Mehr als die Hälfte aller Filipinos sieht ihre Zukunft im Ausland

Artikel ABS CBN 15/06/2026


Studie: Die meisten Filipinos sind bereit, ins Ausland zu ziehen – Studie

Mehr als die Hälfte der Filipinos ist bereit, im Ausland zu leben oder zu arbeiten, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet. Bessere Beschäftigungsmöglichkeiten, höhere Löhne und eine höhere Lebensqualität sind dabei die drei wichtigsten Gründe, wie eine Studie ergab.

Die Umfrage „Tugon ng Masa“ des Thinktanks OCTA Research für das erste Quartal 2026 ergab, dass 57 Prozent der Filipinos bereit sind, im Ausland zu leben oder zu arbeiten, wenn sich die Gelegenheit bietet, 39 Prozent sind nicht bereit, während vier Prozent unentschlossen sind.

OCTA erklärte, das Ergebnis deute darauf hin, dass „Migration nach wie vor ein weit verbreitetes Bestreben unter Filipinos ist und nicht nur eine Präferenz bestimmter Gesellschaftsschichten, und dass sie weiterhin einen wichtigen Platz in der Vorstellung vieler Filipinos von wirtschaftlichem Aufstieg, beruflicher Entwicklung und langfristigem Familienwohlstand einnimmt.“

Die Daten zeigten zudem ein einheitliches Ergebnis über alle sozioökonomischen Klassen hinweg: 57 Prozent in den Klassen D und E sowie 56 Prozent in der Klasse ABC.

Die Bereitschaft zur Migration war mit 81 Prozent bei den 18- bis 24-Jährigen und mit 75 Prozent bei den 25- bis 34-Jährigen am höchsten.

Laut OCTA zeige dies, dass „jüngere Filipinos ihre Zukunftsaussichten in einem breiteren internationalen Kontext bewerten, in dem Beschäftigungsmöglichkeiten, berufliche Aufstiegschancen und Lebensqualität länderübergreifend verglichen werden können.“

Die Forschungsstelle gab an, dass bessere Beschäftigungsmöglichkeiten, höhere Löhne und eine bessere Lebensqualität als die drei wichtigsten Gründe für die Migrationsüberlegungen der Befragten hervortraten. Politische Instabilität und Sicherheitsbedenken rangierten deutlich weiter unten.

OCTA interpretierte dies so, dass Filipinos die Migration als Weg zum sozialen Aufstieg betrachten und nicht als Flucht vor Not.

Das Meinungsforschungsinstitut stellte fest, dass die Umfrageergebnisse Lücken im philippinischen Arbeitsmarkt aufzeigten.

„Filipinos wandern nicht wegen Instabilität oder Unsicherheit aus; sie wandern aus, weil die im Heimatland verfügbaren Arbeitsplätze nicht genug bezahlen, keine ausreichenden Aufstiegsmöglichkeiten bieten oder keine angemessene Work-Life-Balance gewährleisten.“

Es hieß, der Migrationsdruck könne durch die Anhebung von Mindestlöhnen, den erweiterten Zugang zu hochwertigeren Arbeitsplätzen, die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und die Schaffung klarer Wege für den beruflichen Aufstieg verringert werden.

Außerdem forderte man die Verantwortlichen auf, die Verbreitung von Leiharbeitsverträgen einzudämmen, den sozialen Schutz auszuweiten und die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

„Die Frage ist nicht, warum Filipinos das Land verlassen – sondern ob das Land ihnen einen Grund zum Bleiben gibt. Ob Arbeitsplätze verfügbar sind. Ob die Löhne fair sind. Ob echte Karrierechancen bestehen. Ob die Philippinen ein Land sind, in dem es sich lohnt zu bleiben.

„Solange diese Fragen nicht beantwortet sind, wird das Verlassen des Landes der unausgesprochene Lebensplan der Mehrheit der Filipinos bleiben“, so die OCTA.

Most Filipinos willing to migrate abroad—study | ABS-CBN News

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Eigentlich schon ein erschreckender Trend, aber aufgrund der strukturellen Probleme des Landes nicht weiter verwunderlich. Wenn man mit jungen gut qualifizierten Filipinos spricht, sind sie ziemlich desillusionsiert von den Zukunftsperspektiven ihres Landes und insbesondere die Korruptionskultur scheint zunehmend zu belasten.
Ein Einwanderungsland sind die PHP ja nur für Rentner aus den USA und Europa, die aus Kostengründen hierher kommen.

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Bei der ganzen Thematik gilt es zu unterscheiden, ob die jungen Menschen tatsächlich das Land dauerhaft verlassen wollen oder sich mehrere Jahre als OFW verdingen möchten.
In manchen Gesprächen mit Filipinos hatte ich des Öfteren das Gefühl, dass der Unterschied nicht immer jedem oder jeder klar ist.

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Für junge Philippinos ist die Arbeitsmarkt Situation auf den Philippinen äußerst kritisch. Viele haben praktisch keine Chance einen Job zu finden. Und wenn, sind die Gehälter oft miserabel im Vergleich zu anderen Staaten. Deshalb bleibt nur der Gang ins Ausland. Mit der Konsequenz das es praktisch kaum Sozialleben für die OFW`s gibt. Das ist sicher nicht das, was sich die Jugend wünscht. Ich habe gerade einen jungen Mann aus der Sippe in Berlin zu Besuch. Er arbeitet in Ungarn in der Autoindustrie. Schwerer Job in einer Aluminium Presserei. Er macht sich Sorgen um seine Zukunft. Der Kontrakt läuft nur 3 Jahre. Zurück auf die Philippinen will er nicht, da wäre er ohne Job. Eine Familie kann er auch nicht gründen ohne Einkommen. Seine Zukunft zu planen, eigentlich aussichtslos. Ein Teufelskreis.

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Der eine Bub will Seemann werden. Seit ich ihn kenne. Die Welt sehen, und richtig dick Geld verdienen. Haus kaufen, und dann vielleicht ein Business aufmachen, damit er was hat wenn er nicht mehr zur See fahren will.

Ein Kind unserer vormaligen Helferin meinte jetzt, sie wolle im Ausland arbeiten aber dann zurückkommen wenn sie genug Geld hat, damit sie sich um uns kümmern kann (wir unterstützen sie jetzt).

Eine nicht geringe Anzahl von gut verdienenden und klugen Menschen in meinem Alter arbeitet aktiv daran, die Philippinen zu verbessern. Die Hoffnung ist in der Digitalisierung, aber sie sagen auch, dass sich die Leute (langsam) ändern. Das ist sicher nicht repräsentativ für die gesamten Philippinen, aber sie haben Zugang dorthin, wo Unterschiede gemacht werden können.

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Wieviel kommen denn mit den Taschen voll Geld zurück?
Die meisten können garnicht sparen, weil sie alles nach Hause schicken, wo es verdampft ohne Nachhaltigkeit.
Diejenigen die es schaffen nennenswerte Beträge anzuhäufen, verpulvern es in mehr oder weniger kurzer Zeit, sobald sie wieder in der Heimat sind.
Oft wird von dem Geld die Schule für Geschwister oder Kinder bezahlt in der Hoffnung auf einen guten Job später.
Die Realität sieht aber anders aus.
Mit wachsender Bildung, zumindest auf dem Papier, erhöhen Arbeitgeber auch die Anforderungen selbst für einfachste Tätigkeiten.
Beispiele aus dem Verwandtenkreis habe ich genug gesehen.
Das Einkommen reicht eigentlich nie, um damit ein gesichertes Leben aufzubauen.
Sind dann erstmal eigene Kinder da, beginnt der Kreislauf von vorn.

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Leider geht die „bessere Zukunft“ nur über Bildung, also ist das nicht so falsch … :wink: … leider auch ohne Garantie auf eine bessere Zukunft auf den Philippinen, aber wichtig im Ausland.

Das wird immer behauptet.
Es gibt aber nicht genug Arbeit für „Gebildete“.
Mit der Bildung steigt auch Unzufriedenheit und Konsum.
Einziger Ausweg, der mir einfällt, ist eine drastische Verringerung der Weltbevölkerung.
Lässt sich aber schlecht vermitteln.

auch das ist richtig, leider bleibt ohne Bildung noch weniger übrig

daran arbeiten wir doch gerade kräftig … :upside_down_face: … aber bleiben wir einfach optimistisch … :+1: … einige 80-Jährige weniger an der Macht wäre schon mal ein guter Anfang …

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Es ist auch eine Frage der Anpassung. Findet man Anschluss an das Leben vor Ort, oder bleibt man in der „Philippinen-Blase” gefangen?

Meine Frau und ihre Schwestern denken nicht an eine Rückkehr auf die Philippinen.

Bei einer Feier im Kreise der Filipinos vor einigen Tagen, konnte ich mit Jüngeren sprechen. Eine Reise dorthin stand möglicherweise zur Debatte, irgendwann, aber mehr auch nicht. Da es sich um die zweite Generation im Land handelt, ist eine permanente Rückreise wohl kein Thema. Das kann man aber auch bei anderen Nationalitäten recht gut bemerken, da sind Filipinos keine Ausnahme.