Madeira, das Hawaii Europas

Die Einleitung:

Nach unserer Phils-Reise 2019 mussten Winterbird-Alternativen her. Meine Frau verlor das Interesse an längeren Flügen und mühseligen Inlandsreisen auf den Philippinen, immer noch eine Herausforderung, trotz Mietwagen. So orientierten wir uns testweise um, auch wegen den Corona Restriktionen.

Zwischen 2019 und 2024 waren wir fünfmal auf Madeira, neun Wochen insgesamt.

Von Luxemburg aus gibt es zahlreiche tägliche Flüge über Lissabon und Porto mit den Fluggesellschaften Luxair, TAP, Easyjet und Ryanair. Da ich eigentlich kein Freund von Low-Cost-Carriern bin, buchte ich die Flüge und den Mietwagen zunächst bei TAP. Später stieg ich wegen des Direktflugs auf unseren Flagcarrier Luxair um. Es war einfach der schnellste Flug, zudem sehr früh am Morgen, sodass man den ersten Tag der Anreise vor Ort schon richtig genießen konnte.

Zielsetzung der Reisen:

  • Verkürzung der grauen Winterzeit (Winterbirding)
  • Wandern in den Bergen
  • gutes und dazu preisgünstiges Essen
  • weniger Tourismus als auf den Kanarischen Inseln
  • die Vegetation und Blumen, was meiner Frau große Freude bereitete.

Madeira, besonders Funchal, besitzt ein relativ angenehmes Klima mit viel Sonnenschein, das über das ganze Jahr gesehen trocken und nicht zu heiß ist. Die Temperaturen liegen normalerweise in meinem Idealbereich (20 – 25°C), sodass es kaum Tageszeiten gibt, an denen man sich vor der Hitze verstecken muss. Ein Aktivurlaub pur für uns. Auf der kleinen Insel gibt es zwei Klimazonen, und das auf engstem Raum.

Für Wanderfreunde eignet sich besonders die grüne Bergwelt im Norden der Insel. Man erreicht dieses Gebiet in Kurzzeit (±30 Minuten). Auch dies galt es für meine Prinzessin zu entdecken. In der Bergwelt kann es schnell einige Grad kühler und neblig werden. Der Osten der Insel ist wieder ganz anders. Er ist kaum grün, sondern steinig und geologisch äußerst interessant. Immer wieder gibt es tolle Ausblicke auf den wilden Atlantik.

Insgesamt ist es also eine abwechslungsreiche Insel mit schöner Flora, landschaftlicher Vielseitigkeit, Panoramen der Weltklasse, und freundlichen, entspannten Menschen. Und natürlich gibt es ein gutes und rustikales Essen zu vernünftigen Preisen, wenn man auf einheimische Restaurants zurückgreift und das Touristische links liegen lässt.

Der Verkehr ist angenehm ruhig, die Madeirenser haben Zeit und kennen die Gefahren der bergigen und kurvenreichen Straßenführung. Die gesittete Fahrweise ist mir dort sofort aufgefallen.

Die Mietwagen habe ich am Flughafen abgeholt und vor dem Abflug wieder dort abgegeben. Ich empfehle, Mietwagen immer im Terminal zu mieten (z. B. Europcar, Sixt oder Maderarent). Die Büros der Vermieter liegen direkt neben den Gepäckbändern. Das beschleunigt die Abfertigung natürlich enorm. Meine Frau wartete aufs Gepäck, ich erledigte gleichzeitig den Mietwagen. In unseren Fällen war ich immer 30 Minuten nach der Gepäckabholung beim Mietauto.

Genau wie bei den Airlines setze ich bei der Autovermietung auf zuverlässige Partner. Nicht das billigste Angebot überzeugt mich, sondern unter anderem die Zuverlässigkeit und das Alter der Fahrzeuge. Nur am Rande: Bei den billigsten Vermietern gibt es schon Warteschlangen am Schalter oder die Autos befinden sich nicht direkt am Flughafen, sondern außerhalb.

Aufgrund der Topografie der Insel sowie der Enge der Straßen in den Städten und Dörfern empfiehlt es sich, auf leistungsstarke Kleinwagen zu setzen. Parkplätze für große SUVs sind eher rar und das Manövrieren wird oft kompliziert. Außerdem belastet es unnötig den Geldbeutel.

Eine GPS-Unterstützung ist in Funchal aber eher ein Abenteuer wegen der steilen und schmalen Straßen. Man wird zu oft in enge Straßen gelotst. Da sollte man lieber vorher auf die Karten schauen und vor allem den gesunden Menschenverstand walten lassen. Enge Wege, dazu wechselnde Einbahnregelungen und steile Straßen verlangen dem Autofahrer einiges ab.

Wir haben entweder in Mietwohnungen oder Hotels gewohnt, je nach Laune. Die Preise für Mietwohnungen sind im Laufe unserer Reisen jedoch extrem gestiegen. Während wir anfangs noch ein 70–80 m² großes Appartement für 65 €/Tag fanden, muss man nun das Doppelte zahlen. Ein Problem ist auch, dass kleine Mietwohnungen selten einen reservierten Parkplatz haben. In den Straßen von Funchal wird die Parkplatzsuche aber mühselig.

Es gibt aber ein paar Tage, an denen Funchal sehr besucht ist, beispielsweise:

  • beim Blumenfest im Mai. Bei uns wurde es wegen Corona in den Oktober verlegt.
  • Außerdem wird ab dem 1. Dezember die Weihnachtsbeleuchtung eingeschaltet. Neujahr gibt es ein Riesenfeuerwerk und das ist dann der Höhepunkt des Jahres.

Ansonsten bleibt Funchal recht entspannt, es sei den es sind Kreuzfahrtschiffe im Hafen, und es gibt Landgang. Generell ist dann aber nur das Zentrum besucht. Der Rest der Insel bleibt von dem Trubel verschont.

Ich werde euch Madeira in den nächsten Wochen detaillierter vorstellen. Stay tuned. :grinning_face:

Hier einige Bilder:

Blick vom Miradouro Pico dos Barcelos auf Funchal

Ein Aussicht an der Nordküste

An der Ostküste

Ein typische Bergdorf an der Küste

Ein Versuch mein Frauchen mit Blick in die untergehende Sonne abzulichten. Das war harte Arbeit bis das Bild im Kasten war … :grinning_face:

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Schöne Bilder wie von dir gewohnt! Ich kann bestätigen, dass Madeira echt ein lohnendes Ziel ist. Wir waren immerhin 2x dort.

Schönes Bild, wie lange hast du belichtet?

Technische Daten:

  • 5 Stop HDR
  • f14
  • Belichtung 1 bis 13 sec
  • Iso 100
  • Brennweite: 15 mm an der Canon 7DII

:grinning_face:

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Funchal ist die Hauptstadt der portugiesischen Insel Madeira und die größte Stadt der Insel im Atlantik. Sie liegt in einer geschützten Bucht im Süden Madeiras und ist wichtiger ökonomischer, kultureller und touristischer Mittelpunkt der Insel. ​

Der Name bedeutet übersetzt so viel wie „Ort, an dem Fenchel wächst“, was auf das frühe Vorkommen dieser Pflanze bei der Inselentdeckung zurückgeht. ​

Die Stadt hat eine lange Geschichte: Gegründet im 15. Jahrhundert, entwickelte sie sich zu einem Handelszentrum und Bischofssitz; heute verbindet Funchal historischen Charme mit moderner Urbanität.

Bilder aus Funchal:


Bilder vom Bauernmarkt

Bilder aus der Altstadt (Wandfliesen und Türmalerei)

Von Medaillen und Pokalen, Bilder im CR7 Museum:

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Das Blumenfestival auf Madeira.

Madeira ist aufgrund des ganzjährig warmen Frühlingswetters auch als Blumeninsel bekannt. Neben dem Silvesterfeuerwerk ist das jährliche Blumenfest das Hauptereignis in Funchal.

Aufgrund der Coronapandemie wurde dieses Fest 2021 von Mai auf Oktober vertagt. Genau darauf haben wir unsere Reise ausgerichtet – zur großen Freude meiner Frau, die eine große Blumenliebhaberin ist.

Wegen dieses Events hatten wir uns in der Nähe ein Apartment für sechs Nächte gemietet. Somit hatten wir direkten Zutritt zu den einzelnen Veranstaltungen in Fußmarschnähe. Es hatte sich für mich und meine Frau gelohnt. Sie hatte wieder Dutzende Blumenzwiebeln erworben, um die ich mich in den nächsten Jahren in ihrem „Hausdschungel” kümmern darf. Ich bin ihre Hilfskraft, wenn es ums Gießen und Pflegen geht.

An dem Tag der Parade waren viele Standortwechsel nicht zu machen. Das Fest war sehr gut besucht und ich hatte keinen reservierten Sitzplatz in den errichteten Tribünen. Darum war es ein Dauerkampf um vernünftige Plätze.

Ich denke aber, dass das Farbenspiel auch aus der Menge gut rüberkommt. Farbenprächtige Lebensfreude pur in der Corona-Zeit.

Hier sind ein paar Bilder der Parade, die zu den vielen Veranstaltungen zählt. Immerhin dauerte das Festival rund drei Wochen. Die Hauptveranstaltung war allerdings die Parade.

Zu dem ersten Bild gibt es noch eine besondere Geschichte: Meine Frau wollte unbedingt ins portugiesische Fernsehen. Da der Zutritt zur „Wall of Flowers” aber nur Eltern mit Kindern erlaubt war, adoptierte meine Frau kurzerhand das Kind neben der Mutter. :rofl: Der Kameramann links trug noch eine Maske.

Andere Bilder vom Festival:

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Der Osten Madeiras

Die Gegend der Ponta de São Lourenço im Osten ist das genaue Gegenteil des Nordens der Insel. Zumindest zu unseren Reisezeiten war Grün Mangelware, die Gegend wirkte wüstenartig. Es ist eher ein Ausflug in die geologische Entwicklung der Insel. Schroffe, vielfarbige Gesteinsmassen ragen aus dem wilden Atlantik hervor. Die Landschaft ist imposant und unterscheidet sich stark vom Rest Madeiras.

Der Wanderweg am Ponta de São Lourenço ist zwar keine alpine Anstrengung, dennoch geht es hoch und runter.

Belustigend ist auch das Beobachten der anderen Wanderer. Hier tummeln sich Sandalenträger in Hochsommerkleidung auf den Wegen, obwohl auch hier die Winde stark sind und nicht zu unterschätzen. Besonders die langen Treppenanstiege und die schnell wechselnden Wind- und Temperaturverhältnisse hatten mir persönlich zugesetzt, zumal ich damals vorher sechs Wochen kaum Sport machte.

Die Aussichtspunkte sind erstklassig. Ich denke, die Bilder zeigen etwas von dieser urigen Natur.

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Der sonnige Süden rund um Funchal:

Durch die geschützte Lage im Süden ist es hier am wärmsten und sonnigsten. Die Berge im Rücken halten Regen und Wind meist fern.

Funchal ist ein „grünes Amphitheater“. Die Stadt zieht sich vom blauen Atlantik die Hänge hinauf, geprägt von Parks, historischen Gassen und blühenden Jacaranda-Bäumen.

Die Küste ist felsig mit Meerwasser-Pools (Lidos). Die Hänge sind geprägt von Bananenplantagen und terrassierten Gärten.

Aussichtspunkte (Miradouros) rund um Funchal, mit perfekten Überblick:

Cabo Girão (Der Nervenkitzel)

Dies ist eine der höchsten Steilklippen Europas (580 m). Das Besondere: Es gibt einen Skywalk mit Glasboden, auf dem du direkt über dem Abgrund stehst. Der Blick geht senkrecht hinunter auf kleine terrassierte Felder (Fajãs) am Meer und entlang der gesamten Südküste bis nach Funchal.

Weitere Bilder aus Funchal:

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Der Norden Madeiras ist das wilde, ursprüngliche Herz der Insel. Während der Süden sonnig und touristisch geprägt ist, zeigt sich der Norden rauer, grüner und deutlich authentischer.

Das Klima und die Natur:

Feuchter & Grüner: Durch die Passatwolken regnet es hier häufiger, was die Landschaft in ein tiefes, fast dschungelartiges Grün taucht.

Laurisilva-Wald: Hier befindet sich der Großteil des UNESCO-Weltnaturerbes – der prähistorische Lorbeerwald.

Steilküsten: Die Berge fallen oft senkrecht ins Meer ab, was für spektakuläre Aussichten sorgt.

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