Philippinische Importeure von westlichen Qualitätsprodukten im Konsum- und Freizeitbereich nennen mir aktuell drei Faktoren, warum ihr Geschäft gerade besonders schlecht läuft:
Allgemeine höhere Lebenshaltungskosten durch den Krieg im Nahen Osten und die erhöhten Treibstoffpreise.
Weniger Projekte des Staates und entsprechende Zahlungen an Geschäftsleute nach den Skandalen im Bereich der Flutprojekte.
Extrem schlechter Wechselkurs zum Euro beim Import von Waren.
All diese Faktoren tragen nicht dazu bei, dass die gehobene Mittelschicht und offenbar auch die überschaubare Oberschicht aktuell Geld für Produkte ausgeben möchte, die sie eigentlich gar nicht brauchen. Es wird geknausert beziehungsweise es muss geknausert werden…
Quelle: Persönliche, reale Gespräche
Offenbar gibt es aber Hoffnung für das nächste Jahr:
Das größte Problem ist nach wie vor das vollkommen unvorhersehbare Verhalten des philippinischen Zolls. Selbst Leute die seit Jahrzehnten in diesem Geschäft sind haben jedesmal wieder unvorhersehbare Schwierigkeiten! Nicht mal mit der Beißzange würde ich ein business anfassen das irgendwioe mit Import zu tun hat!
Der Zoll wurde gar nicht mehr extra erwähnt, weil das ja eigentlich immer schon ein Problem ist.
Die Frage ist jetzt eigentlich eher: Warum ist es noch schlimmer? Weil da ein paar Jungs Geld verdienen müssen? Oder weil sie versuchen, insgesamt den Laden in den Griff zu bekommen? Irgendwie tippe ich eher auf das Erstere.
Die Familienkonglomerate sind gezwungen flexibel: Das Geschäft wird im Moment primär im Inland gemacht, und der Import ist auf Sparflamme.
Der Peso ist sehr schwach und wird grad noch schwächer. Das liegt vor allem daran, dass die Essentials (Öl, Gas, Dünger) in Dollar bezahlt werden müssen, und damit alles (Essen, Elektrizität, Transport, … ) teurer wird, was wiederum auf der Währungsseite ein Ungleichgewicht hervorruft. Die Philippinen haben das zweitschwächste Wachstum im ASEAN, und den kleinsten Influx an ausländischem Kapital.
Das wiederum bedingt eben den schlechten Wechselkurs. Das einzige was die Philippinen noch halbwegs von einer grösseren Krise abhält ist gleichzeitig die grösste Schwäche: der massive Export von OFWs. Die schieben Remittances durch und damit wird „Peso gekauft“, ansonsten sähe das Bild noch schlimmer aus.