Arbeitslohn für Vorarbeiter und Helfer derzeit?

Wir haben vor kurzem ein Bad renovieren lassen, also die alten Fliesen und Installationen rausklopfen und gegen neue austauschen. Beschäftigt waren zwei Personen, davon einer aus dem weiteren Verwandtenkreis, was auch Nachteile hat aber für mich am einfachsten zu organisieren war. Gezahlt habe ich 1000,- und 800,- Pesos pro Tag plus Verpflegung. Gemessen an den Gesamtkosten des Projekt für Mörtel, Fliesen, Amaturen, Toilette, Waschbecken, neue Tür und neues Fenster (alles auf den Philippinen gekauft, im Baumarkt oder über Lazada), war der Arbeitskostenanteil überschaubar.

Das wäre in DACH für ein vergleichbares Vorhaben mit Sicherheit anders. Anders formuliert, hätte ich 800,-/600,- gezahlt, hätte ich vielleicht 4-5k Pesos gespart. So hatte ich aber die Motivation auf meiner Seite und die Handwerker haben dafür gesorgt, dass das Bad bis zu unserer Ankunft zum weihnachtlichen Familienurlaub fertig war, haben also keine Zeit geschunden.

Dass die Ausführung nicht in allen Details DACH Maßstäben genügt ist aber auch klar, die meisten Handwerker können es schlicht nicht besser und haben keinen Vergleich, z.B. was die Verfugung betrifft. Das ist aber ein grundsätzliches Problem auf den Philippinen. Die Duschabteilung im vornehmen Golfclub entspricht im Details auch nicht DACH Standard.

Wenn man jetzt ein größeres Projekt in Angriff nimmt, z.B. ein Haus baut, mag das mit der sinnvollen Arbeitskostenkalkulation eventuell wieder anders aussehen.

P.S.: Mal zum Vergleich, unsere Golfcaddies haben einen Anspruch auf 600,- Pesos pro Runde ca. fünf Stunden aber faktisch ein Tagesverdienst. Ich gebe ihnen 700,- und zu Weihnachten bzw. an Feiertagen auch mal 1000,- zudem lade ich sie während der Runde am Teahouse ein, sie können sich also zwei Mal ein Getränk und ggf. ein Sandwich oder eine Suppe holen - also ein ähnlicher Deal wie bei den Handwerkern üblich (wobei die Verpflegungspreise im Vergleich mit DACH und anderen Tourismusdestinationen (Thailand oder auch Türkei) extrem güstig sind - trotzdem aber natürlich teurer, als wenn man den andwerker zu hause versorgt).

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War bei uns auch so, wir hatten anfangs 2 Verwandte unter den Mitarbeitern. Der eine war der Bruder und der andere ein Neffe meiner Frau.
Meine Frau hat ihren Bruder, weil er nur eigene Ideen verwirklichen wollte, schon nach wenigen Tagen heim geschickt.
Beim Neffen war es schwerer, weil der keinen festen Job hatte, im Gegensatz zum Bruder.
Der entwickelte sich immer mehr zum Alleinunterhalter der anderen Arbeiter und hielt die dadurch auch vom arbeiten ab.
Letztendlich haben wir ihn dann aber auch heim geschickt.
Bei uns warens als bis zu 6 oder 8 Arbeiter am Bau.
Ihren Bruder beschäftigen wir als noch ab und zu wenn er von seinem Arbeitgeber frei bekommt.
Inzwischen klappt es besser, also er macht was wir sagen und arbeitet auch sehr schnell, dass man ihn manchmal bremsen muss.

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Uiìiii…wenn ich das mal erleben dürfte.:rofl:

Aber erstmal ist noch Pause (wegen Grader und Ausgleich der Oberfläche). Danach kann ich weitersehen - und berichten.

Ist das gut alles gerade zu machen?
Wir haben das nicht gemacht.
Es ist so, dass das Grundstück vom Haus zum Garten leicht abfällt.
Es ist eigentlich ein Vorteil, weil so das Wasser nicht beim Haus stehen bleibt.
Runter in den Garten läuft. wir haben auch 3 kleine Löcher unten in die Mauer gemacht, wo dann das Wasser kontrolliert raus läuft.
Bisher eigentlich gute Erfahrung damit.
Nachteil war in der Anfangszeit, dass dann Erdreich um das Haus herum zum Garten geschwemmt wurde.
Aber spätestens von der Mauer aufgehalten wird.
Aber seit wir alles voll Bermuda ums Haus haben, passiert das nicht mehr, der hält den Boden an Ort und Stelle.

Bei uns steht das Haus auch auf einem Sockel, 30 oder 50cm ist der hoch, weiß Höhe grad nicht mehr genau.
Bei Starkregen ist das von Vorteil, da läuft garantiert nie was ins Haus rein.

Wir zahlen für unserem Vorarbeiter - Allround Talent mit mit sehr guten Kenntnissen 1000 PHP/day - ungelernten Hilfskräften, maximal 600-800.

Grundsätzlich muss man sagen, dass anders als in D der Lohnkostenanteil sehr gering ist im Verhältnis zu den Materialkosten. Es gibt halt keine arbeitsrechtlichen Vorgaben und faktisch auch keine Mindestlöhne, was natürlich sozial gesehen auch problematisch ist. Andererseits gibt es auch so wie keine gelernten Fachkräfte, was die Produktivität und Effektivität beim Bauen deutlich einschränkt !!

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Wir arbeiten immer mit.
Auch aus der Not geboren, weil es bei uns kaum noch Arbeiter auf dem Markt gibt.
Die Alten sind inzwischen alle fest angestellt, die Jungen kommen nicht nach, lernen nur noch Bürojobs, IT, weil das von der Region bei uns bezahlt wird.
Habe jetzt von Verwandtschaft erfahren, dass sie in ihrer Verzweiflung, niemanden mehr zum arbeiten zu bekommen, tatsächlich ein Arbeitsteam aus Manila angeheuert haben.
Echt verrückt geworden.
Bin mal gespannt wies diesmal wird, wenn wir wieder einfliegen, haben nämlich auch noch einiges zu machen.
Hoffe der Bruder meiner Frau, der inzwischen gut arbeitet, bekommt von seinem Chef Urlaub für uns und einer von den Arbeitern, den wir früher schon mal hatten, soll von Manila wieder nach Oz zurück gekommen zu sein, der war auch ok.
In unserer Region ist es halt auch so, dass man aufpassen muss, wen man auf seinen Grund lässt, da hats einen Haufen Kriminelle.

Es wird nicht alles gerade gemacht, aber der Eingangsbereich (ca.500qm) ist doch deutlich höher, als der zu bebauende Grund.
Außerdem wird innerhalb des Grundstücks ein ca.3mtr.breiter Weg bis zum Grundstücksende ausgekoffert.

Wir haben jetzt 2 Tage heftigen Regen hinter uns. Da hat sich das Wasser auf Grund der Geländestruktur seinen Weg teilweise in dem Bereich gesucht, wo wir die Abwasserleitung zum Septiktank gelegt haben und auf rd.6mtr.alles unterspült. Da muss auch noch eine Lösung gefunden werden.

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ich habe ja gerade eine kleine Renovierung meiner Hütte machen lassen.
Alles noch vor Ort mit „unserem“ Vorarbeiter besprochen, er hat eine Kalkulation für Material und Lohnkosten gemacht und ihn dann beauftragt.
Material habe ich alles noch selbst vor Ort eingekauft, bzw. für die notwendigen Termine bestellt.
Der Vorarbeiter und sein Team haben jemals Samstags nun ihren Wochenlohn bekommen, sind sehr fit und fix und waren sogar einen Tag früher als geplant fertig.
Habe trotzdem ihnen den vollen letzten Lohn gezahlt - gut Arbeiter sollte man bei der Stange halten und motivieren.

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2019 hatten wir eine Phase, dass die Arbeiter bei uns abnahmen, einfach nicht mehr kamen.
Lag auch am Dach, das nicht wie geplant aus Cebu kam, dauerte fast 2 Monate länger als zugesagt, bis es endlich ankam.
Das konnte man damals bei uns gar nicht kaufen.
Nun ja, in der Not haben wir dann alle Arbeiter, von denen wir wussten dass sie gut arbeiten, zu Jollibee zum Essen eingeladen.
Da waren die alle noch nie drin, selbst für den Vorarbeiter der lange in Cebu arbeitete, war das das erste mal.
Ja, das half, sie kamen dann wieder.
Ich glaube, heute würde das nicht mehr so ziehen, es hat sich in den letzten 6-7 Jahren schon sehr viel bei uns verändert.
Habe die Preise, den Tageslohns derzeit bei uns nachgefragt, hat sich zum letzten Jahr nichts verändert, wer mehr kann 700 und Helfer 300-400 PHP.

Das deckt sich ungefähr mit meinen Erfahrungen hier auf Guimaras-Island.
Obwohl „family“, besteht meine Frau (ist ja auch ihre Familie) auf 750 für Vorarbeiter und 500 für „helper“.
Kleine Differenzierungen baue ich dann manchmal ein: da gibt es einen Neffen, der gut arbeitet, keine Zeit schindet (Pausen, Arbeitsbeginn/-ende), der bekommt von mir schon mal nen Zuschlag, während ein anderer (sehr junger) Neffe, der oft am Handy hängt, sich oft 'ne „Nische“ sucht - aber mitunter auch mal kräftig anpacken kann, also diese „Pappnase“ (hat jetzt wirklich absolut garnix!!! mit dem gewachsenen „Gesichtserker“ zu tun) muss manchmal einfach Abstriche in Kauf nehmen. Ich versuche (nach meinem Verständnis) gerecht zu zahlen, daß das manchmal nicht nachvollzogen werden kann (hauptsächlich von meiner Frau) " ja mei".

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Ich habe das anders gemacht.
Immer mal zwischendrin kleine Geschenke verteilt.
Z.B zum Wochenende kleine Flaschen Tanduay aus Phils oder mal Benzinfeuerzeuge, Taschenmesser, T-Shirts für die Kids, auch mal Bürsten für die Damen Zuhause, alles aus D. vom Sonderverkauf mitgebracht.
Das hebt die Stimmung und die Ausfallrate wurde geringer, könnte ja sein, dass man sonst nächste Woche was verpasst.
Gab aber trotzdem ab und zu Leute, die nicht mehr kamen oder erst Wochen später wieder auftauchten.
Meine aber, die kleinen Geschenke haben ein Bisschen was bewirkt, wer weiß, wäre womöglich noch schlimmer sonst gewesen.