Hallo, ich habe ein 800qm Grundstück in Taloc. Davon werden aber nur 400 qm für Haus und Garten genutzt. Jetzt hat die Family vorgeschlagen ein Bassin für die Fischzucht von 6x7x1,4 m zu bauen um dort Tilapia zu züchten. Invest Kosten 250 k.Die Kalkulation für die Fixkosten ( Fishpellats, Energy, Labor costs etc. ) steht noch aus. Der Kilopreis Tilapia liegt derzeit bei 220 Piso. Nicht wirklich viel. Hat jemand Erfahrung damit ?
Zu dem Fisch kann ich nichts sagen.
Wir haben auch ein großes Grundstück bei dem das Haus nur einen Teil von einnimmt.
Das nutzen wir als Garten für Obst und Gemüse.
In fast 30 Jahren sind mir schon viele Geschäfte von der Familie vorgeschlagen worden, die großen Sachen habe ich immer abgelehnt.
Kleine Sachen habe ich gemacht, weil mir klar war, das funktioniert eh nicht.
So war es dann auch, nie hat was funktioniert oder hat geschweigedenn irgendwelche Gewinne abgeworfen.
Das Letzt mal wars eine kleine Hühnerzucht für Mama auf unserem Grundstück.
Wurde auch nix, Hühner gestorben, gefressen, zu viel Arbeit am Ende.
Gleich als wir verheiratet waren, hatten wir einen Motor mit Sidecar gekauft.
Kawasaki glaube 4 Monate wurde bei unser Bank Geld für den Taxitransport anteilig in der Stadt eingezahlt, danach war Ebbe, nix kam mehr.
Zu viel Konkurrenz inzwischen, kostet zu viel Zeit usw.
Also egal was man da mit der Familie anfängt, letztendlich kostet es einen nur Geld, so meine Erfahrung.
Daher mache ich nur möglichst billige Sachen noch, der Effekt mit den Hühnern hatte halt, das Mama öfters mal bei uns war und nach dem Rechten guckte, zumindest so lange, bis das Letzte Huhn weg war.
Naja - so spannend hört sich das als Geschäftsidee für mich nicht an.
Du müsstest ja schon mal knapp 1,2 Tonnen Tilapia züchten und verkaufen, um einigermaßen die Investitionskosten wieder eingespielt zu haben.
Da ihr aber sicherlich nicht den Fisch selbst im Geschäft oder Markt verkaufen werdet, bekommt ihr höchstens die Hälfe des Marktpreises vom Händler - also sind wir schon mal bei knapp 2,5 Tonnen die ihr züchten müsstet, um das Invest wieder einzufahren.
Und nun kommen noch Personal, Futter, Wasserreinigung (oder was auch immer, bin kein Fischzüchter), etc. hinzu und schon sind wir bei wieviel Tonnen, die erst einmal gezüchtet werden müssten, bevor es überhaupt einen ersten kleinen Gewinn geben kann.
Das in einem knapp 60 Kubikliter großem Becken???
Hab gerade mal gegoogelt: 1 Tiliapia pro 1-2 m2, Wasserbecken sollte mindestens 4-6 Meter tief sein, etc.
Hier mal der Link zum genaueren durchlesen:
Also - ich habe da so meine Zweifel, aber auch Zweifel ich an der Höhe der Investitionskosten.
In meiner Jugend habe ich mich mit der Aufzucht von Malawi-Buntbarsche in Aquarien beschäftigt. Meine damalige Erfahrung war, dass mit steigender Besatzdichte mehr Technik und Kontrolle erforderlich waren. Zudem hängt viel davon ab, welches Zuchtsystem man anwendet, z.B. wird das Wasser durch den Zufluss von Frischwasser permanent erneuert. Dies erlaubt einen höheren Bestand.
Wie oben von @Guimaras errechnet, selbst wenn du denn Bestand verdoppelst, wird dies allerhöchstens ein Hobby werden können. Geld verdienen wirst du damit nicht …
Wie Guimaras schon schrieb, das sind max. 60 m³ Wasser. Das Wasser wird evtl. zu warm, ich weiß nicht wie die Tilapias das vertragen. Das würde wohl eine recht arbeitsintensive (und im Unterhalt nicht güstige) Angelegenheit. Wer soll dort arbeiten? Ihr selbst oder bezahltes Personal? Wer überwacht das Ganze wenn Ihr mal nicht vor Ort seid?
Ich würde eher einen Garten anlegen, da kann man wunderbar Zierpflanzen und Nutzpflanzen und evtl. Bäume zur Beschattung kombinieren.
Tilapia kostet hier bei uns maximal 150P/Kilo.
Und es gibt fast ein Überangebot.Ein guter Bekannter hier ist von Tilapiazucht auf Catfish umgestiegen.Bringt wohl mehr…
Danke für die umfangreiche Schilderung. Da ist viel Wahres dran. Das Ganze auf kleine Projekte zu beschränken macht Sinn. Es gibt was zu tun für die Familie und der Schaden ist am Ende nicht so gross wenn es schiefgeht.
Zum Glück habe ich noch nicht investiert. Wollte erstmal Fakten sammeln und eine Kalkulation machen. Mir der Berechnung von Guimaras konnte ich das gut nachvollziehen. Wie es aussieht ist das Projekt nicht profitabel. Die Leute rechnen hier gerne ohne Fixkosten, brutto ist gleich netto. Mögliche Risiken werden ausgeblendet.
Wieso - du investierst und sie verkaufen den Fisch und machen Gewinn von Anfang an ![]()
Böse, böse - aber so sieht die Denkweise hier oft aus, ohne ihnen böse Absicht unterstellen zu wollen. Es wird einfach nicht richtig durchdacht.
Ja wir haben auch in Fischteiche investiert… Tilapias und Hitos.
Wir bzw. die Family waren anfangs auch etwas zu optimistisch mit den Gewinn-Erwartungen, man braucht auch gute technische Voraussetzungen wie ausreichend Frischwasserzufuhr, das richtige Futter und die richtige Dichte der Fingerlings. Die Teiche müssen wohl auch regelmäßig und Schädlingen gesäubert werden. Die Vermarktung läuft dann meist über Großhändler, die mit großen Tankwagen die Fische abtransportieren und natürlich versuchen den Preis zu drücken, da es ja verderbliche Frischware ist oft mit Erfolg. Wir haben bisher zwei Ernteperioden gehabt und dazwischen wegen Hitze auch längere „Trockenzeiten“; die Family meinte immer, das Klima sei dann zu heiß für die Fische.
Es braucht einfach eine gewisse Anlaufzeit, bis man das erforderliche Know-how hat.
Die neueste Business-Idee ist es mit „Floating Kubos“ für Selbst-Angler als Tagesgäste ein Freizeiterlebnis zu verschaffen.
Bei sog. Family-Business muss man immer etwas skeptisch sein, die Fixkosten werden natürlich gerne ausgeblendet. Oft fehlt es auch einfach an dem nötigen technischen und Business Know-how - Hier bietet aber die örtliche Fishery-Agency Fortbildungen und auch Fingerlings an.
Ich habe meine Erwartungen jedenfalls zurück geschraubt und sehe es eher als „Freizeit-Event-Management“. ![]()
Die richtige Einstellung zu solchen „Business“ Ideen.
Hobbies kosten nun mal Geld und bringen äußerst selten Geld ein.
Ich sehe das eher entspannt. Das ist keine böse Absicht. Die Family versucht einfach Geld zu generieren um zu überleben. Oft ist der Plan wenig durchdacht. Da kommt halt jemand aus fernen Landen und gilt deshalb als reich. Da versucht man eben Geld für Investitionen locker zu machen. Muss man ja nicht machen. Trotzdem ist Verständnis dafür notwendig, es gibt wenig gute Jobs ohne Beziehungen, für mich ist es okay.
Jedenfalls macht der Pinoy immer Plus damit.
Und wenn er am Ende nur das übrig gebliebene Material versilbert.
Nun ja, die Phase ist bei uns vorbei.
Bis auf Mama haben alle inzwischen feste Jobs bei uns.
Wir haben bei den Geschwistern halt auch in die Bildung investiert.
Auf den erlernten, von uns finanzierten Abschlüssen arbeitet zwar keine der Schestern mehr, aber es ist angekommen, dass Bildung wichtig ist und die neue Generation, deren Kinder, da studieren alle oder streben höhere Laufbahnen bei der Polizei an.
Also da waren die Investments unsererseits nicht ganz umsonst.
Ja ich denke auch, dass Bildung ein ganz wichtiger Faktor für berufliche Möglichkeiten ist - und zwar nicht nur auf den Philippinen. ![]()
Bei den PHP fällt mir aber insbesondere auf, dass zwar sehr viele (sicher über 50%) in einem College studieren, aber sehr viel Weniger dann bis zu einem qualifizierten Abschluss und insbesondere dem oft erforderlichen Boardexamen durchhalten, d.h. die Abbruchquote muss relativ hoch sein!
Ein weiteres Problem ist, dass qualifizierte Jobs meist nur im öffentlichen Sektor (Polizei, Militär, Lehrer etc.) verfügbar sind, aber es nur ganz wenige gut dotierte „Corporate Jobs“ gibt – eigentlich nur in Manila in den großen Banken, Unternehmen, die dann aber auch regelmäßig den Abschluss einer Elite Uni fordern. Viele arbeiten daher auch weit unterhalb ihres Ausbildungslevels, so dass viel Potenzial verloren geht. Denn im privaten Sektor gibt es - insbesondere in der Provinz - meistens nur schlecht dotierte Handlanger- oder Verkäufer-Jobs, da ziehen es viele vor, dann lieber im Ausland zu arbeiten.
Ja, das ist auch das Ziel der jungen Generation, insbesondere in der IT.
2 haben es auch schon geschafft ins Ausland zu kommen.
Da alle ganztags arbeiten und auswärts studieren, ist halt Mama nun tagsüber immer alleine Zuhause, gerade jetzt, wo sie langsam ins Pflegealter kommt.
Keiner mehr für sie da, hat halt alles seine Vor-u. Nachteile.
Die sind dann aber ein bisschen mittelschlau, die wirklich schlauen arbeiten in den Philippinen für eine australische (oder amerikanische) Firma, mit entsprechender Entlohnung und mehr Netto vom Brutto ![]()
Ich befürworte generell immer, auch mal was anderes zu sehen - bei manchen Leuten klickt es schneller als man glaubt. Der Grab-Fahrer, der sich gerade für seine Nursing-Prüfung vorbereitet hat meinte, er wünsche sich dass seine Stadt so sauber wäre wie Australien.
Wir haben ja noch eine ITlerin, die arbeitet in Cebu für eine japanische Firma.
Die war mal kurzzeitig in Japan und will da unbedingt wieder hin.
Weil man dort halt wesentlich mehr verdient als in Cebu bei der gleichen Firma.
Man muß jetzt eh mal abwarten.
Letztes Jahr waren wir auch in USA, LA bei einer Verwandten, da habe ich jetzt gehört, dass sie wegen ihrer Arbeitserlaubnis wohl Probleme bekommt und wieder auf die Phils zurück muss.
Trump macht ja ordentlich Druck, auch auf die Pinoys.
Die war, ist, oder, oder mit einem Ami verheiratet, aber inzwischen getrennt, irgendwie scheint da auch was bezüglich Hochzeit faul gewesen zu sein.
Ich denke, da werden in den nächsten 2 Jahren viele aus den USA wieder in die Phils zurück kommen.
Bin nur froh, dass ich damals schon aus Prinzip die Bürgschaft für die USA abgelehnt hatte, als sie mich deshalb ansprachen.
Haben dann nen Anderen gefunden.
Am Ende ist nämlich womöglich die Kohle futsch und das ist da ein Batzen Geld.
Nachtrag: Habe gerade gelesen, USA gibts Arbeitsvisum zukünftig nur noch für max. 8 Monate, bisher 5 Jahre, danach Überprüfung, Neubeantragung erforderlich.
Will doch sowieso bald keiner mehr hin.
