Ein ruhiger Tag auf See – Mit dem Taucherboot von Dauin nach Apo Island

Es beginnt früh am Morgen, noch bevor die Hitze des Tages spürbar wird. Am Haus herrscht eine ruhige, eingespielte Routine. Tauchflaschen werden verladen, Eisboxen geschlossen, letzte Handgriffe sitzen. Niemand wirkt hektisch, alles passiert wie selbstverständlich. Einige sitzen bereits hinten auf dem Pick-up, andere reichen noch Ausrüstung nach. Dann setzt sich das Fahrzeug in Bewegung, langsam die wenigen Kilometer hinunter zum Strand von Dauin.

Dort wartet schon das Meer.

Am Ufer liegen mehrere Auslegerboote, bereit für den Tag. Das Wasser ist flach, ruhig, fast spiegelglatt. Die Ausrüstung wird entladen, über eine einfache Holzleiter – von den Einheimischen gern als „Hühnerleiter“ bezeichnet – steigen nach und nach alle an Bord. Helfer tragen Flaschen und Kisten mit routinierten Bewegungen ins Boot, verstauen alles sicher, prüfen noch einmal die Gurte. Nebenan laufen ähnliche Vorbereitungen ab, ein leises Kommen und Gehen.

Dann löst sich das Boot vom Ufer.

Mit den ersten Metern auf offenem Wasser verändert sich die Stimmung. Ein leichter Spritzer über den Bug, das gleichmäßige Brummen des Motors, der Blick wird weiter. Dauin verschwindet langsam hinter dem Boot, vor uns öffnet sich das Meer in Richtung Apo Island.

Der Tag entfaltet sich ohne Eile.

Zwischen den Tauchgängen gibt es lange, ruhige Phasen. Manche sitzen einfach da und schauen aufs Wasser, andere bereiten ihre Ausrüstung vor. Gespräche verlaufen leise, oft reicht ein Blick über die See. Das Boot wird zum kleinen, schwimmenden Mittelpunkt für alle – Taucher und Nichttaucher gleichermaßen.

Irgendwann taucht ein Fischer auf. Kurz wird verhandelt, doch an diesem Morgen hat er nichts anzubieten. Wenig später, fast unerwartet, erscheint ein anderes kleines Boot. Frischer Fang wird angeboten, schnell ist man sich einig. Der Fischer hält den Geldschein hoch, sichtbar zufrieden, bevor er wieder auf dem Wasser verschwindet, als wäre er nie dagewesen.

Hinten im Boot wird inzwischen gearbeitet. Die kleine Kombüse erwacht zum Leben, Fisch wird gebraten, Reis verteilt, jemand öffnet eine gut gekühlte Flasche Bier. Es ist kein großes Essen, aber genau das Richtige für diesen Moment. Einfach, frisch, gemeinsam.

Ein besonderes Detail bleibt im Gedächtnis: Ein Helfer macht sich mit einem kleinen Auslegerboot auf den Weg zur Küste von Apo, um etwas zu besorgen, das vergessen wurde. Allein paddelt er über das offene Wasser, ruhig und selbstverständlich. Später, an einer anderen Stelle, wird er wieder aufgenommen – als hätte sich der Kreis ganz natürlich geschlossen.

Auch aus dem Meer selbst kommt noch eine kleine Überraschung. Einer der Taucher bringt essbaren Seetang mit nach oben. Kurz darauf wird daraus ein frischer Salat zubereitet, direkt an Bord. Wieder so ein Moment, der nicht geplant wirkt und gerade deshalb besonders ist.

Am Nachmittag tritt das Boot die Rückfahrt an.

Das Licht wird weicher, das Meer bleibt ruhig. Gespräche werden weniger, viele blicken einfach nur hinaus. Es ist diese stille Zufriedenheit, die sich einstellt, wenn ein Tag ohne große Ereignisse genau das war, was er sein sollte.

Langsam nähert sich das Boot wieder der Küste von Dauin. Der Kreis schließt sich dort, wo alles begonnen hat.

Ein einfacher Tag.
Und genau deshalb ein guter.

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