Nationalparks und Schutzgebiete der Philippinen – Schatzkammern der Natur

Hundred Islands National Park – Ein Naturwunder der Philippinen


Bildnachweis: https://thepinaysolobackpacker.com/

Der Hundred Islands National Park ist eine der faszinierendsten Naturlandschaften der Philippinen. Er liegt in der Provinz Pangasinan, nahe der Stadt Alaminos im nördlichen Teil von Luzon. Der Park gilt als der erste offiziell ausgewiesene Nationalpark des Landes und ist eine einzigartige Mischung aus mariner Biodiversität, faszinierenden Felsformationen und abwechslungsreichen Freizeitaktivitäten.

Geografie und Entstehung

Die Hundred Islands bestehen aus 123 Inseln bei Flut und 124 bei Ebbe, die sich über eine Fläche von etwa 1.840 Hektar in der Lingayen-Bucht erstrecken. Diese Inseln sind im Wesentlichen Überreste eines alten Korallenriffsystems und entstanden vermutlich vor etwa zwei Millionen Jahren, als sich das Meer und die tektonischen Platten veränderten. Die meisten Inseln bestehen aus Korallenstein mit Kalksteinfelsen, von Meerwasser ausgewaschenen Höhlen und üppiger tropischer Vegetation.

Geschichte und Schutzstatus

Der Nationalpark wurde offiziell am 18. Januar 1940 durch Präsident Manuel L. Quezon per Presidential Proclamation No. 667 zum Schutzgebiet erklärt – damit ist er der älteste Nationalpark des Landes. Im Laufe der Jahre wurde die Verwaltung mehrfach angepasst, zuletzt 2005, als die Zuständigkeit von der nationalen Regierung auf die Stadt Alaminos übertragen wurde.

Flora und Fauna

Trotz ihrer geringen Größe bieten die Hundred Islands überraschend vielfältige Lebensräume. Aufgrund der felsigen, korallinischen Struktur sind die terrestrischen Lebensgemeinschaften nicht üppig, aber sehr interessant:

  • Viele Inseln sind von Trockenwald- und Strandsaumvegetation wie Casuarina (Agoho), Terminalia, Molave und tropischen Leguminosen geprägt.
  • Es wurden über 50 Vogelarten registriert, darunter Philippinenente, Weißohrbrauntaube, Philippinischer Kukuk und andere endemische Arten. Einige gelten als bedroht.
  • Die Unterwasserwelt ist reich an Fischen, Weichkorallen, Krebstieren und weiteren Meeresbewohnern. Studien und Schutzprogramme arbeiten daran, diese Biodiversität zu erhalten und wiederherzustellen.

Tourismus und Aktivitäten

Nur wenige der Inseln sind touristisch erschlossen, darunter:

  • Quezon Island – das am stärksten entwickelte Touristenziel mit Picknickplätzen, Schnorchel- und Tauchmöglichkeiten.
  • Governor Island – bekannt für seine Plattform mit Panoramaausblick über den Archipel und eine Zipline-Verbindung zu Virgin Island.
  • Children’s Island – aufgrund flacher Gewässer ideal für Familien.

Die Aktivitäten, die Besucher typischerweise unternehmen, umfassen:

  • Inselhopping per Boot: Die klassische Tour führt zu mehreren Inseln mit Stopps zum Schwimmen und Erkunden.
  • Schnorcheln und Tauchen: Rund um die Inseln kann man Korallenriffe und verschiedenste Fischarten erleben.
  • Kajakfahren: Besonders bei ruhigem Wetter eine entspannte Möglichkeit, die Inseln vom Wasser aus zu erkunden.


Bildnachweis: https://ilovepangasinan.com/

  • Zipline, Wasserfahrten und andere Angebote: In den letzten Jahren sind zusätzliche Aktivitäten wie Ziplines, Wasserfahrräder, Crystal Kayaks oder auch Wassertrikes beliebt geworden.
  • Besondere Sehenswürdigkeiten: Auf Pilgrimage Island befindet sich eine große Christusstatue und Kreuzwegstationen, was den Ort zu einem stillen, meditativen Ziel macht.

Naturschutz und Herausforderungen

Wie viele Naturgebiete in den Philippinen standen auch die Hundred Islands vor Herausforderungen wie ungeplanter Fischerei, Müllproblemen und Korallenschäden. Nach der Übernahme durch die Stadt Alaminos wurden jedoch verschiedene Programme initiiert, darunter regelmäßige Meeresreinigungen durch Taucher und ein Müllrücknahmekonzept für Besucher, um die Umwelt zu schützen.

Praktische Hinweise für Besucher

  • Die meisten Besucher machen einen Tagesausflug von Alaminos oder nahegelegenen Orten aus.
  • Bootstouren starten am Lucap Wharf in Alaminos.
  • Packe ausreichend Wasser, Sonnenschutz und Snacks ein, da auf den weniger entwickelten Inseln kaum Versorgungseinrichtungen vorhanden sind. Lokale Anbieter auf Quezon Island verkaufen jedoch Essen und Getränke.
  • Die beste Reisezeit ist allgemein von Trockenzeit bis frühem Sommer, wenn das Meer ruhiger und die Sicht unter Wasser am besten ist.


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Fazit

Der Hundred Islands National Park ist weit mehr als nur ein touristisches Ziel. Er ist ein bedeutendes Beispiel für die natürliche Schönheit des philippinischen Archipels, ein Lebensraum für vielfältige Arten und ein Ort, an dem Natur, Abenteuer und Kultur zusammenkommen. Ob man die Aussicht von den Klippen genießt, in kristallklarem Wasser schnorchelt oder einfach nur die Ruhe einer unberührten Insel erlebt – dieser Nationalpark hat für viele Besucher bleibenden Eindruck hinterlassen.

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