LTO – Änderungen bei Fristen und Abläufen (und das Drama dahinter)

Nach dem ganzen Buhei um James Deakin vs. LTO (was man unter anderem hier nachlesen kann) sind jetzt zwei wesentliche Änderungen vorgenommen worden:

  1. LTO-Enforcer dürfen den Führerschein nicht mehr vor Ort einziehen.
  2. Statt 15 Kalendertage hat man nun 15 Arbeitstage („working days“) Zeit, die Strafe zu begleichen.

Gerade der erste Punkt ist durchaus wichtig, denn damit entfällt ein wichtiges Instrument der Enforcer, die Leute zu einem „informal agreement“ zu überzeugen.

Der zweite Punkt ist aus dem aktuellen Vorfall entstanden, wo durch Urlaubstage und Wochenenden eine Frist überschritten wurde und damit ein Führerschein eingezogen.

Was passiert ist: ein bekannter Motorjournalist hat einen Facebook-Post erstellt, in dem er beschrieben hat wie sein Sohn (Führerscheinneuling) zum Einen vom Enforcer sehr stark in Richtung Bestechung genötigt wurde und als er nicht einverstanden war damit, ein „Reckless Driving“ bekommen hat – er hat eine doppelte Linie auf dem Skyway überfahren– , und zum Zweiten als es ans Bezahlen ging das LTO-Büro fast nie offen war, und als es das dann war, die Frist von 15 Kalendertagen rum war.

Das gab hohe Kontroversen, alternde Anwälte haben nur die Hälfte verstanden und mit Schaum vorm Mund den Journalisten angegriffen, visor.ph hat seinen Privatkrieg mit dem Journalisten geführt, aber der hat eben auch souverän reagiert. Er hat die gemachten Fehler eingestanden und noch einmal darauf hingewiesen, dass er nicht besonders behandelt werden will, sondern dass der Prozess nachvollziehbar und gerecht für alle sein soll. Währenddessen hat die LTO die klassische Filipino-Taktik angewendet: sie trifft keine Schuld und im übrigen seien da ja auch noch andere Sachen (unregistriertes Fahrzeug) aufgetaucht. Es gab ein Pressekonferenz, in der länglich gezeigt wurde, warum hier schuldhaftes Verhalten vorliegt, aber mit keiner Silbe auf die eigentlichen Punkte eingegangen wurde.

Schlussendlich wurden oben genannte Änderungen im Prozess vorgenommen. Die Änderung der Frist wurde von einigen (unter anderm alternden Anwälten) heiss debattiert, aber der Tenor war: „LTO setzt uns Fristen, aber wenn wir was von denen wollen können sie nicht sagen ob es einen Tag oder ein Jahr dauert“.

Es ist schön zu sehen, dass die Filipinos mittlerweile wirklich Rechenschaft und Verantwortlichkeit von offiziellen Stellen einfordern, ich hoffe das geht so weiter. Das wäre ein grosser Schritt in ein System mit weniger Korruption.

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Wie soll ich die Kollegen überhaupt erkennen, also ob es tatsächlich LTO Enforcer sind? Ist das landesweit gleich? Was ich hier auf Mindanao so an Enforcern gesehen habe sorgt nicht gerade für Vertrauen.

Es gilt prinzipiell landesweit. Es wird erwartet, dass das DoTr ein Circular postet, das dann für mehr Klarheit sorgen soll.

Der Vogel der mich in Cotabato angehalten hat wirkte absolut unseriös.

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Sind die alle :smiley:

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Tatsächlich war das missverständlich ausgedrückt: LTO-Enforcer dürften es, die gibt es aber eigentlich nicht. LGU-Enforcer dürfen das nicht (mehr), die dürfen nur Tickets ausstellen. Das gilt auch für die MDMAMMDA. Das ist schon mal ein Fortschritt, denn die können nun nicht mehr mit der Androhung von „Führerscheinentzug“ die Konversation auf eine „schnelle und unbürokratische“ Lösung lenken, oder zumindest nicht mehr so einfach.

Soweit die Theorie. Die Stadt Bacoor in Cavite (wo sonst…) hält sich deshalb nicht an diese Regel. Die sagen einfach „uns doch egal“. Ist gerade Diskussion überall deswegen. Vielleicht bezahlen die ihre Enforcer so schlecht, dass die ein Extra-Einkommen brauchen… wer weiss das schon so genau. Die Enforcer in Bacoor sind auch von einem anderen Schlag, die riechen Verkehrsverstösse wo es Geld gibt, und greifen dann hart durch. Ohne Helm in Tsinelas auf dem Moped-Fragment kreuz und quer über den Highway, joa … ist halt Cavite. Mit einem grossen Auto zu nah an der durchgezogenen Linie die Spur gewechselt: Reckless Driving.

Jetzt ist Bacoor nichts, was man gesehen haben müsste. Und jetzt gibt es noch einen Grund mehr, dort nicht hinzufahren.

Ich vermute, dass sich in dieser Legislaturperiode nichts mehr ändert, denn das würde die Mitarbeit des Justizministeriums erforden, dessen Obervorsteher der Herr Remulla aus Cavite, Big Buddy von Revilla, dem Bürgermeister von Bacoor ist. Andererseits ist der Herr Remulla ein grösserer Opportunist als er Best Buddy ist, es besteht also noch Hoffnung.

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