Tambobo Bay – Eine der schönsten und zugleich unbekanntesten Buchten von Negros Oriental
Wer Negros Oriental bereist, denkt meist zuerst an Dumaguete, Apo Island, Dauin oder die Twin Lakes. Deutlich weniger bekannt, aber für viele Kenner einer der reizvollsten Orte der Provinz, ist die Tambobo Bay im Süden von Negros Oriental in der Gemeinde Siaton.
Die geschützte Bucht liegt etwa anderthalb bis zwei Stunden südlich von Dumaguete und bietet eine ungewöhnliche Mischung aus tropischer Natur, Fischerdorf, Segleridylle und versteckten Stränden. Sie eignet sich sowohl als Tagesausflug als auch für einen mehrtägigen Urlaub fernab der größeren Touristenzentren.
Schon die Anfahrt ist ein Erlebnis. Von der Nationalstraße am südlichen Ende der Gemeinde Zamboanguita, auf der National Highway 7, führt eine kurvenreiche Straße hinunter zur Bucht, der Bonawon Costal Highway. Mehrere Aussichtspunkte entlang der Strecke eröffnen spektakuläre Blicke auf das tief eingeschnittene Naturbecken, die Mangroven und die zahlreichen vor Anker liegenden Segelyachten. Diese Viewing Decks gehören zu den schönsten Fotopunkten im Süden von Negros Oriental. Von hier oben erkennt man besonders gut die geschützte Lage der Bucht, die sie seit Jahrzehnten zu einem beliebten Zufluchtsort für Segler aus aller Welt macht.
Tambobo Bay wird von vielen Langfahrtseglern als einer der sichersten Naturhäfen der Philippinen angesehen. Die schmale Einfahrt schützt die Bucht vor starkem Seegang, während die umliegenden Hügel und Mangroven zusätzlichen Schutz bieten. Dadurch hat sich hier über die Jahre eine kleine internationale Seglergemeinschaft entwickelt. Die vielen Yachten prägen heute das Bild der Bucht ebenso wie die traditionellen philippinischen Fischerboote.
Am Ufer befindet sich der Fischereihafen von Bonbonon. Wer früh am Morgen ankommt, kann den Fischern beim Ausladen ihres Fangs zusehen. Anders als in vielen touristischen Orten ist hier noch viel vom ursprünglichen Alltag der Küstenbevölkerung erhalten geblieben. Zwischen den Fischerbooten, den kleinen Sari-Sari Stores und den einfachen Häusern bekommt man einen authentischen Eindruck vom Leben im ländlichen Negros Oriental.
In den letzten Jahren hat die Bucht zudem an Bedeutung als Hafenstandort gewonnen. Der Ausbau der Hafenanlagen und verschiedene Infrastrukturmaßnahmen zeigen, dass Tambobo nicht nur touristisch interessant ist, sondern auch wirtschaftlich eine größere Rolle spielen soll. Gleichzeitig bemüht man sich, den besonderen Charakter der Bucht als Naturhafen zu erhalten.
Für Besucher lohnt sich vor allem die Kombination aus Aussichtspunkten, Fischerdorf und den kleinen Resorts entlang der Küste. Das Bekannteste davon ist sicherlich Kookoo’s Nest
Wer allerdings erst die Siit Halbinsel erkunden möchte, der muss in der kleinen Ortschaft Siit nach links abbiegen und sollte die Straße bis zum Ende fahren. Die Straße endet uprupt. Auf einer geschwungenen Treppe gelangt man ans Wasser der Tambobo Bay und befindet sich genau gegenüber des Fischerhafens von Bonawon und den vor Anker liegenden Seglern und Yachten im hinteren Ende der Bucht auf der rechten Seite. Wir sind zu Beginn am Kookoo’s Nest vorbeigefahren und haben uns diese schöne Anlage am Kliff (allerdings sind wir nicht die ganzen Stufen bis zum Strand und Restaurant hinuntergegangen, sondern haben die Aussicht von den Gästecottages von den Verandas aus genossen) erst bei der Rückfahrt angesehen
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Das Kookoo’s Nest liegt spektakulär an einem bewaldeten Kliff oberhalb einer kleinen geschützten Sandbucht. Über zahlreiche Stufen gelangt man hinunter zum Strand und zu den im traditionellen Stil errichteten Bambus-Cottages. Die Anlage wurde bewusst naturnah gestaltet und gilt seit vielen Jahren als eines der außergewöhnlichsten Resorts in Negros Oriental. Die abgeschiedene Lage, die Korallenriffe direkt vor der Küste und die Sonnenuntergänge über dem Meer machen den besonderen Reiz dieses Ortes aus. Kajaktouren, Schnorcheln und Tauchen gehören zu den beliebtesten Aktivitäten.
Interessant ist auch die Geschichte hinter dem Resort. Erbauer war der britische Bootsbauer Nigel Roberts. Das Kookoo’s Nest entstand aus seiner Vision eines naturverbundenen Rückzugsortes an einer der schönsten Küstenstellen der Bucht. Später verkaufte er die Anlage jedoch wieder, da die Lage für seine eigentliche Arbeit als Bootsbauer nicht ideal war. Für größere Bootsbau- und Wartungsarbeiten benötigte er einen Standort näher am Wasser und an den Anlegemöglichkeiten der Segler.
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Daraus entwickelte sich schließlich das heute ebenfalls bekannte Tongo Sail Inn Beach Resort direkt im Bereich des Fischereihafens von Tambobo. Dort konnte Nigel Roberts seine Erfahrungen als Bootsbauer und Segler wesentlich besser einbringen. Das Resort ist bis heute eng mit der internationalen Seglergemeinschaft verbunden und wird häufig von Yachtbesitzern, Langzeitreisenden und Besuchern genutzt, die das maritime Leben der Bucht aus nächster Nähe erleben möchten.
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Wer einige Tage in Tambobo Bay verbringt, wird schnell feststellen, dass die eigentliche Attraktion nicht ein einzelner Strand oder ein bestimmtes Resort ist. Es ist die besondere Atmosphäre des gesamten Naturhafens. Morgens ziehen Fischer hinaus aufs Meer, tagsüber spiegeln sich die Segelmasten der Yachten im ruhigen Wasser, und am Abend färbt die untergehende Sonne die Hügel rund um die Bucht in warme Gold- und Orangetöne.
Tambobo Bay ist kein Ort für Massentourismus. Wer große Hotelanlagen, Nachtleben oder Shopping sucht, wird hier nicht fündig. Wer dagegen Ruhe, Natur, authentisches Provinzleben und eine der schönsten Küstenlandschaften von Negros Oriental erleben möchte, findet hier einen Platz, der sich seinen ursprünglichen Charakter bis heute weitgehend bewahrt hat.
Gerade deshalb gehört Tambobo Bay für viele Besucher zu den schönsten Geheimtipps im Süden von Negros Oriental – ein Ort, den man vielleicht ursprünglich nur als kurzen Ausflug geplant hatte und an dem man am Ende deutlich länger bleibt als gedacht.
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