Manila Bulletin, 04/12/2025
E-Bikes auf Bundesstraßen: Ein Risiko, das wir nicht länger ignorieren können
Die Entscheidung der Regierung, die strikte Durchsetzung des Verbots von E-Bikes und E-Trikes auf Bundesstraßen vom 1. Dezember auf den 2. Januar zu verschieben, hat den Fahrern etwas mehr Zeit verschafft – aber nicht mehr Sicherheit.
Die Verzögerung erfolgte nach Beschwerden und Verwirrung über die Umsetzung, aber die Gründe für diese Politik waren nie unklar. Wie die Pressesprecherin des Präsidenten, Claire Castro, betonte, sollen die Regeln „nicht das Leben erschweren”, sondern „die Sicherheit der E-Bike-Nutzer” und aller Verkehrsteilnehmer gewährleisten. Und in dieser Frage ist das Sicherheitsargument überwältigend.
Im ganzen Land sind E-Bikes und E-Trikes für viele Familien zum bevorzugten Fortbewegungsmittel geworden. Sie sind erschwinglich, einfach zu bedienen und benötigen keinen Kraftstoff. Für Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen müssen, Arbeitnehmer, die kurze Strecken zurücklegen, oder Senioren, die schnell zum Markt fahren müssen, bieten diese kleinen Fahrzeuge Unabhängigkeit. Aber genau diese Bequemlichkeit hat dazu geführt, dass sie an Orten eingesetzt werden, an denen sie nichts zu suchen haben – vor allem auf nationalen Autobahnen, wo Geschwindigkeitsbegrenzungen, Straßenführung und Verkehrsaufkommen grundsätzlich nicht mit den Einschränkungen dieser Elektrofahrzeuge vereinbar sind.
Besonders gefährlich ist es beispielsweise auf dem Marilaque Highway, einer Strecke, die für ihre malerischen Bergrücken bekannt ist, aber auch für ihre scharfen Kurven, steilen Abfahrten und das hohe Verkehrsaufkommen am Wochenende, die Quezon City mit Infanta in Quezon verbindet. Hier schlängeln sich E-Bikes und E-Trikes – einige davon so umgebaut, dass sie wie Mini-Jeepneys aussehen – durch die Serpentinen der Straße. Sie halten sich ganz rechts auf der Fahrbahn und kämpfen oft mit Geschwindigkeiten von 15 bis 25 km/h, während Autos und Motorräder natürlich viel schneller fahren. Das Ergebnis ist eine explosive Mischung: Autofahrer, die abrupt bremsen müssen, ungeduldige Verkehrsteilnehmer, die in unübersichtlichen Kurven überholen, und Elektrofahrzeuge, die an Steigungen stehen bleiben.
Das sind keine harmlosen Unannehmlichkeiten. Es sind Risiken, die über Leben und Tod entscheiden können.
Rettungskräfte berichten von tragischen Unfällen: E-Trikes, die in engen Kurven umkippen; plötzliche Bremsmanöver, die zu tödlichen Auffahrunfällen führen; Mini-Elektrofahrzeuge, die von überholenden Bussen oder SUVs erfasst werden. Und da sich viele dieser Unfälle in ländlichen Gebieten ereignen, werden sie oft nicht gemeldet. Diese Fahrzeuge sind nicht dafür ausgelegt, die Wucht von Unfällen auf Autobahnen zu überstehen.
Genau deshalb ist die Botschaft von Malacañang kompromisslos. Es handelt sich um motorisierte Fahrzeuge, erinnerte Castro die Öffentlichkeit, und „wir haben Gesetze, die befolgt werden müssen“. Disziplin „steht nicht im Widerspruch zum Thema Armut“. Der Punkt ist klar: Sicherheitsvorschriften schützen alle, nicht nur diejenigen, die sich robustere Transportmittel leisten können.
Dennoch reicht die Durchsetzung allein nicht aus. Der Aufstieg von E-Bikes und E-Trikes spiegelt tiefere Probleme wider – unzureichende Abdeckung durch öffentliche Verkehrsmittel, insbesondere in städtischen und ländlichen Gebieten, und das Fehlen lokaler Straßennetze, die für langsam fahrende Fahrzeuge sicher sind. Für viele Familien sind E-Bikes keine Wahl, sondern die einzige erschwingliche Option.
Aus diesem Grund muss die Regierung das Verbot mit einer umfassenderen Mobilitätsstrategie verbinden. Lokale Behörden sollten sichere Nebenstraßen für Elektrofahrzeuge ausweisen. Nationale Behörden müssen die Zulassungs- und Führerscheinvoraussetzungen klarstellen, damit die Fahrer die Vorschriften einhalten können. Verkehrsförderungsprogramme sollten den am stärksten benachteiligten Menschen helfen, sicherere Alternativen zu erwerben. Und die langfristige Planung muss die E-Mobilität in den städtischen und barangay-bezogenen Verkehr integrieren, wo sie wirklich hingehört.
Aber während diese Lösungen ausgereift werden, muss das Verbot von E-Bikes und E-Trikes auf nationalen Autobahnen bestehen bleiben. Mitgefühl bedeutet nicht, dass man Menschen erlaubt, sich selbst in Gefahr zu bringen. Die Autobahn ist gleichgültig gegenüber Bequemlichkeit, wirtschaftlichen Bedürfnissen oder guten Absichten. Sie bestraft Fehler schnell und oft gnadenlos.
Der 2. Januar ist mehr als nur ein neues Datum für die Durchsetzung. Er ist eine Erinnerung daran, dass die öffentliche Sicherheit, wenn sie einmal gefährdet ist, Kosten verursachen kann, die keine politische Verzögerung jemals wieder gutmachen kann.
https://mb.com.ph/2025/12/04/e-bikes-on-national-roads-a-risk-we-can-no-longer-ignore