Die letzten Abaca-Weberinnen von Bacong – Ein besonderes Handwerk in schwierigen Zeiten

Ich möchte euch von einer besonderen Begegnung in Bacong erzählen, die mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Nach der Covid-Pandemie ist es nicht einfach, die traditionellen Abaca-Weberinnen dort zu finden – viele haben ihr Handwerk aufgegeben oder sind nicht mehr aktiv. Doch mit etwas Geduld und der Hilfe der Gemeindeverwaltung gelang es mir, eine Spur zu verfolgen.

Eine Mitarbeiterin erinnerte sich vage an eine Weberin und beschrieb mir ihr Haus. Nach einigem Herumfragen konnte ich es tatsächlich ausfindig machen. Die Frau webte selbst nicht mehr, aber sie war so freundlich, mich mit einer guten Freundin zu verbinden, die noch aktiv war – nur ein paar Straßen weiter. Dort angekommen, erwartete mich eine kleine Überraschung: Ein extra gebauter Anbau beherbergte einen großen Webstuhl, der fast wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten wirkte.

Das Wissen um das Abaca-Weben wurde hier von der Mutter an den Sohn weitergegeben, der uns stolz zeigte, wie der Abaca-Faden mit Hilfe eines flügellosen Ventilators auf die Spindel kam. Die Vorbereitungen, bis der Webstuhl einsatzbereit war, waren aufwendig – immer wieder musste etwas justiert oder korrigiert werden. Es war faszinierend zu sehen, wie viel Geduld und Präzision dieses Handwerk erfordert.

Während unsere Führerin uns in die Geheimnisse des Abaca-Webens einweihte, vertrieb sich ihr Ehemann die Zeit mit einem anderen traditionellen Handwerk: Er fertigte Bambusleitern und Hühnerkäfige an. Eine schöne Symbiose von alten Techniken, die in der heutigen Zeit immer seltener werden.

Die Pandemie hat die Abaca-Industrie hart getroffen – Lieferketten brachen zusammen, und viele Bauern kämpften mit den Folgen der Einschränkungen. Umso schöner ist es, dass es noch Menschen gibt, die dieses Handwerk am Leben erhalten, auch wenn es nur noch wenige sind.

Falls jemand von euch mal in der Gegend ist – es lohnt sich, nach diesen verborgenen Handwerksschätzen Ausschau zu halten. Vielleicht findet ihr ja auch eine der letzten Weberinnen und könnt euch selbst von der faszinierenden Kunst des Abaca-Webens überzeugen!

Siehe dazu auch meinen Beitrag

Abaca-Weberei in Bacong, Negros Oriental – Stärke und Tradition

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