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Auweia - die Bilder von vorher und nun - das tut schon weh.
Generell ist ja eine Seawall an vielen Stellen nützlich. Aber hier war es wohl einfach eine unnötige Moneygenerierung

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In Eastern Samar und auch teilweise in Leyte sieht man einige solcher Baustellen, teils nicht in Form einer Mauer sondern mit diesen Beton-Wellenbrechern (siehe letztes Bild). Auch nicht schöner.

Wirklich schade Wumk.
Das Schicksal wird noch viele Strandgrundstücke auf den Phils ereilen.

Das ist zu befürchten. Küstenschutz ist zugegeben nicht unwichtig. Mangroven wurden weiträumig abgeholzt- Diese sind aber der beste Küstenschutz.

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Es gibt noch eine andere Sichtweise, die dich vielleicht etwas beruhigt.
Stelle dir mal vor, du hättest da schon das Haus errichtet und es wäre dann erst der Küstenschutz gebaut worden.
Dein Verlust wäre noch wesentlich höher.
Also kann man auch sagen, nochmal Glück gehabt.

Soll heißen: „Immer positiv denken“, das tue ich meistens auch. Das war aber trotzdem ein harter Schlag für mich. Meine Frau wird sich das Ganze Anfang März anschauen. Ich habe sie schon vorgewarnt.

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Meine Frau war gestern vor Ort, sie hat es mit Fassung getragen. Man hat noch ertwas weiter gebaut.

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Am Rande etwas dazu, wie wenig sich manche Grundstücksbesitzer um Grenzabstände kümmern. In der Mitte ist unser Grundstück. Die vorderen Palmen stehen noch auf Public Land. Die von mir rot markierten Bereiche stehen alle auf öffentlichem Land, sind also illegal. Hat nie eine Sau interessiert. Da jetzt die Seawall davor steht, kann die Stadt da sowieso nichts mehr mit anfangen. Ich betrachte das dann erstmal als Grundstückserweiterung. Sozusagen als Ausgleich für das, was sie mit der Seawall angerichtet haben. Dann hätten wir ca. 150 qm mehr.

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Furchtbar.

Sieht teilweise wie die Panzersperren am Westwall aus… :scream:

Ich erwarte eigentlich immer, dass sie mit der sehr besonderen Mischung aus Unwissenheit, Gier und Armut alles immer so „gut“ verschandeln wie es nur geht… :grimacing:

Dann ist die Überraschung und Freunde umso grösser, wenn es dann doch besser kommt. :hugs:

Gier ist das Stichwort. Ich hatte es weiter oben schon geschrieben, die Auftragssumme soll satte 890.000.000,-- Peso betragen. Ein gewaltiger Betrag. Ich fage mich, wieviele Millionen an DPWH Mitarbeiter und Politiker gegangen sind. Offiziell hat der Bürgermeister versucht, sich gegen den Bau zu wehren. Wer’s glaubt…

Ich hatte überlegt, ob wir uns von dem Grundstück trennen. Was nach dem Bau der Mauer noch rauszuholen wäre, weiß ich nicht. Die Nachbarn zwei Grundstücke weiter wollen verkaufen, das Hotel in der Nähe steht auch zum Verkauf. Nur, wer kauft ein Strandhotel ohne Zugang zum Strand? Meine Frau möchte das Grundstück behalten, so sei es.

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