Im Original auf Reddit (Englisch):
"Ich poste das über einen Zweitaccount; ich habe dort früher selbst als Telefon-Support-Mitarbeiter gearbeitet. Ich will nicht zu sehr ins Detail gehen, aber glaubt mir eines: Wir hier auf den Philippinen machen das schon seit Jahren.
Wir geben uns größte Mühe – ich verstehe, dass es frustrierend ist –, aber die Leute, mit denen ihr sprecht, haben meist kaum oder gar keine Erfahrung in der Luftfahrtbranche. Die meisten stehen erst am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn und versuchen schlichtweg, über die Runden zu kommen.
Uns wird nur das Nötigste beigebracht, bevor wir ins kalte Wasser geworfen werden und lernen müssen, während wir die Arbeit machen. Wenn ihr also an Mitarbeiter geratet, die langsam sind und wenig wissen, könnt ihr davon ausgehen, dass ihr gerade mit jemandem sprecht, der die Schulung gerade erst abgeschlossen hat.
Das ist kein reines KLM-Problem; unzählige Branchen – und ich meine wirklich unzählige – lagern ihren Kundenservice in Länder wie unseres aus. Das bietet uns zwar Arbeitsplätze, aber der Preis dafür ist unsere Gesundheit, die durch die ständigen Nachtschichten ruiniert wird.
Ich habe eigentlich eine Ausbildung im Luftfahrtbereich, aber angesichts der katastrophalen Arbeitsmarktlage auf den Philippinen habe ich diesen Job ausprobiert. Ich habe mich dank meines Vorwissens zwar behaupten können, aber wieder aufgehört, weil mir die Arbeit nicht gefiel.
Außerdem ist es eine ziemliche Belastung, wenn wütende Europäer oder Amerikaner einen beschimpfen, während man sich um zwei Uhr morgens nur mit Koffein wachhält. Ich mache mir allerdings Sorgen wegen der ganzen Sache mit der Übersetzung, denn Übersetzungen geben oft nicht das ganze Bild wieder.
Nachtrag: Nur zur Info – Arbeitskraft ist auf den Philippinen billig. Der Mindestlohn liegt bei etwa 300 Euro; man kann also sieben bis acht Filipinos für das gleiche Geld beschäftigen wie einen Niederländer. Das spart dem Unternehmen eine Menge Geld.
Außerdem bearbeiten wir nicht nur Anrufe aus den Niederlanden, sondern auch aus anderen europäischen Ländern. Es kommt also vor, dass Kunden einen spanisch- oder dänischsprachigen Mitarbeiter verlangen, wir aber nichts anderes tun können, als zu sagen: „Wählen Sie die Nummer noch einmal und hoffen Sie, dass Sie jemand anderen an die Leitung bekommen.“ "

