Hilfe im Alter - eigene Pflegehilfe organisieren

Darum geht es zunächst und nicht um Endstadium und Endphase. Wir gehen offenbar von völlig unterschiedlichen Szenarien aus, vom unterschiedlichen Mindset mal ganz abgesehen. Dann erübrigt sich da jede Diskussion.

Ich persönlich will gar nicht erst in die Situation kommen, da irgendwie nur noch hilflos zu vegetieren und zur Last zu fallen. Ob ich das so steuern kann ist eine andere Frage.

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Wie du das jetzt meinst, das kann ich nicht beurteilen.
Erinnert mich nur an meinen Stiefvater, der früher auch so redete.
Er meinte das aber so, dass er und meine Mutter dann selbst ein Ende setzen.
Inzwischen ist meine Mutter dement und er hat Prostatakrebs.
Er kämpft wie ein Löwe gegen die Krankheit, kein Wort mehr von Aufgeben.
Also alles nicht so einfach wie gedacht.

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Nein ist es nicht. Aber gar nicht drüber nachdenken bzw. nur vom Endstadium her denken ist auch verkehrt. Es geht doch gerade darum, sich vorzubereiten.

Offenbar haben wir alle verschiedene Beispiele im Kopf. Ich habe halt gesehen, dass im Falle meines Vaters ein proaktives Organisieren (steht in Deinem Titel) ihm eine andere Endphase ermöglicht hätte. Und ich kenne auch Beispiele, wo das funktioniert hat. Aber hier gehen alle nur von der Endphase aus, in die man einfach so reinschlittert. Vorher läuft alles weiter wie normal. Vielleicht beginnt da der Denkfehler?

Vielleicht ist das hier auch der falsche Thread für mich. Wann beginnt denn Alter? Eigentlich doch immer, oder? Ich denke jedenfalls nicht in den staatlich konditionierten Zeiträumen Berufsleben, Rente, Pflege, Tod. Das Leben schreibt seine eigenen Gesetze und erstaunlicherweise kann man da Vieles selbst in die Hand nehmen. Aber ich lebe auch seit Jahrzehten nicht mehr in Deutschland, vielleicht hat das etwas geholfen. Ich verlasse mich nicht auf den Staat. Andere richten ihr Leben nach den staatlichen Vorgaben aus und ärgern sich, wenn nicht alle mitspielen.

Frag mal den @Guimaras. Er geht einen Weg, den ich so nicht gehen würde, aber wenn er für ihn funktioniert, dann passt das doch. Und die Faktoren Rente und Staat spielen da eine eher überschaubare Rolle, denke ich. Wie dann eine mögliche Pflege auf den Philippinen aussieht, ist noch mal ein ganz anderes Thema.

Wie gesagt, vielleicht geht es eher um Lebenskonzepte und deren Umsetzung. Ob man da die Bewältigung einer mögliche Pflege da schon einbauen kann? Oder erst Ad hoc Lösungen findet, wenn es soweit ist? Spannend.

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Aus meiner bisherigen Lebenserfahrung heraus, stelle ich fest, dass die allermeisten Menschen, die ihr (Ab-) Leben intensiv planen, am schlimmsten von Schicksalsschlägen getroffen werden.
Nicht weil das Schicksal so ein A-Loch ist, sondern weil sie so überrascht werden.
Ich plane gar nichts mehr.
Die meisten meiner frühen Pläne sind ohnehin nicht eingetroffen.
Das ist keinesfalls negativ, eher sogar im Gegenteil.
Zum Thema heißt das, dass wir den Pflegefall nicht aktiv planen. Es kommt wie es kommt.
Wenn das Geld zum Leben reicht, muss es auch zum langsamen Sterben reichen.
In meiner Verwandtschaft gibt und gab es bisher keinen stationären Pflegefall und nur geringe Pflegestufen, die eigentlich nur auf dem Papier standen.
An dieser Tradition werde ich anknüpfen, und wenn nicht muss das Geld eben reichen.
Auch mein Vater hat mir Mitte 70 auch gesagt, er knipst sich selbst aus, wenn es soweit ist.
Als Jäger hätte er es auch gut gekonnt.
Er ist 90 geworden und war die letzten 2 Tage im Krankenhaus.
Die beste Pflegeversicherung hätte daran nichts geändert.
Pflege in Deutschland ist in erster Linie eine Riesengeschäft.

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Ich hatte schon immer „kleinere“ Probleme mit staatlicher Kontrolle & „Zwang“ - erkenne die Ordnung des Staates aber an.
Allerdings gibt es auch innerhalb der Ordnung (Gesetze, wie auch einfach von der Allgemeinheit anerkannte Gegebenheiten) immer einen persönlichen Spielraum.
Auch mache ich nur, was ich auch verstehe, was sich mir nicht erschliesst, da lass ich die Finger von.
So hatte sich schon 1992 für mich nicht erschlossen, wie in meinem Alter - also demnächst nun - das mit der gesetzlichen Rente im Sinne eines würdigen Lebens funktionieren soll. Hatte damals die Möglichkeit aus dem System auszusteigen und sie ergriffen - und auch wenn ich in der Zwischenzeit gewollt hätte, eine Rückkehr wurde damals auch ausgeschlossen.

Mit der privaten Vorsorge hat es dann nicht so geklappt, wie ursprünglich geplant - es bedurfte nur eines Kunden, der nicht gezahlt hat, leider einen 7-stelligen D-Mark Betrag und schon war dieses selbst gezimmerte Altersvorsorgegerüst zusammen gestürzt.
Seit dem - auch durch die Umstände und die sich dadurch neu ergebenden Rahmenbedingungen - mich soweit autark gemacht wie es nur geht und ob das Ganze dann auch so funktioniert, wie ich mir das ausgemalt habe, werde ich ja demnächst dann sehen.

Aber es muss jeder seinen eigenen Weg gehen, meinen kann ich keinem raten, da es kein Netz und keinen doppelten Boden hat - falle ich, dann falle ich.

Nun aber zurück zum eigentlichen Thema und da bin ich bei @Wumk : wenn man sich eine Hilfe holt, sollte die innerhalb der gesetzlichen Rahmenbedingungen für Pflegekräfte beschäftigt werden. Das ist ja auch heute schon ein Graubereich, der sehr ausgedehnt wird - siehe nur die ganzen privaten Pflegekräfte die aus Osteuropa hier eingesetzt werden, oft wohl durch eine Agentur vermittelt und angestellt, aber Arbeitszeiten, Mindestlohn, gesetzliche Absicherung, etc. ist für diese Arbeitskräfte unterirdisch - da ist jeder polnische Spargelpflücker auf deutschen Feldern besser gestellt.

Hilfe in der Familie - ja die darf und kann es geben. Das gilt aber für jemanden der hier ein Teil der Familie ist und nicht für jemanden, der aus der Familie zu 24/7 Pflege geholt und zum Vollzeitpflege(-sklaven) gemacht wird.

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Zum Thema passt gerade der Bericht:
" Nicht erbrachte Leistungen, erfundene Kurse, unqualifiziertes Personal: Abrechnungsbetrug beschert der KKH 2022 einen Rekordschaden. Die Krankenkasse will das Dunkelfeld nun „proaktiv erhellen“."
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Pflegekräfte, die nie vor Ort gewesen sind
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Den größten Schaden richteten ambulante Pflegedienste an - über 4,1 Millionen Euro.
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Die häufigsten Betrugsmaschen: nicht erbrachte Leistungen, unqualifiziertes Personal und fehlende Zulassungen.

Das alles nur bei einer Kasse, bei allen Kassen zusammen gehen die Beträge in die Milliarden.
Alles Gründe für mich unser Zuhause auf den Phils weiter auszubauen, abzocken will ich mich nicht lassen.

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Und da liegt der Knackpunkt. Ich verstehe Dein Like und Deine Zustimmung zu ihm auch so (ist ja wie im Fussballstadion… :rofl:), aber ich gehe halt von einer anderen Situation in der Familie aus. Wir haben schon in verschiedenen Ländern der Welt gelebt und Familienmitglieder waren für kürzer und auch länger bei uns. Da hilft man sich gegenseitig und alle sind damit gut gefahren, auch finanziell. Das kommt natürlich auch auf die Familie an, nicht jeder hat so eine. Und ich rede nicht vom Endzustand. Ich drücke auch niemanden meine Meinung auf, jeder soll so leben wie er will. Und deshalb lebe ich auch schon lange nicht mehr in Deutschland und … :rofl:

Für sich genommen stimmt deine Aussage ja auch.
Aber im Kontext dieses Fadens - sich eine Pflegehilfe zu organisieren - also jemanden bewusst zu engagieren, der diese Aufgabe übernimmt - hat es nichts mehr mit „sich gegenseitig als Familie zu helfen“ zu tun.

Das man innerhalb einer Familie hier auch andere Lösungen finden kann und diese nicht 1:1 dem eines Beschäftigungsverhältnisses gleichen müssen, ist natürlich klar.

Aber auch dafür gibt es einen Rechtsrahmen und wenn man sich die Pflege hier in DACH so einrichten will, muss man aufpassen, diesen nicht übermäßig zu strapazieren.
Wenn man dies aber auch alles ausser acht lassen will - dann sich auf den Philippinen von einem Familienangehörigen pflegen lassen.

Will man nicht, da man einerseits die bessere medizinische Versorgung hier haben will aber andererseits doch nach guter philippinischer „Tradition“ von der Familie gepflegt werden will (weil auch günstiger) - na das geht halt so nicht. Cherry Picking hat halt auch seine Grenzen.

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Natürlich ist da jeder in einer anderen familiären Situation.
Wenn bei mir die Frau irgendwie ausfällt, ist niemand mehr da, der mich pflegen würde.
Also muss ich das frühzeitig organisieren.
Beim meinem Vater ging das mit der Demenz schlagartig los, als er im Krankenhaus wegen einem Bypass operiert wurde.
Bei meiner Mutter ging das auch schlagartig los, als sie von Thailand zurück kamen, plötzlich kannte sie sich nicht mehr in der eigenen Küche aus.
Da war also nichts schleichend, sondern sehr plötzlich ein ordentlicher Schub.

Ich denke, jeder hat die Freiheit, in einem Faden aus der eigenen Perspektive heraus zu diskutieren, da sollte es keine Vorgaben geben. Das habe ich nie akzeptiert und werde ich auch nie akzeptieren. Sonst kann man das hier auch mit dem Diskutieren lassen.

Eine andere Meinung höre ich mir gerne an. Aber ich muss diese nicht teilen und schon gar nicht als thematische Vorgabe für ein Thema akzeptieren.

@Mindanao hat von Anfang an den Faktor Familie ins Spiel gebracht. Und ich habe den Gedanken als legitim empfunden und bleibe auch dabei. Das dies dann als „Ausbeutung“ und „Sklavenhaltung“ bewertet wird, lässt doch tief blicken. Aber das kann ich auch: Von Reichsbedenkenträgern lasse ich mir mein Leben nicht vorschreiben. Da bin ich immer noch meines eigenen Glückes Schmied.

Ich finde die Vorstellung sich auf den Philippinen ein Familienmitglied auszusuchen das dann zur Pflegehelferin ausgebildet wird um anschliessend in Deutschland zu arbeiten schon sehr grenzwertig. Habt ihr Euch mal überlegt wie sich ein Philippiner fühlt wenn er seine Heimat / Familie / Kinder / Klima verlassen muß um in einem fremden Land zu arbeiten. Die Aussicht: Wenige sozialen Kontakte, graue Winter, Abhängigkeit vom Auftraggeber, meist auch Sprachschwierigkeiten. Und im schlimmsten Fall in der deutschen Provinz gelandet. Ich wünsche das Niemanden. Besser ist doch sich selbst auf die Philippinen zu begeben und sich dort pflegen zu lassen. Und übrigens , mit Demenz ist es dann völlig egal wo man sich befindet. Hauptsache es ist warm, das Essen ist gut und jemand kümmert sich.

Den Zusammenhang kann ich durchaus verstehen. Ich verstehe es so, dass man keine 1:1 Pflegefachkraft nach D holt, sondern ein Familienmitglied. Und das auch nicht ab einem bestimmten Punkt, an dem offiziell Pflegestufe X erreicht wurde. Diese Person kann dann aber nicht für Lau langfristig eine examinierte Pflege ersetzen. Das würde auch kein Onkel beim Hausbau machen. Das ist weder fair, noch…hat das nicht auch „versicherungstechnische Mängel“?

Das ist hart…

Ich kenne kaum einen Filipino/Filipina, der/die diese Chance nicht ergreifen würde. Ohne zu wissen was dort auf einen zukommt und auch durch massiven gesellschaftlichen/familiären Druck etwas zu erreichen um der Familie zu helfen…aber sie würden SOFORT gehen wenn sie diese Chance hätten.

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Ich würde es eher so organisieren, dass sie dann in Dt eine Ausbildung zur Altenpflegerin macht, wenn sie will.
Aber das ist alles noch Zukunftsmusik.

Das ist doch der Normalzustand, meiner Frau gings am Anfang in Dt ähnlich.
Das geht vorbei.

Das hat auch Vor- u. Nachteile.
Aber wenn ich mir die Nachrichten so angucke, was auf Dt zukommt.
Gerade gelesen bei der Stadt in der Nachbarschaft bei uns in Dt klafft ein Millionenloch.
Im ÖD werden massenweise Stellen abgebaut, alles Mögliche zusammengestrichen.
Die sind inzwischen total bankrott und das im Musterländle.
Hätte man sich vor Jahren nicht mal vorstellen können.
Vielleicht stellt sich bald die Frage nicht mehr und zu den Phils gibt es gar keine Alternative mehr.
Also erstmal abwarten und zugucken.

es ist ja eigendlich schon alles gesagt, aber noch nicht von allen.

wie auch immer, zu den dingen in dtld kann ich nichts sagen. wenn ich das alles ain der presse lese kommt bei mir der kalte horrer hoch. bei uns zu hause wird es selbstverstaendlich sein das (erst) vater dann mutter versorgt werden muessen. toechter aerztin und pharmacist, 2 hausangestellte und im clan eine krankenschwester die wohl gerne nach maniula kommen wuerde. sie hat die pruefung fuer die usa bestanden (u. bereits eine stelle) hat aber angst dort hinzugehen.

was die krankenhauskosten betrifft, haben wir gerade 200k fuer ct scan, mri, notaufnahme und viele andere anwendungen bezahlt. und der herzschrittmacher soll zwischen 350k u. 850k kosten OHNE die kosten fuer krankenhaus, operation, zimmer usw usw

Ja, die Kosten im Krankenhaus hier sind gewaltig, wenn man was schlimmeres hat.
Mit ein Grund, warum ich die Tür nach Dt nicht zuschlagen werde und an beiden Optionen arbeite.

Bin auch froh, dass wir von keiner Rente abhängig sind, ich soll aber eine in paar Jahren vielleicht kriegen…
Wenn ich die Entwicklung in Dt lese, da kann man sich schon langsam ausmalen wer als nächstes Geschröpft wird.
Die Ökonomen überschlagen sich derzeit mit Vorschlägen, die sie niemals selbst belasten.

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wie recht du hast.

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ich hoffe es ist gestattet, wenn nicht loeschen.

hier einige empfehlungen zur erhaltung der gesundheit …
viel spass

Damit wären wir beim Thema selbstbestimmtes vorzeitiges Ableben,was ja durchaus auch eine Alternative sein kann.Zumindest ICH sehe das so…aber sicher nicht mit Alkohol…igittigitt

Hahahahaha… :rofl::rofl:

Yooouhh - und dann „zum Wohl“.
Der Ire sagt „Slaunghe“(oder so ähnlich), sorry für die Schreibweise, aber „gälisch“ ist nicht meine Muttersprache.
In Israel sagt man „le chayem“(auf’s Leben) und in den Ländern östlich von Oder und Elbe heißt es (mit kleinen Unterschieden von Region zu Region) „na zdorov’ye“ oder „vashe zdorov’ye“ - was wiederum „Ihre Gesundheit“ bedeutet.:clinking_beer_mugs::bottle_with_popping_cork:

:shamrock: „Sláinte“ (pronounced roughly „slän-cha“) is an Irish word that translates to „health“ in English. It’s commonly used as a toast, similar to saying „Cheers!“ or „To your health!“. You’ll often hear it in Ireland and among those who enjoy Irish culture, especially when raising a glass of whiskey or Guinness.

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