Erlebnisse bei der Bestattung auf den Philippinen

Am Valentinstag sollte die Asche unserer Freundin in SFLU ihren Weg ins Grab finden. Dies geschah rund elf Monate nach ihrem Tod in den USA.

Vor dem Begräbnis war für 08:30 Uhr eine Messe für Familie und Freunde angesetzt. Wir sollten möglichst früh, wenn möglich um 8 Uhr, dort sein. Wegen Parkplatzmangel.

So geschah es denn auch, allerdings waren zuerst Messen für andere Verstorbene angesetzt. Es waren Unmengen an Besuchern anwesend, darunter auch Militär. Und das dauerte. Gegen 09:30 Uhr wurde unsere Messe dann wegen Verspätungen und der bald beginnenden Friedhofszeremonie abgesagt.

Nun ging es durch das Verkehrschaos SFLU zum Eternal Garden nach Lingsat. Obwohl ich mich als Letzter auf den Weg gemacht hatte, kam ich als Erster an. Natürlich wusste ich nicht, wo sich der Ort der Beisetzung befand. Also war wieder Warten angesagt – bei 30 Grad. Ich schmolz dahin.

Eine Viertelstunde später kamen die anderen Trauernden an. Man formierte sich um das Grab, das durch ein Dachzelt als Sonnenschutz überdacht war. Eine Zeremonienmeisterin mit musikalischer Unterstützung hatte die Leitung. Nun begannen die Reden der Familie. Die Frauen trugen meistens Sonnenbrillen, die Kleidung eher Alltag. Nach Familienrang und Ansehen wurden die Reden in den verschiedenen Landessprachen gehalten, einige Politiker und hochrangige Militärs hatten Vorrang. Ein Tribut an die Clanchefin. Obwohl die Rededauer geregelt war, überzog natürlich jeder. Auch meine Frau hatte als Gast aus Luxemburg die Ehre. Es wurde sehr emotional.

Nach gut einer Stunde war die Zeremonie zu Ende. Anschließend wurde die Urne beigesetzt, nachdem die engsten Familienmitglieder eine letzte Berührung der Urne vorgenommen hatten. Danach wurde das Grab verschlossen. Dies wurde natürlich alles gefilmt und mit Bildern dokumentiert.

All das war für mich etwas gewöhnungsbedürftig, aber nun auch ein Teil meiner Philippinenerfahrung. So nahm eine 44 Jahre währende Freundschaft ein Ende.

Wir trafen aber auch ehemalige Arbeitskollegen meiner Frau und es wurde fröhlicher.

Wir brachen dann den späteren Hausbesuch bei der Familie ab, ich musste duschen. Die vier Stunden waren schon anstrengend.

Den Rest des Tages verbrachten wir im Resort und beobachteten die Vorbereitungen für das Valentinsfest.

6 „Gefällt mir“

Die letzte Beerdigung auf einem Friedhof ist schon ein bisschen her. Lief aber ähnlich ab, nur dass es statt der Urne einen echten Sarg gab. Das ist aber eher selten, habe ich bei bislang 5 Sterbefällen nur einmal erlebt.

Was mich damals ein bisschen irritiert hat war, dass es auf dem Friedhof fliegende Händler gab, die Snacks und Getränke verkauft haben – und dass das von der Trauergemeinde auch angenommen wurde.

1 „Gefällt mir“

Andere Länder, andere Sitten … :sweat_smile: