Wer hätte das von den Pinays gedacht?

Neue Osnabrücker Zeitung, 14/12/2025


Erzkatholisch – und doch anders: In diesem Land dominieren Frauen den Pornokonsum

Die Philippinen gelten als sehr konservativ. Ungewöhnlich: Ausgerechnet hier schauen wesentlich mehr Frauen als Männer Pornos.

Pornos sind vor allem für Männer da – so jedenfalls die allgemeine Annahme hierzulande. Auf den Philippinen scheint es Statistiken zufolge andersrum zu sein. Warum schauen in dem südostasiatischen Land Frauen offenbar mehr Pornos?

Wenn Mary Francis sich abends entspannen will, klappt sie häufiger mal ihren Laptop auf, besucht eine Pornoseite und wählt eines ihrer Lieblingsgenres aus. Und dann geht’s los. Der 31-jährigen Mitarbeiterin einer Behörde in Manila, der Hauptstadt der Philippinen, ist das auch nicht unangenehm: „Für mich ist das kein Tabu oder so, es ist einfach, was es ist. Also Unterhaltung, und Erregung.“

Austausch mit Freunden über bevorzugte Sex-Genres

In einer normalen Woche gucke sie ungefähr dreimal Pornos, immer für rund 10 oder 15 Minuten. „Mir gefallen vor allem lesbische Settings, Transfrauen und Cuckolding, also wenn ein Mann seiner Frau dabei zusieht, wie sie mit jemandem anderen Sex hat. Zwischen diesen drei Genres wechsle ich hin und her.“ Manchmal tausche sie sich auch mit Freunden darüber aus.

In ihrem Heimatland ist Mary Francis nicht nur durch ihre Vorlieben bei Porno-Genres typisch. Sondern auch dafür, dass sie als Frau überhaupt regelmäßig Pornos guckt. Laut Pornhub, der weltweit führenden Plattform für Pornos, stechen die Philippinen aber international heraus: als das Land, wo Frauen häufiger Pornos gucken als Männer. Dies zeigen jedenfalls die Daten, die Pornhub jährlich von seinen Nutzern auswertet. 64 Prozent des Datenverkehrs aus den Philippinen komme von Frauen.

Das sind fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr, als die Philippinen auch schon als weiblichste Pornokonsumnation herausragten. Von den 20 Ländern, die Pornhub vergleicht, haben die Philippinen also auch 2025 den höchsten Frauenanteil und sind neben Kolumbien und Argentinien das einzige Land, wo Frauen mehr Pornos konsumieren als Männer. Der internationale Durchschnitt der Nutzung durch Frauen liegt demnach bei 38 Prozent. Deutschland liegt mit 26 Prozent deutlich unterhalb des Durchschnitts.

„Unsere Statistikerinnen haben im letzten Jahrzehnt den Anteil weiblicher Besucherinnen auf Pornhub untersucht“, heißt es hierzu im Pornhub-Report. „Sie stellten über die Jahre einen Aufwärtstrend fest, was die überholte Aussage ‚Nur Männer schauen Pornos‘ in Frage stellt.“ So lag der Anteil vermutlich weiblichen Traffics auf der Plattform 2015 noch bei 24 Prozent. Seither hat er sich demnach um gut die Hälfte erhöht.

Warum die Philippinen herausstechen

Aber warum stechen die Philippinen offenbar international heraus, wenn es um den weiblichen Konsumanteil von Pornos geht? Sabrina Gacad, Professorin für Gender Studies an der University of the Philippines in Manila, hat eine Erklärung: „Wenn wir an Fragen der Geschlechtergleichheit denken, dann sehen wir schon länger Veränderungen in Sachen Bildung, Zugang zu Technologien, Jobs, aber auch einen Wertewandel. Der Gedanke, dass Frauen sexuelle Wesen sind, ist heute viel akzeptierter als früher.“

Zwar werde noch immer häufig erwartet, dass Frauen mit ihrer Sexualität diskret umgehen. „Aber Online-Pornografie bietet da ja gute Möglichkeiten: Man kann sie ja auf dem Smartphone konsumieren“, betont Gacad. „Es gibt auch immer mehr Angebote, die nicht nur Personen mit vermeintlichen Idealmaßen zeigen, sondern normale Leute.“ Dies gebe vielen Zuschauern ein besseres Gefühl mit dem eigenen Körper.

Mehr Gleichstellung bei Geschlechtern als in den USA

All das klingt einerseits wie eine Erklärung, die auf alle möglichen Länder zutreffen könnte. Aber die Philippinen, wo rund 85 Prozent der Bevölkerung offiziell katholisch sind, der Rest anderen christlichen Kirchen oder dem Islam folgt, erleben einen Umbruch. Im World-Gender-Gap-Report des Weltwirtschaftsforums, der 146 Länder nach Geschlechtergleichstellung vergleicht, stehen die Philippinen bereits auf Platz 25 – vor den USA oder den Niederlanden.

Gerade in der 12-Millionenmetropole Manila ist in den letzten Jahren auch die Kink-Community stark gewachsen. „Viele Gruppen der Gesellschaft wollen sich heute einfach frei ausleben und erwarten auch zusehends Anerkennung.“ Pornokonsum sei für Frauen in den Philippinen also auch eine Art des Aufbegehrens und des Ausdrucks von Selbstbewusstsein. Wobei die Aussagekraft der Pornhub-Daten nur bedingt verlässliche Rückschlüsse zulässt – nicht nur, weil es noch weitere Plattformen gibt, wo sich das Konsumverhalten womöglich unterscheidet.

Begrenzte Aussagekraft der Statistiken

Annahmen über das Geschlecht einer Userin trifft Pornhub durch das Sammeln von Cookies, also Informationen über das sonstige Surfverhalten einer Person. Wer außer Pornhub auch Modeseiten besucht hat, wird eher als Frau klassifiziert; wer Fußballseiten aufsucht, eher als Mann. Die Statistiken sind also nur Tendenzen.

Aber da die Erhebung in allen Ländern gleich abläuft, und Pornhub die einzige große Plattform ist, die solche Informationen überhaupt herausgibt, haben die Daten dennoch informativen Wert. Passend zu den Erklärungen von Sabrina Gacad berichtet Mary Francis, die wegen ihres Jobs ihren wahren Namen nicht verraten will, von wachsenden Online-Communitys: „Auf sozialen Medien haben sich in den letzten Jahren, ungefähr mit der Pandemie, Gruppen gebildet, wo sich Leute über Sex austauschen.“

Pornokonsum zwischen Religion und Alltag

Auf Facebook, X und anderen Plattformen sprechen vor allem Frauen über Probleme, Wünsche und Fantasien. „Für viele Frauen ist das ein Safespace und wirkt ermutigend. Als ich jünger war, gab es so etwas noch nicht.“ Etwas Ähnliches sagt Emma Feliciano, eine 32-jährige Modeberaterin. Auch sie schaut mehrere Male in der Woche Pornos. Wie Mary Francis wuchs sie katholisch auf. Aber: „Nimmt die Religiosität ab? Ja. Die Boomer-Generation geht noch zur Kirche und folgt den Regeln, auch so richtig.“

4 „Gefällt mir“

Ich hatte das hier ja schon mal vor einiger Zeit geschrieben.
Innerhalb des Clans gibt es absolut keine sexuellen Geheimnisse unter den Frauen.
Aber nach Außen, wird darüber nichts kommuniziert.
Über meine Frau weiß ich da auch einiges über die anderen Männer und Geschwister.
Hatte ich hier auch schon mal geschrieben.
Also merke, auf den Phils weiß der Clan alles über dich!

mir ists wurscht wer , wann und wie oft jemand schaut , aber wie man zu der erkenntnis kommt koennte mich interessieren

das ist was ich meine (lach) , jeder der sich auch nur ein wenig mit dem net auskennt sollte wissen das man mit diesen daten keine rueckschluesse auf tatsaechliche user ziehen kann , also um das mal in der porno - sprache auf den punkt zu bringen ist das ein thema fuers „sommerloch“ :rofl:

dieses phaenomen ist mir auch gelaeufig , es gab zeiten wo ich mich gefragt hatte warum die damen das unter sich tratschen , habe nie eine antwort gefunden die mir einen plausiblen grund erklaerte . . .

Hierzu folgende Info von Gemini:

Ableitung des Geschlechts (Demografisches Targeting)

​Werbenetzwerke analysieren dieses gesammelte Verhalten. Basierend auf statistischen Wahrscheinlichkeiten und den erstellten Interessenprofilen ordnen sie die eindeutige Cookie-ID einer demografischen Kategorie zu.

  • ​Wenn ein Nutzer beispielsweise häufig auf Websites über Damenmode, Kosmetik und spezielle Frauenthemen surft, stufen die Algorithmen die zugehörige Cookie-ID mit hoher Wahrscheinlichkeit als weiblich ein.
  • ​Besuche auf Seiten über Werkzeuge, Fußball und bestimmte Männerthemen führen zur Einordnung als männlich.

​Oftmals wird die demografische Information (Alter, Geschlecht) auch durch Datenabgleich aus anderen Quellen ergänzt, die der Nutzer freiwillig angegeben hat (z. B. in sozialen Netzwerken oder bei der Einrichtung eines Google-Kontos), und dann mit der Cookie-ID verknüpft.

vor ueber 2 jahren hat mich google als user meiner tochter einsortiert , ich weiss bis heute nicht ob ich das aendern sollte . . . eher nicht :slightly_smiling_face:
allerdings ist mein internet wissen zugegeben eher unterdurchschnittlich .
aber hier mal ein bsp ueber den kenntnisstand durch google und cookie id’s ,
ich hatte bei temu im laufe dieses jahres so einiges bestellt (qualitaet ist viel besser als die lokalen) und seit ca. einem monat benutze ich einen neuen laptop , genau beim start wurde mein temu account von pod auf alle anderen bezahl moeglichkeiten zurueckgestuft , es gab trotz vieler versuche keine moeglichkeit mehr das zu aendern , nun verzichte ich auf weitere bestellungen . seit dem meta einen (starken) zugriff auf google und fb hat haeufen sich „gefuehlsmaessig“ fehler . die erkennung von sucheigenschaften der user sind viel zu manipulativ um eine echte verhaltens auswertung zu bekommen . gleiches trifft auch auf youtube zu . . .

Es geht immer mal was daneben bei der Informatik … meistens merken wir es kaum … :slight_smile:

Beim Platzhirsch Booking. com habe ich mich dieses Jahr eine Woche bei einer abgebrochenen Buchung amüsiert. Von Robi zu Robi vermittelt, bis ein Beschwerdenbrief ans Headquarter in Amsterdam ging. Plötzlich war ein Mensch auf der anderen Seite. So ist halt die moderne Welt, da müssen wir durch

Und warum richten die Datenkraken Riesenrechenzentren ein? Die sind schon weiter als wir denken, und mit Sicherheit nicht aus Spaß an der Freud … :wink:

Ein Sommerloch ist der Bericht nicht, die ganze Welt berichtet in unterschiedlicher Weise über dieses Thema. Egal ob es Sinn macht, oder nicht.

Also wir benutzen schon immer nur einen Account bei Google.
Die haben das bis heute nicht gemerkt, glaube ich zumindest.
Mir ists recht, wenn maximale Verwirrung über uns herrscht.

Und warum sollen die das nicht bemerkt haben ?

schon mal auf den Button unten geklickt bei google?

und dann ehrlich entschieden welche Ergebnisse besser sind ?

btw kommt etwas vom Thema ab oder :slight_smile:

Weil meine Frau und ich die gleiche Werbung bekommen, wir haben auch ganz unterschiedliche Interessen.
Wie geschrieben, ist das von mir nur eine Vermutung, google holt ja heute von überall die Daten von einem.

Das muß man aber bei jeder Suche erneut einschalten „Try“.