Nationalparks und Schutzgebiete der Philippinen – Schatzkammern der Natur

Das Baras Bird Sanctuary – Wenn Tausende Reiher mitten in der Stadt leben

Wer an Vogelschutzgebiete denkt, stellt sich meist abgelegene Mangroven, Sümpfe oder unberührte Natur vor. Umso erstaunlicher ist es, dass sich eines der bedeutendsten Brutgebiete der Philippinen mitten in einer bewohnten Stadt befindet.


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In Tacurong City, dem wirtschaftlichen Zentrum der Provinz Sultan Kudarat auf Mindanao, liegt das Baras Bird Sanctuary. Auf einer Fläche von nur rund 2,5 Hektar hat sich hier das größte bekannte Brutgebiet für Reiher und andere Schreitvögel der Philippinen entwickelt.

Während der Brutzeit leben dort schätzungsweise bis zu 20.000 Vögel, hauptsächlich verschiedene Reiher- und Silberreiherarten sowie Nachtreiher. Die Bäume des kleinen Waldstücks sind dann nahezu vollständig mit Nestern bedeckt. Überall herrscht reges Treiben: Altvögel fliegen ein und aus, Jungvögel warten lautstark auf Futter und über dem Schutzgebiet kreisen ständig weitere Vögel.


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Das Besondere daran ist nicht nur die Anzahl der Tiere, sondern auch der Standort. Das Schutzgebiet liegt nicht fernab der Zivilisation, sondern mitten in einem Wohngebiet. Häuser, Straßen und Geschäfte befinden sich unmittelbar neben den Bäumen, in denen die Vögel jedes Jahr ihre Nester bauen.

Viele Besucher fragen sich, warum die Tiere ausgerechnet diesen Ort gewählt haben. Die Antwort liegt vermutlich in einer Kombination verschiedener Faktoren. Die hohen Bäume bieten ideale Nistmöglichkeiten, während die umliegenden Reisfelder, Flüsse und Feuchtgebiete ausreichend Nahrung liefern. Gleichzeitig genießen die Vögel dort seit vielen Jahren einen besonderen Schutz durch die Bevölkerung und die Stadtverwaltung.


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Früher wurden Reiher in vielen Regionen Asiens gejagt oder ihre Lebensräume zerstört. In Tacurong entwickelte sich dagegen nach und nach ein anderes Bewusstsein. Die Einwohner akzeptierten die gefiederten Nachbarn und erkannten ihren Wert für Natur und Umwelt. Heute gilt das Schutzgebiet als Symbol dafür, dass Naturschutz auch in dicht besiedelten Gebieten funktionieren kann.

Natürlich bringt eine so große Vogelkolonie auch Herausforderungen mit sich. Kot auf Straßen und Dächern, Lärm während der Brutzeit und regelmäßige Reinigungsarbeiten gehören zum Alltag. Dennoch überwiegt bei vielen Bewohnern der Stolz darauf, Gastgeber einer der größten Reiherkolonien des Landes zu sein.

Auch für den Tourismus hat das Schutzgebiet eine gewisse Bedeutung gewonnen. Naturfreunde, Fotografen und Vogelbeobachter besuchen Tacurong regelmäßig, um das beeindruckende Schauspiel tausender startender und landender Vögel zu erleben. Besonders in den frühen Morgenstunden oder kurz vor Sonnenuntergang bietet sich ein eindrucksvolles Bild, wenn ganze Schwärme gleichzeitig zwischen ihren Nahrungsgebieten und den Nestern unterwegs sind.

Das Baras Bird Sanctuary zeigt eindrucksvoll, dass sich Stadtentwicklung und Naturschutz nicht zwangsläufig ausschließen müssen. Wo Menschen bereit sind, Rücksicht auf ihre tierischen Mitbewohner zu nehmen, kann selbst mitten in einer Stadt ein einzigartiger Lebensraum entstehen.


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Wer einmal nach Sultan Kudarat reist, sollte diesem außergewöhnlichen Ort unbedingt einen Besuch abstatten. Es ist ein seltenes Erlebnis, Tausende frei lebende Reiher und Silberreiher aus nächster Nähe beobachten zu können – und gleichzeitig zu sehen, wie harmonisch das Zusammenleben von Mensch und Natur funktionieren kann.

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