Bucanero - Mein Hausbau in Ilocos Sur 2023

Liebe Gemeinde!

An dieser Stelle werde ich im Nachfolgenden ausführlich über den Bau meines Hauses in San Vicente / Ilocos Sur im Jahr 2023 berichten. Ich habe viel (aus insgesamt zwei Bauprojekten) gelernt, vor allem was philippinische Befindlichkeiten anbelangt…

Gerne stehe ich euch mit meinem Rat zur Seite.

Anmerkungen, Fachsimpeleien oder einfach nur wohlwollende Kommentare sind ausdrücklich erwünscht!

Bei Rückfragen zu Einzelheiten meines Projekts einfach auf den fraglichen Beitrag antworten oder mich daraus zitieren!

Viel Spaß beim Lesen!

Euer
Bucanero

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Die Planung…

Wir hatten uns seit 2017 vom hohen Norden der philippinischen Inselgruppe bis hin nach Mindanao (wo meine Gattin aufgewachsen ist und rund um Iligan City noch reichlich Verwandtschaft lebt) nach einem dauerhaften Platz zum Leben umgesehen und sind letztendlich hier in Ilocos Sur gelandet…

Ausschlaggebend war für uns die Nähe zu Meer, Bergen und zum Weltkulturerbe „Vigan City“, die stabilen Trocken- und Regenperioden in dieser Gegend und die relativ große Entfernung zur Verwandtschaft in Dalipuga / Mindanao sowie Bulacan (so nett sie auch sein mögen)…

Geplant hatten wir ein kleines, quadratisches Haus mit 64 qm auf 500 qm ummauerten Grund.

Schlafzimmer mit Masterbad, Wohnküche, Gäste-WC für Tagesgäste (und wenn die Gattin mal wieder das Bad belegt)… mehr nicht…

Zur Projektierung und Durchführung hatten wir uns für ein ortsansässiges Bauunternehmen entschieden, welches zuvor schon mehrere Häuser für Ausländer gebaut hatte, die wir uns allesamt angesehen und mit den Eigentümern ausführlich gesprochen hatten.

Vorweggenommen… wir hatten Glück, und es gab keine bösen Überraschungen!

Grundstückskosten: 1.100 k PHP für 500 qm

Einfriedungsmauer mit Toren und tiefen Betonfundamenten: 457 k PHP

Haus gem. Blaupause mit sämtlichen erforderlichen Genehmigungen, Aufschüttung (ca.80 cm… daher war auch die Mauer zwingen notwendig) zusätzliche überdachte Terrasse und ein paar Kleinigkeiten: 1.700 k PHP

Gesamtkosten: 3.257 k PHP

Hinzu kommt noch - für schlappe 395 k PHP - die Solaranlage mit 8 Bifacial-Panelen und einer 10 kWh LiFePO4-Batterie, welche uns unabhängig von den Brownouts des Stromversorgers ISECO macht.

Die „Blaupausen“:
(welche schon lange nicht wirklich mehr welche sind… wer kennt sie noch?)

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Die Einfriedung

Unser Baugrundstück…

Viele Baugrundstücke in der Provinz - vor allem außerhalb der Städte - wurden zuvor - wie auch das Unsere - als Reisfelder genutzt, welche nun einmal zweckentsprechend ständig unter Wasser stehen mussten und daher zumeist in Gebieten liegen, die während der Regenzeit überschwemmen. Dem helfen die Einheimischen traditionell mit Aufschüttungen für ihre Häuser ab, welche dort lediglich von ein paar gemauerten Hollow-Blocks gehalten werden.

Für uns kam natürlich nur eine Mauer mit tiefen Betonfundamenten in Frage. Unsere Mauer sollte schließlich nicht so ‚enden‘, wie diese aus dem Nachbardorf nach dem Taifun Egay 2023…

Also wurden - Baubeginn 14. Februar 2023 - erst einmal tiefe Gräben gebaggert, die sich gleich mit Grundwasser füllten… und das nach mehrmonatiger Regenpause… ein gutes Zeichen für unseren geplanten Brunnen…

(und ja… aus der Luftaufnahme ist ersichtlich, daß der Graben nicht genau rechtwinklig ausgehoben wurde… aber so verlaufen eben die Grundstücksgrenzen)

Sodann wurde reichlich Bewehrungsstahl (ich kenne es noch als Moniereisen und hier wird der engl. Ausdruck „Rebars“ verwendet) für das Fundament und die Betonpfosten (Columns) gedengelt und gebogen… hier auf den Pinas alles noch in Handarbeit.

Dann wurden die Fundamente für die Columns gegossen und die Rebars eingesetzt…

und nach der Einschalung das Streifenfundament gegossen, mit Hollow-Blocks gemauert und mit einem ‚Betonbalken‘ (bei Fundamenten hier ‚plinth beam‘ genannt… alle anderen ‚Betonbalken‘ werden als ‚tie beam‘ bezeichnet) abgeschlossen.

Jetzt mussten nur noch die Mauern hochgezogen und die Columns gegossen werden… Beim Mauern ist unbedingt darauf zu achten, daß genügend „Eisen“ verarbeitet und die Hohlräume auch anständig mit Beton gefüllt werden… denn so ein Hollow-Block ist für sich genommen ein ziemlich instabiles Gebilde… und dann könnte das Ergebnis schnell einmal so aussehen…

Da hilft nur - selbst bei einem zuverlässigen Bauunternehmen -, als Bauherr ständig selbst vor Ort zu sein… Präsenz zu zeigen, reicht meistens schon…

Vier Wochen nach Baubeginn stand die Mauer!!!

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Es ging los… am 29. März 2023 erfolgte der erste

S P A T E N S T I C H

Doch zuvor wurde reichlich gebetet… und die extra (für ein Essen sowie einen schmalen Taler) von der Baufirma angeheuerte Kirchentante leierte auf Ilocano reichlich (ich vermute) Rosenkränze runter… ich wäre dort im Stehen (selbst im Schatten) fast verreckt, während die Firmenchefin Hut und Jacke zur hautengen Stretchjeans trug…

Doch der Pinoy verlässt sich nicht allein auf Gott… Nach dem Gebet wurden kleine Münzen in die markierten Ecken unseres 8x8-Meter-Grundrisses gestreut, und meine Gattin und ich bekamen je ein lebendes, weißes Huhn in die Hand gedrückt.

Zack… die Kehle (des Huhnes :innocent:) durchgeschnitten, und mit dem Blut die Ecken markiert… allerdings kriegte ich das meiste davon selber ab, denn das Huhn hatte sein restliches Leben eher zappelnd verspritzt als duldsam ausgehaucht.

Dann noch schnell der Spatenstich mit der Firmenchefin und dem Staff…

und Minuten später rückten die Bagger an… die Hühner wanderten derweil flugs in den Kochtopf der Arbeiter…

Erst am nächsten Tag sah ich die Bescherung…

Der Bautrupp hatte die Fundamente der inneren Betonpfosten (Columns) für das Skelett des Hauses so gesetzt, daß die Panoramafenster von Schlaf- und Wohnzimmer direkt auf die Einfriedungsmauer ‚guckten‘… (den Grundriss der Blaupause also um 90 Grad gegen denUhrzeigersinn gedreht) Mann hätte gerade noch die Terrassentür öffnen können und wäre dann direkt vor der Mauer gestanden…

Hier im Luftbild zu erkennen:

Der Vormann wußte gar nicht, was wir daran nicht gut fanden, denn der Pinoy macht sich allgemein nichts aus Fenstern und hängt diese zumeist entweder (meist mit dicken Vorhängen) zu oder stopft rappelige Window-Typ-Klimaanlagen in die Löcher…

Wären wir nicht vor Ort gewesen, hätte dies ein böses Ende genommen…

aber so gab es nur einen ‚verschnupften‘ Vormann, der den Fehler wieder „richten“ musste, während sich der Bauherr das Ganze mit einem SMB in der Hand ansah…

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Das Skelett

Unser Haus wurde in der hier üblichen Skelett-Bauweise errichtet.

Das bedeutet: „Zellen“ aus Stahlbetonträgern und -pfosten sind mit Bewehrungsstahl verbunden und bilden so ein stabiles Skelett aus den Plinth Beams des Fundamentes, den Columns und den oben abschließenden Tie Beams.
(jeder der unterlegten links liefert übrigens auch Erklärungen zu den anderen Begriffen)

Korrekt ausgeführt liefert ein Haus in solcher Bauweise einen guten Schutz vor den hier relativ häufigen Erdbeben. Erst vor kurzem durfte ich dies auf der Terrasse sitzend selbst erleben. Ein nahes Beben mit 5.5 spürte ich, als ob eine leichte Dünung unter unserm Haus durchgelaufen war - wie mit einem Boot auf offener See. Im Haus selbst hat noch nicht einmal das Geschirr im Schrank geklappert…

Hier die Plinth Beams unseres Hauses, welche die Kräfte auf das Streifenfundament noch weiter entzerren:

überall war reichlich Eisen mit verbaut…

und mit den fertig gegossenen oben abschließenden Tie Beams stand das Skelett!!!

Die Zwischenräume des Fundamentes waren zwischenzeitlich mit Lehm, kleinen Betonresten und reichlich Kies gefüllt und dann mit Wasser sowie einem Rüttler verfestigt worden.

Danach kam ein Eisengeflecht darauf und wurde mit den aus den Columns und Plinth Beams herausragenden Rebars (Moniereisen) verdengelt.

Das Skelett war feddich!!!

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Der weitere Rohbau und das Dach

Zwischenzeitlich war auch die Gemeinde nicht untätig geblieben und hat die umliegende Barangay-Straße - obwohl zuvor eigentlich noch im sehr guten Zustand - auf mehrere Kilometer neu betoniert und (Solar)Straßenlaternen gesetzt. Das Problem überflüssiger Haushaltsmittel, die zum Jahresende „wegmüssen“, gibt es offensichtlich nicht nur in Deutschland…

Derweil hatten die Arbeiter schnell aufgemauert… zu schnell, wie ich entsetzt am nächsten Morgen feststellen durfte!

Denn die höhere der beiden Dachschrägen hätte eigentlich nach Norden (der Hauptwindrichtung aus der hier die Taifune kommen) Schutz bieten sollen…
(für mich ist diese Dachkonstruktion sowieso nur eine typische, rein optische, Trend-Spielerei mit erkennbaren Schwächen gerade in Taifungebieten… aber die Gattin fuhr - wie die meisten gutbetuchten Pinoys zur Zeit - halt voll drauf ab…)

So war es, für jeden ersichtlich - und entgegen des Bauplanes - genau anders herum…

Der Vormann war mal wieder angefressen, als ich auf Änderung bestand… aber natürlich wurde es am Ende so gemacht wie es im Buche stand…

Das Dach besteht auch hier wie allgemein üblich aus einer vollverzinkten Stahlkonstruktion, welche mit den Rebars der Beams und Columns verschweißt wird… das sitzt bombenfest…

Die Decke wird abgehängt… ebenfalls mit verzinktem Stahl…

die Dachkonstruktion steht und leuchtet in der Morgensonne…

Unter die Dachbleche kommt eine Isolierung…

und auf die Wände erste Farbe…

Die Decken der Häuser von besser betuchten Pinoys werden schon lange nicht mehr mit dem unsäglichen Plywood abgehängt (welches Insekten lieben und sich schon bei geringer Nässe wellt), sondern mit Platten aus HardieFlex. Zuvor sind die elektrischen Leitungen sauber in (roten) Rohren verlegt worden…

Und auch hier konnte die Gattin - zusammen mit der Baufirma - den philippinischen Geschmack durchsetzen… mit einer verdeckten Lichtleiste…

für mich ein Staub(Dreck)fänger und eine Nisthilfe für allerlei Ungeziefer sowie Geckos… oder glaubt jemand allen Ernstes, daß eine Pinay da jemals putzen wird???

Sei’s drum… so wurde es gemacht…

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Bei se wäi… philippinische Befindlichkeiten…

Im Umgang mit Pinoys sollte der Bauherr stets Ruhe bewahren und niemals seine Stimme erheben… wir ‚Americanos‘ klingen eh’ schon grundsätzlich sehr aggressiv für Pinoy-Ohren…

Der normale Arbeiter wird jede - selbst harsch vorgetragene - Anweisung des Bauherren mit der ihm gegebenen stoischen Ruhe entgegennehmen, etwas Hektik vortäuschen und… nichts tun. Denn wenn er seinen Job behalten will, wird er nur genau das erledigen, was ihm sein Vormann befiehlt.

Also… ‚Dienstweg‘ einhalten und mit dem Vormann sprechen. Beginne mit einem überschwänglichem Lob, daß diese oder jene Sache besonders gut ausgeführt worden sei… Dann schleiche dich an dein Thema an… ist der Fehler aus dem Bauplan ersichtlich… gut für dich… Du erklärst ihm, daß einerm seiner Arbeiter offensichtlich ein ‚Missverständnis‘ unterlaufen ist und verweist auf Plan und Bauausführung. Dies bietet ihm die Möglichkeit sein Gesicht zu wahren, sollte er dir beipflichten (müssen). Dabei ist es unwichtig, daß er weiß, daß du weißt, daß ER dafür verantwortlich war… und darum akzeptieren Pinoys auch JEDE Erklärung oder Ausrede… und sei sie noch so abwegig oder gar hanebüchen…

Beispiel:
Deine Gattin hat deine Lieblingstasse fallen gelassen, und jetzt ist der Henkel abgebrochen… Sie wird niemals auf dich zukommen und dir sagen, daß es ihr z.B. versehentlich beim Spülen passiert sei… denn das wäre ein Schuldeingeständnis.

Ein solches wirst du aber NIEMALS (freiwillig) von einem Pinoy bekommen!!!

Sie wird eine Ausrede erfinden… z.B. daß es „ganz sicher“ beim Erbeben gestern passiert sein muss, als die Tasse aus dem Regal gefallen war… nimm es einfach hin, selbst wenn du dir „ganz sicher“ bist, daß es in den letzten Monaten kein Erdbeben gegeben hat… denn ansonsten erwarten dich mindestens 2 Tage Tampo, da sie nun dir die Schuld zuschieben kann, weil du ihr nicht glauben wolltest…

Noch schlimmer wird es dich treffen, wenn du die „Tat“ mit eigenen Augen gesehen hast… denn jetzt kann die Gattin keine Ausrede mehr (er)finden… und dafür wird sie DIR die Schuld geben… das bringt dir bis zu 2 Wochen Tampo… je nachdem, wann du bereit bist, dich bei ihr für dieses Missgeschick zu entschuldigen…

Zurück zum Vormann…

Du hast ihn mit Schmeichelei und Überredungskunst dazu gebracht, die Angelegenheit in deinem Sinne zu erledigen…

Er kann weitergehen… :+1: :+1: :+1:

(„regelst“ du das Ganze im Befehlston, wird es auch letztendlich klappen… das Ergebnis wirst du allerdings - dann viel später als am eigentlich erwarteten Fertigstellungstermin - an jeder Ecke deines Hauses in der Bauausführung sehen…)

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Das Dach steht…

und es kommt Farbe ins Spiel…

Fliesen aller Art und reichlich Zement…

und gleich ein weiteres Ärgernis… Bodenfliesen werden auf den Pinas fugenlos und schwimmend in Zement verlegt… und auf ein Gefälle wird natürlich gleichfalls nicht geachtet… nach Murphys Gesetz fließt das Wasser dann vom Fenster in den Raum… (und so kam es auch…)

Ich weiß nicht, wie oft ich die Arbeiter wieder zum Einschlämmen der Bodenfliesen geschickt hatte, bis auch die letzte Fliese den Klopftest auf Hohlräume bestanden hatte… von allein kamen die Arbeiter natürlich nicht auf die Idee… denn was fertig aussieht IST auch fertig… dieses Credo zieht sich hier durch sämtliche Lebensbereiche!

Die Küchenzeile haben wir im Pinoy-Stil betonieren lassen, jedoch mit Granit anstelle der üblichen Fliesen verkleidet…

Die Fliesen für die Bäder hat meine Gattin ausgesucht… ich hatte lediglich darauf bestanden, daß sie keine der hier so beliebten Kack-Farben haben…

und ich meinen „Altersruhesitz“ in der Dusche bekomme…

Derweil wurde draußen das Zweikammer-Abwasser-System langsam fertig…

und angeschlossen…

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Die Aufschüttung wurde angeliefert…

und die Fenster eingebaut…

Irgendwas ist ja immer… finde den Fehler…
(kleiner Tipp… er ist quadratisch…)

Da wir uns für eine zusätzliche Terrasse mit Überdachung entschieden hatten…

(nicht zuletzt, weil der ‚worst case‘ eingetreten war und das Wasser, welches bei Regen die Fenster hinunterlief, gleich weiter über die Fliesen ins Haus eilte…)

wurden Pfosten im Streifenfundament verankert…

und eine solide Dachkonstruktion gedengelt, gesägt, geschweißt, mit PVC eingedeckt

und schließlich blau und weiß angepönt…
(und der Fehler war endlich auch beseitigt)

Das Logo (etwas rustikal geraten)

spiegelt nicht nur die Begeisterung des Bauherrn wider, sondern dient auch ganz profan (mangels Hausnummern) dem (Post)Boten zur Orientierung…

übrigens sehr erfolgreich, auch wenn ein Pinoy mit Fußball (und gar dem deutschen) nix am Hut hat…

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Drinnen ging es weiter…

während es draußen (und von Weitem) schon recht fertig aussah…

Die Küchenzeile bekam Türen…

einen Herd und auch eine Dunstabzugshaube… dafür kriegte die Mauer wieder ein Loch…

und schließlich wurden Schubladen und Regale in die Küchenzeile eingebaut…

Die sanitären Anlagen… ein leidiges Thema…

Ich weiß nicht, wie oft ich „maßgestanden“ hatte, doch am Ende waren Waschbecken, Spiegel, der Duschkopf und beide Urinale trotzdem viel zu tief montiert… die Arbeiter konnten (oder wollten) wohl nicht einsehen, daß es auch größere Menschen als einen Pinoy gibt…

letztendlich konnte ich jedoch nur nur geringfügige Korrekturen durchsetzen, da die Arbeiter zuvor mit den Anschlüssen in den Wänden schon Fakten geschaffen hatten…

Hier sollten zukünftige Bauherren schon gleich bei der Verlegung der Rohre in die Wände darauf achten!!! Bei meinem zweiten Bauprojekt hatte ich das dann ‚auf dem Schirm‘…

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Die „Kleinigkeiten“

Der Bau steht!!!


Mittlerweile wurden auch die Eingangstore fertiggestellt… alles von Hand zurechtgedengelt, grundiert und in den „Mottofarben“ gestrichen!

Bei sämtlichen Zimmertüren sowie die obligatorische Eingangstür (die Arbeiter haben es „geschafft“, daß sich diese nach außen öffnet - wenn Mann denkt, es könne einen nichts mehr überraschen… dann…) haben wir uns für massives Tropenholz entschieden, evtl. Termitenbefall hin oder her. Alu oder gar Plastik gefällt mir gar nicht!!!

Bei der Hausübergabe am 23. November, neun Monate nach dem Baubeginn, wurde mir ein Schlüssel überreicht…

der aber nicht passte…

Einmal noch ein Blick auf sämtliche noch leeren Räume…

und dann war Einzug!

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Wir hatten uns - trotz der relativ hohen Kosten von 395 k PHP - für den Einbau einer Solaranlage entschieden. Weniger, um Stromkosten einzusparen, sondern in erster Linie um uns von - auf den Philippinen häufigen - Brownouts (also zweitweisen Stromausfällen) unabhängig zu machen.

Und bis sich nach zwei Monaten der örtliche Stromversorger ISECO herabließ, uns an das Netz zu bringen, blieb dies bis dahin auch unsere einzige Stromversorgung… erstaunlich, daß wir - trotz 1,5HP-AC im Schlafzimmer - damit fast immer über die Nacht gekommen sind…

Am vereinbarten Termin rückte die Firma - vollkommen überraschend - exakt zur vereinbarten Uhrzeit an!!!

…und legte auch sofort los…

Acht Bifacial-Panele, die zusammen 5 kWp erzeugen, kamen auf’s Dach, wurden verkabelt und dieses zu Batterie und Inverter geführt (noch nicht zu sehen).

die Installation der 10-Kwh-LiFePO4-Batterie sowie des Inverters überwachte der Chef persönlich…

Der Abend senkte sich…

und ES WARD LICHT!!!

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DIE S T R O M V E R S O R G U N G

In Ilocos Sur ist die I S E C O - wie üblich - allein zuständig für die Stromversorgung.

Hatte ich anfangs noch angenommen, daß die Hausbesitzer sich einvernehmlich auf eine einzige Oberleitung einigen können, von der (wie in Deutschland üblich) jeder Eigentümer eine „Abzweigung“ zu seinem Hausanschluss erhalten kann, hatte ich weder mit den philippinischen Befindlichkeiten der ISECO noch mit denen meiner Nachbarn gerechnet…

Blauäugig wie ich war, nahm ich an, daß eine „aufgeräumte“ Oberleitung kein Hexenwerk sei… es sah gut aus…

Der Nachbar setzte Pfosten bis zum Trafo der ISECO und wir ließen ihn eine Leitung über unsere Pfeiler bis dorthin verlegen…

Doch…

Weit G E F E H L T !!!

Zuerst einmal warf mir die ISECO einen Knüppel zwischen die Beine… jedes Grundstück müsse zwingend sein eigenes Kabel verlegen… Begründung: „Ist halt hier so…“ Ende der Diskussion…

Und ja… zuerst müsse geprüft werden, ob unser Hausanschluss geeignet sei, angeschlossen zu werden… die Barangay-Abnahme sei nicht ausreichend… aber gegen eine Gebühr würden dies erfahrene Mitarbeiter der ISECO erledigen…

Warten auf Terminvergabe… Die Mitarbeiter hätten zwar zur Zeit nicht viel zu tun, aber dies unter der Woche eben halt in anderen Barangays… in unseren kämen sie erst in gut 10 Tagen wieder… nun gut…

Dann endlich der Abnahmetermin… Die beiden Mitarbeiter der ISECO waren nach dem Kassieren der Gebühr sogar so erfahren, daß sie, ohne einen weiteren Blick auf die Elektrik zu werfen, gleich wieder verschwanden…

Wir kauften Kabel… und legten los…

Da stand auf einmal der Nachbar vor uns, welcher zuvor ungefragt unsere Betonpfosten für seine Leitung verwendet hatte und erklärte, daß wir uns an den Kosten seiner Pfosten mit der Hälfte beteiligen müssten… anderenfalls werde er uns nicht erlauben, diese zu nutzen…

Ich verhandele nicht mit Arschlöchern, und so sprachen wir uns mit anderen Nachbarn ab, die auf der anderen Straßenseite ja auch einen Stromanschluss benötigten, zusammen eigene Pfosten zu setzen…

Die Lage wurde unübersichtlicher…

Dabei sind bis jetzt erst vier von 32 möglichen Grundstückseigentümern beteiligt…

Ich fürchte, letztendlich wird es hier wie überall aussehen…

Zumindest funktioniert jetzt unser System mit dem Umschalten von Solar auf ISECO einwandfrei, und ich kann dies sogar - wie heute immer öfter üblich - mit einer Äpp verfolgen…

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Du hast viel Glasfront, wird es da nicht sehr heiß innen ?
Wir haben deshalb nur kleine Fenster bei uns gewählt.

Jein…:innocent:

Zum Einen sind die Fenster verspiegelt und zum Anderen verhindert das Vordach direkte Sonneneinstrahlung auf die Fenster… (und die Hauswände):+1:

Und übermorgen werden wir den Fehler, klares PVC zum Eindecken genommen zu haben, mit reichlich Farbe beseitigen lassen…

Dann ist der Schatten vollkommen. :+1:

Ach ja… weil du an so etwas nicht denkst… wir haben auch noch AC in den Räumen… und dank Solar… scheiß was auf den Stromverbrauch… :sunglasses::innocent::sunglasses:

Am Ende überwiegt für uns der Vorteil, bei bedecktem Himmel nicht im Dunkeln zu sitzen… außerdem binnich für Zimmer mit kleinen ‚Schießscharten‘ zu klaustrophobisch veranlagt…
:sunglasses::grimacing::sunglasses:

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Verspiegelte Fenster, denke das ist wirklich am sinnvollsten. Waren 2023 in einem Beach Resort, die hatten das, macht viel aus. Wir haben dunkle Scheiben, gegen zu viel Lichteinfall um das Innenleben zu schonen.
Würde ich nicht mehr rein machen, die werden saumäßig heiß, selbst wenn sie verschattet sind.
Fliegen vielleicht irgendwann raus.
AC ? Teufelszeug ! :smiling_imp:

Die Verspiegelung ist von Innen nur zu erkennen, wenn man die Terrassentür öffnet… drinnen herrscht natürliches Licht… wir hatten uns für viele kleine Scheiben entschieden, die nicht nur Sturmböen besser widerstehen sondern auch besser aussehen!

Solange die Zimmer noch leer waren, konnte man auch gut erkennen, daß die Gardinen zwar noch einmal für ca. 1 Grad niedrigere Temperaturen in Innern sorgen, aber wenig Licht wegnehmen… Nachts sorgen sie zudem dafür, daß man von außen nur Schemen erkennt… wichtig bei der Phobie der Pinoys gegen Nacktheit…:sunglasses:

Ich LIEBE Teufelszeug!!!
:sunglasses: :rofl: :innocent:

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Den Mast kenn ich doch!

Richtig!!! Der steht hier - meistens ohne Trafo- so ziemlich an jeder Ecke… :sunglasses:

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Und wir haben unser Vordach nunmehr streichen lassen… sorgt nun für reichlich Schatten und noch einmal für fast zwei Grad weniger im Haus. :+1:

Kosten: knapp 3.000 PHP
650 PHP für den Vorarbeiter (zusammen mit der elektrischen Spritzpistole)
400 PHP für den Helfer
der Rest für Farbe und Material…

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