Philippinen unplugged – Inseln, die (noch) kaum jemand kennt

Bawbawon Island – Ein fast vergessenes Inselparadies vor der Küste von Misamis Occidental


Bildnachweis: https://bawbawon.com/

Wer an die schönsten Inseln der Philippinen denkt, nennt meist Palawan, Boracay oder Siargao. Doch weit abseits dieser bekannten Reiseziele liegt eine kleine Insel, die selbst vielen Filipinos kaum bekannt ist: Bawbawon Island vor der Gemeinde Plaridel in der Provinz Misamis Occidental auf Mindanao.

Genau solche Orte machen den besonderen Reiz der Philippinen aus. Keine überfüllten Strände, keine langen Reihen von Souvenirgeschäften, sondern Ruhe, Natur und das Gefühl, einen Ort entdeckt zu haben, der noch nicht vom Massentourismus geprägt wurde.

Eine kleine Insel mit einer interessanten Geschichte


Bildnachweis: Facebook - Bawbawon Beach Resort

Bawbawon Island liegt weniger als einen Kilometer vor der Küste von Plaridel. Der Name soll sich vom lokalen Wort „Bawbawon“ bzw. „Baobaoan“ ableiten, was so viel wie „flaches Wasser“ bedeutet. Tatsächlich ist das Meer rund um die Insel ungewöhnlich flach, was ihre Entstehung und ihren Namen erklärt. Auf einer Seite wird die Insel von einem Korallenriff geschützt, während sich auf der anderen Seite ausgedehnte Mangrovenbestände befinden. Kokospalmen und dichter Küstenbewuchs verleihen der Insel ein fast ursprüngliches Aussehen.

Schon auf Luftbildern fällt auf, dass Bawbawon nicht wie eine typische Ferieninsel wirkt. Vielmehr erinnert sie an einen schmalen, langgezogenen Sandstreifen mit üppiger Vegetation, der sich nur wenige Meter über den Meeresspiegel erhebt.

Die rätselhafte „Footbridge“

Besonders bekannt wurde Bawbawon Island durch einen ungewöhnlichen Zugang, der auf älteren Fotos häufig zu sehen ist.

Oft wird von einer „Footbridge“ gesprochen. Betrachtet man die Bilder jedoch genauer, wirkt sie weniger wie eine klassische Brücke, sondern eher wie ein schmaler Steg oder Damm, der sich über viele hundert Meter durch das flache Wasser und die Mangroven zieht.

Interessant ist dabei, dass dieser Weg offenbar gar nicht direkt auf der Insel endet. Auf zahlreichen älteren Aufnahmen scheint der Steg kurz vor dem eigentlichen Strand aufzuhören. Die letzten Meter mussten Besucher offenbar mit einem kleinen Floß oder Boot zurücklegen oder – je nach Wasserstand – durch das flache Wasser waten.

Nach älteren Reiseberichten war dieser Bambus- beziehungsweise Holzsteg etwa 800 Meter lang und galt lange Zeit als kleine Attraktion für sich. Inzwischen soll er jedoch stark beschädigt sein und wird nicht mehr als sicherer Zugang empfohlen. Wer heute Bawbawon Island besucht, gelangt üblicherweise mit einem kleinen Boot vom Hafen in Plaridel auf die Insel. Nach anderen Angaben soll der Steg im Jahr 2025 renoviert worden sein.

Ob Reste dieser außergewöhnlichen Konstruktion heute noch vorhanden sind, lässt sich leider nicht eindeutig feststellen. Neuere Fotos zeigen überwiegend die Anreise per Boot.

Heute entwickelt sich sanfter Tourismus

Während Bawbawon Island früher nahezu unerschlossen war, hat sich in den vergangenen Jahren vorsichtig touristische Infrastruktur entwickelt.


Bildnachweis: https://www.trip.com/

Auf der Insel befindet sich heute das Bawbawon Beach Resort, das vor allem Tagesgäste empfängt. Übernachtungsmöglichkeiten entstehen nach und nach, wobei nach Angaben des Betreibers weitere Villen gebaut werden. Angeboten werden unter anderem Tagesausflüge, Strandaufenthalte, Picknickplätze, Restaurantbesuche sowie verschiedene Wassersportmöglichkeiten. Dabei wird ausdrücklich Wert auf einen möglichst umweltverträglichen Tourismus gelegt.

Die Entwicklung scheint bewusst behutsam zu erfolgen. Wer spektakuläre Hotelanlagen oder ein pulsierendes Nachtleben erwartet, wird hier vermutlich enttäuscht sein. Gerade darin liegt aber der besondere Reiz dieses Ortes.

Mehrere Inseln mit demselben Namen?

Wer im Internet nach „Bawbawon Island“ sucht, stößt schnell auf unterschiedliche Karten und Fotos, die zunächst etwas verwirrend wirken.

Tatsächlich scheint der Name gelegentlich auch für kleinere vorgelagerte Sandbänke oder benachbarte Inselteile verwendet zu werden. Hinzu kommt, dass sich das eigentliche Resort über verschiedene Küstenabschnitte und Einrichtungen auf dem Festland und der Insel erstreckt. Dadurch entsteht leicht der Eindruck, als gäbe es mehrere Inseln gleichen Namens.

Die eigentliche Bawbawon Island vor Plaridel ist jedoch die kleine vorgelagerte Insel, die heute als Ausflugsziel beworben wird.

Ein Ort für Ruhesuchende

Wer Bawbawon Island besucht, kommt nicht wegen spektakulärer Attraktionen.

Die Insel lebt von ihrer ruhigen Atmosphäre:

  • feiner heller Sand
  • flaches, klares Wasser
  • Mangroven und Kokospalmen
  • Korallenriffe in unmittelbarer Nähe
  • vergleichsweise wenig Besucher

Gerade Fotografen oder Reisende, die abgelegene Orte bevorzugen, dürften hier ihren Spaß haben.

Fazit


Bildnachweis: Facebook - Bawbawon Beach Resort

Bawbawon Island gehört sicher nicht zu den berühmtesten Inseln der Philippinen – und genau das macht ihren Reiz aus.

Die geheimnisvolle ehemalige Footbridge, die flachen Gewässer, die Mangroven und die vorsichtige touristische Entwicklung verleihen der Insel einen ganz eigenen Charakter. Sie zeigt, dass es selbst auf den Philippinen noch immer Orte gibt, die nur wenige kennen und die ihren ursprünglichen Charme weitgehend bewahrt haben.

Vielleicht verschwindet Bawbawon Island irgendwann von den Listen der Geheimtipps. Noch aber passt sie hervorragend in die Reihe „Philippinen unplugged – Inseln, die (noch) kaum jemand kennt“.

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