Schwarze Kerzen, zweite Begegnung und ein unerwarteter 13

Vor rund zwei Jahren war ich zum ersten Mal bei den schwarzen Kerzenmachern hinter der Kirche von Sibulan. Damals hatte mich dieser Ort sofort fasziniert: gesammeltes, schwarzes Wachs aus abgebrannten Gebetskerzen, eine alte Öltonne über offenem Feuer und Dochte, die immer wieder ins flüssige Wachs getaucht werden, bis neue Kerzen entstehen.

Schon damals erzählte man mir vom 13. eines jeden Monats, an dem besonders viele Gläubige nach Sibulan kommen. Ich hatte das jedoch falsch verstanden und eher an ein einmaliges Kirchenfest in den darauffolgenden Tagen gedacht. Entsprechend verließ ich den Ort wieder – mit dem Gefühl, etwas verpasst zu haben, ohne genau zu wissen, was eigentlich.

Vor ein paar Tagen wollte ich die Kerzenmacher nun erneut besuchen und filmen. Ohne große Planung, eher spontan – und ohne mir über das Datum Gedanken zu machen. Erst als ich ankam, Straßen gesperrt waren und sich Menschenmassen rund um die Kirche bewegten, wurde mir klar: Es war wieder der 13.

Als ich die Kerzenmacher begrüßte, erkannte man mich tatsächlich wieder. Zwei Jahre waren vergangen, doch die Arbeit war dieselbe geblieben. Während draußen Tausende beteten und Kerzen anzündeten, stellten sie ununterbrochen neue schwarze Kerzen her – aus dem Wachs vergangener Gebete.

Ein Bild, das ich diesmal machen konnte, zeigt frisch gezogene schwarze Kerzen, zum Trocknen aufgehängt. Für mich ist es fast sinnbildlich: etwas Altes, Verbranntes, das nicht weggeworfen wird, sondern eine neue Form bekommt.

Aus diesem unerwarteten Zusammentreffen – einer zweiten Begegnung, einem falsch verstandenen Termin von damals und einem Zufallstag am 13. – ist nun ein neues Video entstanden.

Den Link dazu findet ihr hier:

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