Motorradtour, die Vierte, Visayas und Luzon

Motorradtour durch die Philippinen – die Vierte, Visayas und Luzon

Vorwort

Die letzte Tour per Zweirad durch die philippinische Inselwelt war im Winter 2019/20, also kurz bevor Corona viele Reisepläne durcheinander gebracht hatte. Wann eine weitere Rundfahrt möglich sein würde, war coronabedingt länger unklar. Als sich jedoch die philippinische Regierung entschloss, das Land wieder zu öffnen, kam die Möglichkeit für eine Reise im Winter 22/23 näher. Mit dem Kauf eines Flugtickets wartete ich noch bis zum Herbst. Ich wollte einigermaßen sicher sein, dass nicht irgendwelche Einschränkungen eine solche Reise, also mit dem Zweirad von Insel zu Insel zu reisen, unmöglich machen würden.

Im folgenden ein Bericht über diese Tour. Die Strecke ging von Bohol über Cebu nach Luzon, weiter nach Marinduque, zurück nach Luzon, von dort über Mindoro nach Panay, dann nach Negros und zum Ende wieder nach Cebu City.

Frankfurt – Cebu City – Tubigon / Bohol

Die Anreise sollte diesmal direkt über Cebu City erfolgen. Für mich das erste Mal, mit einem internationalen Flug am Flughafen Cebu-Mactan anzukommen. Gebucht hatte ich erstmalig einen Flug mit Korean Air. Im Vergleich zu den anderen Airlines, die Cebu anfliegen, war dieser Flug für mich die beste Option, sowohl preislich als auch bzgl. der Umsteigezeit.

Da ich der Deutschen Bahn bzgl. Zuverlässigkeit nicht sonderlich traue, war ich frühzeitig mit dem Zug nach Frankfurt unterwegs. Diesmal lief jedoch alles nach Plan.

Von Frankfurt ging es mit über einer Stunde Verspätung los, da man noch auf Passagiere wartete und das Flugzeug noch enteist werden musste. Da in Incheon ohnehin ein Aufenthalt von über 4 Stunden anstand, war die Verspätung kein Problem. Der Flug von Incheon nach Cebu City verspätete sich dann auch um über eineinhalb Stunden, somit landeten wir erst gegen Mitternacht. Bis dann das Gepäck ankam, dauerte es eine Weile. Da der Flughafen recht überschaubar ist, war ich im Großen und Ganzen einigermaßen zügig draußen. Trotz der späten Stunde konnte ich noch eine Sim-Karte kaufen. Globe, 45 GB Daten und freie Telefonate und SMS in alle philippinischen Netze, 30 Tage gültig, 1.000,-- Peso. Da kann man nicht meckern. Die Mädels am Schalter kümmerten sich um Alles.

Ich stieg in das einzige, dort stehende „Regular Taxi“ (ohne Fahrpreisdiskussion) und ließ mich zum Pier Cuatro Hotel fahren. Das Hotel kannte ich von der letzten Tour. Für mich genau die richtige Lage, da es nicht weit vom Hafen ist, dazu in Laufweite zur Robinson Mall. Da ich das Motorrad wieder in Cebu zurückgeben würde, war ein sicherer Parkplatz wichtig. 1.580,-- Peso kostete die Übernachtung mit Frühstück (Filipino-style), ich hatte das Zimmer bereits telefonisch von Deutschland aus reserviert. Auch ohne Hinterlegung von Kreditkartendaten klappte die Reservierung reibungslos

Am nächsten Morgen war zeitiges Aufstehen angesagt, da ich den Oceanjet um 10:30 erwischen wollte. Gebucht hatte ich das Ticket (800,-- Peso) über die Seite bookaway. com. Mit dem Ausdruck der Online Buchung konnte ich direkt zum Terminal zum Oceanjetschalter, hier bekam ich noch ein „richtiges“ Ticket und musste mein Gepäck aufgeben, Kostenpunkt 100,-- Peso. Die Fähre war „on time“. Und damit nichts schief geht, gab es natürlich vor der Abfahrt des Bootes eine kurze christliche Ansprache, übertragen auf den recht neuen Flachbildschirmen. Am Hafen von Tagbilaran/Bohol stand Mike, der Mopedverleiher, auch schon am Hafen um mich abzuholen. Gemietet habe ich diesmal eine CRF 150, die XR hatte Mike während Corona alle verkauft. Dieses Moped ist teurer als die XR, dementsprechend liegt die Miete höher. 20 US $ pro Tag, Mike berechnet bei längerer Miete pro Woche jedoch nur 6 Tage und in meinem Fall auch nur 4 Wochen, obwohl ich das Motorrad 33 Tage benötigte. Ich weiß, das geht auch günstiger, aber ein zuverlässiges, noch recht neues Fahrzeug ist mir wichtiger, als ein paar Dollar zu sparen. Die CRF hatte gerade 300 KM auf dem Tacho.

Nach etwas Smalltalk und Gepäck aufs Mopped verladen war ich auch schon unterwegs nach Tubigon, wo ich am nächsten Morgen den FastCat nach Cebu City nehmen wollte.

Nach Tubigon, wo es dann am nächsten Morgen eigentlich los gehen sollte (wieder nach Cebu), waren es nur 50 KM, welche ich ungewollt etwas verlängert habe. Kostenfreie Navikarten sollte man vielleicht wohl doch meiden.

In Tubigon nahm ich ein Zimmer mit AC und Bad im „The Monina RM Midtown Inn“, 999,-- Peso die Nacht. Nichts besonderes, aber für eine Nacht OK. Wie in den meisten Städten auf Bohol gibt es auch in Tubigon bei der Plaza abends BBQ. Hier bekam ich mein Abendessen in Form von BBQ, Puso und, mangels San Mig, mit einem begleitendem Red Horse. Das gab‘s nur in Literflaschen. Da ich ja nicht mehr fahren musste, war das nicht weiter schlimm.

Während des Essens zogen sich alle Wolken der Umgebung über Tubigon zusammen und sorgten für ein jähes Ende der Abendveranstaltung.

Tubigon – Cebu City – Bogo

Aufgrund der zu erwartenden vorweihnachtlichen Reisewelle stand ich früh auf, ich musste ja noch das Ticket für die FastCat Fähre nach Cebu City kaufen. Fürs Erste suchte ich etwas zum Frühstücken. Außer dem McDonalds war noch alles geschlossen, also hatte ich keine Wahl. Zumindest gibt es dort einigermaßen anständigen Kaffee, die Hotcakes lassen sich auch essen. Beim Cultural Center ein paar Schritte weiter gibt es die Ticketläden für die Fähren, der Ticketkauf für den FastCat war schnell über die Bühne gebracht (1.250,-- Peso einschl. Fahrer). Dort gab’s noch einen Sticker für ein paar Peso (Kostenpunkt weiß ich nicht mehr), dann zurück zum Hotel, flott alles auf dem Mopped verstaut und Abfahrt zum Hafen. Hier musste ich, wie so häufig, noch einen Stempel bei der Coastguard abholen und ca. 60 Peso für die Terminalgebühr bezahlen. Dann nur noch warten auf die Fähre.

Das Schiff kam etwas verspätet an, war dann aber recht zügig ent- und wieder beladen. Ich war erstaunt, dass die Fähre nicht ansatzweise voll war, Weihnachten stand ja bevor. Vielleicht nehmen viele Filipinos lieber die slow ferry, da günstiger? Für die Überfahrt nach Cebu City zum Pier 4 benötigt der FastCat gerade einmal 1,5 Stunden. Der gleiche Kahn ist zwei Tage später vor Tubigon auf Grund gelaufen. So etwas hätte meine Pläne gehörig durcheinander gebracht. Die Überfahrt selbst war sehr ruhig, das Wetter recht schön.

Als Route nach Bogo hatte ich die Westküstenstraße via Toledo ausgesucht, da ich eine lange Fahrt durch Cebu City meiden wollte. Das erste Stück über die New Coastal Road ist einigermaßen erträglich, die Fahrt über die Insel zur Westküste Richtung Toledo war stellenweise recht nervig. Schmaler „Highway“, auch hier recht viel Verkehr, in den Ortschaften jede Menge Tricycle, die den Verkehr behindern, richtige Fahrfreude kam nicht auf. So zog es sich auch auf der westlichen Küstenstraße nach Norden weiter.

Zwischendurch kam die erste Polizeikontrolle. Eine attraktive, noch recht junge Polizistin stoppte mich. Äußerst freundlich fragte sie mich nach dem Führerschein und der Registration vom Motorrad. Ich gab ihr vorab den Führerschein, die Registration musste ich noch suchen. Sie schaute sich beide Seiten des Führerscheins an und merkte nach einiger Zeit an: „Oh, it‘s a license from your country….“. „Yes“. Ein Schmunzeln konnte ich mir nicht verkneifen. Ich kramte noch weiter nach der Registration, in dem Moment fing es leicht an zu tröpfeln. Ein paar Kollegen riefen der Dame etwas zu, sie nickte nur und meinte zu mir „it‘s OK Sir“ und entschwand. Die gerade herausgeholte Registration konnte ich also wieder verstauen und weiterfahren.

Ich schaute zwischendurch immer mal wieder nach, ob ich es bis Bogo City schaffen würde. Hinter Tabuelan wurde es deutlich weniger Verkehr, ich kam recht zügig voran, also entschied ich mich, bis Bogo durchzufahren. Ich erreichte Bogo City noch vor dem dunkel werden, Unterkunft fand ich im DCH Pension House. Empfehlenswerte Unterkunft für Leute auf der Durchreise, Single room, Aircon, eigenes Bad (für philippinische Verhältnisse recht sauber), 800,-- Peso (bezügl. Preis/Leistung während 5 Wochen Reise die beste Wahl). Großer Parkplatz, das Moped steht sicher, kaltes Bier gibt’s auch. Nur zu Essen gab es nichts, in der Nachbarschaft findet man jedoch ein paar BBQ Stände, ansonsten muss man in das nicht zu weit entfernte Zentrum fahren.

Von Bogo wollte ich am nächsten Tag die Nachtfähre (Lite Ferries) um 23:59 nach Matnog/Luzon nehmen. Ich hatte also den ganzen Tag Zeit, noch ein paar Dinge zu erledigen. Aus Deutschland hatte ich eine USB Steckdose fürs Motorrad mitgebracht, die musste ich noch installieren. Ich fuhr am Vormittag schon mal zum Hafen um zu schauen, ob ich schon ein Ticket kaufen könnte. Man meinte jedoch, ich solle gegen 14:00 wieder kommen, dann würde der Ticketschalter öffnen. Ich verbummelte die Zeit, schaute mir etwas die Stadt an (nicht sonderlich spannend) und war um 13:00 Uhr wieder am Hafen. Der Ticketschalter hatte schon geöffnet. Das mit den konkreten Uhrzeiten ist halt immer so eine Sache.

Bogo City – Matnog / Luzon – Daraga – Gumaca

Ich fuhr kurz vor Einbruch der Dunkelheit zum Hafen, auch weil Regen angekündigt war und ich nicht nass an der Fähre ankommen wollte. Beim Hafen gab es einige Läden und eine Carenderia, ich bekam dort mein Abendessen.

Boarding war planmäßig für 22:00 Uhr angekündigt. Auf der Fähre, die mit geöffneter Ladeluke und grell beleuchtet im Hafen lag, fand eine (vermutlich) Weihnachtsfeier des Personals statt. Eine äußerst skurrile Szene. Der Hafen lag in tiefer Dunkelheit, das einzige Schiff vor Ort grell beleuchtet und geschmückt, von Bord dröhnte in infernalischer Lautstärke Musik, dazu nur bedingt erträglicher Gesang.

Gegen 22:15 machte man sich langsam ans Aufräumen, um ca. 22:45 begann endlich das Beladen der Fähre. Wie immer zuerst die Trucks. Das Beladen mit allen möglichen Fahrzeugen war dann tatsächlich bis kurz vor Mitternacht erledigt. Dazu muss man sagen, es ist erstaunlich, was so alles auf eine Fähre passt. Ich hätte nicht gedacht, dass die ganzen Fahrzeuge, die im Hafen standen, tatsächlich auf den Kahn passen. Der ganze Beladevorgang wurde begleitet von nicht enden wollenden Karaokegesängen. Wenn das so weiterging, bedeutete das nichts Gutes für die Nacht.

Nachdem auch die Motorradfahrer aufs Schiff fahren durften, suchte ich mir eine Pritsche aus, die weit genug von den Toiletten war. Ich legte mich schon mal hin. Der Karaokegesang ertönte weiter, nur das Schiff fuhr nicht. Ich weiß nicht wann wir tatsächlich ablegten. Ich entwickelte zwischenzeitlich Gewaltfantasien gegenüber den Karaokesängern. Karaoke ist mir ja nichts Unbekanntes. Das kann auch sehr spaßig sein. Aber zu diesem Zeitpunkt war der Spaßfaktor nicht mehr gegeben. Irgendwann schlief ich doch ein.

Über das Deck wabernder Kaffegeruch und Tageslicht weckten mich irgendwann. Viele der anderen Passagiere waren schon wieder auf den Beinen und hatten sich schon mit Kaffee und Fertigsuppe versorgt. Ich brauchte noch einen Moment. Ein Blick aufs Smartphone sagte mir, dass wir gerade erst die Hälfte geschafft hatten (ein Hoch auf Googlemaps). Dabei war es schon halb sieben. Planmäßig sollten wir um 10:00 Uhr anlegen. Ich schätzte, dass es mindestens 12:00 Uhr mittags werden würde, bis zur Ankunft in Matnog. Das war jedoch zu positiv gedacht, es wurde 14:00 Uhr, bis wir endlich da waren und ich mich auf den Weg machen konnte. „Frühstücken“ wurde aufgrund der Verspätung gecancelt, ich fuhr sofort los.

Ursprünglich wollte ich mir etwas Zeit lassen und an der Pazifikküste entlang fahren. Aufgrund der Wettervorhersage änderte ich den Plan und wollte nun versuchen, die Strecke vom Hafen Matnog (Luzon) bis Lucena, wo die Fähre nach Marinduque abfährt (der geplante Ort für die Weihnachtstage), in zwei Tagen hinter mich zu bringen.

Ich habe diesen Highway geschätzt seit 20 Jahren nicht mehr „erlebt“. Es hat sich einiges geändert, der Großteil von Matnog bis Daraga (Legaspi) ist mittlerweile vierspurig. Somit war ich ganz guter Dinge, dass ich zügig voran kommen würde.

Aufgrund der Verspätung hatte ich als Stopp die Stadt Daraga am Fuße des Mayon Vulkans ausgesucht. Ich machte so gut wie keine Pause. Das passte dann auch, gegen 16:30 war ich am ausgewählten Hotel, dem „Casa Bicolandia Suites“. Ein Einzel- oder auch Doppelzimmer gab es nicht mehr, zumindest sagte man mir das so. Mir war es dann aber auch egal, somit nahm ich ein Viererzimmer, kostete halt etwas mehr, als ich üblicherweise für Übernachtungen ausgebe (2.400,-- Peso mit Frühstück, AC und Bad), das Zimmer war sehr geräumig und auch das Bad recht sauber. Das Hotel verfügt über eine eigene, sehr große Garage, eher schon ein kleines Parkhaus, das Motorrad stand also sicher. Essmöglichkeiten gab es in Laufnähe, im nahegelegenen 7/11 erstand ich ein paar San Miguel.

Am nächsten Morgen bekam ich direkt mein Frühstück, die zuständige Dame verstand kaum englisch, ich konnte ihr trotzdem irgendwie klar machen, dass ich keine Würste oder ähnliches brauche, Reis und fried egg würde reichen. Das Frühstück wurde serviert, nur hatte man beim Bau des Hotels anscheinend nicht dran gedacht, dass man, wenn man Frühstück anbietet, vielleicht auch einen Ort benötigt, wo dieses verzehrt werden kann. Also musste dies im Bereich der Rezeption in einem der dort stehenden Sessel passieren.

Die Strecke von Daraga bis Lucena City ist für einen Tag recht weit. Theoretisch zu schaffen, ich entschied mich aber, die Strecke auf zwei Tage aufzuteilen. Wo ich übernachten würde, wollte ich unterwegs entscheiden, je nachdem wie weit ich kommen würde. Der vierspurige Ausbau hat hier auf langen Teilstücken noch nicht stattgefunden. Der Straßenzustand war stellenweise so miserabel, dass es nur im Schritttempo weiterging. Dazu noch ein riesige Masse an verschiedenen Fahrzeugen, die sich über die Reste des Pan Philippine Highways quälten. Das alles erklärte auch, warum Google Maps für diese Gegend für 100 KM über drei Stunden Fahrzeit anzeigt.

Iriga und Naga konnte ich über die südlich davon liegende Nebenstrecke von Nabua nach Pamplona umgehen. Diese war teils in besserem Zustand als der Maharlika Highway. Von Sipocot bis Calauag fuhr ich den Quiriono Highway, der ein gutes Stück südlich des Pan Philippine Highway verläuft. Auch hier das Gleiche wie auf dem Pan Philippine Highway. Weitgehend noch zweispurige Abschnitte, Straßenzustand häufig miserabel, Fahrbahnbelag nicht überall vorhanden, Verkehr massiv. Ich frage mich, wie man gedenkt, diese Highways zu sanieren, da jeglicher Fernverkehr von Manila Richtung Samar dort her fährt, Ausweichstrecken sind in der Regel nicht vorhanden. Das Wetter auf der weiteren Strecke war sehr durchwachsen, mal Regen, mal Sonne, einen großen Teil der Strecke fuhr ich im Regenzeug. Fotostopps waren daher sehr begrenzt.

Ich schaffte es bis zur am Pazifik gelegenen Stadt Gumaca. Hier sollte es laut GoogleMaps ein paar Unterkünfte geben. Als ich in Gumaca ankam, fiel mir nur ein Ausspruch von Trump ein: „A shithole“. Der Begriff passte ziemlich genau auf das, was ich sah. Da es schon recht spät war, war weiterfahren keine Option. Ich fuhr als Erstes zu einem Hotel mitten im Zentrum. Man sagte mir „No vacancy“. Ich steuerte zwei weitere Unterkünfte an. Diese sahen schon von außen so übel aus, dass ich gar nicht erst rein ging. Ein paar Kilometer vor Gumaca hatte ich ein Hotel gesehen, welches ganz gute Bewertungen hatte. Also wieder zurück. Im Noa Hotel nahmen mich die Besitzer freundlich in Empfang, es gab ein Zimmer für mich, eine Speisekarte und kaltes Bier ebenso. Ich war auf den letzten Kilometern noch recht nass geworden, also musste ich mich erst mal „trocken legen“ und dazu ein San Mig als „Anlegebier“ zu mir nehmen. Der Hintern schmerzte nach knapp 270 KM auf einer schmalen Sitzbank ein wenig.

Das Zimmer war mit 2,700,-- Peso recht teuer, nur blieb mir aufgrund der vorgerückten Stunde und dem anscheinenden Mangel an vernünftigen Unterkünften keine Wahl. Immerhin war das Zimmer sehr sauber, auch das Bad, was ja auf den Philippinen oft nicht der Fall ist, und das Frühstück war im Preis enthalten. Der Eingangsbereich des Hotels war typisch philippinisch weihnachtlich dekoriert. Nach einem recht guten Abendessen und noch ein paar Bier war die Bettschwere schnell erreicht und ich haute mich früh ins Bett.

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Gumaca – Lucena – Boac / Marinduque

Angesichts der vielen Menschen, die unterwegs waren und Weihnachten näher rückte, hatte ich mich entschlossen, den Versuch zu unternehmen, schon heute eine Fähre nach Marinduque zu nehmen. Von Gumaca zum Hafen von Lucena waren nur es noch etwas über 70 Kilometer. Also sollte das zu schaffen sein. Um 6:00 gab’s Frühstück (Garlic Rice mit Spiegeleiern), gegen 6:30 war ich unterwegs. Der Verkehr war noch nicht so schlimm wie am Vortag, das sollte sich aber bald ändern. Die ersten 10 KM war es noch trocken, dann setzte der Regen ein. Meinen eigentlichen Plan, durch den Quezon Nationalpark zu fahren, verwarf ich daraufhin und nahm stattdessen die Umgehungsstraße. Das war auch gut, da die meisten PKW die alte Straße durch den Park nehmen. Schon von weitem konnte ich erkennen, dass die ganze Region um den Nationalpark in dichteste Wolken gehüllt war. Was dann an Wasser runter kam, habe auch ich auf den Philippinen selten erlebt. Wenn dass Wasser schon trotz 10% Steigung kaum abfließt, heißt das schon was.

Nach schlappen 3 Stunden erreichte ich endlich den Hafen von Lucena. Ich hatte in der Stadt noch einige Umwege gefunden, da ich aufgrund des Regens nicht mein Smartphone als Navigationsgerät nutzen konnte und wieder versucht hatte, den Garmin mit der OSM Karte zum routen zu verwenden.

Vor dem Hafengelände stand eine lange Schlange von PKW. Ich ließ diese rechts liegen und fuhr bis kurz vors Tor. 65 Peso Terminalgebühr waren zu entrichten, die freundlichen Officer sagten, dass Ticket für die Fähre gäbe es auf dem Hafengelände.

Dort angekommen fragte ich einen Security-Mann, wo ich das Ticket nach Marinduque bekommen könnte. Er meinte, ich müsse mich zuerst registrieren (in der Provinz Marinduque gab es für Reisende noch einige Corona-Auflagen.). Ich musste mich in eine Liste eintragen, man wollte meinen Pass und meinen Impfnachweis sehen (das einzige Mal in 5 Wochen), der Pass wurde abfotografiert. Ich zeigte zusätzlich den EU Ausdruck zur Corona-Impfung, dieser wurde nur oberflächlich angeschaut. Man händigte mir ein kleines Zettelchen aus. Dieses besagte, dass ich auf die Insel durfte. Das Alles musste man nicht hinterfragen.

Wo nun das Fährticket zu kaufen sei, war immer noch nicht ganz klar, ich bekam verschiedene Angaben. Die Mitarbeiter, die die Registrierung vornahmen, schickten mich wieder zurück, ich bekäme mein Ticket draußen. Ich fragte noch einmal den freundlichen Herrn der Security. Dieser tat etwas verwundert und meinte, ich möge einen Moment warten. Nicht so recht wissend wohin, schaute ich mich mit fragendem Blick um. Irgendjemand (vielleicht der Mann der Security) hatte sich aber anscheinend gekümmert und ein netter Filipino kam auf mich zu und meinte, ich könne sofort zur Fähre fahren, dort würden Leute von der Fährgesellschaft stehen, die mir das Ticket verkaufen. Motorräder werden auf den Fähren oft vorgezogen, sozusagen als „Beiladung“ zu den großen Fahrzeugen, daher muss man sich, wenn mit dem Zweirad unterwegs ist, häufig auch nicht anstellen.

Vor der Fähre standen tatsächlich schon einige Scooter und Motorräder, dazwischen die angekündigten Ticketverkäufer. Hier war noch etwas Warten angesagt. Auch hier, zuerst kommen die Trucks aufs Schiff. Als Erstes fuhr ein (geschätzt) 20 Tonner mit Treibstoff aufs Schiff. Dann noch einer, und noch einer, ich glaube es waren insgesamt 6 oder 7. Dazu dann noch 5 oder 6 kleinere LKW, voll beladen mit Gasflaschen. Dann zum Schluss noch ein Sattelschlepper mit Treibstoff und ein paar normale LKW. Zum Schluss die Moppeds. Somit saß ich dann über vermutlich weit mehr als 150 Tonnen hoch entzündlichem Gut.

Die Fähre legte gegen 15:00 in Marinduque an, bis zum Städtchen Boac (die Hauptstadt der Insel und auch Provinz), waren es nur noch 15 KM. Diesmal ohne Regen.

Ich war bereits 1997 zusammen mit meiner Frau auf Marinduque, ich war gespannt, wie sich die Insel verändert hatte. In Boac bezog ich ein Zimmer im Boac Hotel. Das Zimmer mit AC und kleinem Bad kostete 1.400,-- Peso. Eigentlich zu viel für die gebotene Qualität. Zumindest ist die Lage mitten in der Stadt gut. In Boac selbst konnte ich mich nicht an vieles erinnern, außer an die Kirche, die „Immaculate Conception Cathedral Parish Boac“ genannt wird und auf einem kleinen Hügel oberhalb der Stadt steht. Ansonsten gibt es nicht allzu viel zu sehen.

Weihnachten auf Marinduque

Ich war wie üblich früh wach und gönnte mir fürs Erste einen vom Hotel gestifteten Kaffee. Irgendwann war es Zeit etwas Essbares zu suchen. Auch in Boac gibt es einige Bakeshops, die verschiedene Backwaren anbieten. Ein solcher war schnell gefunden, ich kaufte ein paar Leckereien.

Als ich wieder ins Hotel kam, eröffnete man mir, dass Frühstück inklusive wäre. Danke für die rechtzeitige Information. Ich wählte mein philippinisches Lieblingsfrühstück „Garlic rice mit Spiegeleiern“. Dazu dann noch zwei Kaffee, allerdings nur den üblichen 3 in 1 Kaffee.

Meine Wetter App versprach für 10:00 Uhr ein vorübergehendes Ende des Regens. Es wurde 10, der Regen wurde stärker und es sah nicht nach einer Änderung aus. Also mal wieder rein in die Regenklamotten, Gepäck verstauen und los Richtung Torrijos / Poctoy White Beach. Der Regen ließ im Laufe der Fahrt nach. Gegen Mittag war ich am White Beach an meiner reservierten Unterkunft „Villa Briones“. Mit Villa hat das nichts zu tun, die Zimmer sind Bamboo Style mit Fan und Gemeinschaftsbad, wenn man das so nennen möchte. Für 1200,-- Peso also eigentlich erheblich zu teuer. Ich hatte die Unterkunft von Deutschland aus telefonisch reserviert, da es über Weihnachten schwierig werden kann, ein Zimmer zu bekommen. Die Chefin Frau Briones, eine resolute ältere Dame, erzählte mir erst mal, dass ihr Sohn in Stuttgart bei der Aufführung vom Musical Miss Saigon gearbeitet hätte. Ob ich denn schon das Musical gesehen hätte. Ich verneinte. Das konnte sie überhaupt nicht verstehen und legte mir sehr deutlich nahe, dies auf jeden Fall nachzuholen.

Den Nachmittag verbrachte ich damit, am Strand entlang zu bummeln, mit zwischenzeitlichen Ess- und Getränkepausen. Ich suchte ein paar Stellen, die mir von 1997 noch in Erinnerung waren. Viel erkannte ich nicht wieder. Der Strand an sich liegt sehr schön, im Südwesten erhebt sich der Vulkan Mt. Malindig über das Land. Ein herrlicher Anblick beim Sonnenuntergang….wenn man die Sonne sehen kann. Dazu liegt vor dem Strand direkt ein Riff. Hier haben wir 1997 geschnorchelt, das Riff gehörte zu den schönsten, die ich ich je gesehen habe. Ich befürchte, dass davon nicht mehr viel übrig ist.

Die Entwicklung geht überall seinen Lauf. Viele Unterkünfte aller möglichen Preiskategorien sind entstanden oder sind in Entstehung. Bei manchen sieht es jedoch so aus, als würde nicht weiter gebaut. Woran es liegt, ich weiß es nicht. Ein Grund mögen die coronabedingten Einschränkungen sein. Wer viele Millionen Peso in der Hoffnung auf Touristenströme investiert hat und dann für fast zwei Jahre schließen muss oder gar nicht erst eröffnen kann, ist unter Umständen schnell ruiniert. Wobei ich mich fragte, ob manche der Unterkünfte nicht ohnehin für die Lage völlig überdimensioniert sind.

Der 24. Dezember ist auf den Philippinen bekanntermaßen kein Feiertag sondern nur der 25., traditionell eigentlich mit gemeinsamen nächtlichen Essen und danach Messe. Ich hatte schon zu Abend gegessen, zur Messe wollte ich auch nicht, ein paar Bier mit Blick aufs Wasser hatte ich bereits getrunken. Ich kaufte noch ein paar kalte Biere und legte mich um 22:00 aufs Bett um noch etwas zu lesen.

Weihnachten auf den Philippinen hat ja wenig mit „Fest der Stille“ zu tun, so mancher startet lieber mit ausgiebigem Feiern samt Karaoke in den Weihnachtsfeiertag. Das fand leider direkt vor meiner Unterkunft statt. Je später es wurde desto schlimmer wurde der Gesang. Gegen 2 Uhr morgens war dann endlich Ruhe. Die Schlafphase war jedoch kurz. Gegen 5:00 fanden sich ein paar besoffene Teenager ein und unterhielten sich lautstark. Leider an genau der gleichen Stelle, wo vorher die Karaokesänger ihren Standort hatten. Um 6:00 hatte ich genug und ging zu Ihnen. Als Erstes wünschte ich ihnen einen guten Morgen, was sie freudig erwiderten, sie begrüßten mich überschwänglich. Einer lallte mich an: „Sir, we are making a happening“. Ja, ich merke das. Ich machte Ihnen dann sehr deutlich klar, dass sie ihr „happening“ doch bitte an andere Stelle verlegen sollen. Das Mädel, das dabei war, schaute schuldbewusst drein und nickte mir zu. Ich forderte sie deutlich auf, doch bitte die Jungs einzupacken und zu verschwinden, was sie dann auch veranlasste.

An Schlaf war dann erst mal nicht mehr zu denken. Ich machte mich auf zu einem der Shops in der Nachbarschaft und gönnte mir meinen Morgenkaffee samt Brötchen. Aufgrund des Schlafmangels verschob ich die geplante Tagestour per Zweirad auf den nächsten Tag und beschränkte mich auf Lesen, Musik hören und aufs Meer schauen, mit zwischenzeitlichem Bummel über den Strand.

Nachdem man mir in der Nacht weitgehend den Schlaf geraubt hatte, ging es in der Folgenacht nicht ganz so arg zu. Gegen 22:00 verstummten die meisten Karaoksänger oder auch -sängerinnen. Somit hatte ich einen einigermaßen erholsamen Schlaf. Ich wachte wie üblich früh auf und machte mich gegen viertel vor sechs auf zur Kaffeeverkäuferin meines Vertrauens. Ich linste vorsichtig in ihren Laden, ich sah dass die Dame noch schlief. Ich wanderte dann noch für eine Weile über den Strand. Um kurz nach 6 war die Gute dann bereit, mir einen Kaffee zu verkaufen. Es trafen einige Filipinos ein, die sich allesamt Fertigsuppen zum Frühstück gönnten.

Ich wollte mich um die Weiterreise kümmern, dazu fuhr ich etwas nach Norden in einen Ort namens Gasan. Von dort fährt eigentlich täglich ein Outrigger nach Pinamalayan auf Mindoro. Dort wo das Boot ablegen soll, erkannte man noch reichlich Schäden, die einer der letzten Typhoone hinterlassen hatte.

Mein Rumfragen nach dem Outrigger war nur bedingt erfolgreich. Die Info war, nein, morgen fährt der nicht, wegen des Sturms. Es war zwar weder Sturm, noch war einer für diese Region angekündigt, aber es gab halt starken Seegang. Ich beließ es dabei, das Ganze war mir zu unsicher. Also müsste die Weiterreise nach Mindoro wieder über Lucena gehen und dann weiter nach Batangas. Zum Mittagessen fand ich nichts, vielleicht mussten sich die Essensanbieter vom Weihnachtstag erholen.

Ich fuhr also wieder zurück nach Torrijos in der Erwartung eines entspannten Nachmittags. Als ich wieder am Strand ankam traf mich der Schlag. Noch mehr Trubel als am Vortag. Die Anzahl der mobilen Karaokemaschinen hatte anscheinend auch zugenommen. Mir hatte morgens mein Zimmernachbar erzählt, dass die Regierung den 26. Dezember kurzerhand auch zum Feiertag erklärt hatte, da der 25 auf einen Sonntag fiel. Diese Auswirkungen hatte ich so nicht erwartet. Also machte ich mich erst mal auf in ein Lokal in der zweiten Reihe, um etwas abseits vom Trubel etwas zu essen.

Zum Abend gin ich zu „meiner“ Strandbude zum Abendessen und konnte einigen lustigen Gemeinschaftsspielen beiwohnen. Für mich etwas schräg, viele waren Spiele, die wir in Kindestagen gespielt haben. Erwachsene Menschen laufen mit einem Löffel im Mund über den Strand und balancieren auf dem Löffel ein Ei……aber alle hatte viel Spaß dabei, das ist die Hauptsache. Eine Einladung zum Mitmachen erfolgte glücklicherweise nicht.

Marinduque – Lucena – Batangas

Heute morgen war ich wieder pünktlich um 6:00 Uhr bei meiner Kaffeeverkäuferin. Plan war, zeitig am Hafen zu sein, um die Fähre um 9:00 zu erwischen. Bei beginnendem Sonnenschein machte ich mich auf den Weg. Das Timing war perfekt, es lagen zwei mehr oder weniger abfahrbereite Fähren im Hafen. Ich bekam noch ein Plätzchen, der Kahn war gut ausgebucht. Nach Weihnachten sind die Fähren sehr stark frequentiert, viele Menschen machen sich wieder auf zu Ihren Arbeits- oder Wohnorten. Die Fähre verließ Marinduque einigermaßen pünktlich. Als Frühstück gab es dann nur „Cup noodles“. Nicht so toll, aber besser als nichts.

Trotz Sonnenschein war der Seegang recht stark, das Wasser spritzte über die Bordwand, die meisten PKW wurden regelrecht mit Salzwasser „geduscht“. Mein Mopped stand glücklicherweise einigermaßen geschützt und wurde nicht allzu stark „gebadet“.

Google Maps zeigte mir für die Fahrt von Lucena nach Batangas 2 Stunden und 50 Minuten an. Für 80 KM. Das ließ nicht Gutes erwarten. Die Umgehungsstraße, die an Lucena vorbei führt, war nicht so arg überfüllt, somit einigermaßen erträglich. Dann musste ich abbiegen auf die sogenannte „Quezon Eco Tourism Road“. Was immer die Bezeichnung soll, ich weiß es nicht. Ich konnte nichts entdecken, was irgendwie ansatzweise an Tourismus erinnert. Nach geschätzt 20 KM kam eine Abbiegung, an der ein Schild stand „No entry, collapsed bridge“. Na herzlichen Glückwunsch. Also auch hier, gesperrte Brücken, wie bei mir zu Hause. Ich fuhr trotzdem weiter um zu schauen, ob die Brücke tatsächlich nicht passierbar war. Und ja, vor den Resten der Brücke lagen Felsbrocken, diverse Tricycle parkten dort. Google Maps kannte die Sperrung nicht. Eine Umleitung war nicht ausgeschildert. Ich fragte einige Leute nach einem alternativen Weg. Ich bekam verschiedene Auskünfte, die aber alle ins „Nirgendwo“ führten, teilweise über Pisten, die der Navi nicht kannte. Nach mehreren Versuchen entschloss ich mich, wieder zum Haupt-Highway zurück zu fahren, und von dort weiter Richtung Batangas. Kurz vor dem Highway hielt ich nochmal an, um die Fahrzeit zu checken. Der Navi zeigte 1,5 Stunden Fahrzeit für die verbliebenen 40 KM an. Bei Candelaria reihte ich mich kurz in den Dauerstau ein, glücklicherweise gab es reichlich Gelegenheit rechts oder links oder auch mittig am Stau vorbei zu fahren, so konnte ich die vorab geschätzte Fahrzeit einigermaßen reduzieren. Hinter Tiaong bog ich Richtung Batangas nach Süden ab, hier war der Verkehr nicht mehr ganz so krass.

Gegen 16:30 erreichte ich Batangas. Ich hatte vorab das recht zentrumsnahe Meaco Royal Hotel ausgesucht. Das Hotel war schnell gefunden. So richtig „royal“ ist das Hotel nicht, aber im Großen und Ganzen in Ordnung. Man hatte ein recht geräumiges Zimmer für mich, 1.300,-- Peso die Nacht mit AC und philippinisch gereinigtem Bad. Und es gab ein kaltes Bier.

Batangas überraschte mich etwas in positiver Hinsicht. Ich war nur einmal vor 25 Jahren kurz in der Stadt auf dem Weg zur Fähre nach Tablas. Ich hatte keinerlei Erinnerung. Als Hafenstadt hatte ich eine eher „unaufgeräumte“ Stadt erwartet. Batangas machte jedoch einen recht sauberen und vernünftig organisierten Eindruck. Zum Abendessen probierte ich einmal das „Max‘s“, da dieses nicht weit vom Hotel lag und ich zu faul war, länger nach einem Restaurant zu suchen. Was soll ich sagen, für das gebotene erheblich zu teuer. Ein Grund mehr, diese Art von Restaurants zu meiden.

Batangas – Calapan – Roxas

Laut Fahrplan sollte um 9:00 von Batangas eine Fähre nach Calapan auf Mindoro ablegen. Ich erwartete starken Rückreiseverkehr nach Weihnachten. Also um viertel vor 7 kurz einen Kaffee in der Hotelrezeption getrunken, dann das Mopped gesattelt und los. Der Hafen ist nicht weit und war nach ein paar Minuten erreicht. Hier war schon abzusehen, was kommt. War ich es gewohnt, dass man mit einem Motorrad nicht lange warten muss sondern zügig aufs Schiff kommt, wurde ich hier eines Besseren belehrt.

Der Hafen ist organisiert. Soll heißen, je nachdem wo man hinreisen möchte, muss man sich brav anstellen. Zuerst musste die Hafengebühr entrichtet werden. Das dauerte schon fast eine dreiviertel Stunde, bis ich an der Reihe war. Dann drauf aufs eigentliche Hafengelände. Als nächstes „Sicherheitsinspektion“. Ich wurde gefragt, ob das Gepäck auf dem Motorrad alles Gepäck sei, das ich dabei habe. „Ja klar“. Dann die Frage: „Wohin?“ Antwort: „Calapan“. „Dann bitte zur Reihe 10!“ In Reihe 10 standen schon diverse Zweiräder. Also hinten anstellen. Nun stellte sich die Frage. „Wie komme ich an das Ticket?“ Wenn man vorab irgendwo ein Ticket gekauft hätte, käme man aus dieser Schlange gar nicht raus, wenn die Zeit zum Boarding wäre. Also musste es irgendwie anders gehen. Ich fragte etwas herum und bekam auf drei Fragen 5 verschiedene Antworten. So entschied ich, einfach nichts zu tun und zu warten, bis irgendwas passiert. Ein paar Fähren kam an, andere legten ab, immer wieder konnten ein paar der Zweiradfahrer, die bereits vorne standen, weiter fahren. Also vermutlich kein Ticketkauf an irgendeinem Schalter.

Mittlerweile war es fast halb 11. Gerade heute Vormittag gab es über Batangas fast wolkenlosen Himmel, Schatten Fehlanzeige. Dann kam Bewegung in die Reihen. Zwei Angestellte der Fährgesellschaft (es gibt verschiedene, man hat anscheinend keine Wahl, mit welcher man fährt) gingen durch die ersten Reihen. Einer schrieb nur die Namen auf, der andere verkaufte die Tickets. Er meinte „1.279,– Peso, also 1.300". Ich bezahlte, ein Ticket in Papierform gab’s nicht. Er wollte dann mein Smartphone. Er fotografierte damit das Ticket auf seinem Block und meinte nur „That’s it, just show it on the ferry“. Etwas verwirrt schaute ich mich um, bei den Filipinos um mich herum das Gleiche, also würde es schon OK sein. Kurz danach konnten wir auf die Fähre fahren, LKW und PKW waren schon verladen worden. Dann ging es schnell, die Fähre legte um 11:00 ab.

Ob nun immer ohne tatsächlichen Fahrplan gefahren wird oder nur an diesen speziellen Tagen wo der Andrang besonders groß ist, entzieht sich meiner Kenntnis.

Gegen 14:00 Uhr erreichten wir Calapan. Bis Roxas sind es vom Hafen in Calapan knapp 130 KM. Laut Navi über 2,5 Stunden Fahrzeit. Das sollte passen, ich würde es wohl schaffen, Roxas noch vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen. Das Wetter verschlechterte sich wieder und ich musste mich unterwegs erneut in die Regenklamotten quälen. Auf der gesamten Strecke machte ich so gut wie keine Pause, auch keine Fotostopps.

Das erste Hotel, das ich ansteuerte, war geschlossen. Eine weiterer Fehler in Google Maps. Ich habe in den knapp 5 Wochen öfters an Hotels gestanden, die Ihren Dienst eingestellt hatten. Ich kann mir vorstellen, dass hier einige dabei sind, die Dutertes Coronaregeln zum Opfer gefallen sind. Die nächste Unterkunft, die ich versuchte, das „D‘Regal Apartelle“ hatte noch einen „Deluxe Room“ für mich, Standard war nicht zu haben. Wobei ich auch hier keine weiteren Gäste gesehen habe. Kostenpunkt 1.700,-- Peso, mit AC, Bad und Frühstück. Zimmer und Bad waren OK und auch recht sauber. Das Zimmer hat eine hübsche Wandbemalung. Ganz mein Geschmack :).

Im Hotel gibt es auch ein Cafe/Restaurant. Nach der Dusche suchte ich dieses auf. Bier gab‘s nur aus der Dose, aber immerhin kalt. Ich wählte eine „Spicy Noodlesoup“. Das war ziemlich enttäuschend, die Nudeln sahen sehr nach „Instant“ aus. Geschmacklich ansonsten OK. In Laufweite gab es einen 7/11, wo ich noch ein paar Sachen besorgen konnte.

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Roxas – Caticlan – Pandan

Die Fähre von Roxas/Mindoro bis Caticlan/Panay fährt 4 x am Tag und benötigt laut Website von Starlite Ferries 4 Stunden (Starlite Ferries gehört zu den wenigen Fährgesellschaften auf den Philippinen, die eine einigermaßen brauchbare Website im Netz haben, zumindest nach meiner Erfahrung). Da ich auf Panay nach Ankunft in Caticlan direkt nach Pandan weiterfahren wollte, kamen nur die Fähren um 6:00 oder um 11:00 Uhr in Frage. Aufgrund der zu erwartenden Anzahl von Passagieren entschloss ich mich, die 6 Uhr-Fähre zu nehmen.

Das hieß: Aufstehen um 4:00 Uhr. Im Hotel war man so freundlich, mir bereits ein Frühstück um 4:15 zuzubereiten, das hatte ich bereits am Vorabend organisiert. Ein sehr feiner Zug. Als Frühstück das Übliche: 3in1 Coffee, Reis und Fried eggs.

Es regnete stark, also packte ich mich vor der Abfahrt noch schnell wasserdicht ein, auch wenn es zum Hafen nicht sonderlich weit war. Im Büro der Fährgesellschaft war schon viel los, ich musste erst mal warten. Irgendwann wurde ich dran genommen. Die Dame hinterm Schalter gab mir ein kleines Zettelchen rüber, auf den ich meinen Namen, mein Alter sowie das Motorrad-Kennzeichen aufschreiben sollte. Ich schob ihr das ausgefüllte Zettelchen über den Tresen und die Gute machte sich ans Werk. Nach kurzer Wartezeit erhielt ich das begehrte Ticket. Damit konnte ich nun aufs Hafengelände. Nun die Terminalgebühr entrichten. Also mit den ganzen Papieren zum entsprechenden Office, hier gab es zwei „Fenster“. Am rechten erhielt ich das übliche bunte Zettelchen. Bezahlen musste ich am linken Fenster. Mit dem größer gewordenen Papierhaufen jetzt noch zur Coastguard. Ohne einen netten Filipino, der mir den Weg wies, hätte ich das Office im Dunkeln niemals gefunden. Der Mann der Coastguard nahm den Papierstapel, haute wortlos einen Stempel drauf und das war’s. Die Arbeit der Coastguard musste nicht bezahlt werden. Dieses ganze Prozedere ließe sich vereinfachen, indem man kurzerhand die Gebühren in das Ticket inkludiert, damit würde man allerdings in den Häfen des Landes einige Jobs abschaffen.

Mit allen wichtigen Dingen ausgestattet konnte ich zur Fähre weiterfahren. Dort angekommen war mit klar, dass ich auf keinen Fall zu früh unterwegs war. Bis auf die Motorräder waren bereits alle Fahrzeuge verladen. Noch hielt sich eine größere Menschentraube vor der Rampe auf. Als sich diese weitgehend aufgelöst hatte, konnten die wartenden Motorradfahrer auf die Fähre fahren. Die Moppeds wurden in die letzten verbliebenen Lücken geschoben.

Ich reihte mich dann in die Schlange der noch wartenden Passagiere ein, um in den Passagierbereich zu gelangen. Dort angekommen wurde mein Ticket überprüft und eine nette Beschäftigte „übergab“ mich an eine weitere Beschäftigte, welche mich dann in den „Tourist“ Bereich führte und mir eine Koje zuwies. Ich hatte also anscheinend, ohne es zu wissen, die bessere Klasse gebucht. Üblicherweise meide mich diese Art der Unterbringung auf Fähren, weil diese meist so runter gekühlt sind, dass man sich schnell eine Erkältung einfängt. In diesem Fall kam mir das jedoch entgegen, da mir ja etwas Schlaf fehlte. Ich kroch in meine Koje und versuchte, noch etwas Schlaf zu bekommen.

Auf dem Schiff gab es auch etwas essbares zu erwerben, nach der Augenpflege gönnte ich mir ein Nudelsüppchen. Ein Filipino, der einige Jahr zur See gefahren war und dabei auch mal in Hamburg war, verwickelte mich in etwas Small Talk. Hamburg hatte ihm gefallen, nur die Mädels wären zu teuer, 100 $. Ich wollte das zu der frühen Morgenstunde nicht weiter kommentieren.

Es war dann auch nicht mehr weit, nach insgesamt 4 Stunden Fahrzeit erreichten wir den Hafen von Caticlan. Es war wieder am regnen, also nochmal rein in die Regenklamotten. Von Caticlan bis Pandan, meinem Ziel, waren es nur 42 KM. Ich fuhr erst ein Stückchen Richtung Kalibo, um dann bei Nabas Richtung Süden nach Pandan abzubiegen. Nach der Hälfte der Strecke hörte der Regen auf und die Sonne kam raus. Also anhalten und raus aus der Regenkleidung.

Die Unterkunft in Pandan hatte ich über GoogleMaps gefunden („Anna Sophie’s Hostel“, direkt am Strand, Bamboo Style) und diese dann per Facebook Messenger kontaktiert. Man wollte zuerst eine Anzahlung haben, da ich aber nicht per Gcash zahlen konnte (mangels Gcash meinerseits), verzichtete man netterweise drauf. Die Unterkunft ist nicht direkt von der Straße aus zu erreichen, ich fand diese aber schnell, man war vorher so nett, mir einen Screenshot aus Streetview zu schicken, wo ich die Straße verlassen musste. Ansonsten hätte ich das nicht gefunden. Es gibt keine direkte Zufahrt, man muss von der Hauptstraße einen kleinen Feldweg Richtung Strand nehmen, vor dem Strand das Mopped parken und dann noch ein Stückchen am Strand entlang laufen, bis man „Anna Sophie’s Hostel“ erreicht.

Man wartete schon auf mich. Ich war der einzige Gast, ich hatte ein äußerst lauschiges Plätzchen gefunden. Kein Karaoke, kein Lärm, nur das Plätschern der Wellen. Das „Resort“ ist weitgehend im Native Style gebaut. Die Zimmer haben keine AC, aber hier reicht ohnehin der Ventilator. Das Zimmer kostete 1.000,-- Peso pro Nacht. Verbesserungsbedarf gibt es bei den Matratzen, wenn man die vorhandenen überhaupt als solche bezeichnen möchte.

Hier wollte ich das erste Mal eine Pause einlegen, auch wegen Silvester. 3 Tage hatte ich eingeplant. Ein Restaurant gibt es bei „Anna Sophie“ nicht, man muss sich selbst kümmern. Allerdings ist ein Wasserkocher vorhanden, den Morgenkaffee konnte ich mir also selbst zubereiten. Einen großen Kühlschrank gibt es ebenso. Da ich mobil war, war das Nichtvorhandensein eines Restaurants nicht so tragisch. Nach einer kurzen Ruhephase fuhr ich ins nahe Städtchen um zu essen und um einige Besorgungen fürs Abendessen und fürs Frühstück zu machen.

Pandan

Für den ersten Strandtag hatte ich nichts weiter geplant, es sollte eher ein Faulenzertag werden. Also in der Hängematte liegen, lesen, aufs Meer schauen. Meinen Morgenkaffee konnte ich mir selbst zubereiten und so schon zum Sonnenaufgang meinen ersten Kaffee genießen. Traumhaft. Über der „Rezeption“ befand sich im „ersten Stock“ eine kleine, nett dekorierte und überdachte Plattform. Hier verbrachte ich in der Hängematte den Großteil des Tages, nur unterbrochen von einer kleinen Fahrt zum Essen ins Städtchen, also alles sehr entspannt.

Bei einer Tour mit dem Mopped durch die Inselwelt kommt es vor, dass man einige Minuten dem technischen Dienst am Motorrad widmen muss. Ich hatte eine kleine Rundtour geplant, von hier an der westlichen Küste entlang Richtung Caticlan, dann nach Osten und wieder zurück nach Pandan.

Ich startete bei wunderschönem Wetter, die Gegend ist sehr schön, nicht so viel Verkehr, im Osten dicht bewaldete Berge. In Caticlan wollte ich dem Mopped etwas Pflege angedeihen lassen. Kette nachspannen und diese auch schmieren. Ein „mechanic“ war schnell gefunden. Ich erklärte mit Zeichensprache was ich wollte und er machte Handzeichen, was bedeutete, ich solle das Motorrad in seine Werkstatt fahren. Gesagt, getan. Er machte sich direkt ans Werk. Man sollte nun nicht hergehen und das, was getan wird, mit dem vergleichen, was in einer deutschen Motorrad-Werkstatt gemacht würde. Das Nachspannen der Kette war zügig erledigt. Nun noch schmieren. Er wies mich an, das Motorrad über den Seitenständer zur Seite zu kippen, den ersten Gang einzulegen und dann das Hinterrad laufen zu lassen, der Mechanic betreufelte die laufende Kette mit irgendeinem Öl. Was es war, keine Ahnung, aber sicherlich nichts, was wir in Deutschland benutzen würden. Auch das Kette schmieren war dann schnell abgearbeitet. Ich fragte ihn was er bekommt (das bekomme ich auf Tagalog hin, obwohl man hier gar kein Tagalog spricht). Er schüttelte mit dem Kopf und verschwand. Nun stand ich alleine in seiner Werkstatt. Vielleicht hatte der Gute Sorge, dass ich seine kaum vorhandenen Englischkenntnisse noch weiter herausfordern würde. Ich weiß es nicht. Er ließ mir nicht mal Zeit, mich zu bedanken. Nun gut, so sei es, also Mopped aus der Werkstatt geschoben und dann, da es anfing zu tröpfeln, erst mal zum Dunkin Donut um etwas Süßes zu essen und einen richtigen Kaffee zu trinken.

Die Rückfahrt nach Pandan ging über die gleiche Strecke, die ich schon nach Ankunft der Fährte genommen hatte, nur bei schönerem Wetter. Nach einem etwas verspäteten Mittagessen in Pandan wartete die Hängematte auf mich.

Da Silvester/Neujahr vor der Tür stand, ging das Mädel, das sich um den Laden kümmerte, abends nach Hause. Der Aufpasser würde später in die Kirche gehen und nachts wiederkommen. Nun gut, kein Problem. Ich habe ihn erst am nächsten Tag gegen Mittag wieder gesehen.

Somit war ich ganz alleine im Resort. Der Kühlschrank war frei zugänglich, der Nachschub an Getränken war also sichergestellt. Ich bediente mich aber nur am Cola-Vorrat, da ich mir ein Fläschchen Tanduay besorgt hatte. So verbrachte ich den Abend in der Hängematte, begleitet von Tanduay und Musik (meiner eigenen). Auf die Lautstärke musste ich keine Rücksicht nehmen, da es kaum Nachbarn gab und sowieso, wegen Silvester, Musik aus dem Barangay in der Nähe herüberschallte. Gegen 23 Uhr hatte ich die nötige Bettschwere erreicht. Die Silvesterböllerei habe ich nicht mehr mitbekommen.

Nicht weit von hier fließt der Bugang River. Es soll der sauberste Fluss des Landes sein, offiziell hat er das Prädikat „cleanest inland body of water“. Keine Ahnung ob da was dran ist, sauber sieht er tatsächlich aus. Der Fluss ist nur etwas über 10 KM lang und entspringt aus einer 30 Meter tiefen Quelle, hier „Blue Lagoon“ genannt. An dieser Stelle ist das Schwimmen verboten, was tatsächlich befolgt wird. Auf einem Stück des Flusses kann man sich auf „Tubes“, also großen Schläuchen“ den Fluss runter treiben lassen. Das wollte ich probieren und ich machte mich am Neujahrstag gegen Mittag auf zur Malumpati Cold Spring auf. Das ist im Prinzip ein Freibad mit Gastronomie und mietbaren Cottages. Aufgrund des Feiertags war es sehr voll. Ich suchte den Bereich auf, wo man das „Tuben“ buchen kann. Ich bezahlte meinen Obulus (ich meine es waren 200,-- Peso) und wartete noch auf weitere Interessenten.

Schwimmweste ist Pflicht, ebenso ein Helm. Jeder „Tuber“ bekommt einen Guide zugewiesen. Dieser sitzt hinter einem in einem weiteren Schlauch und übernimmt das Steuern. Das erste Stück ging es recht gemächlich zu. Im weiteren Verlauf gibt es ein paar „Rapids“, hier wird es dann etwas flotter. Der ganze Spaß dauert leider nur geschätzt 10 Minuten. Man endet dann im „Freibad“.

Mein Versuch in einem der Restaurants etwas Essbares zu bekommen scheiterte, da nur Großportionen angeboten werden, also immer „Good for 3-5 people“. Das war mir dann doch zu reichlich und ich versuchte in der Stadt mein Glück. Hier gab es überhaupt nichts, da tatsächlich alle Restaurants geschlossen hatten. Ich fand nach einiger Sucherei einen „Lechon Manok“ Laden. Es wurden nur ganze Hühner verkauft, also kaufte ich ein Ganzes und fuhr zurück zur Unterkunft. Reis konnte ich nirgendwo auftreiben. Dann halt Huhn ohne Reis.

Abends war wieder Hängemattenzeit. Morgen sollte es wieder auf die Piste gehen, Ziel „San Jose de Buenavista“, die Hauptstadt der Provinz Antique, ca. 135 KM südlich von hier.

Pandan – San Jose de Buenavista – Iloilo

Nach drei Tagen Entspannung machte ich mich auf den Weg Richtung Iloilo. Ich wollte aber nicht in einer Tour durchfahren sondern steuerte zuerst San Jose de Buenavista an, die Hauptstadt der Provinz Antique. Irgendwie hatte mich der Wettergott schon wieder verlassen, vorsichtshalber zog ich direkt die Regenkleidung an. Glücklicherweise nieselte es nur, nach einer halben Stunde rissen die Wolken auf und die Sonne kam teilweise raus, also raus aus den wasserdichten Klamotten. So blieb es für den größten Teil der Fahrt. Die Fahrt entlang der Küste war recht schön, der Verkehr erträglich. Kurz vorm Ziel kam ich dann leider doch noch in einen kräftigen Regenguss. Da ich schon fast am Hotel war, war‘s mir dann egal.

Ich erreichte San Jose am späten Mittag. Das Hotel („Adelaide Tourists and Travellers Inn“) hatte ich vorab per Facebook Messenger kontaktiert, man wollte ein Zimmer für mich reservieren, was auch funktioniert hatte. Das Hotel liegt etwas abseits der Straße, somit ist es ruhig, es gibt einen großen Parkplatz. Die Übernachtung im recht großen Zimmer mit AC und Bad sollte 1.180,-- Peso kosten, ein durchaus fairer Preis.

San Jose selbst ist überschaubar. Man hat zu Weihnachten alle „Deko-Register“ gezogen. Diese wird wohl auch noch einige Zeit hängen bleiben. Ansonsten kann man in San Jose nicht sonderlich viel machen, es gibt auch nicht viel, was man sich anschauen könnte. Somit reichte eine Übernachtung völlig aus.

Das nächster Ziel war Iloilo City. Ich wollte einen Tag dort bleiben um ein paar Dinge zu erledigen. Wäscherei suchen, etwas Moppedpflege machen, dazu eignet sich eine Großstadt ganz gut. Wie sollte es anders sein, nach dem Aufstehen schaute ich aus dem Fenster. Es schüttete wie aus Eimern. Na dann erst mal frühstücken. Ich wählte „Bacon Silog“ und wartete mit der Abfahrt noch etwas. Die Wetterapp versprach ab 10:00 etwas weniger Regen. Tatsächlich wurde der Regen ab 9:00 Uhr geringer und ich machte mich auf den Weg. Das erste Stück führt die Strecke an der Küste entlang, bei Guinsang-an biegt man Richtung San Joaquin ab. Ein paar Kilometer hinter Guinsang-an begann der „Highway“, sich die Berge hoch zu schlängeln. Von Highway kann man auf diesem Teilstück der Strecke kaum sprechen, lange Teile der Straße hatten keinen Straßenbelag mehr. Teilweise erinnerte mich die Strecke an die Tour durch die Cordillera. Nach dem Passieren der „Grenze“ zur Provinz Iloilo wurde auch der Straßenbelag direkt besser und die Offroadstücke wurden merklich weniger. Wieder an der Küste angekommen, war Schluss mit unbefestigten Straßenabschnitten. Auch der Regen ließ nach. Das war sehr gut, da ich mir noch ein Highlight entlang der Strecke ansehen wollte.

In dem Städtchen San Joaquin gibt es eine äußerst skurrile Sehenswürdigkeit. Dort gibt es das „Garin Farm Pilgrimage Resort“, das Farm und Resort ist und gleichzeitig etwas Spirituelles bietet. Die Garins sind ein politisch einflussreicher Clan aus der Gegend. Die Familie stellt und stellte Bürgermeister, manche Familienmitglieder saßen auch im Repräsentantenhaus. Der Patriarch des Clans, Oscar “Oca” Garin Sr., starb 2021. Das Corona beteiligt war, scheint möglich.

Der Bau der Anlage wurde 2014 begonnen. Man hält alle möglichen Tiere (dieser Bereich ist nichts für Tierschützer), es gibt ein Resort im oberen Preislevel und die „Stairway to Heaven“. Hier hat Garin seine Version des Eintritts in den Himmel verwirklicht.

Wenn man die Anlage betritt, geht man zuerst durch eine Art Laubengang, vorbei an den Ställen. Geruchstechnisch etwas schwierig. Dann kommt man an eine Plattform mit Aussicht auf einen künstlichen See und ein Restaurant. Hier befindet sich auch das Resort. An dieser Stelle beginnt der Aufstieg ins Himmelreich, oder wie Herr Garin sich das vorgestellt hat. Es sollen an die 500 Stufen sein, ich weiß es nicht genau. Wer mag, kann sich in einem Golf Cart für 50 Peso hoch fahren lassen. Ich hatte kurz darüber nachgedacht, als ich die Treppe sah, diesen Gedanken aber wieder verworfen, gab es auf dem Weg nach oben doch Einiges zu sehen. Entlang der Treppe kann man verschiedene Szenen aus der Bibel bewundern, von Noahs Arche über das Abendmahl bis hin zur Auferstehung. Das Ganze üblich philippinisch farbenfroh ausgestaltet.

Kommt man am Ende der Treppe an, erreicht man eine kleine Plattform mit schönen Ausblick bis zum Meer. Und hier beginnt dann das eigentliche Highlight, der „Dark Meditation Tunnel“. Man betritt diesen Tunnel und befindet sich in völliger Dunkelheit. Der Weg wird dem Besucher nur von kleinen blauen LED Lichtern gewiesen. Das Ganze wird akustisch durch sakrale Klänge begleitet. Nach einiger Zeit wird es langsam heller, man betritt einen kleinen, einer Höhle nachempfundenen Raum, an dessen Ende sich ein LED-beleuchteter Jesus befindet.

Soweit, so gut. Da kommt noch was. Ich begab mich in den nächsten Tunnel, immer noch musikalisch begleitet. Hier wurde es langsam immer heller, bis ich ins Freie trat. Im ersten Moment sah ich gar nichts, so grell war das Tageslicht nach der „Tunnelphase“, ich sah nur „weiß“. Nachdem sich meine Augen wieder etwas ans Tageslicht gewöhnt hatten, erblickte ich ein mächtiges, weißes Kreuz, unter diesem standen links und rechts trompetende Engel. Alles begleitet durch Kirchenmusik. Das Ganze wirkt wie der Eintritt in ein andere Welt. Ich musste die Eindrücke erst mal etwas sacken lassen. Was bringt Menschen dazu, so etwas zu bauen? Ich schaute mich noch ein wenig um und erblickte einen Schriftzug, aus dem ich Hoffnung schöpfen konnte, dass mir noch ein paar Jahre auf diesem Planeten übrig bleiben :). Ich wanderte dann wieder nach unten um mich auf die Weiterreise zu machen.

Und da ich schon mal beim Thema Religion war, stoppte ich auf dem Weg nach Iloilo noch bei der Miago Church (oder auch Santo Tomás de Villanueva Parish Church), eine Kirche die seit 1993 zum Weltkulturerbe gehört. Ein imposantes Bauwerk mit einer außergewöhnlichen Fassade.

Nach dem Besuch der Miago Church fuhr ich ohne weitere Pause nach Iloilo zum GoHotel durch. Das Hotel liegt direkt neben der Robinson Mall und somit mitten im Zentrum. 1.700,-- Peso pro Nacht, ohne Frühstück. Das Zimmer war groß und recht sauber, es gab auch einen Wasserkocher samt Kaffe- sowie Teetütchen. Das Hotel hat keinen Parkplatz, ich konnte das Motorrad aber direkt vorm Hotel abstellen, somit war es immer unter den Augen des Security-Guards.

Iloilo

Ich hatte einen Tag Fahrpause eingeplant und wollte an diesem „freien“ Tag ein paar Dinge erledigen. Ich suchte eine Wäscherei, da so langsam der Bestand an sauberen Klamotten gen 0 ging. Die Suche konnte ich recht zügig erfolgreich beenden. Ich kümmerte mich noch um das Schmieren der Kette, hier dauerte es etwas, bis ich einen Laden fand, der geöffnet hatte. Eine zuerst angefahrene Honda-Werkstatt konnte mir nicht helfen, da laut deren Aussage wäre der Mechaniker nicht zum Dienst erschienen und sein Kollege sei auch nicht da.

Obwohl Iloilo mit fast 450.000 Einwohnern eine philippinische Großstadt ist, wirkte es auf mich nicht so riesig. Ich schaute mir ein paar Dinge an, die mir sehenswert erschienen, darunter die Molo Church oder auch „Iloilo’s Feminist Church“. Sie wird so genannt, da in der Kirche ausschließlich Statuen weiblicher Heiliger stehen.

Gegenüber der Kirche steht die Molo Mansion, ein über 100 Jahre altes Haus, dass einmal einer der dominierenden Familien im Land gehört hat. Heute gibt es dort nur ein paar Souvenierläden, mehr konnte ich mir leider nicht ansehen. Ansonsten findet man in der Stadt noch relativ viele ältere Häuser, diese sind jedoch in der Regel nicht saniert.

Ich besuchte auch noch das Iloilo Museum auf. Recht klein, nicht allzu viel zu sehen, der Großteil der ausgestellten Stücke sind Kunstwerke eines örtlichen Künstlern.

4 „Gefällt mir“

Iloilo – Guimaras

Mir wurde Guimaras als lohnenswertes Ziel empfohlen. Da ich nun einmal in der Nähe war, wollte ich mir die Insel natürlich näher ansehen. 2 Tage + An- und Abfahrt sollten reichen.

Der Hafen, wo die RoRo Ferries nach Guimaras ablegen, liegt nicht weit vom Zentrum, direkt am Iloilo River, und war somit schnell erreicht. Fähren fahren fast stündlich, der Preis mit 95,– Peso einschl. Motorrad mehr als überschaubar. Dazu kommen noch 65,– Peso Hafengebühr. Es dauerte auch nicht lange, bis eine Fähre anlegte, entladen war diese auch recht flott, und schon ging es wieder ans Beladen. Das Ganze geht so ohne Pause den ganzen Tag.

Die Überfahrt dauerte gerade mal knapp 30 Minuten. Die von mir ausgewählte Unterkunft lag auf der anderen Seite der Insel. Entfernung ca. 25 Kilometer vom Hafen. Kurz bevor ich die Ostküste erreichte, war ich etwas überrascht. Hier standen reichlich Windkraftanlagen, auf die Schnelle geschätzt an die 30 Stück. Das kenne ich von den Philippinen sonst nur aus Nordluzon. Hier in der Provinz überraschte mich das schon sehr. Das wollte ich später recherchieren, was es damit auf sich hatte. Konkretere Infos konnte ich später im Netz recht problemlos zu finden.

Ich war in der ausgewählten Unterkunft schon wieder der einzige Gast („The Clara Beach and Guesthouse“ bei San Lorenzo an der Ostküste). Geräumiges Zimmer mit AC und eigenem Bad, eigentlich 1.400,-- Peso, da ich alleine unterwegs war bot man mir 1.000,-- Peso an. Ein sehr fairer Deal. Ich hatte wieder über den Facebook Messenger angefragt und konnte auch so reservieren, ohne eines der einschlägigen Buchungsportale nutzen zu müssen. Da so die Unterkünfte keinen Obulus an ein Buchungsportal abgeben müssen, wird eine Reservierung auch gerne auf diesem Weg angenommen, zumindest meine Erfahrung der letzten Tage. Man sah sofort, dass das Resort von einem Ausländer gebaut worden war. Alles sehr geschmackvoll, vieles „Native style“, aber durchaus guter Standard. Ein Restaurant gab es auch.

Am Wochenende rechnete ich damit, dass etwas mehr los sein würde, mit Tages- und Wochenendgästen aus dem nahen Iloilo. Die Besucheranzahl war dann aber doch überschaubar. Vor der Unterkunft befinden sich Mangrovenreste, man kann bis zur Insel Negros blicken, man erkennt bei guter Sicht sogar den Canlaon Vulkan. Die verbliebene Zeit verbrachte ich im Resort ohne großartige Aktivität. Lesen, faulenzen……

Guimaras

Guimaras war mir direkt sympathische, ich hatte das Gefühl, dass hier alles 2-3 Gänge langsamer läuft als in anderen Gegenden des Landes. Auch der Straßenverkehr. Dieser war für philippinische Verhältnisse erheblich gemächlicher. Viel Verkehr gab es ohnehin nicht. Dafür hat man die Straßen mehr als ausreichend dimensioniert. Ein großer Teil der „Circumferential Road“ ist 4-spurig ausgebaut oder man ist gerade dabei. Ich habe diverse Brückenbaustellen passiert, wo diese für den 4-spurigen Ausbau hergerichtet werden. Die Straße ist auf jeden Fall in wesentlich besserem Zustand, dazu noch erheblich breiter, als der Maharlika Highway, der eigentlich die verkehrsmäßige Schlagader das Landes ist. Wer weiß, vielleicht hat der örtliche zuständige Bauunternehmer gute Kontakte zur Politik…Zumindest entsteht etwas.

Ich wollte Guimaras zwei Tage lang erkunden. Die erste Tour sollte in den Süden der Insel gehen. Nach dem Frühstück machte ich mich auf den Weg. Auf der Fahrt zum ersten Ziel, dem „Guisi Lighthouse“ an der Westspitze der Insel, machte ich einige Fotostopps. Richtige Highlights gab es allerdings nicht zu sehen. Das „Guisi Lighthouse“ ist ein alter Leuchtturm, von den Spaniern Mitte des 19 Jahrhunderts gebaut, oder besser gesagt, die Reste davon. Der Leuchtturm gehört zu den 3 ältesten im Lande. Direkt daneben stehen alte Gebäudereste, die langsam von der Natur zurückerobert werden, sowie ein neu gebauter Leuchtturm. Man kann von dort bis zur Südspitze der Insel Panay schauen. In der Nähe gibt es einen ganz schönen Strand inklusive Resort und Restaurant, für die Mittagspause ein ganz passender Ort. Auch hier gab es nur Gerichte „Good for two“, das passte soweit, so übermäßig groß waren die Portionen nicht.

Nach dem Mittagessen fuhr ich auf der Küstenstraße weiter bis Jordan, dort bog ich Richtung Sibunag ab. Am frühen Nachmittag war ich zurück am Resort, wo ich den Tag gemütlich ausklingen ließ. Die „Südrunde“ sind ca. 100 Kilometer zu fahren, ein entspannter, schöner Ausflug.

Am zweiten Tag wollte ich die Nordhälfte der Insel umrunden. Nach dem Frühstück ging es los. Ich fuhr die gleiche Straße nach Jordan, die ich am Vortag zurück zum Resort genommen hatte. In Jordan (hier liegt auch der Hafen) schaute ich mir die „Smallest Plaza“ an. Die Mini-Plaza soll im Guinessbuch der Rekorde als weltweit kleinste Plaza stehen. Den Wahrheitsgehalt dieser Information konnte ich nicht überprüfen. Sonderlich aufregend fand ich den Platz nicht. Er sieht so aus wie viele Plazas auf den Philippinen, mittig steht ein Standbild von Jose Rizal. Der Platz ist halt sehr klein. Es sind wohl 300 qm.

Der Nordwesten ist etwas dichter besiedelt, es gibt etwas mehr Verkehr, die Straßen sind auch hier meistens überdimensioniert. Man kann sich schon die Frage stellen, warum hier die Straße, die um die Insel herumführt, vierspurig ausgebaut wird, viele Straßen, die ins Innere der Insel führen, jedoch immer noch „Dirt Roads“ sind.

Viele Punkte wo es sich besonders gelohnt hätte anzuhalten, fand ich nicht. Auf den letzten Kilometern der Roundtour kam ich wieder am Windpark vorbei. Stellenweise schon seltsam zu sehen, wenn sich hinter einer Nipa-Hütte solch ein Hightech-Teil in den Himmel reckt. Vor allem wenn als Kontrast dazu dann noch auf der anderen Straßenseite die übliche Stromverteilung ins Auge sticht.

Guimaras – Roxas

Aufgrund vieler Empfehlungen wollte ich noch den Gigantes Islands einen Kurzbesuch abstatten, also mit Tagestour von Carles aus. Eine Unterkunft in Carles hatte ich schon organisiert, ebenso die Tagestour. Auf die 50% Anzahlung verzichtete man netterweise, da ich diese so nicht leisten konnte, da man eine Überweisung aufs Konto wollte.

Ich plane meine Touren nie auf den letzten Tag durch sondern lasse immer ein paar „Puffertage“, sodass ich eventuell kurzfristig umplanen kann. Ich hatte am Vortag meine „Resttage“ bis zur geplanten Ankunft am Sugar Beach durchgezählt. Irgendwie hatte ich mich vertan und es stellte sich raus, dass noch ein Tag „übrig“ war. Ich überlegte kurz was ich mit dem Tag anfangen könnte, da der Termin für den Aufenthalt in Carles schon fix war. Ich entschied mich, über Roxas zu fahren und eine Nacht dort zu bleiben.

Ich war bereits um 7:00 Uhr reisefertig, allerdings noch ohne Kaffee. Die Chefin wollte auch zur Fähre und kümmerte sich, dass jemand einen Kaffee bereitete und die Rechnung für mich fertig machte. Das Frühstück ließ ich ausfallen, ich wollte zeitig los.

Ich kam gerade rechtzeitig am Hafen an, so dass ich noch auf die Fähre kam, die um 9:00 Uhr ablegen sollte. Der große Reiseandrang schien vorbei zu sein, keine Warteschlangen, die Fähre war nicht ausgebucht.

Gegen halb zehn konnte ich also Richtung Norden rollen. Ich fuhr Richtung Flughafen, dann weiter nach Norden. Das erste Teilstück war landschaftlich recht nett, das mittlere eher durchwachsen, die Städte, durch die ich kam, hatten keinerlei angenehmes Ambiente. Das letzte Drittel war wieder etwas schöner, wenn auch nichts besonderes. Ich hatte am Vorabend das „RedDoorz Hotel“ in Roxas reserviert. Kostenpunkt 1,444,-- Peso für ein einigermaßen großes Zimmer mit AC und Bad. Wie bei vielen Hotels in dieser Preisklasse besteht beim Reinigungsgrad des Badezimmers Verbesserungsbedarf. Mein Zimmer war noch nicht fertig. Man bot mir an, für eine Stunde ein anderes Zimmer zu nutzen um dann später umzuziehen, in dem bereits hergerichteten Zimmer ginge der Fernseher nicht. Da ich den Fernseher sowieso nicht brauchte bot ich an, das Zimmer ohne TV zu nehmen und nicht mehr umzuziehen. Der gute Mann an der Rezeption benötigte einen Moment, mit meinem Angebot klar zu kommen, ist doch der Fernseher hier ein überlebenswichtiges Utensil.

Nun wollte ich mir die Sehenswürdigkeiten ansehen, die Roxas zu bieten hat. Diese sind überschaubar. Als erstes fuhr ich zu den sogenannten „Ruins of Alcatraz“. Hier handelt es sich weder um wirkliche Ruinen, noch um irgendetwas, was mit Alcatraz zu tun hätte. An der Küste stehen mächtige Betonmauern, die langsam von der Natur erobert werden. Man erzählt, dort hätte eine gewisse Familie „Bermejo“, denen der Ort gehört, begonnen, ein Resort zu bauen, mit einem Infinity Pool. Der Typhoon Yolanda im Jahr 2013 beendete das Bauvorhaben, seit dem liegt das Ganze brach.

Auf dem Weg dorthin kommt man an diversen Strandresorts vorbei. Diese waren, da Sonntag ist, entsprechend gut besucht. Das bedeutet auf dem Motorrad erhöhte Aufmerksamkeit, weil man nie weiß, ob nicht aus irgendeinem Resort plötzlich ein Gin- oder Tanduayseeliger Resortbesucher im Tiefflug Richtung Straße steuert. Eine Grünanlage direkt am Wasser war abgesperrt, hier entsteht irgendetwas Großes, auf dem Plakat sah es für mich nicht danach aus, als hätte die Allgemeinheit etwas davon.

Da ich Lust auf etwas Süßes bekam, machte ich auf dem Rückweg einen Stopp bei der örtlichen SM Mall. Dort gab es für mich einen Donut mit Kaffee. Am Parkplatz fiel mir ein kleines Vehikel auf, dass ich nun schon öfters auf meiner Tour gesehen hatte. Kleine, elektrobetriebene Mini- Tricycle. Das scheint relativ „in“ zu sein, sofern man es sich leisten kann.

Ansonsten gibt es in Roxas nicht allzu viel zu sehen. Wie in vielen Städten gibt es im relativ ansehnlichen Zentrum am Fluss eine alte Kirche sowie das Gebäude der Provinzverwaltung.

Roxas – Carles - Gigantes

Die letzten Tage konnte ich mich bezüglich des Wetters nicht beschweren. Das änderte sich in der letzten Nacht. Heute morgen war der Himmel mal wieder grau und alles nass. Es regnete zwar nicht durchgehend, aber immerhin so reichlich, dass wieder eine Fahrt in Regenklamotten anstand.

Vor der Abfahrt stand noch die Suche nach Frühstück auf dem Programm. Roxas schläft lange. Das Restaurant des Hotels war geschlossen, in der näheren Umgebung hatte um 7:00 Uhr morgens nur der Jollybee geöffnet. Das Einzige was ich im Jollybee essen kann sind die kleinen Pfannkuchen, der angebotene „brewed coffee“ ist auch einigermaßen OK.

Nach dem „Pfannekuchen“ machte ich mich reisefertig. Zum Checkout legte ich den Zimmerschlüssel auf den Tresen der Rezeption und wartete auf eine Regung der beiden dort sitzenden Damen. Erst als ich sie ansprach und sagte, ich würde abreisen, schauten sie sichtlich genervt von ihren Handys hoch und nickten. Ich hatte die Beiden anscheinend in einer Spielphase gestört, die höchste Konzentration erforderte. Sorry dafür !

Ich verpackte mich selbst wieder im Regenzeugs und wartete eine kleine regenfreie oder zumindest regenärmere Phase ab. Aufgrund des Wetters ließ ich mein Smartphone verpackt und versuchte, den Garmin mit der OSM Karte zu nutzen. Die ersten Kilometer passten soweit, dann schickte das Teil mich in eine „Nebenstraße“ ohne Fahrbahnbelag. Aufgrund des Wetters eine reine Schlammpiste. Weit bis zur nächsten richtigen Straße sah es nicht aus. Bis ich tatsächlich wieder eine befestigte Straße erreichte, dauerte es eine Weile. Der Navi wollte aber auch diese wieder schnell verlassen und die nächste Schlammpiste ansteuern. Das wollte ich nicht und ignorierte erst mal die Richtungsanweisung, in der Hoffnung, dass es irgendwann doch wieder auf einer richtigen Straße weitergehen würde. Dabei verfranzte ich mich immer mehr. Glücklicherweise ließ der Regen nach, dass ich endlich mittels Google Maps zurück auf den richtigen Weg fand. Nachdem ich den „großen“ Highway erreicht hatte, war die Orientierung weitgehend problemlos, da ich diesem die nächsten 50 KM folgen musste. Nach dieser Aktion war klar, falls ich nochmal eine solche Tour machen kann, muss ein wasserdichtes Telefon her.

Da ich nicht einschätzen konnte, ob man in Carles recht einfach ein freies Zimmer bekommt (die Möglichkeiten sind sehr begrenzt), hatte ich die Unterkunft schon vorab über booking.com reserviert und bereits per Paypal bezahlt. Der Laden hieß „Chateau de Aow Guesthouse“, das Zimmer mit AC, Bad und Frühstück sollte 800,-- Peso pro Nacht kosten. Sehr günstig, ich erwartete daher nichts Besonderes. Warum man die Bezeichnung „Chateau“ gewählt hat ließ sich nicht einmal erahnen.

Als ich in Carles an der Unterkunft ankam, stand ich fürs Erste vor einem verschlossen Eisentor. Es dauerte eine Weile, bis ein junger Bursche ans Tor kam und mich fragend ansah. Ich meinte, ich hätte eine Reservierung für zwei Nächte. Die Fragezeichen im Gesicht wurden größer. Er holte sich Unterstützung seiner Kollegin, oder versuchte das zumindest. Diese winkte ab, sie konnte noch weniger Englisch als er, und das war schon kaum vorhanden. Meine Tagalog-Kenntnise halfen auch nicht wirklich weiter. Nach kurzer Diskussion konnte ich zumindest erst mal aufs Grundstück. Man kam auf die Idee, die Chefin anzurufen und gab mir das Telefon. Die Dame fragte nach meinem Namen, ob ich eine Gruppe wäre. Nein, ich bin alleine, gebucht über booking. com. Achso, booking. com. Ja, genau, bezahlt habe ich auch schon via Paypal. What is your name. Immer noch der Gleiche wie vorher. Das zog sich noch einen Moment, bis sie mich bat, das Telefon an Ihre Mitarbeiterin zurück zu geben. Ob sie sich nun an die Buchung erinnerte oder nicht, ich bekam auf jeden Fall mein Zimmer zugewiesen.

Ich hatte die Unterkunft gewählt, weil es auch ein Restaurant geben sollte. Ich fragte die beiden Beschäftigten ob ich etwas zu essen bekommen könnte. „Nein“. Gibt’s Getränke? „Nein“. Nun gut, ist halt so. Also erst mal aus den Klamotten raus. Am Hafen wird’s wohl was geben. Dieser ist zu Fuß schnell erreicht. Hier gab es dann auch tatsächlich eine Art Restaurant. Nach dem Essen schaute ich mich noch ein wenig um. Es gab reichlich Boote, auch für Touristen, was erahnen ließ, dass es hier an Wochenenden recht voll werden kann. Man karrt die Gruppen hauptsächlich aus Iloilo hier hoch. Das Hafenbecken direkt am Touristoffice sah weniger schön aus, hier wäre etwas Müll sammeln angebracht. Dazu kam noch, dass der ganze Hafenbereich bei dem regnerisch-trüben Wetter noch trauriger aussah.

Beim Bezahlen im Restaurant fragte ich, ob Abends noch geöffnet ist. Antwort: „Ja“. Wie lange denn? „Maybe `til 6 or 7“. Keine wirklich konkrete Aussage, aber immerhin. Ich hätte es nach meinen Erfahrungen im Land aber wissen müssen, dass eine solche Aussage mit Vorsicht zu genießen ist. Nach einem trägen Nachmittag und einem Kurzausflug zum 3 Kilometer entfernten 7/11 um ein kaltes San Mig zu kaufen, machte ich mich am frühen Abend (17:00) wieder zum besagten Restaurant auf. Der Laden war zwar noch geöffnet, jedoch war man bereits am Aufräumen, die Auslage, wo üblicherweise das Essen steht, bereits leer. Ich hätte halt nicht fragen sollen, bis wann sie geöffnet haben, sondern ob es dann auch noch was zu essen gibt. Auf den Philippinen immer wieder wichtig: Auf die richtige Fragestellung achten.

Nun stand ich da, Restaurants oder Ähnliches war alles bereits geschlossen. Also wieder Richtung Unterkunft. Ein auf dem Weg liegender Hähnchenbrater wollte mir nur ein ganzes Huhn verkaufen. Das war mir zu viel. An einem BBQ-Stand konnte ich dann ein paar Pork-Sticks erwerben. Reis gab es dort eigentlich nicht, aber man war so freundlich, mir irgendwoher eine Portion zu besorgen. Mit meinem in Plastiktüten verpackten Abendessen wanderte ich zurück zu meiner Unterkunft. Die Chefin war jetzt auch da. Sie scheuchte ihre Mitarbeiter sofort los, mir Teller und Trinkwasser zu besorgen. So richtig warm wurde ich mit der alten Dame nicht. Der ganze Laden hatte etwas „Hotel California“ Charakter. Zumindest war das Zimmer für den Preis absolut in Ordnung.

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Zu den Gigantes Islands – eine philippinische Tagestour

Die östlich von Carles liegenden Gigantes Islands waren ja der eigentliche Grund für mich, in diese etwas abgelegene Ecke der Insel Panay zu fahren. Als ich morgens aus meinem Zimmer schaute, hatte ich aufgrund des Wetters leichte Bedenken, ob die Tour tatsächlich stattfinden würde. Aber egal, erst mal am Hafen nach dem Stand der Dinge schauen. In meiner Unterkunft gab es das übliche Filipino Breakfast, Reis und Spiegelei. Die auch servierte undefinierbare „Wurst“ hab ich vorsichtshalber liegen lassen.

Der Veranstalter der Tagestouren hatte mir per Email mitgeteilt, dass ich pünktlich um 8:30 am Hafen sein sollte. Da ich eigentlich immer früh unterwegs bin, war das kein Problem. Man hatte mir per email auch die entsprechenden Kontaktpersonen mitgeteilt. Der „Kümmerer“ vor Ort fragte mich direkt, ob ich der Martin sei. War für ihn vermutlich nicht so schwierig zu erkennen, anhand der geringen Anzahl von Langnasen. Ich trug mich in die obligatorische Liste ein (Name, Wohnort, Alter, Unterschrift) und musste dann noch warten. „Mein“ nach und nach eintrudelndes Grüppchen bestand aus 24 Personen, bis auf einen Amerikaner waren nur Filipinos dabei.

Mit leichter Verspätung konnten wir aufs Boot, Schwimmweste war Pflicht, außer natürlich fürs Personal. Da ich alleine war, wies mir der zuständige Mitarbeiter den Platz neben dem Bootsführer zu. Das war auch ganz gut so, da ich somit nicht vorne saß und dadurch nicht ganz so nass wurde, wie die anderen Gäste. Als alle ihre Plätze eingenommen hatten gab es noch ein paar Infos vom Personal und das Boot startete Richtung Gigantes Island. Der Wellengang war sehr stark, bereits nach kurzer Fahrt waren meine Mitreisenden mehr oder weniger komplett durchnässt. Die ganze Fahrt war ziemlich schaukelig, es ist immer wieder erstaunlich, was so ein Auslegerboot verträgt.

Wir steuerten insgesamt 5 Inseln an. Wer Hund oder Katze mitnehmen möchte, achte bitte darauf, die entsprechenden Impfnachweise für das Tierchen dabei zu haben.

Die Hauptbeschäftigung meiner Mitreisenden auf den Inseln war das gegenseitige Fotografieren. Die Jungs vom Boot gaben alles und kümmerten sich rührend um das Aussuchen der besten Stellen um Bilder von den Mädels in ihren Bikinis zu machen. Nun gut, sie machen das täglich. Die ersten drei Inselchen haben hübsch anzusehende Strandabschnitte, eines ist eher eine Sandbank. Nummer 4 hat eine kleine Lagune, wer mag kann hier von der Felsklippe aus geschätzt 5 Metern Höhe ins Meer springen. Auf der letzten Insel gab es das inkludierte Mittagessen. Eher was für Seafood-Freunde. Ich hab mich an Fisch und Shrimps gehalten.

Auf der Rückfahrt regnete es durchgehend, bis wir wieder den Hafen von Carles erreicht hatten, war auch ich vollends durchnässt. Nach Ankunft also schnell zurück in die Unterkunft um die Klamotten ausziehen zu können. Mangels Getränkeverkauf im Hotel musste ich mich aber vor Einbruch der Dunkelheit noch schnell aufs Moped setzen, um im 7/11 noch etwas Bier zu kaufen. Da ich im Ort nichts Essbares mehr fand, mussten für diesen Abend zwei Portionen „Cup-noodles“ ausreichen.

Mein Fazit: Die angefahrenen Inseln sind ganz hübsch, wer jedoch schon viele Tropeninseln gesehen hat (z.B. in Nordpalawan), wird kaum sprachlos werden. Das schlechte Wetter war natürlich mit Schuld, dass die Tour für mich nicht zu den Reisehighlights gehörte.

Carles – Bacolod

Langsam ging die Reise „Richtung Finale“, dass auch diesmal wieder am Sugar Beach stattfinden sollte. Für mich immer noch der angenehmste Strand im Land (was auch an der Unterkunft dort liegt). Einen weiteren Tag konnte ich noch irgendwo verplanen, bevor ich die Anreise zum Sugar Beach starten würde. Ich hatte die Optionen Dumangas oder Bacolod. Bacolod fand ich da die bessere Variante, noch ein Großstadttag vor der Entschleunigung am Strand war ganz passend.

Über die Etappe von Carles nach Bacolod muss ich nicht viele Worte verlieren. Heftiger Regen, die ganze Strecke entlang. War es auf den bisherigen Teilstücken so, dass nach einiger Zeit der Regen stoppte, war es diesmal genau anders herum. Der Regen wurde zunehmend heftiger, je näher ich Richtung Hafen kam. Auch die Regenklamotten konnten irgendwann den Regenmassen nicht mehr standhalten.

Zumindest musste ich nicht lange auf eine Fähre zu warten. Es stand schon eine parat, schnell die Terminal Fee und das Ticket bezahlen und schon konnte ich auf’s Schiff. In Bacolod wollte ich zum Hotel „The Suites at Calle Nueva“. Das machte auf der Internetseite einen ganz passablen Eindruck, die Lage war auch gut. Dort angekommen stellte ich fest, dass dort nichts mehr läuft. Ein Stückchen weiter, im GT Hotel, bekam ich ein Zimmer. Im Bezug auf Preis/Leistung recht gut. Großes Zimmer, AC, Bad, Kühlschrank, Safe, Wasserkocher mit Kaffee und Tee. Hinterm Haus gab es einen großen Parkplatz, das Motorrad stand also sicher. Das Ganze für 1.600,-- Peso, allerdings ohne Frühstück.

Nach einer Dusche und kurzen Pause ging es dann erst mal zur SM Mall zum Essen. Im Foodcourt gibt es eine gute Auswahl. Den Rest des Tages bummelte ich etwas Hin- und her. Ich suchte wie in Iloilo eine Wäscherei. Ich fand eine, wo man mir zusagte, dass ich die Wäsche am nächsten Tag gegen Mittag abholen konnte.

Den Tag in Bacolod begann ich mal wieder mit einem Frühstück im Jollibee. Ich war wieder zu früh für andere Frühstücksoptionen. Den Tag über bummelte ich etwas durch die Stadt, so wie es der Regen zuließ. Das Museum hatte ich bereits vor 6 jahren aufgesucht, da ich genug Zeit hatte, ging ich noch einmal hinein. Die Ausstellung ist recht überschaubar. Ich bin nicht der große Fan von ausgedehnten Touren durch die philippinischen Shopping-Malls, an so einem Regentag war das Vorhandensein einer solchen Mall aber ganz praktisch, konnte ich doch im Trockenen umherwandern, zwischendurch einen Kaffee trinken und den umherlaufenden Mall-Besuchern zuschauen.

Bacolod – Sipalay, oder auch zurück am Sugar Beach

Am Morgen sah es danach aus, dass es eine Chance gab, die Fahrt nach Sipalay bei einigermaßen trockenem Wetter hinter mich zu bringen. Um nicht in das morgendliche Verkehrschaos in Bacolod zu kommen, war ich bereits um 7:30 unterwegs. Bacolod steht anscheinend spät auf, somit schaffte ich es recht flott aus der Stadt raus. Bis Kabankalan war die Strecke nicht sonderlich sehenswert, netter wurde es dann nach Guiljungan. Im weiteren Verlauf gab es dann auch wieder eher hügelige Landschaft mit kurvenreicher Streckenführung, also war der Fahrspaß auf den letzten 40 Kilometern bis Sipalay größer.

Bislang bin ich immer von Sipalay mit dem Boot zum Sugar Beach gefahren. Das war jetzt nicht mehr so, die neu gebaute Straße führt bis zu den Resorts, ist jedoch weit genug vom Strand weg, dass man davon nichts mitbekommt. Beim Bau der Brücken und der Straße hat man anscheinend mit viel Verkehr gerechnet, zumindest lassen das die Dimensionen der Bauwerke erahnen. Hinter dem Buenaventura Resort konnte ich das Motorrad parken, die Familie, denen das Gelände gehört, ruft dafür 100,-- Peso am Tag auf. Dafür passte auch jemand auf, von daher OK.

Vom Parkplatz musste ich noch ein Stückchen an den Resorts entlanglaufen, um zum Driftwood Village zu kommen. Obwohl ich drei jahre nicht dort war, haben mich die Mädels sofort wiedererkannt und konnten sich auch an meinen Namen erinnern. Mein Bungalow war noch nicht fertig, also vertrieb ich mir die Wartezeit mit einem kalten San Mig und ich hielt etwas Smalltalk anderen Gast.

Für mich gibt es kaum einen Ort der besser geeignet wäre, um nach fast 4 Wochen auf Tour etwas Entschleunigung zu genießen, als das „Driftwood Village“. Auch nach den letzten beiden Motorradtouren durch die Inselwelt hatte ich das „Finale“ am Sugar beach verbracht. Mein Kumpel, mit dem ich nach 3 ½ Wochen in Mindanao zum Sugar Beach kam, nannte es „ein kleines Paradies“ und da ist etwas Wahres dran. Ich kenne im ganzen Land keinen Ort der so entspannend wirkt, wie das Driftwood Village. Im Restaurant im ersten Stock zu sitzen und über den üppigen, grünen, tropischen Garten zum Meer zu schauen ist einfach herrlich. Es gibt keine Karaoke-Maschine, man trifft hier das liebenswerteste Personal, das man sich nur vorstellen kann. Es wird hervorragend gekocht. Es hatte sich seit meinem letzten Besuch 2020 nicht viel verändert, einige Hütten mussten nach dem letzten Typhoon neu aufgebaut werden.

Mir blieben drei Tage am Sugar Beach, diese füllte ich mit Lesen, Musik hören, zwischendurch mal ins Meer springen, etwas Plauderei mit anderen Stammgästen. Es waren nicht sehr viele Gäste da, abends trafen wir uns bis auf einen Abend in der Bar.

Sipalay – Cebu City, der Schluss

Zur Motorradrückgabe musste ich noch bis Cebu City fahren, über die ausgesuchte Strecke waren es vom Driftwood noch ca. 350 KM, die wollte ich nicht an einem Stück fahren. Ich fahre lieber die Westküste von Cebu nach Norden, um dem Megastau von Carcar bis Cebu City zu entgehen. Ich hatte mir in Moalboal ein Unterkunft über Google rausgesucht. Ich hatte überlegt ob ich an einem anderen Ort übernachten soll, entschied mich dann aber doch für Moalboal.

Die Fahrt von Sipalay nach Tampi zur Fähre ist landschaftlich recht schön. Ab Catalina wählte ich die Straße durchs Innere der Insel und nicht die Küstenstraße. Leider war es auf dem Teilstück etwas nebelig, schade, da das eine wirklich schöne Motorradstrecke ist. In Tampi musste ich diesmal mein Ticket im Büro der Fährgesellschaft kaufen, drei Jahre zuvor konnten wir direkt auf die Fähre fahren und das Ticket an Bord erwerben. Ein Hafengebühr fiel nicht an.

In Moalboal musste ich etwas suchen, bis ich die ausgesuchte Unterkunft fand (Indino’s Guesthouse), diese befand sich in einer Nebenstraße, nicht weit vom „Strand“, oder wie immer man das nennen möchte. Der Eigentümer, mit dem ich vorab kommuniziert hatte, war abwesend. Sonst wusste niemand Bescheid. Anscheinend waren dort in der Straße aber irgendwie alle verwandt. Man versuchte den Vermieter ausfindig zu machen. Nach längerer Wartezeit war man dann gewillt, mir ein Zimmer im Nachbargebäude zu geben. Dieses war sehr sauber, aber ansonsten eine fensterlose, überteuerte Schachtel. 1.200,-- Peso sollten es sein, man gab mir dann einen kleinen Rabatt von 100,-- Peso. Eine alternative Unterkunft zu suchen machte keinen Sinn mehr, da es nicht mehr lange zur Dämmerung war. Es war ohnehin nur für eine Nacht, von daher war mir das dann egal. Nach einer schnellen Dusche machte ich mich auf, etwas zum Abendessen zu suchen. Direkt am Wasser gab es ein paar freie Plätze. Insgesamt wirkte der Ort lange nicht so voll wie bei meinem letzten Besuch. Das Essen war so lala, preislich aber eher oben angesiedelt. Insgesamt kann ich mich mit Moalboal nicht wirklich anfreunden, der Ort ist irgendwie austauschbar mit anderen touristischen Orten. Nach dem Essen kaufte ich mir auf dem Rückweg in einem kleinen Laden noch ein paar Bier und wanderte zur Unterkunft zurück. Ich hatte mir ein Deutschland ein paar Netflix-Filme heruntergeladen und schaute zwei davon an.

Am nächsten Morgen fand ich ein ganz nettes Lokal um zu frühstücken, auch kein Schnäppchen aber OK, vor allem passte die Qualität.

Für die Strecke von Moalboal nach Cebu City wählte ich wieder die Route via Toledo. Einige Streckenabschnitte fand ich sehr schön, gerade richtig für die letzten Kilometer. Der Abschnitt von Barili bis zur Küste bei Aloguinsan ist eine sehr attraktive Strecke fürs Motorrad. Die Küstenstraße war dann wieder weniger spannend. Die Überquerung der Insel von Toledo nach Osten ist stellenweise auch sehr schön. Das war mir bei der Hinfahrt so gar nicht aufgefallen, warum auch immer. Ich stoppte an einem Aussichtspunkt. Hier erschallte mitten im Nirgendwo mit Inbrunst geschmetterter Karaokegesang.

Bis zum Brgy. Lagtang (Talisay) war der Verkehr erträglich, ab dort wurde es langsam voller. Von dort war ich aber schnell auf der „Cebu South Coastal Road“. Da diese gut ausgebaut ist, war der stärkere Verkehr kein Thema. Vom Ende der Küstenstraße in der Nähe des Fort San Pedro war es nur noch ein Katzensprung zu dem von mir gewählten „Hotel Pier Cuatro“. Das Zimmer hatte ich bereits bei der Abfahrt reserviert, mein wärmeres Jäckchen für die Rückreise nach Deutschland hatte ich im Hotel deponiert.

Jetzt stand nur noch an, die von mir für die Tour montierten Teile wieder vom Motorrad abzuschrauben und das Gefährt am nächsten Tag zurückzugeben. Ich hatte zwischendurch immer wieder Kontakt zum Motorradverleiher Mike (dazu muss ich an dieser Stelle einschieben, dass Mike leider im Frühjahr 2023 plötzlich verstorben ist). Er schickte einen seiner Mitarbeiter von Baclayon/Bohol, um das Motorrad abzuholen. Das musste natürlich extra bezahlt werden. Der Bursche hatte den Oceanjet um 8:00 morgens genommen, sollte dann also gegen 10:30 – 11:00 am Pier 1 ankommen. Ich war rechtzeitig vor Ort, die Fähre war pünktlich, die Übergabe war schnell erledigt. Ich bezahlte den Obulus fürs Abholen, schenkte ihm meinen Helm (ich hatte für die Reise einen günstigen, neuen Helm gekauft, den ich in Deutschland sowieso nicht benutzt hätte).

Den Rest des Tages verbrachte ich damit, mir noch ein paar Sachen zu kaufen, die Mall war ja nicht weit. Das letzte Abendessen gönnte ich mir in einem der Restaurants in der Robinson Mall, bevor ich ein Taxi zum Flughafen bestieg.

Der Flug mit Korean Air war pünktlich, auch das Umsteigen in Incheon lief ohne Verzögerung. Nervig war nur, dass Korean Air immer noch Maskenpflicht hatte, was auch rigoros durchgesetzt wurde.

Die Ankunft in Deutschland war wie immer etwas frustrierend, graues, kaltes Wetter, die Gesichter der Menschen entsprechend. Meins vermutlich auch.

Somit bin ich hier mit dem Bericht fast am Ende. Abschließend noch ein paar Infos zum Equipment, Kosten etc.

Nachtrag

Es war eine schöne Tour, das zeitweise recht schlechte Wetter verhinderte teils das Fahren geplanter Streckenabschnitte. Süd- und Zenztralluzon würde ich bei einer weiteren Tour eher meiden, zu voll, viel zu dicht besiedelt. Und wenn, dann nur März/April, um teils an der Pazifikküste entlang zu fahren.

Das war die vierte ausgedehnte Tour auf den Philippinen. Die Erste führte in die Cordillera bis Kalinga, die Zweite durch die Ost- und Zentralvisayas einschl. Umrundung von Samar, Nr. 3 durch einen Großteil Mindanaos und jetzt Süd- bzw. Zentralluzon und die westlichen Visayas. Am spannendsten waren die Touren duch die Cordillera und Mindanao. Dazu muss ich sagen, dass ich diesmal alleine unterwegs war, was natürlich etwas ganz Anderes ist als mit einem Reisepartner. Mich reizt sehr eine Tour durch Muslim-Mindanao, da nicht so bekannt. Ich bin gerne in langnasenfreien Gegenden unterwegs.

Nun ein paar Eckdaten:

Gesamte Dauer: 33 Tage

Gefahrene Kilometer: Ca. 2900

Technisches: Smartphone (Google Maps für Navigation), Garmin Zumo 390 mit OSM Karte (mangelhaft), für Telefon und Garmin Ram-Mount Halterungen, aus Deutschland mitgebracht, USB Steckdose, mitgebracht und vor Ort montiert, wasserdichte Kamera, GoPro 3 (schon ein älteres Modell), 10“ Laptop, diverse Ladegeräte.

Gepäck: 1 kleinen Tankrucksack, 1 Ortliebtasche 49 l, 1 Ortliebtasche 32 (fürs Regenzeug), 1 Tagesrucksack

Kosten:

Der Flug FRA – CEB via Incheon war mit 1380,-- € kein Schnäppchen, aber von allen andere Optionen die Beste. Vor Weihnachten sind halt die Preise immer höher.

Motorradmiete: 600,-- US$ (CRF 150L, so gut wie neu, 290 KM auf dem Tacho bei Abfahrt), zzgl. 3.500,-- Peso für die Motorradrückgabe.

Benzin ca. 5.000,-- Peso

Fähren, insgesamt 14.577,-- Peso, zzgl. ca. 550 Peso Terminal Fee

Unterkunft, Essen, Getränke etc.: Ca. 1.500,-- €, ich hab‘s nicht so genau nachgehalten

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G E I L E TOUR und TOLLE Bilder :bangbang: :bangbang: :bangbang:

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@wumk - sehr interessant Dein Reisebericht. Einiges davon möchte ich eines schönen Tages auch nachvollziehen. Wenn ich erst mal dort bin, hoffe ich, wird es die eine oder andere Gelegenheit doch wohl geben.
Sicher werde ich mir aber die Unterkunft bei/in San Lorenzo mal anschauen. Danke für den Hinweis.
:smiling_face_with_sunglasses:

Wo ich dort war, gab es keine Karaoke. Langnasenunterkunft halt. Die Chefin meinte zu mir, ihr verstorbener Mann hätte keine Karaoke Maschine in seinem Resort gewollt. Ob das jetzt anders ist weiß ich allerdings nicht.

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Ich habe mal bei Fatzebuck geguckt…scheint jetzt von „red doorz“ verwaltet zu werden.

Ja, hab ich auch gesehen. Wobei das nicht viel aussagt. Die Buchung läuft über Red Doorz, im Zimmer gibts etwas Deko die nach Red Doorz aussieht, ansonsten läuft das Business wie früher. Zumindest war das so in den Red Doorz Hotels die ich genutzt habe.