Jeder handhabt das anders. Hier eine kurze Story, wie wir, meine Frau und ich das handhaben mit Geld ausleihen in den Philippinen.
Als Basis ist wichtig zu Wissen, dass meine Frau 15 Jahre in der Schweiz gearbeitet hat. Und das nicht schlecht bezahlt. Sie hatte ihr eigenes Budget und ist damit, mit meiner bescheidenen hilfe zuerst, sehr verantwortungsvoll umgegangen. Es war eine sehr sehr gute Schule, wie man mit finanzen umgeht. Und diese Schule zeichnet Sie auch jetzt noch aus, hier in den PH.
Nun, wie ihr sicher wisst, hatten wir 2022 unser grosses Bauprojekt in Angriff genommen hier in Angeles.
Hier der Blogartikel
Zum eigentlichen Thema:
Kurz nach Baubeginn kamen etliche Verwandte und bekannte, und auch unbekannte, die nach Geld fragten. Meine Antwort war schon klar, bevor sie Ausgeredet haben. Unterstüzt von meiner Lieben Frau!
Kürzlich haben wir wieder ein kleines Bauprojekt zur erweiterung der Appartmentanlage gestartet. Ratet mal, was da jetzt wieder von vorne losgeht?
Wir werden nie, auch nicht nahen Verwandten, irgendwelche Geldbeträge geben. Es ist in den PH eine Unsitte, wie der Reiche foreigner zu melken versucht wird. Mit dem Wissen, dass das geborgte nie zurückgegeben werden muss.
Und ich kann mich da voll auf meine Frau verlassen mit ihrerm Wissen, wie mit finanzen umzugehen ist.
Bei offensichtlicher Not, Kinder haben nicht zu essen, Krankheit mit Ausfall des Ernährers u.ä. leihen wir kleinere Beträge an enge Verwandte.
Uns ist klar, dass der Begriff leihen übersetzt schenken heißt.
Trotzdem erzeugt es eine Art Schuld, die, so hoffe ich insgeheim, irgendwann Rendite bringt, und sei es vor dem jüngsten Gericht.
Geld für die Erfüllung von Konsumwünschen gibt es nicht.
Wir achten drauf, dass jeder genau mitkriegen, wer welchen Betrag bekommt und wer mal was zurück gibt.
Damit nutzen wir Scham, Konkurrenz und die Ausrede, bereits gegeben zu haben aus.
Alles zusammen überschlagen sind es wohl noch deutlich unter 1 Mio P in nun 34 Jahren.
Damit kann ich leben.
Meine Frau hat vor 25 Jahren ein Mal einen Kleinbetrag verliehen (irgendwas um 3000,-- Peso). Das Geld zurück zu bekommen, war ein ziemlicher Kampf. Danach wurde nichts mehr ohne Sicherheit verliehen. Vor ca. 20 Jahren verlieh meine Frau noch einmal Geld, allerdings mit Vertrag und Sicherheit. Das Geld wurde innerhalb der vereinbarten Zeit nicht zurück gezahlt, somit hat meine Frau jetzt ein Grundstück mehr. Sowas macht natürlich nur Sinn, wenn man ohnehin Interesse an einem.Grundstück hat.
Danke. Ich war mittelschwer geschockt. Für manche von uns mögen 3000 Euro vielleicht „Kleingeld“ sein…
Auf den Philippinen ist es für den Grossteil der Bevölkerung ziemlich viel Geld…
Frau hat einer alten Freundin eine Summe Geldes geliehen und gesagt es wäre von mir, damit die Schuld über Bande ist. Ist trotzdem abgetaucht die Dame. Also … wir wissen wo sie wohnt und arbeitet, aber sie ist sehr sehr schweigsam uns gegenüber, und tut so als würde das das Problem lösen. Menschlich eine Enttäuschung, finanziell… schon mehr Geld für grösseren Unsinn ausgegeben.
Meine Erfahrung, sowohl aus meinem Charity Project als auch innerhalb der Family: Geld an Filipinos zu verleihen funktioniert nicht. Seit dem verfahre ich nach dem Motto „für einen Guten Zweck geben und vergessen“.
Ja, das mit den immer wiederkehrenden Fragen nach „…leih mir was…“
Ich habe da auch meine Erfahrungen gemacht. Schwägerin „brauchte“ für Schuluniformen usw.mal eben 6000PHP. Wir (also mehr meine Frau🤪) haben es ihr gegeben. Sie versprach, gleich nächsten Monat zurückzuzahlen.
Ihr könnt Euch denken, wie es weiterging?!?
Sie behauptet, dir Hälfte davon an dir Schwiegermutter (90 Jahre alt) gezahlt zu haben.
Kann sein - muss nicht sein…
Aber egal, ich habe daraufhin zu meiner Frau gesagt, es gibt nichts mehr auf dieser Basis.
Sie hat’s verstanden und jammert nun bei jeder Anfrage immer: " ich hab’ kein Geld".
Nun gibt es ein paar kleine Ausnahmen.
Die Nichte meiner Frau nimmt gerade einen neuen Job abroad an und brauchte Startkapital (7K PHP). Ich gab es ihr, da sie in dee Vergangenheit viel für uns getan hat. Sie versprach auch, von ihrem erstem Lohn das zurückzuzahlen.
Wir werden sehen. In vier Wochen weiß ich mehr.
Aber grundsätzlich gilt:
Für Arbeiten gibt es Geld. Für’s Fauöenzen nicht.
Ich habe mittlerweile gelernt, das Geld verleihen oft bedeutet es zu verschenken, aber nicht immer. Anfragen aus der Familie kommen eher selten, meistens ist es dann Unterstützung beim Medikamentenkauf oder Dinge für die Schule. Das ist für mich okay. Ich entscheide dann spontan ob ich das unterstütze oder nicht. Das Geld geht dann als Spende seinen Weg. Mehr als 3k Peso habe ich noch nicht vergeben. Damit kann ich leben.
Also für mich gibt es klare Grenzen. Ich supporte meine zukünftige Frau gerade noch nach ihrer Tätigkeit in Hong Kong monatlich mit Knapp 400€ bis sie hier ist und ihr eigenes Geld verdient. Auch habe ich ihr mal gut Geld gegeben als was mit ihrem Bruder war sie aber sich das Geld schon von ihrer damaligen host Familie in Hong Kong geliehen hatte. Das hätte aber mit einer Verlängerung ihres Kontrakt einher gehen sollen was nochmal 2 Jahre warten gehiesen hätte und somit einem ende der Beziehung gleich zusetzen wäre. Sie sagt aber sie zahlt es zurück wenn sie hier ist (was ich ihr auch glaube).
Sonst wird aber nichts verliehen an Familie und/oder gar erst an Verwandte bzw Andere. Wenn jemand fragen sollte habe ich ganz klar die Abmachung mit meiner Fiancé das sie angesprochen werden soll und sie das handhabt. Ich wurde aber bis dato nur mal von Familie angesprochen, aber da reichte dann das sie das regelt. Bis dato komme ich damit gut zurecht weiß aber auch das das kein pappenstiel ist und auf den pinays gut Geld ist.
Geldverleihen geht nicht auf den Inseln - verleihen ist geschenkt. So handhabe ich das auch oder - wie auch schon @Wumk geschrieben hat, gegen Sicherheit.
Vor 4 Jhren brauchte eine Cousine von Maria unbedingt 30.000 Pesos und natürlich wurde Maria von ihr angesprochen, das sie ja einen „reichen“ Foreigner als Freund hat.
Ich habe dann mit Maria besprochen, das ich das Geld leihe, aber nur, wenn die Cousine ihren Anteil am Mothertitle als Besicherung abtritt.
Da dies ja kein normaler, einklagbarer Weg ist, wurde Lola, die Halterin des Titels und Chefin des kleinen Clans mit eingebunden und dies vor und mit ihr besprochen.
Die Cousine musste der Lola erstens versichern, das sie wirklich ihren Anteil als Sicherheit abtritt und sie und Lola mussten ein Dokument unterschreiben, in dem das alles festgelegt wurde.
Als der Rückzahlungstag kam, kam aber nicht das Geld. Ich gewährte ihr noch eine Grace-Periode von 3 Monaten mit dem Hinweis, dass dies der einzige Aufschub sein wird. Plötzlich war das Geld da und der Schuldschein somit zurück gegeben.
Aber ohne „Sicherheit“ geben ich nichts ausser in Notfällen / besonderen Gegebenheiten im engsten Clan. Z.b. als die Tochter von Marias Bruder eingeschult wurde und ich dann Geld schenkte zum die Schuluniform, etc. zu bezahlen oder manchmal ein paar Peso an Lola, die von einer wirklich kleinen Rente leben muss.
Der Vorteil des gepfändeten Grundstückes war auch, das der erweiterte Clan gesehen hat, das sie ohne Gegenleistung nichts von mir erwarten können.
Die Negativbeispiele kennen wir ja alle, geht aber auch anders. Bei einem medizinischem Notfall wollte sich die Familie 60k von mir leihen. Die Schwester meiner Frau, die 3 Jobs macht, hatte Rückzahlung versprochen, ab 30. Januar jedes Monat 5000 Peso. Tatsächlich waren ohne Rückfrage am 31.1. 5000 mehr auf meinem Konto. Den Rest hab ich dann erlassen (war wirklich ein Notfall und sie arbeitet hart genug), es ging mir nur um die Frage ob sie tatsächlich zurück zahlt. Dies Wissen erleichtert den Umgang mit der Familie (naja eigentlich nur der Schwester) ungemein!
Hmmm…das scheint ein guter Gesprächsstoff zu sein mit den vielen kommentaren. Danke schon mal dafür.
Eines will ich zum Thema noch losewerden.
Meine ursprungsfrage implizierte das Geldausleihen an Philippinische Staatsbürgen. Ich kann aus eigener erfahrung sagen, dass nicht nur diese sich Geld leihen. Whatever.
Hier in Angeles scheint das selbst unter Ausländern eine schlechte Angewohnheit zu sein, andere Ausländer um Geld zu schnorren. Gerade gestern im restaurant am Nebentisch ein entsprechendes Telefonat mitbekommen.
Der Typ hat sogar sein Auto ausgeliehen…
Die Menschheit ist am Ende!
Ich sehe das Thema „Geld verleihen“ so wie Holgerek weiter oben. Meistens bedeutet Geld leihen auf philippinisch eher Geld schenken.
Das einzige Geld, das von uns gelegentlich fließt, ist etwas für die Enkel zum Geburtstag oder etwas zu Weihnachten. Fürs Töchterlein (meine Stieftochter) natürlich auch. Also im Grunde genauso als hätte man in Deutschland Enkel.
Eine dauerhafte Alimentierung findet nicht statt.
Tolles Projekt (aber wie habt ihr die interne Finanzierung gestaltet?) und zum Thema „Geldverleihen“ insbesondere als „Darlehen“ für Baufinanzierungen kommt ja evtl. noch das Thema philippinische „Donation Tax“ dazu → vgl. meinen Thread hierzu.
Die finanzierung haben wir mit Geldern aus den Schweizer Pensionierungen meiner Frau (15 Jahre gearbeitet in der CH) und mir gestaltet.
Diese werden bei Auswanderung ausgezahlt.
Die AHV von mir wird überbrückt bis zum erreichen des offiziellen rentenalters, ebenfalls aus demselben Topf wie oben erwähnt.
Es gibt noch einiges was finanziell abgeklärt wurde, was ja auch zu einer seriösen Auswanderung dazugehört.
Schenkungssteuer kommt da wohl nicht zum Zug, denn es ist ja gemeinsames Kapital. Ausserdem steht mein Name auf sämtlichen Projektpapieren mit drauf.
Ein weiterer Grund, die Fraternisierung nicht zu sehr voranzutreiben. Ich bin doch immer wieder ganz froh, dass ich nur wenig mit anderen Ausländern zu tun habe und dann zum Glück auch meist mit welchen, die … naja, nicht ganz normal im positiven Sinne sind. Tage-, Strauch- und andere Diebe und Frühstücksdirektoren gehören da nicht dazu. Barangay-Champions im einarmigen Reissen auch nicht.