Muslimgebiete auf den Philippinen - Wo ist es gefährlich?

Ich kann eigentlich dazu nicht viel sagen. In den beinahe 14 Jahren seit wir hier sind war eigentlich nur die Belagerung der Stadt in 2013 relevant. Aber da waren wir in Manila :grinning_face_with_smiling_eyes: Seither ist hier nichts mehr passiert was aussergewöhnlich wäre. Ich fühle mich nicht unsicher hier. Noch eine Bemerkung die Einheimischen sind nicht gut informiert, nur chimiz wie üblich

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Daher mache ich das was meine Familie sagt, wenn die sagen da oder dort soll ich auf Mindanao nicht hin gehen, weil es zu gefährlich für mich ist, dann gehe ich da auch nicht hin.
Denn sie sind im Zuge der Polizeieinsätze öfters in diesen Gebieten und daher haben sie da schon Einblick.
Übrigens hatte ich damals, als Carabao auf Mindanao zu tode kam das in der Familie thematisiert.
Das war ja irgendwo im Osten von Mindanao, der machte da ja Land u. Immogeschäfte, weiß nicht mehr genau wo.
Zufällig war eine Familienangehörige im Zuge eines Polizeieinsatzes kurz zuvor dort stationiert.
Sie meinte, da sollte sich besser kein Weißer blicken lassen, auch wenn es viele trotzdem als tun, oft geht es gut, irgendwann geht das dann halt schief.
Das Polizeicamp wurde damals dort regelmäßig beschossen, sie mußten immer mit Hochgeschwindigkeit dort fahren, damit sie kein leichtes Ziel auf der Straße sind.
Denn Fahrzeuge der Polizeit werden dort gerne beschossen.
Genau das wurde ja Carabao zum Verhängnis.
Also ich höre auf meine Familie in der Beziehung, die übertreiben auch nicht, das ist real wenn sie uns warnen.

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Wir sind momentan in der groben Planung für 2026. Wie immer die Frage, wie lange und wohin?
Mein letzter Besuch war 2020. Grund der Reise sind Oma & Opa auf Bohol, welche unseren Sohn (7 Monate) natürlich auch mal sehen sollen.

Da ich mich jetzt schon ein paar Jahre lang intensiv mit Sulu bzw. Jolo beschäftige und ich versuche, bestehende Kontakte und Bekanntschaften zu pflegen, war ein Kurztrip nach Jolo eigentlich fest eingeplant.

Ich würde für mich selbst abschätzen, das es nach der Arbeit der letzten Jahre „sicher“ wäre…more or less. Realistisch darf man nicht vergessen, dass es ne ganz andere Ecke ist, ne ganz andere Sprache, Religion und Kultur, als der Rest der Philippinen. Das reizt mich jedoch.

Jetzt kommt ein Faktor hinzu, den ich vorher nicht bedacht hatte. Meine Frau. Geprägt von Medienberichten und chizmiz, ist sie der Meinung, dass ich dort sterben werde. Das steht für sie fest. Ihre Familie auf Bohol trägt dann natürlich auch noch dazu bei. Das Geschrei war groß, Tränen flossen.

Ich versuche hier seit einiger Zeit, fast schon wissenschaftlich, aufzuzeigen, dass es dort nicht mehr so ist wie vor 10 Jahren. No chance. Es ist eine zu 100% emotionsgeladene Diskussion, in der Fakten gar keine Chance haben.

Nun stehe ich da. Ich versuche seit Jahren die Menschen, die Religion, die Kultur zu verteidigen. Mache keine Werbung nach Sulu zu fahren (der Standardtourismus muss dort nicht sein), behaupte jedoch wehemend, dass die „Gefahr“ nach intensiver Vorbereitung und Planung auf ein Minimum begrenzt werden kann.
„Wenn ich beim nächsten Mal nicht nach Jolo reise, stehe ich doch da wie der letzte Depp“, dachte ich mir. Nächster Gedanke war „who the f… bin ich Rechenschaft schuldig? Ich muss niemandem etwas beweisen“. Möchte ich auch nicht, möchte aber nach Jolo aufgrund von Kultur und Business.

Die Lage sieht momentan so aus:
Madame hat den Joker ausgepackt und an meine Verantwortung als Vater appelliert. Totschlagargument. Sulu ist sehr interessant, doch der Kleine ist alles für mich.
WENN ich Sulu besuchen würde, dann nur alleine. Sehr wahrscheinlich vorher und nachher mit heftigen Diskussionen, Tränen und Tampo. Wäre es das Wert?

Nach langem hin und her, bin ich eingeknickt und habe Jolo gestrichen, was mir fast schon weh tut.

Plan war, 1-2 Leute von Jolo nach ZC kommen zu lassen um uns dort zu treffen.
„Wait…Zamboanga City…kuya Sandy kommt von da, Zamboanga City ist safe“. :roll_eyes::zipper_mouth_face: Logik

Legazpi und der Mayon stehen auch auf der Liste. „Da kann ja auch nichts passieren“.

Fazit:
Vorurteile beherrschen unser Handeln und schränken uns extrem ein. So bin ich nicht, so wollte ich nie sein. Und doch bleibt Jolo ein Traum, den ich noch eine ganze Weile träumen werde.

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Je nachdem wie sich die Sicherheitslage dort entwickelt, bin ich an einem Abstecher nach Jolo und Basilan durchaus interessiert. Aber jetzt noch nicht. Vielleicht Winter 26/27? Wer weiß.

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Da bin ich sehr froh, dass meine Frau damit ganz entspannt umgeht. Sie möchte selber in den nächsten Jahren in die Gegend reisen. Allein schon wegen des Essens. Aber natürlich auch, weil die Kultur so anders ist, als sie es sonst aus ihrem Heimatland kennt.

Kurzer Nachsatz noch zur Region Sulu. Sulu wurde 2023 von offizieller Seite als “frei von Abu Sayaf”deklariert.
Was natürlich noch nicht bedeutet, dass die Region schon komplett frei von Sicherheitsproblemen ist. Aber es tut sich etwas.

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Ich bin Filipina und ich weiß, dass viele Filipinos schon beim Begroff Muslime und Mindanao Schappatmung bekommen. Die wenigsten befassen sich mit Sulu. Einmal gefährlich, immer gefährlich.
Ich möchte gerne mal hin, auch sonst nach Mindanao. Es gibt bestimmt noch riskante Gebiete, die kann man ja auslassen.

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Ich veebinde mit Sulu/Jolo halt die damalige Sipadan-Kidnappingstory die ich nur knapp verpasst habe,aber dann im Fernsehen viele der Geiseln sah die mir persönlich bekannt waren.Auf Malayischer Seite war ich inoch öfter in dem Gebiet ,da extrem reizvoll zum Tauchen,aber die Inselresorts waren seitdem immer schwer bewachtt von malayischem Militär.Sulu/Jolo ist für mich deshalb irgendwie immer noch Red Flag

Zu dieser Zeit war in in Malaysia und habe auch eine „kleine Geschichte“, die nur etwas aber auch mit dem Enfführungsfall zusammenhängt erlebt.
Da aber nicht für diesen Faden geeignet, hier ist die Geschichte:
https://philippinen-forum.online/t/kleine-unterhaltsame-geschichten-muessen-selbst-erlebt-sein/105/158?u=guimaras

Ich war halt kurz vor der Entfühung Gast in dem Resort und war auch mehrmals Gast dort mit guten Kontakten zum Staff

Es gab einige Entführungsfälle, neben der im Jahr 2000 auf Sipadan dann später der Entführungsfall auf Palawan, mehrere Angriffe auf Segler, dazu später die Attacken auf Bohol und Marawi City. Sicherlich gibt es auch Entführungsfälle von denen in den hiesigen Medien nichts zu lesen war.

Zeiten ändern sich. Mittlerweile scheinen sich viele Gegenden in Muslim Mindanao stabilisiert und beruhigt zu haben. Von Ausnahmen abgesehen.

Ein ernsthaftes Interesse an der Kultur vor Ort halte ich für unbedingt erforderlich, wenn man in diese Region reisen möchte. Dazu sollte man sich ausreichend über den Konflikt informieren. Die Hintergründe sind komplex. An Literatur gibt es einiges.

Wichtige Fraktionen wie MNLF, MILF, Abu Sayaf, Biff etc. haben teils unterschiedliche Hintergründe, dazu kommen Auseinandersetzungungen zwischen Clans. Ich erinnere hier an das Massaker an Journalisten und Politikern durch den Ampatuan Clan im November 2009. Wie schon geschrieben, die Hintergründe sind sehr komplex.

Ich gehe davon aus, dass auch in Muslim Mindanao die Masse der Bevölkerung einfach nur in Ruhe leben will. Es reichen ein paar Tausend Menschen, um diesen Wunsch zu vernichten.

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Ich bin zur Zeit in Lebak/Sultan Kudarat (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Stadt, die liegt ganz woanders). Nach Maguindanao ist es noch ein Stück. Die Provinz Sultan Kudarat gehört nicht zur BARMM. Der Anteil der muslimischen Bevölkerung ist aber schon höher als z.B. in Sarangani. Wenn ich hier Filipinos nach der Weiterreise nach Cotabato City frage, kommt i.d.R. die Antwort, dass es mittlerweile sicher ist. Filipinos von Luzon erzählen meistens völlig andere Dinge. Die Meisten waren wohl auch noch nie hier.
Natürlich gibt es Gegenden, die man zur Zeit nicht besuchen sollte. Ich recherchiere dazu weiter und werde berichten.

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Ich bin mittlerweile in Zamboanga City angekommen. Ich bin durch die drei Provinzen auf Mindanao, die zur BARMM gehören, durchgekommen (Maguindanao del Sur, Maguindanao del Norte und Lanao del Sur). Es gibt erheblich mehr Check Points der Armee und auch Polizei. Waren die Check Points in den Nachbarprovinzen oft nicht besetzt und wenn, dann mit ein oder zwei Personen, die den Verkehr in keiner Weise beachtet haben, so war das in den drei oben genannten Provinzen anders. Erheblich mehr Kontrollen, die Soldaten standen auch direkt an der Straße und checkten die Fahrzeuge. Sprach ich mit Leuten vor Ort, gab es i.d. Regel die Auskunft, dass es mittlerweile sicher sei. Für manche Gebiete mit der Einschränkung „tagsüber“. Nachts bin ich ohnehin nicht unterwegs, dazu sah ich in Maguindanao viele Schilder, die auf die Curfew von 10:00 p.m. bis 4.a.m. hinwiesen.

Solang man auf den Haupt-Highways bleibt, muss man sich m.E. keinerlei Sorgen machen. Z.B. ist die Strecke von Lebak nach Cotabato problemlos. Upi z.B. liegt bereits in Maguindanao del Norte. Gehört also zu BARMM. Der Anteil der Muslime liegt allerdings nur bei ca. 20-25 %. Der Großteil der Bevölkerung gehört der indigenen Gruppe der Teduray an.

Gestern war ich bei der „Pink Mosque“, korrekte Bezeichnung Masjid Dimaukom.

Fährt man die Straße weiter, an der die Moschee liegt, kommt man nach Mamasapano. Das soll nicht empfehlenswert sein. Die ganze Gegend um Mamasapano, Pikit und Ligawasan Marsh etc. würde ich persönlich auslassen. Auch wenn mir in Datu Saudi Ampatuan Leute sagten, es sei sicher. Man muss nicht alles probieren.

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Morgen fliege ich von Tawi Tawi zurück nach Zamboanga. Die Provinz besteht aus vielen Inseln, ich beschränke mich auf drei: Bongao (hier liegt die gleichnamige Hauptstadt der Provinz), Sanga Sanga (hier befindet sich z. B. der Flughafen) und Tawi Tawi Island (weiß nicht ob es noch eine offizielle, anders lautende Bezeichnung gibt). Bongao und Sanga Sanga würde ich als komplett sicher einsortieren. Das Feeling ist (meine Empfindung) ein wenig wie Sulawesi (Indonesien) vor 30 Jahren. (Smartphones und Internet mal außen vor gelassen). Sanga Sanga sortiere ich genau so ein. Zu der größten Insel gab es keine vernünftigen Infos. Im Großen und Ganzen aber vermutlich problemlos. Sehenswürdigkeiten hat’s da eher nicht, von daher stellt sich die Frage eigentlich nicht, ob man da hin muss. Zumal es eine Ausgangssperre von 22:00 bis 4:00 gibt). Tawi Tawi war nie „Hotbead“ der Abu Sayaf. Es gab aber in der Vergangenheit Übergriffe (gegen das Militär). Checkpoints habe ich hier keine gesehen, anders als z.B. Maguindanao oder Lanao del Sur.

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Ich muss meine Äußerung hier korrigieren. Cotabato ist seit 2 oder 3 Jahren anscheinend tatsächlich Teil der BARMM. Manchmal ist es schwierig, aktuell korrekte Informationen zu der Region zu finden. Es hat sich in den letzten Jahren immer mal wieder was beim Zuschnitt von Provinzen oder Zugehörigkeit zu Regionen geändert.