**Suroy-Suroys kleine Erlebnisse**

** Ohne Navi, aber nicht verloren

Eine kleine Wegsuche zwischen Ananasfeldern

Als ich vor vielen Jahren in die Philippinen kam, gab es weder Navigationsgeräte auf dem Handy noch im Auto. Wer irgendwohin wollte, fragte nach dem Weg – ganz einfach. Diese Gewohnheit habe ich mir bis heute bewahrt, auch wenn die Technik längst anderes erlaubt.

Auf dem Bild ist es nicht ich, sondern mein Stiefsohn, der nach dem Weg fragt. An diesem Tag war er der Fahrer. Wir stecken tief im Labyrinth der nur notdürftig befestigten Wege der riesigen Del-Monte-Ananasplantage in der Gemeinde Libona, Provinz Bukidnon. Zwischen endlosen Ananasfeldern tauchen hier und da auch private Bananenplantagen auf – Orientierung inklusive Gefühl für Entfernungen geht dabei schnell verloren.

Eigentlich suche ich eine große Gemüsefarm, die ich bei einer früheren Fahrt zufällig entdeckt hatte. Schon damals hatten wir uns hier gründlich verfahren und fanden erst mit Hilfe zweier Habal-Habal-Fahrer – gegen ein kleines Trinkgeld – zurück auf eine richtige Straße.

Heute bin ich meist alleine unterwegs, vor allem zum Filmen. Dann steige ich selbst aus, halte an Kreuzungen inne und versuche, auf dem richtigen Pfad zu bleiben. Und ich nehme mir bewusst Zeit, mit den Menschen zu plaudern, nachzufragen, zuzuhören. Genau diese Begegnungen machen für mich den Unterschied – sie runden die Geschichte ab und machen aus einer einfachen Wegsuche ein kleines persönliches Erlebnis.

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