Die Philippinen gehören zu den weltweiten Epizentren der Plastikkrise. Auf dem Inselstaat mit über 7.000 Inseln fallen jährlich mehr als 2,7 Millionen Tonnen Plastikmüll an. Davon gelangen schätzungsweise 20 Prozent direkt in Flüsse und Meere.
Eine Hauptursache ist das Sachet-System: Kleine Einwegverpackungen für Produkte wie Shampoo oder Kaffee ermöglichen Einkommensschwachen den Kauf geringer Mengen in lokalen Sari-Sari-Stores. Laut Weltbank werden täglich rund 163 Millionen dieser Sachets verbraucht. Aufnahmen aus Mindanao zeigen, wie tief der Müll in den Alltag integriert ist und wie eng das Problem mit Armut, Infrastruktur und Konsum zusammenhängt.
In Städten wie Metro Manila, Cagayan de Oro, Cebu City und Baguio überfordert der steigende Konsum die Entsorgungssysteme. Der durch Metro Manila fließende Pasig River schwemmt jährlich fast 39.000 Tonnen Plastik ins Meer. An einer einzigen Pumpstation müssen täglich zwei Tonnen Abfall entfernt werden. Überschwemmungen während der Regenzeit verschärfen die Lage zusätzlich.
In ländlichen Regionen fehlt oft jegliche Abfallentsorgung, weshalb Müll verbrannt, vergraben oder in der Natur entsorgt wird. Zwar sammeln Tausende Müllsammler im informellen Sektor Wertstoffe, doch mehrschichtige Sachets besitzen keinen Marktwert und werden kaum recycelt (2019 wurden nur etwa 28 Prozent der wichtigsten Kunststoffe wiederverwertet).
Die Regierung versucht mit Gesetzen zur erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility) gegenzusteuern. Auch Bürgerinitiativen und Gemeinden engagieren sich in Recyclingprojekten. Dennoch übersteigt der stetig wachsende Müllberg die bestehenden Entsorgungs- und Recyclingkapazitäten weiterhin deutlich.
Ja leider eines der größeren Probleme hier. Um Marias Sari-Sari-Store sah es immer verheerend aus - die Leute kauften was (wie den Softdrink in die Plastiktüte umgefüllt) oder einen Snack und während sie zurück zu ihrem Haus liefen, wird irgendwo das Plastik fallen gelassen, auch teilweise direkt noch vor dem Store. Auch der aufgestellte Mülleimer hilft da nicht viel.
In der Zwischenzeit einwenig besser geworden - da ist nämlich nun so ein verrückter Ausländer, der die Leute darauf anspricht und sagt, das er das nicht mehr sehen will - lach.
Vor dem Laden hat es sich nun verbessert, kaum noch weggeworfener Müll, aber nach 20-30 Metern fängt es dann schon wieder an. Sie wissen wohl das ich beim Laden allergisch reagiere, aber nach ein paar Metern ist das ja nicht mehr mein „Hoheitsgebiet“.
Es gibt einfach kein Bewusstsein dafür und wenn die Eltern es vormachen, wie sollen die Kinder es dann lernen.
Wir haben ca. zwei Jahre direkt gegenüber der Dorfschule gewohnt und dabei beobachtet, wie jeden Morgen, vor dem Flaggenaufzug & dem Singen der Nationalhymne, die Knirpse aufgefordert wurden, Pastik- und Papierfetzen zu sammeln, was sie auch pflichtbewusst und mit Eifer getan hatten. - Nur: Zwei Stunden später in der Pause jeden Tag das gleiche Bild. Nachdem der mitgebrachte Baon verspeist, das Coca-Cola aus der Plastiktüte getrunken waren, wurde der Müll achtlos weggeworfen und es sah wieder so aus, wie zuvor
Ich denke das kennt jeder hier, der die Philippinen kennt.
Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass Filipinos an zugemüllten Stränden ihre Freizeit verbringen und überhaupt kein Problem damit haben, zwischen dem ganzen Müll zu sitzen. Irgendwie scheint es da eine „andere“ Wahrnehmung zu geben.
Als wir zur Jahrtausenwende auf den Philippinen lebten, war es in der Schule der Kids immer wieder Thema, dass Abfälle vernünftig entorgt werden sollen. Irgendwie geht das in viele Hirne nicht hinein.