Ich war jetzt 2 Wochen mit meiner philippinischen Partnerin in Sri Lanka unterwegs. Sie brauchte nur das eVisum (50 $) , habe ich für sie gebucht. Ging alles glatt. Flug von Manila ca. 400€ return. Sie hatte Sorge das es dort so abgeht wie in Indien. Aber weit gefehlt. Sri Lanka hat noch weniger Industrie als die Philippinen, alle leben vom Tourismus.
Die Kosten vor Ort sind extrem günstig. Super Essen für 5€ mit 4 Personen, kein Problem.
Die Infrastruktur ist besser als auf den Philippinen. Die Engländer haben dem Land ein Eisenbahnnetz spendiert , anders als die Egomanen aus USA die auf den Philippinen alles auf den Autoverkehr fokussiert haben. Reisen ist also sehr angenehm in Sri Lanka.
Die Natur sehr schön, es gibt jede Menge Tiere die ich so auf den Philippinen noch nie gesehen habe. Highlight war ein Süsswasserkrokodil mit ca. 5 Meter Länge das 2 Meter an unserem Boot vorbeischwamm.
Und das allerbeste: Es gibt kaum Müll. Diese Unmengen an Plastikmüll wie fast überall auf den Philippinen finden sich dort nirgends. Meine Partnerin war sehr überrascht wie sauber es überall war. Es geht also auch anders.
Die Kommunikation ist etwas kompliziert, die Sprache Singhalesisch kann ich als Europäer weder lesen noch verstehen. Die Jugend versteht aber recht gut Englisch und mit Google Translater gelingt es sogar den TukTuk Fahrer ans rechte Ziel zu steuern.
Die Hotels haben ein hohes Niveau für günstige Raten (ab 50€) und sind sehr viel besser ausgestattet als auf den Philippinen. Insgesamt ein empfehlenswertes Land in Asien, etwas aus dem Fokus geraten, aber sehr interessant.
Ich bin übrigens von Berlin über Zürich direkt nach Colombo für 770€ in Economy geflogen. Meine Partnerin von Manila für 440€.
Die Hygiene war überall top. Wir hatten keine Probleme. Hotels kann ich gerne nennen:
Negombo -Villa Hundira
Kandy - Kandy Mist by Cinnamon (Top Hotel mit Pool und grosser Bar auf dem Dach!)
Ella - Luxor Kirindi (war nicht so toll)
Mirissa - Emerald Bay
Mit günstig meinte ich, günstige Preise für Luxus Hotels. Die ausserhalb Manilas oder Cebu auf den Philippinen nicht zu finden sind. Natürlich geht es auch viel günstiger. Habe die erste Nacht in Negombo im Hotel Villa Wings Airport Transit verbracht. Preis inkl. Frühstück und Flughafentransfer 21$. Sehr nette Eigentümer und schöne Zimmer.
Sri Lanka, das kann ich bestätigen, ist ein angenehmer Ort und ein schönes Reiseland, das von den Briten geprägt wurde. Im Hochland von Sri Lanka (Kandy, Ella, Nuwara Elia) ist der britische Einfluss noch deutlich zu spüren (Teeplantagen, britische Clubs, berühmte Zugstrecke von Kandy nach Ella). Das Hochland wirkt im Vergleich zum tropischen Tiefland fast wie ein kolonialer Kurort: kühles Klima, alte Hotels, Rasenflächen, Golfplatz, Pferderennen, viktorianisch inspirierte Architektur.
Sri Lanka hat viele Elemente britischer Institutionen und Kultur übernommen: parlamentarische Traditionen, Gerichtsorganisation und die Rolle des Englischen als Verkehrs- und Bildungssprache und sogar Cricket als vielleicht der kulturell populärste britische Import. Die britische Herrschaft über das frühere Ceylon entwickelte sich ab Ende des 18. Jahrhunderts; die Kolonie bestand bis zur Unabhängigkeit am 4. Februar 1948.
Ich muss auch sagen, dass der britische Einfluss im Alltag angenehmer ist als die amerikanische Dominanz auf den Philippinen - zumindest aus der deutschen Sichtweise ist uns Vieles vertrauter.
In Sri Lanka hatte ich 1985 meine erste Berührung mit Asien. Hat mich damals ziemlich begeistert. Leider war der östliche Landesteil aufgrund des Bürgerkriegs nicht zu besuchen.
Besonders faszinierend fand ich Sigirya und natürlich Kandy, samt Zugfahrt im eher rustikalen Zug dorthin.
Man kann in allen Ländern Südostasiens Unterschiede erkennen, wie die Kolonialmächte die Länder in die Unabhängigkeit entlassen haben. In den ehemaligen englischen Kolonien wurde zumindest eine weitgehend funktionierende Verwaltung und eine einigermaßen passable Infrastruktur hinterlassen. Z.B. sah das in Indochina oder auch Indonesien ganz anders aus.