Tatsächliche Bedürfnisse des Arbeitsmarkts vs Ausbildung

Ein Wendepunkt für die wachsende Erwerbsbevölkerung

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Die Tatsache, dass die Filipinos mit einem Durchschnittsalter von nur 25 Jahren nicht nur in Asien, sondern weltweit zu den jüngsten Bevölkerungsgruppen gehören, sollte der größte Vorteil unseres Landes sein.

Aber in einem Land, in dem Schulabschlüsse allzu oft keine Garantie für einen Arbeitsplatz sind, wird dieser Jugendbonus verschwendet. Anstatt Produktionszentren, Labore und andere hochproduktive Arbeitsplätze zu stärken, vegetieren Millionen junger Filipinos in prekären oder schlecht bezahlten Jobs dahin – oder schlimmer noch, sie sind arbeitslos.

Seit Jahrzehnten leidet die Philippinen unter einer Diskrepanz zwischen schulischer Bildung und den Realitäten am Arbeitsplatz. Arbeitgeber beklagen den Mangel an qualifizierten Fachkräften, während Absolventen den Mangel an gut bezahlten Arbeitsplätzen beklagen.

Es ist kein Zufall, dass Länder, die den globalen Markt dominieren, wie Singapur, Deutschland und die Schweiz, ein Ausbildungsmodell perfektioniert haben, bei dem die Entwicklung von Fähigkeiten eng mit den Bedürfnissen der Privatwirtschaft, die lukrative Arbeitsplätze bietet, verzahnt ist.

Im Gegensatz dazu hat unser Land eine Kultur der „Diplominflation” und falsch ausgerichteter Abschlüsse zugelassen, wodurch Absolventen hervorgebracht werden, deren Fähigkeiten vom Markt leider nicht absorbiert werden.

Wenn die Philippinen eine global wettbewerbsfähige Erwerbsbevölkerung, höhere Produktivität und niedrigere Arbeitslosigkeit oder Unterbeschäftigung wollen, müssen sie ernsthaft und mehr denn je in ihre Bevölkerung investieren.

Das war die Botschaft von Jose Francisco Benitez, dem Sekretär der Behörde für technische Ausbildung und Kompetenzentwicklung (TESDA), der am 13. August als Gast in der von mir und dem ehemaligen Pressesprecher Sonny Coloma moderierten Sendung „Kapihan sa Manila Hotel” die Notwendigkeit betonte, in Humankapital zu investieren, um Qualifikationslücken in verschiedenen Branchen zu schließen.

Er erläuterte die Strategie der TESDA: ein branchenorientiertes, unternehmensbasiertes Ausbildungsmodell, das die Ausbildung auf die Anforderungen der Praxis abstimmt. „Wenn unsere Ausbildung auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Industrie abgestimmt ist, sind die Absolventen besser auf den Arbeitsmarkt vorbereitet und können einen wirksamen Beitrag zum Wirtschaftswachstum leisten“, betonte Benitez.

Die TESDA ist auf dem richtigen Weg, indem sie sich insbesondere auf zwei Sektoren konzentriert: Wissenschaft und Technologie sowie die Pflegewirtschaft.

Durch die Partnerschaft mit dem Ministerium für Wissenschaft und Technologie wagt sich die TESDA in Zeiten, in denen Satellitenanwendungen, digitale Innovationen, künstliche Intelligenz, Robotik und grüne Energie dominieren, an hochwertige und wachstumsstarke Qualifikationen heran.

Ebenso dringend ist die Pflegewirtschaft – Pflegekräfte, Krankenschwestern, Apotheker, Therapeuten – Berufe, in denen Filipinos im Ausland seit langem hervorragende Leistungen erbringen, die aber auch hier dringend benötigt werden. Wie Benitez es ausdrückte: „Bei der Pflegewirtschaft geht es nicht nur um Arbeitsplätze – es geht darum, eine bessere öffentliche Gesundheit und stärkere Gemeinschaften zu gewährleisten.“ Er hat sicherlich Recht, denn dies zu ignorieren bedeutet, sowohl eine moralische Pflicht als auch eine wirtschaftliche Chance zu ignorieren.

Im Rahmen derselben Kapihan-Veranstaltung ging das Manila Hotel eine wegweisende Partnerschaft mit TESDA ein und unterzeichnete eine Absichtserklärung. Durch diese Partnerschaft wird das historische Hotel zum offiziellen Ausbildungsort für angehende Hoteliers und Fachkräfte im Gastgewerbe und markiert damit einen bedeutenden Schritt zur Förderung der unternehmensbasierten Ausbildung im Land.

TESDA verlieh dem Manila Hotel Zertifikate für die Registrierung im TVET-Programm – das erste Mal in Zusammenarbeit mit dem Hotel – und würdigte damit dessen umfassende Ausbildungsprogramme im Rahmen des Programms „Enterprise-Based Education and Training” (EBET).

Manila Hotel, das für sein Erbe und seinen exzellenten Service bekannt ist, ist der ideale Ort für diese Partnerschaft“, sagte Benitez.

Im Rahmen des Programms sammeln die Auszubildenden praktische Erfahrungen in allen Bereichen des Hotelbetriebs, vom Gästeservice bis zur Kochkunst. Der EBET-Lehrplan ist auf die Standards der Branche zugeschnitten und vermittelt den Absolventen die Fähigkeiten und Wettbewerbsvorteile, die sie für eine erfolgreiche Karriere im Gastgewerbe benötigen.

Als Präsident des Manila Hotels möchte ich sagen, dass das führende Hotel des Landes stolz darauf ist, seine Türen für die nächste Generation philippinischer Hoteliers zu öffnen. Diese Partnerschaft mit TESDA spiegelt unser Engagement für die Ausbildung qualifizierter Fachkräfte wider, die die philippinische Gastfreundschaft auf der globalen Bühne aufrechterhalten und fördern werden. Die Bereitstellung praxisnaher Schulungen ist eine Investition in die Zukunft der Hotellerie.

EBET, das durch das von Präsident Ferdinand Marcos Jr. im November 2024 unterzeichnete Gesetz RA 12063 eingeführt wurde, zielt nicht nur darauf ab, die Kluft zwischen Bildung und Industrie zu überbrücken und damit die Beschäftigungsfähigkeit zu verbessern, sondern auch darauf, das Land in die Lage zu versetzen, mit dem sich wandelnden globalen Arbeitsmarkt Schritt zu halten.

Es handelt sich nicht nur um Schule – es ist Schule am Arbeitsplatz. Die Schüler absolvieren Praktika in realen Unternehmen und eignen sich dort sowohl Fähigkeiten als auch die Arbeitskultur an. Es überrascht nicht, dass EBET-Absolventen eine beeindruckende Beschäftigungsquote aufweisen, die in einigen Bereichen bis zu 85,48 Prozent erreicht.

Die philippinische Statistikbehörde berichtete im Juli letzten Jahres, dass die Erwerbsbevölkerung des Landes derzeit 52,32 Millionen Filipinos umfasst, was etwa 65,8 Prozent der Bevölkerung entspricht – die höchste Erwerbsquote seit zwei Jahrzehnten, seit April 2005. Mit seinen Initiativen zur Weiterqualifizierung und Umschulung könnte EBET der Game-Changer sein, den die Philippinen brauchen, um ihre Erwerbsbevölkerung optimal zu nutzen.

https://mb.com.ph/2025/09/02/a-game-changer-for-the-growing-labor-force

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Ich bin jetzt einmal bitterböse: Bezahlt wird dies vom Geld der OFW. Das nenne ich Produktivität.

Meine Frau ist ja sehr sportlich.
Wir joggen regelmäßig gemeinsam und fahren in Dt immer kleinere und größere Touren mit dem Rad, campen gerne. Auch der tägliche Bedarf wird meist zu Fuß oder per Rad erledigt.
Die körperliche Fitness ist ein Punkt der uns stark verbindet.
Bei ihr war es in der Schule auf den Phils so, dass sie in einer Sporttruppe, Leichtathletik war.
Hatte bei mehreren regionalen Wettkämpfen auf Mindanao teilgenommen.
Daher hatte sie nicht so viel Zeit für die Schule.
Das war aber kein Problem, denn die guten Noten in den Fächern gab es auch bei Abwesenheit, wenn man in der Sporttruppe war.
Immerhin bekam sie damit dann in Dt die mittlere Reife vom Oberschulamt in Stuttgart anerkannt.
Wenn die wüssten, wie die Noten zustande gekommen sind…
Richtig was gelernt, hat meine Frau dann erst bei der Berufsausbildung in Dt.
Zum Glück war meine Frau noch sehr jung bei der Berufsausbildung, so hat sie das damals alles toll gemeistert.

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Also ich mache jetzt schon wochenlang mit KI rum, durchforste Themen für die man früher viel länger brauchte um sie durchzuarbeiten.
Zusammenhänge werden aufgezeigt, anschaulich erklärt, für die man früher hätte ewig googlen müssen.
Steuer, verschiedene Varianten gegenüberstellen, optimierungspotential entdecken, Krankenkassenoptimierung speziell auf unsere Situation, Zukunftsplanungen usw.
Alles Bereiche, wo man früher jemand brauchte, der damit sehr viel Erfahrung hat oder sich darauf spezialisiert hat, dem das sein Beruf war.
Das erledigt KI nun in wenigen Minuten.
Habe auch jetzt was dank KI gefunden, wo mich die Krankenkasse vielleicht sogar absichtlich falsch informiert hat, was mich natürlich Geld kostet.
Für jemanden wie mich, ist KI ein echter Segen und totale Bereicherung.
Habe bezüglich KI auch einen Zusammenfassenden Spruch gefunden.
„Wissen wird zur jederzeit verfügbaren Ramschware.“
Diesbezüglich dann auch KI gefüttert und die hat mir genau zu dem Spruch auch noch recht gegeben.
Ich fragte KI dann, welchen Job er seinen Kids empfehlen würde, die gerade vor der Berufswahl stehen.
KI meinte dann, auf jeden Fall handwerkliche Berufe, in denen man an unterschiedlichsten Orten Handwerk verrichtet.
Also Schreiner, Elektriker, Installateur usw. Alles Andere, insbesondere akademische Berufe, wird KI in den nächsten Jahren ersetzen können oder in den Bereichen zu massivem Arbeitsplatzabbau führen.
Ja und was ich auch merke, die KI-Antworten werden immer besser, KI lernt in einem rasantem Tempo dazu.

Arbeitest Du mit einer Bezahlversion?

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Nein, wechsle aber als bei den kostenlosen Versionen.
Lass sie manchmal auch gegeneinander laufen, um zu sehen, ob die Antworten einigermaßen identisch sind.
Melde mich nirgends an, die machen da dann eine Historie draus, will nicht dass das im Web irgendwann womöglich rumschwirrt.
Speicher dann das jeweilige Thema als .doc, so kann man später bei Bedarf da auch wieder weiter machen und drauf zugreifen.
Mache so meine eigene Historie und habe schon mal die gleiche Frage wie vor Wochen gestellt und siehe da, die Antworten mit den gleichen Fragen waren präziser und Fehler die vor Wochen noch drin waren, waren nicht mehr da.
Also die Systeme lernen in der Tat habe ich so festgestellt.

Nachtrag: Ich habe jetzt mal gefragt, ob er aus meinen unangemeldeten Chats lernt, nein meint er da, sondern es werden als aktuelle Versionen aufgespielt, die dann verbessert sind.
Dann gibt es bessere Antworten.

:pushpin: Fazit

:backhand_index_pointing_right: Ja: Die KI wird besser.
:backhand_index_pointing_right: Nein: Sie lernt nicht aus deinem individuellen Verhalten, wenn du nicht angemeldet bist.

Naja da gehört natürlich auch die phil. Arbeitsmoral mit zum Thema! Das allererste was die guten Filipinos mal lernen sollten ist, daß nicht nur der Arbeitgeber eine verantwortung für sie hat, sondern auch sie für den Betrieb für den sie arbeiten! Es ist gang und gäbe, vollkommen egal wie sie vom Boß behandelt werden, vomn einem Moment auf den anderen beschließt der Herr Filipino er taucht einfach nicht mehr auf! Kein Grund, keine Message, gar nichts! Wenn dann die Kohle weg ist dann kommt er oft wieder, komplett ohne Schuldbewusstsein und erzählt einen Scheiß, angefangen von der eifersüchtigen Ehefrau die das Handy kaputt gemacht hat und vor der er fliehen musste bis hin zum ersten Schultag des Kindes das natürlich am anderen Ende der Philippines liegt (reale Geschichten!)! Zur Zeit sind wir wieder ohne Mechaniker am Beginn der Saison den wir die ganze Regenzeit durchgefüttert haben! Und das ist bei uns kein Einzelfall, es geht jedem Business hier so! Bei allem (richtigem) was über Bildung gesagt wird, aber hier gehts schon los! Es ist manchmal echt frustrierend :face_vomiting:

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Kann ich genau so bestätigen.
Da kommt der junge Techniker von einem Tag auf den anderen nicht mehr, obwohl noch besprochen worden ist, eine Weiterbildung zu finanzieren.
Später hörte man, er wohne jetzt drei Städte weiter. Warum, wurde nie ergründet.

Sicherlich gibt es die hier beschriebene Einstellung zur Arbeit, vermutlich auch nicht so selten. Es gibt aber ebenso andere Beispiele. Man sollte sich nicht nur aufs Negative konzentrieren.

Wir hatten einen Filipino beschäftigt, der vorher in Manila im Comuterbereich gearbeitet hatte. Der junge Mann war absdolut zuverlässig und immer bereit, dazu zu lernen. Wir hatten ganz gute Kontakte zu verschiedenen Behörden, unter anderem zum Provincial Police Office. Als wir die Philippinen final verlassen haben, hat unser Mitarbeiter die bestehenden Kontakte genutzt und im Grunde da weiter gemacht, wo wir aufgehört haben, er hat die Kontakte selbst noch weiter ausgebaut. Wir stehen immer noch (unregelmäßig) in Kontakt.

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Während meiner aktiven Arbeitszeit hatte ich mit vielen ITlern aus verschiedenen Ländern zusammengearbeitet.

Darunter waren zwei Filipinos, die in Ratingen bei Düsseldorf stationiert waren. Albert, ein Manileño, war bei weitem der angenehmste Kollege, dem ich in diesem Bereich begegnete. Er war immer freundlich, pünktlich in seinen Aufgaben gegenüber seinen „Kunden“ und vor allem vorausdenkend und unterstützend in seiner Arbeit. Die perfekte Zusammenarbeit. Sogar meine Frau freundete sich mit ihm an, bei Begleitung auf Businesstrip.

Um gleich noch ein Vorurteil auszuräumen: Wir trafen uns in Manila zum Essen. Als es ans Zahlen ging, bestand er darauf, die Rechnung zu begleichen. Arm war er nicht und die University Santo Tomas war ihm auch nicht fremd.

Heute arbeitet er bei der HBSC in BGC.

Damals waren wir noch etwas jünger … :slight_smile:

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Richtig, positiv betrachtet haben Pinoy eine deutlich ausgewogener Work-Live-Balance.
:wink:

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Die mit denen ich arbeite sind sehr professionell, auch mal bereit für etwas extra-Einsatz. Dauert nur manchmal ein bisschen, bis man das gleiche meint.

Für die Frau arbeiten Leute, die bewusst dort arbeiten wollen. Eine hat sich gedacht, Madam ist so nett dass sie sicher nix dagegen hat wenn ich mal nicht komme, ist ja eh nicht so viel los. Vorher gefragt hat sie natürlich nicht. Jetzt hat sie eine sehr einseitige Work-Life-Balance (das war nicht das einzige unprofessionelle Verhalten). Heute haben wir Anwesenheitskarten gemacht, sie meinte sie will der einen nicht schon wieder Lohn abziehen weil sie zu spät kam – musste sie nicht, die hatten untereinander Schichten getauscht und nur nicht Bescheid gegeben.

Der Bub musste gleich nach Antritt seiner ersten Arbeitsstelle jeden Tag Überstunden schrubben, weil sie zu wenig Leute waren. Die Praxis wurde aber ganz schnell aufgegeben, als die ganzen Überstunden bezahlt werden mussten. Der hat aber auch selbst zugesehen, dass er neben der „universitären Ausbildung“ sich auch noch die Praxis draufschafft, und ist freiwillig jeden Samstag zur Tesda gefahren um zu lernen.

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Ich würde mich ja gerne auf die Ausnahmen konzentrieren, ich finde sie halt nicht :squinting_face_with_tongue: Meine bessere Hälfte meint ja daß das ein weit bekanntes Phänomen der Pampangans wäre und Filipinos woanders eine bessere Arbeitsmoral hätten. Ich hoffe für die Phils daß sie recht hat!