Zwischen Funkenflug und Flugzeugstart – Alltag in philippinischen Machine Shops

Wer auf den Philippinen unterwegs ist, kennt sie vermutlich: die oft offenen Werkstätten entlang der National Highways oder kleinen Seitenstraßen, irgendwo zwischen vulkanisierenden Reifenhändlern, Sari-Sari-Stores und kleinen Eateries. Meist fährt man einfach daran vorbei, ohne genauer hinzusehen. Doch hinter den offenen Fronten verbirgt sich oft eine erstaunliche Welt aus Handarbeit, Improvisation, technischem Können und harter körperlicher Arbeit.

Für mein neues Video aus der Reihe „Hidden Working Life of the Philippines“ habe ich mehrere Machine Shops in Sibulan besucht – oder besser gesagt: eigentlich wollte ich nur einen einzigen filmen. Wie so oft auf den Philippinen entwickelte sich daraus jedoch etwas ganz anderes.

Der erste Shop, den ich entdeckte, wirkte zunächst eher unscheinbar. Schnell stellte sich aber heraus, dass hier hauptsächlich Lastwagen, schwere Fahrzeuge und Baumaschinen repariert werden. Sofort fällt auf, dass hier einige Nummern größer sind als in gewöhnlichen Autowerkstätten. Riesige Metallteile liegen herum, schwere Motorenteile werden bearbeitet, geschweißt und angepasst. Überall hört man Schleifgeräusche, Metallklang und das dumpfe Arbeiten großer Maschinen.

Besonders interessant fand ich, dass dort nicht nur klassische Reparaturarbeiten durchgeführt wurden. Einer der Arbeiter stellte gerade kleine Metallformen für Kerzen her, etwa in der Größe von Teelichtern. Solche „Spezialaufträge“ scheinen in vielen philippinischen Werkstätten ganz selbstverständlich dazuzugehören. Man repariert nicht nur Fahrzeuge – man fertigt an, was gerade gebraucht wird.

In einer benachbarten Halle wurde gleichzeitig an einem beschädigten Ford Pick-up gearbeitet, das war das Fahrzeug des Eigentümers, während draußen der Verkehr vorbeirauschte.

Nach den Aufnahmen im Heavy Machine Shop wurde ich auf den eigentlichen Hauptbetrieb der Firma aufmerksam gemacht, direkt an der National Highway 7 neben der Startbahn. Dort zeigte sich dann eine völlig andere Welt.

Direkt gegenüber der Werkstatt befindet sich nämlich die Start- und Landebahn des Flughafens von Dumaguete. Plötzlich rollte eine Maschine von Cebu Pacific zur Startposition. Ein Traffic Enforcer trat auf die Straße und hielt den Verkehr auf dem National Highway an, damit das Flugzeug sicher starten konnte. Motorräder, Trisikads, Busse und Lastwagen warteten geduldig am Straßenrand, während wenige Meter entfernt die Turbinen aufheulten und das Flugzeug abhob.

Es sind genau diese Momente, die für mich den besonderen Reiz der Philippinen ausmachen. Infrastruktur, Alltag und Improvisation liegen oft unmittelbar nebeneinander und verschmelzen zu Szenen, die man in vielen westlichen Ländern so kaum noch erleben würde.

Während im ersten Betrieb vor allem schwere Fahrzeuge und große Teile dominierten, ging es hier um Motorräder und Autos. Überall standen Drehmaschinen, Motorenteile, Werkzeuge und Arbeiter konzentriert an ihren Maschinen. Auch hier wurde geschweißt, angepasst und improvisiert.

Besonders überraschend war ein Arbeiter, der gerade dabei war, die langen Metallspieße für „Lechon Manok“ herzustellen – jene Grillspieße, auf denen in den Philippinen die beliebten gegrillten Hähnchen rotierend über der Holzkohle gegart werden. Wieder einmal zeigte sich, dass solche Werkstätten oft weit mehr produzieren als nur Ersatzteile für Fahrzeuge.

Zwischen Funkenflug, Metallstaub, Werkzeugen und dem ständigen Verkehr draußen entstand so ein kleines Porträt philippinischen Arbeitsalltags, das man als normaler Reisender oft gar nicht wahrnimmt.

Gerade diese eher verborgenen Arbeitswelten interessieren mich inzwischen immer mehr. Sie erzählen oft mehr über den Alltag eines Landes als viele touristische Sehenswürdigkeiten. Man sieht Menschen bei echter Arbeit, hört die Originalgeräusche der Umgebung und erlebt, wie viel Improvisation und praktisches Können notwendig sind, damit der Alltag überhaupt funktioniert.

Hier geht es zum Video:

Hidden Working Life | PHILIPPINE MACHINE SHOP

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Hatte ich auch schon öfter mal, wenn ein Teil von einem Motorrad kaputt ging und nicht lieferbar war, dann geht man in diese shops :+1: da wird einem geholfen!

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Ich finde den Mann mit Sonnenbrille und Kette zwar cool, aber hoffentlich haben sie ihn nicht an laufende Werkzeugmaschinen ran gelassen. Extreme Unfallgefahr! … :wink:

Ansonsten, Top-Thema … :+1:

An einer Drehbank habe ich ihn nicht gesehen. Er war zur Zeit des Filmens dabei, an dem Teil herumzuschweißen, den er da in der Hand hält. Nach dem Schweißen war er dabei, es mit einer Bürste zu bearbeiten.

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