Wenn Dumaguete noch schläft – ein Besuch auf dem Farmers & Producers Market um drei Uhr morgens

Wer glaubt, dass in Dumaguete erst mit Sonnenaufgang Leben in die Stadt kommt, der hat noch nie den kleinen Farmers & Producers Market in den frühen Morgenstunden erlebt. Während die meisten Menschen noch tief schlafen oder gerade erst den Wecker verfluchen, herrscht hier bereits reges Treiben.

Kurz nach zwei Uhr morgens sind wir dort angekommen. Die Luft ist noch angenehm kühl, die Straßen erstaunlich ruhig. Doch an einer Ecke der Stadt sieht die Sache ganz anders aus. Dort haben Bauern, Händler und Käufer bereits begonnen, ihre Waren auszubreiten. Körbe und Säcke voller Gemüse stehen auf dem Asphalt, teilweise sogar mitten auf der Straße. Kohlköpfe, Karotten, Gurken, Tomaten und viele andere Produkte liegen bereit und warten darauf, sortiert, gewogen und verkauft zu werden.

Dieser Markt ist kein typischer öffentlicher Markt, wie man ihn tagsüber kennt. Hier treffen sich vor allem landwirtschaftliche Erzeuger aus der Umgebung mit Käufern, die die Waren später weiterverkaufen. Viele Restaurantbesitzer kommen hierher, ebenso Händler aus dem großen öffentlichen Markt von Dumaguete. Sie kaufen die Produkte zu Großhandelspreisen ein, bevor der eigentliche Markttag beginnt.

Besonders interessant ist die Atmosphäre in diesen Stunden. Alles wirkt gleichzeitig ruhig und geschäftig. Die Händler arbeiten konzentriert, Kunden gehen prüfend von Stand zu Stand, während irgendwo im Hintergrund jemand einen Sack Gemüse auf die Waage hebt.

Zwischendurch entdeckt man auch kleine Szenen am Rande des Marktes. Ein improvisierter Straßenstand verkauft heißen Kaffee und Schokolade an die Händler, die seit Stunden auf den Beinen sind. Ein paar Meter weiter öffnet eine kleine Bäckerei bereits ihre Türen und frische Pandesal werden gebacken. Der Duft zieht durch die Straße und lockt die ersten hungrigen Marktbesucher an.

Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir ein Ehepaar mittleren Alters, das ich beim Einkauf beobachten konnte. Nachdem ich sie angesprochen und gefragt hatte, ob ich filmen dürfe, erzählten sie mir, dass sie fast täglich von Pamplona in Negros Oriental hierher fahren – mehr als fünfzig Kilometer entfernt. Ihr Ziel: frisches Gemüse einkaufen, das sie später an ihrem eigenen Marktstand weiterverkaufen.

Solche Begegnungen zeigen, wie wichtig dieser nächtliche Markt für die Versorgung der Region ist. Hier beginnt für viele Händler der Arbeitstag lange bevor die meisten Menschen überhaupt wach sind.

Nach einigen Stunden füllen sich langsam die Straßen, die ersten Motorräder und kleinen Transportfahrzeuge werden beladen, und die Waren machen sich auf den Weg zum großen öffentlichen Markt von Dumaguete.

Wer Dumaguete nur am Tag kennt, verpasst also einen sehr spannenden Teil des täglichen Lebens. Der Farmers & Producers Market zeigt eine ganz andere Seite der Stadt – eine, die im Dunkeln beginnt und bereits wieder verschwindet, wenn die Sonne aufgeht.

Einige Eindrücke habe ich fotografiert, aber das Meiste sind Videoclips, die ich zu einem Video verarbeitet habe.

Video:

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