Mount Bulusan – Der unberechenbare Vulkan im Süden Luzons
Der Mount Bulusan gehört zu den aktivsten, aber oft unterschätzten Vulkanen der Philippinen. Während der bekanntere Mayon Volcano mit seiner perfekten Kegelform weltweite Aufmerksamkeit erhält, ist Bulusan ein eher „stiller Akteur“, der jedoch jederzeit überraschend aktiv werden kann – und genau darin liegt seine Besonderheit.
Geografische Lage und geologische Einordnung
Der Vulkan liegt in der Provinz Sorsogon im äußersten Südosten der Insel Luzon und ist Teil des sogenannten Bicol-Vulkanbogens. Mit einer Höhe von etwa 1.565 Metern zählt er zu den mittelgroßen Stratovulkanen des Landes.
Geologisch ist Bulusan besonders interessant, da er auf den Überresten einer deutlich älteren Struktur sitzt: der rund 11 Kilometer breiten Irosin-Caldera, die vor etwa 35.000 bis 40.000 Jahren entstand.
Der heutige Vulkan besteht aus mehreren Lavadomen, Nebenkratern und Kegeln. Der Hauptkrater selbst ist etwa 300 Meter breit und relativ karg, was ihm ein raues, fast unwirtliches Erscheinungsbild verleiht.
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Eruptionsverhalten – häufig, aber meist „klein“
Im Gegensatz zu explosiven Vulkanen wie Mayon oder Pinatubo ist Bulusan bekannt für seine phreatischen Eruptionen. Dabei handelt es sich um dampfgetriebene Explosionen, bei denen Wasser durch aufsteigende Hitze schlagartig verdampft.
Typisch für Bulusan sind daher:
- plötzliche Ascheausstöße
- relativ kurze Eruptionsdauer
- kaum oder kein direkter Lavafluss
Historisch sind zahlreiche Ausbrüche dokumentiert – besonders seit dem 19. Jahrhundert.
Zu den jüngsten Aktivitätsphasen gehören unter anderem:
- mehrere Eruptionen in den Jahren 2006, 2011 und 2016
- erneute Aktivität in den 2020er-Jahren
- eine Serie von Ausbrüchen im April 2025
Aktuelle Aktivität und Gefahrenpotenzial
Im Jahr 2025 zeigte Bulusan erneut seine typische Unberechenbarkeit. Mehrere phreatische Eruptionen schleuderten Asche bis zu 4,5 Kilometer hoch in die Atmosphäre.
Diese Ereignisse führten zu:
- Ascheregen in umliegenden Gemeinden wie Irosin und Juban
- erhöhter seismischer Aktivität
- Ausrufung von Alarmstufe 1 durch PHIVOLCS
Besonders gefährlich ist dabei:
- die fehlende Vorwarnzeit
- die Möglichkeit plötzlicher Explosionen
- Lahare (Schlammströme) bei starkem Regen
Ein permanenter Gefahrenbereich von etwa 4 Kilometern rund um den Krater ist daher strikt gesperrt.
Landschaft und Natur rund um den Vulkan
Trotz seiner Aktivität ist die Region rund um Bulusan landschaftlich äußerst reizvoll. Dichte tropische Wälder, Wasserfälle und Seen prägen das Gebiet. Besonders bekannt ist der Bulusan Volcano Natural Park, der sich hervorragend für:
- Wanderungen
- Vogelbeobachtung
- Naturfotografie
eignet.
Der Vulkan selbst ist oft von Wolken umhüllt, was ihm eine mystische Atmosphäre verleiht – ein Motiv, das besonders für Videografen und Fotografen interessant ist.
Bedeutung für die Region
Für die Bevölkerung von Sorsogon ist Bulusan Fluch und Segen zugleich.
Positiv:
- fruchtbare Böden für Landwirtschaft
- Tourismuspotenzial
- einzigartige Naturlandschaft
Negativ:
- regelmäßige Aschebelastung
- Evakuierungen bei Aktivität
- wirtschaftliche Unsicherheit in betroffenen Gebieten
Viele Bewohner haben gelernt, mit dem Vulkan zu leben, da seine Aktivität meist moderat bleibt – dennoch bleibt ein Restrisiko.
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Fazit
Der Mount Bulusan ist kein spektakulärer „Postkarten-Vulkan“ wie Mayon, sondern ein leiser, aber äußerst aktiver Vulkan mit eigenem Charakter. Seine häufigen, aber meist kleineren Ausbrüche machen ihn zu einem der dynamischsten Vulkane der Philippinen.
Gerade diese Mischung aus relativer Ruhe und plötzlicher Aktivität macht Bulusan mit seinem Bulusan Volcano National Park so faszinierend – sowohl aus wissenschaftlicher Sicht als auch für Reisende, die die weniger bekannten Seiten der Philippinen entdecken möchten.

