Wer an die Philippinen denkt, hat häufig Bilder von Stränden, Palmen oder geschäftigen Märkten vor Augen. Doch ein großer Teil des täglichen Lebens besteht aus etwas viel Unspektakulärerem: dem Warten.
Bei einem Spaziergang durch die Innenstadt von Dumaguete fiel mir auf, wie viele Menschen gerade nicht beschäftigt waren, sondern auf etwas warteten.
An den Terminals der motorisierten Pedicabs sitzen die Fahrer auf Bänken oder in ihren Fahrzeugen. Einige frühstücken gemeinsam Pandesal und trinken Kaffee, während sie darauf warten, dass genügend Fahrgäste zusammenkommen. Die Passagiere wiederum warten darauf, dass das Fahrzeug endlich voll besetzt ist und die Fahrt beginnen kann.
Nur wenige Meter weiter sitzen Frauen in einer Apotheke und warten auf ihre Medikamente. Sie waren bereits früh am Morgen bei einer Behörde, um Unterstützung für ihre medizinische Versorgung zu beantragen. Auch hier bestimmt das Warten den Tagesablauf.
An anderen Straßenecken warten Money Changer auf Kunden. Ein Fahrer sitzt bei offener Tür in einem geparkten SUV und wartet auf seinen Chef. Vor Geschäften und Einkaufszentren sitzen Menschen auf Bänken oder Mauern und beobachten das Geschehen um sich herum.
Besonders typisch erscheint dieses Warten bei kleinen Selbstständigen. Ein Barbier lehnt entspannt in seinem Stuhl, schaut auf sein Handy und wartet auf den nächsten Kunden. Verkäufer von Zierfischen kümmern sich um ihre Ware und hoffen gleichzeitig auf Kundschaft. Ein Parkplatzwächter singt vor sich hin, während er darauf wartet, dass neue Motorräder auf seinem Parkplatz abgestellt werden.
Andere warten auf ihr Glück. An einer Lotteriebude füllt ein Mann seinen Spielschein aus und träumt vielleicht vom großen Gewinn. Gegenüber sitzen Menschen vor Arbeitsagenturen und hoffen auf eine Beschäftigung. In einem Geldtransferbüro wartet ein Mann darauf, dass ihm jemand den Code für eine Überweisung schickt, damit er sein Geld abholen kann.
Nichts davon wirkt dramatisch. Niemand scheint sich besonders darüber zu ärgern. Das Warten gehört einfach zum Alltag. Es ist ein Teil des Lebensrhythmus der Stadt.
Vielleicht macht gerade das solche Beobachtungen interessant. Während Touristen meist die Sehenswürdigkeiten und Attraktionen wahrnehmen, zeigen diese kleinen Szenen eine andere Seite der Philippinen – eine Seite, die man erst erkennt, wenn man sich Zeit nimmt und einfach nur beobachtet.
Das Video „Waiting in Dumaguete“ versucht genau diese oft übersehenen Momente einzufangen. Nicht die großen Ereignisse stehen im Mittelpunkt, sondern die vielen kleinen Pausen dazwischen, die für viele Menschen zum täglichen Leben gehören.
