Bin gerade auf einen kurzen Artikel gestoßen - der ging wohl über den Expattraum in Thailand, aber ist 1 zu 1 auch auf die Philippinen übertragbar.
Hier der Artikel:
Der 1000-Dollar-Thailand-Traum: Armut mit Bräune
Wir kennen sie alle: diese realitätsfernen YouTube-Kanäle. Die, die behaupten, man könne in Thailand für ein Butterbrot „wie ein König leben“.
Man postet Fotos von Sonnenuntergängen und billigem Bier und verkündet allen im Westen, man hätte das System „ausgetrickst“.
Seien wir mal ehrlich: Wie sieht so ein Budget in Wirklichkeit aus?
Wer mit 1000 Dollar (35.000 THB) gerade so über die Runden kommt, lebt nicht wie ein König. Man lebt wie ein mittelloser Backpacker, der zu stur ist, um nach Hause zu fahren.
Man isst Som Tam auf einem Plastikhocker neben einem Gullydeckel, nicht weil es „kulturell authentisch“ ist, sondern weil eine 400-Baht-Pizza das Wochenbudget sprengen würde.
Man trinkt die billigsten lokalen Spirituosen, weil ein Glas Wein ein „Luxusartikel“ ist.
Und reden wir mal über Sicherheit. Echter Luxus ist nicht billiges Pad Thai. Echter Luxus ist eine Krankenversicherung.
Wer am Existenzminimum lebt, kann durch einen Ausrutscher unter der Dusche oder einen Motorradunfall schnell vom vermeintlichen „König“ zum jämmerlichen Spendenaufruf-Kandidaten werden.
Man will westlichen Lebensstandard?
Importierten Käse, eine zuverlässige Klimaanlage, ein fahrtüchtiges Auto und internationale Krankenhäuser?
Das kostet in Bangkok mehr als in Berlin.
Wenn man vor der Bestellung den Preis eines Kaffees überprüfen muß, hat man das System nicht ausgetrickst. Man hat nur seine eigene Armut in ein anderes Land gebracht.
Den Artikel hatte ich vor ein paar Tagen schon auf englisch gelesen, weiß nicht mehr wo, mag facebook gewesen sein. Der Artikel greift m. E. manches korrekt auf. Mit 1.000 $ in Thailand wie ein König zu leben ist sicherlich Blödsinn. Ansonsten überspitzt der Artikel aber auch erheblich. Der Autor scheint davon auszugehen, dass seine Ansichten eines erstrebenswerten Expat Lebens für alle gelten müssen. Es soll ja Leute geben, die keine westlichen Lebensmittel brauchen (ich zähle mich dazu). Zwischen dem „Plastikhocker neben dem Gullideckel“ und der 400 Baht Pizza gibt es ja noch eine große Bandbreite anderer Angebote.
Im Grunde wurde dieses Thema ja schon tausende Male in allen möglichen Foren, Social Media oder sonstwo rauf und runter diskutiert. Mancher kann hakt mit 1.000 $ im Monat leben, ein Anderer nicht. Jeder wie er mag.
Ich habe vorhin kurz überschlagen, was der derzeitige Urlaub gekostet hat. Ich komme bei 38 Tagen auf ein Tagesbudget von ca. 70,-- Euro. Macht also ca. 2660,-- €, einige Euros rauf oder runter. Darin sind alle Kosten enthalten, die so bei einem eher ortstreuen Aufenthalt nicht anfallen würden. Benzin, Fähren, Übernachtung in Hotels oder Pension Houses. Gekocht habe ich auch nie. Ich habe mir keinen großen Luxus geleistet und trotzdem gut gelebt (für mein Empfinden, andere würden das so nicht machen).
Du hattest in einem Faden eine Kalkulation aufgemacht, welche Kosten evtl. auf Dich zukommen würden, bei Auswanderung. Ich denke das passt ganz gut. Es bleiben halt immer noch die Themen KV und was man fürs Wohnen ausgibt.
Ich stimme dir voll zu und wie du ja auch angemerkt hast, meine Budgetaufstellung liegt auch so in diesem Ramen, allerdings ohne KV, etc.
Es geht mir auch nicht um den genauen Betrag, aber ich finde die - wohl etwas überspitze - Darstellung schon ganz gut, da es auf der anderen Seite schon viele „wie ein König mit wenig Geld leben“ Berichte im Internet gibt und auch die einfach nur eine überspitze Darstellung der Nicht-Wirklichkeit sind.
Oder auch einfach gesagt: träumen darf man, aber man sollte dann auch die Realität überprüfen und da sieht dann nicht mehr alles so rosig aus.
Also ich habe hier unser reales Leben auf den Phils ja lange gepostet.
Die Preise und unsere Kosten auch.
Wir brauchen auf den Phils zwischen 800-1000 Euro im Monat, hatte ich auch geschrieben.
Da sind aber ebenso keine Flüge und auch keine Krankenversicherung drin.
Sonst aber alles.
Und wir kochen selbst, gehen nur selten essen, das ist aber auch, wegen der bedenklichen Hygiene auf den Phils.
Klar leben wir nicht im Luxus, weil wir den auch generell ablehnen.
Es kommt doch darauf an, wie man glücklich ist, und das sind wir jedes mal wenn wir auf den Phils sind und weil wir da genau so leben können wie wir es wollen, ohne Bevormundung.
Na gut, der persönliche „Wohlfühlfaktor“ ist sicher sehr subjektiv. Aber objektiv muss man natürlich zu dem Monats-Budget von 1000 € noch die KV-Kosten und Wohnkosten dazu rechnen. D.h. wenn ihr im eigenen Haus wohnt, die gesamten Investitionskosten auf die Laufzeit verteilen.
Dann wird der Aufenthalt in D. aber wesentlich teurer, wenn ich da ebenso die Wohnkosten dazu rechne.
Dann noch was ich monatlich für die GKV zahle, wozu man mich zwingt.
Auf den Phils zwingt mich da niemand was jeden Monat zu zahlen.
Also wenn ich das wirklich alles rechne, dann müsste ich schon längst für immer auf den Phils leben.
Es ist zum Schluss wirklich sehr individuell. Mit dem Geld das ich hier zur Verfügung habe käme ich in Deutschland in manchen Bereichen deutlich weiter (Essen im Supermarkt kaufen was nicht dried fish und Reis ist), in manchen gar nicht (z.B. Haushaltshilfe). Dafür würden die Kosten für Reisen drastisch reduziert.
Mit 1000 Dollar käme ich nicht hin, vielleicht bin ich irgendwann mal dazu in der Lage (bleibt mehr übrig, ist auch nett). Das wird aber wohl noch dauern.
Ja mit $ 1.000,00 kann ich mir auch nicht vorstellen
Habe ja in dem anderen Faden mal mein voraussichtliches Budget errechnet, das sind so um die € 1.500,00 ohne Wohnkosten. Wenn ich die mit einbeziehe, was dann so um die € 300-400,00 wären und noch ein paar Kleinigkeiten, dann komme ich auf € 2.000,00 und das wären dann ca. $ 2.350,00.
alle kakulation dreht sich nur um die kosten der gesundheitlichen absicherung , alles (!) andere ist dermassen individuell dass es bei einer analyse den zeitrahmen sprengt .
was ich in all den jahren nicht verstehe ist wenn jemand auf deutsche kultur im rahmen oder im einzelnen nicht verzichten kann oder moechte und dann einen kostenplan ueber das leben hier aufstellt wird ein vergleich immer unsachlich ausgehen .
in den ersten jahren hier vor ort habe ich das doppelte ausgegeben als heute , nicht weil ich weniger konsumiere sondern weil eine art anpassung mit den jahren stattfindet .
das muss aber nicht sein wenn man sich vom leben hier distanziert und einen rahmen findet in dem man hier als emigrant lebt .
fuer mich kam das nie in frage und heute nach vielen jahren haben sich meine sorgen voellig veraendert , hoert sich vielleicht etwas kompliziert an , aber ich kaeme heute nicht mehr auf die idee einen rat ausserhalb filippinischer kultur zu suchen .
das bekommt man als frischer einwanderer nicht hin , und damit faengt oft ein kreislauf an der in einer abwaertsspieale endet . ein expat im nahen rentenalter mit einem jungen mann der aus voellig anderen gruenden hier einwanderte kann man nicht vergleichen weil die erwartungen zur zufriedenheit anders verlaufen und zum thema kosten kann ich nur sagen das es die groessten irrtuemer gegeben hat , egal ob hier jemand mit 1.000 - oder mit 3.000 euro lebt , viel wichtiger ist immer wieder wie man sich hier einlebt und auch eingliedert .
Dann reicht dein Geld einfach gerechnet für 25 Jahre, weiß ja nicht wie alt du bist, vermute aber, dann musst du bei deinem Budget auf deinem Job nicht mehr weiter arbeiten da unten.
Krankenkasse halt noch, da gehts ja ab 65 wild in die Höhe.
Ich werde vermutlich keine Krankenversicherung mehr ab 65 machen.
Lieber zahle ich dann Cash wenn was ist.
Wir brauchen halt nur die 1000 Euro im Monat auf den Phils, weil wir das bedenkenlos essen können was wir im Garten anbauen.
Da sind wir dann auch sicher, dass es nicht irgendwie behandelt ist.
Z.B. kommt bei uns in den Garten kein Round Up oder sonstiges Pestizid, das wird ja auf den Phils gerne massig verwendet.
Ja das kommt ungefähr hin, habe mal ausgerechnet mit ca. 3% Inflation pro Jahr wären es bei mir ca. 22 Jahre, wenn ich das Geld nicht anlege.
Also mit etwas geschickter, aber auch sicherer Anlage, dürften es dann so um die 25 Jahre sein - dann wäre ich 90
Das Thema ist bei mir gerade oben auf der Liste.
Bin ja in einer PKV und bei meiner Krankenkasse sind ja bis zu 3 Monaten Aufenthalt im Ausland noch alle Kosten abgedeckt, darüber hinaus aber nicht mehr.
Verhandelt gerade mit ihnen, ob ich den Vertrag und damit die Deckung weiterhin behalten kann - mal sehen, ob sie es mitmachen.
Das würde sich vor allem lohnen, da dann die von mir in meinem Vertrag über fast 65 Jahren angesparten Altersrückstellungen weiterhin zum Tragen kämen, die ja den monatlichen Beitrag gewaltig senken.
Ich hab es mir mal durchgerechnet vor ein paar Jahren.
Die gesamte Rechnung hab ich etliche male nachgebessert damals, aber ich finde sie momentan nicht mehr.
Jedenfalls waren es bei mir schon absolutes Minimum 1,5k EUR die ich im Monat minimum brauchen würde, um relativ sorgenfrei und auf meinem gewünschten Standard zu leben. Da war wirklich alles einkalkuliert. Von Stromkosten, Essen, Maids, Versicherung, ausgehen, hin und wieder paar von Family auf Essen auswärts einladen, alle 2-3 Monate mal wohinfahren für ein paar Tage (domestic Kurzurlaub), uvm.
Bei 2k wäre es komplett sorgenfrei und für mich perfekt inkl. bequemen „Polster“. Bei 1,5 so dass ich gut auskomme, und ein kleiner Notpolster besteht, aber keine grossen Sprünge und kein dicker Lifestyle. Grössere Invests wie neues KFZ oä müssten immer sehr genau kalkuliert od. angespart werden.
Im Auge hatte ich damals eher die Gegend um Bacolod, mittlerweile eher etwas ländlicher (Siquijor). In die Tat umgesetzt aber noch nichts. Bin aber erst 47, vielleicht wirds später irgendwann mal letztenendes ein FrühPensionstraum, oder so.
Dies ist alles sehr relativ, da die Möglichkeiten und Bedürfnisse ja sehr individuell und unterschiedlich sind. Klar gilt die Regel, Geld ist nicht Alles im Leben, aber ohne Geld ist Alles nix.
Ganz grundsätzlich finde ich aber, dass etwas Vermögen einem gerade im Alter angenehmen Komfort sichern sollte, denn in der Jugend ist dieser Komfort einem doch gar nicht so wichtig.
Ps. Und generell sollte man ohne wirklich gute KV-Absicherung im Rentenalter nicht unbedingt in nicht-europäische Schwellenländer, wie die Philippinen umziehen, das ist ein echtes Lebensrisiko! Der Vorteil der vermeintlich günstigeren Lebenshaltungskosten wird dann schnell von diesem Risiko kompensiert werden!
@ Es ist für mich immer wieder interessant zu sehen wie diese Berechnungen über den Lauf der Jahre von den Auswanderern gemacht werden .
Dabei müssen sie aber auch bedenken dass nicht die Höhe der Rente entscheidend ist sondern der Wechselkurs . Heute gibt es 70Pesos ,2013 oder so waren es auch schon mal nur 48 Pesos . Da konnte man dann schon sehen wer von den „Expats“ sich richtig vorbereitet hatte und wer anfing sich Gedanken zu machen .
Ein Kumpel von mir überwintert jedes Jahr auf der Insel Phu Quoc in Vietnam . Er ist überrascht dass es jedes Jahr immer mehr Ausländer gibt die von den Philippinen nun ganz wegzogen um sich in Vietnam niederzulassen . Ursache waren immer die steigenden Preise auf den Philippinen die sie sich nicht mehr leisten konnten .
Ich bewundere Leute die dort mit 1000€ oder 1500€ im Monat leben können , ich könnte das nicht , damals nicht und heute schon mal gar nicht .
So sehe ich das auch. Mit 2000€/Monat hat man ein schönes Leben, kann andere Inseln besuchen und auch mal zu SM fahren und Shabu Shabu essen. Das reicht mir als Luxus. Das Haus und Lot ist gekauft, also keine Miete. Strom 3k , Internet 1,5 k, Netflix 500 Peso. Wasser kommt aus dem Brunnen, kostenlos. Einmal die Woche geht es zur Metro für etwa 6k einkaufen für die ganze Familie. Zwischendurch wird Fisch (250 Peso/Kilo) oder Manok für 230 Peso/kilo gekauft. Gemüse (Eggplant, Okra, Beanes etc.) wächst in Garten. Hühner und Enten haben wir auch. Alles sehr schön. So lässt es sich gut leben.
Ich erlebe gerade, wie schnell Geld für gesundheitliches Wohlbefinden verdampft.
Damit meine ich nicht die erstattungsfähigen Arzt- und KH- Kosten, sondern Dinge wie Schonkost, Hilfsmedikamente ohne Rezepte, besonderes Trinkwasser bzw. Getränke, Fahrtkosten usw. Oder einfach eine Untersuchung zur Absicherung/Beruhigung.
Möchte mir nicht ausmalen, wie ein Leben aussieht, in dem man sich das nicht leisten kann.
Das ist ein wichtiger Punkt der gerne von Auswanderern verdrängt wird. Wenn die Anzahl der Krankheiten mit dem Alter zunimmt braucht man auf den Philippinen viel Bares. Für eine Chemo fallen schnell mal 3000€ /Monat über mehrere Monate an. Dazu noch diverse Medikamente etc. Für viele Philippinos unerschwinglich. Das führt dann dazu, das Patienten die nicht von Ihren Familien unterstützt werden können, sich selbst überlassen werden. Um es mal diplomatisch auszudrücken. Das ist leider die bittere Wahrheit.
was heißt verdrängt, was heißt bitter? Wenn ich mir die Alten in D so anschau, zum verrecken ins Altersheim gesteckt, wieviel Minuten am Tag pro Patienten für den Pfleger? Wie lange warten für einen Facharzttermin? Die Diskussion, die langsam startet, welche Behandlungen für Hochbetagte eigentlich noch bezahlbar sind und welche nicht? Dann lieber in Würde sterben, auch wenns ein paar Jahre eher sind (die eh keiner erleben will). Das ist kein Verdrängen, das ist eine bewusste Entscheidung!