Wenn Organisation zum Abenteuer wird – der Bankenzusammenschluss von Robinsons Bank und BPI

Dass Organisation auf den Philippinen oftmals eine besondere Herausforderung ist, weiß man spätestens dann, wenn man selbst davon betroffen ist. Ich habe es in den vergangenen Jahren schon mehrfach erlebt – so auch damals zum 100. Unabhängigkeitstag in Heidelberg, als ein philippinisches Fest völlig im Chaos versank, organisiert vom damaligen philippinischen Konsulat. Doch was jetzt beim Zusammenschluss der Robinsons Bank mit der BPI (Bank of the Philippine Islands) passiert, übertrifft vieles.

Die Robinsons Bank hat ihre Kundenkonten – zumindest die Kontostände – an die BPI übertragen. Was jedoch nicht übertragen wurde, sind Zugangsdaten, Passwörter oder Login-Informationen. Das Ergebnis: Viele Kunden stehen momentan ohne Zugriff auf ihr eigenes Geld da. Bevor sie überhaupt wieder an ihr Konto herankommen, müssen sie erst einmal nachweisen, dass es auch wirklich ihres ist.

Doch damit nicht genug: Die neuen Konten wurden nicht als ATM-Konten, sondern als Scheckkonten eingerichtet. Geld abheben ist also nur mit einem Scheck möglich – und Scheckhefte hat noch niemand bekommen, weil die Identitätsprüfung ja noch aussteht.

Wie chaotisch die Situation ist, zeigte sich besonders in Dumaguete. Unsere Kinder berichteten, dass es in der örtlichen BPI-Filiale laut und emotional zuging. Viele Kunden waren verzweifelt, weil sie dringend Geld für Gehaltszahlungen oder andere Verpflichtungen brauchten. Besonders bitter: Morgen ist in der Stadt Feiertag, das heißt, es gibt keine Möglichkeit, die Sache kurzfristig zu klären.

Ich persönlich rechne damit, dass diese Aktion der BPI einige Geschäftskunden kosten wird. Wer sich auf seine Bank verlassen muss – gerade im geschäftlichen Bereich –, verliert schnell das Vertrauen, wenn organisatorische Pannen zu finanziellen Blockaden führen.

Ein weiteres Beispiel dafür, dass Organisationstalent manchmal nicht zu den großen Stärken im philippinischen Alltag gehört.

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Ja, das passiert wenn man nicht eine Sekunde nachdenkt, bevor man Systeme zusammenlegt. Oder einfach wirklich unfähig ist.

Passiert aber auch anderswo: frag mal Postbank-Kunden nach den was 2023 passiert ist. Da waren auch Business-Kunden betroffen und zwar in grossem Massstab. Da haben einige ihre Konten gekündigt. Da gingen dann nicht nur die Logins nicht, sondern plötzlich auch die Kreditkarten nicht mehr. Und keiner konnte irgendwas machen, weil niemand damit rechnen konnte, dass irgendein Fehler auftreten könnte.

Ob das im vorliegenden Fall der alleinige Fehler der BPI ist sei hier mal dahingestellt, aber sie sind als übernehmende Bank dafür verantwortlich (und sind ja auch Ansprechpartner).

Allerdings

Auf so eine massive Dummheit muss man erst mal kommen. Da würde mich mal interessieren, wie der Entscheidungsprozess ausgesehen hat.

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Also wenn ich das richtig deute, dann gibt es zukünftig keine Robinsons Bank mehr?
Ansonsten bleibt bei der BPI alles wie gehabt?

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Zu erwähnen wäre noch, dass laut Aussage meines Schwiegersohnes, Einzahlungen und Überweisungen auf dem alten Konto der Robinsons Bank, dem neuen Konto der BPI zugeschrieben werden, es hapert eben nur am Zugang zu diesem Konto.

Meiner Meinung nach ist in erster Linie die Robinsonbank dafür verantwortlich das Kunden Zugriff auf ihr Geld behalten.Danach natürlich auch die BPI.Ist man vorab über die Fusion
informiert worden?
Was lerne ich daraus:
Sollte sowas bei meiner Bank anstehen,alles vorher auf eine andere Bank transferieren…

Soweit ich gesehen habe, wurde der Zusammenschluss schon seit Januar 2024 in Angriff genommen und soll bis Ende 2025 abgeschlossen sein. Also geht man dabei wohl langsam mit voran und ist nun in Dumaguete angekommen. Wenn es aber so langsam vonstatten geht, sollte man meinen, das wäre ausgereift und langsam Routine geworden.

Laut unseren Kindern ist alles anders gekommen, als man es ihnen von der Robinsons Bank gesagt hatte.

Zum Glück sind sie nicht von der Robinsons Bank abhängig, sondern nutzten das Konto dort nur zum Parken von überschüssigem oder nicht sofort benötigtem Geld. Das Geschäftskonto ist zum Glück bei einer anderen großen philippinischen Bank, nicht bei der BPI.

Ich als BPI Altkunde bekomme von dem Ganzen ja nichts mit und bin nicht betroffen.
Ich persönlich hatte die meisten Probleme mit der BDO.
Wäre mal interessant zu erfahren welches denn
nach User-Meinung hier die beste Phil-Bank mit guter App ist

Ursprünglich waren wir bei der PCI.
Die wurde bekanntermaßen von der BDO übernommen, das funktionierte damals geräuschlos.
Die alte App bei der BDO, mit der konnte ich mich nie anfreunden.
Die neue App nun, nun ja, die ist auch stark verbesserungswürdig.
Zeigt nicht den ganzen Betrag an, da fehlen die hinteren Stellen, zumindest bei unseren Handys ist das so.
Will man was als PDF abspeichern, muß man wieder ins Portal, weil die App keine Druck oder PDF Funktion hat.
Also alles nix Halbes und nix Ganzes.

Ich glaub die beste E-Banking Experience hat derzeit die Union Bank. Da versuche ich gerade, Kunde zu werden.

Ich selbst bin bei der BDO, weil dort ganz viel über die persönliche Schiene geht. Die Kundenbetreuerinnen kennen uns, und machen fast alles möglich. (Es war mal eine neue da, die liess mich Formulare ausfüllen, da kam die „übliche“ aus der Mittagspause zurück und sprach zu ihrer Kollegin: „Ang kulit mo! Si Ser!“ und nahm mir das weg um es selbst auszufüllen.

Ich weiss nicht, warum das so ist. Weder haben wir fantastisch viel Geld dort, noch sind das alte Bekannte oder Familienmitglieder, es ist einfach so. Aber weil das so ist, bringen wir eben manchmal Meryenda vorbei. Man weiss ja nie… (ich glaube aber, ich bin entweder der einzige oder einer von ganz ganz weniger Foreigners in dieser Filiale)

Die BDO-App ist in den letzten Jahren besser geworden, jetzt ist sie immerhin Schrott und nicht mehr hässlicher unbrauchbarer Kernschrott.

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Mich hat die ewig geforderte Passwordänderung
extrem genervt und jetzt halt die andauernden „wegen Maintainance offline“ Ankündigungen

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