Durch den Mangima Canyon – Erinnerungen an eine der schönsten Bergstraßen Bukidnons

Wer von Bukidnon in Richtung Misamis Oriental reist oder umgekehrt, durchquert früher oder später den Mangima Canyon. Die Straße windet sich in zahlreichen Kurven durch die Berge, bietet immer wieder eindrucksvolle Ausblicke ins Tal des Mangima River und gehört für mich zu den schönsten Straßen, die ich auf den Philippinen je gefahren bin.

Bildnachweis: Facebook - Project Pitik

Von Manolo Fortich führt die Strecke durch eine abwechslungsreiche Landschaft aus dichtem tropischem Wald, steilen Berghängen und tief eingeschnittenen Tälern. Lastwagen, Busse, Motorräder und Pkw teilen sich die kurvenreiche Straße, die auch heute noch zu den landschaftlich reizvollsten Verbindungen im Norden Mindanaos zählt.

Über viele Jahre war der Mangima Canyon ein wichtiger Verkehrsweg zwischen Bukidnon und der Küstenprovinz Misamis Oriental. Mit dem Ausbau neuer Straßen hat die alte Strecke zwar einen Teil ihrer früheren Bedeutung verloren, ihren landschaftlichen Reiz jedoch keineswegs eingebüßt. Wer nicht unter Zeitdruck steht, erlebt hier eine Seite der Philippinen, die von vielen Reisenden kaum wahrgenommen wird.


Bildnachweis: YouTube Videovorschau


Das leider etwas schnell geführte Video zeigt eindrucksvoll die gewaltige Landschaft, auf die das Wasser in Jahrtausenden eingwirkt hat.

Bereits Mitte der 1980er Jahre entstand unten am Mangima River das Mangima Spring Resort and Bike Park . Nach meiner Erinnerung war der Begriff „Bike Park“ damals eher auf Fahrräder bezogen, denn es gab dort eine Dirt-Strecke für die Enduro-Freunde . In der näheren Umgebung befindet sich außerdem der Mangima Heroes Shrine, zu Ehren von Hauptmann Ramon Mancawan Onahon für seine herausragende Führung der Tankulan-Guerillaeinheit und als patriotischer Einheimischer aus Bukidnon, ein großartiger Guerillakämpfer.

Mit dem Mangima Canyon verbinden mich jedoch vor allem persönliche Erinnerungen.

Wir waren noch spät am Abend auf dem Weg nach Cagayan de Oro mit unserem ‚Owners Jeep‘ und hatten einen Plattfuß bei der Auffahrt durch den Mangima Canyon. Wir kämpften uns damit bis nach Manolo Fortich hoch, nur um festzustellen, dass der Vulkaniseur sich bereits auf den öffentlichen Tanzabend vorbereitete, um die Mädels zu beeindrucken. Er ließ sich gegen ein großzügiges Trinkgeld überreden, sich für uns nochmals die Hände schmutzig zu machen.

Als ich 1981 zum ersten Mal nach Bukidnon kam, präsentierte sich die Provinz noch ganz anders als heute. Soweit ich mich erinnere, waren sowohl der Sayre Highway als auch die Straße durch den Mangima Canyon damals lediglich zweispurig. Der Verkehr war überschaubar, und jede Fahrt durch die Berge war ein kleines Abenteuer.

Schon bei diesem ersten Besuch hatte ich das Gefühl, an einem ganz besonderen Ort angekommen zu sein. Die weiten Landschaften, die frische Bergluft und die Ruhe Bukidnons faszinierten mich vom ersten Augenblick an. Dieses Gefühl hat mich bis heute nicht verlassen.

Auf der bergauf führenden Strecke in Richtung Bukidnon gab es bereits damals eine vom Department of Public Works and Highways (DPWH) angelegte Aussichtsplattform. Von dort bot sich ein herrlicher Blick über den Mangima Canyon. Soweit ich weiß, existiert diese Aussichtsplattform noch heute.

Nicht weit davon entfernt befand sich damals ein großzügig angelegtes Halfway House mit großem Parkplatz direkt am Canyon. Für uns war es fast so etwas wie eine kleine Autobahnraststätte mitten in den Bergen. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die gepflegten Koi-Teiche und die hervorragenden Pies, die dort verkauft wurden. Ob es Buko Pie oder Piña Pie war, weiß ich heute ehrlich gesagt nicht mehr – vielleicht sogar beides. Nach mehr als vierzig Jahren verschwimmen manche Erinnerungen eben ein wenig.

Leider gibt es dieses Halfway House heute nicht mehr. Soweit ich mich erinnere, investierten die damaligen Eigentümer erhebliche Mittel in eine angeschlossene Farm und versuchten, mit importierten Ziegen und modernen landwirtschaftlichen Konzepten neue Wege zu gehen. Nach meinem Eindruck entwickelten sich diese Pläne jedoch nicht so erfolgreich wie erhofft. Über die genauen Hintergründe kann ich heute nichts Verlässliches sagen. Mit dem Verschwinden des Halfway House verschwand für mich aber auch ein Stück der Erinnerung an das Bukidnon der frühen 1980er Jahre.

Viele Jahre später führte mich die Neugier erneut in diese Gegend. Rechts neben der Dilrig School zweigt eine einfache Straße ab, die durch ausgedehnte Palmölplantagen hinunter zum Tagoloan River und in die Nähe der Mündung des Mangima River führt. Das war etwa 2017 oder 2018. Die Straße war eigentlich mautpflichtig, doch an diesem Sonntag war niemand vor Ort.

Am Tagoloan River standen von einer früheren Brücke nur noch die Pfeiler. Stattdessen führte eine betonierte Furt ans andere Ufer. Sie ragte damals nur etwa einen Fuß aus dem Wasser heraus und war auf beiden Seiten mit Pegelmarkierungen versehen, die anzeigten, wie hoch das Wasser bei Überflutungen ansteigen konnte.

Die Fahrt auf der anderen Seite war spektakulär durch zum Teil sehr steile Abschnitte und scharfe Kurven mit Spiegeln. Immer wieder boten sich beeindruckende Ausblicke auf das tief eingeschnittene Flussbett des Tagoloan River. Wir fuhren bis zum Sitio Sabangan, das noch zur Gemeinde Manolo Fortich gehört. Dort beschlossen wir jedoch umzukehren, denn mit einer so langen Erkundung hatten wir nicht gerechnet und unsere Tankfüllung ließ keine größeren Experimente mehr zu.

Leider existieren von meinem ersten Besuch in Bukidnon im Jahr 1981 keine Fotos mehr. Damals dachte niemand daran, dass solche Aufnahmen eines Tages einmal historischen Wert besitzen könnten. Gefilmt habe ich zu dieser Zeit ebenfalls noch nicht. Umso mehr freue ich mich, dass ich viele Jahre später zumindest einige Fahrten durch den Mangima Canyon mit der Videokamera festhalten konnte.

Wenn ich heute durch den Mangima Canyon fahre, sehe ich natürlich eine modernere Straße als damals. Dennoch ist das Gefühl noch immer dasselbe. Die kurvenreiche Strecke, die weiten Ausblicke und die beeindruckende Landschaft erinnern mich jedes Mal daran, weshalb ich mich bereits 1981 in Bukidnon verliebt habe.

Philippines Atmosphere | Driving the Old Mangima Canyon Road

Nicht immer sind es berühmte Sehenswürdigkeiten, die einem im Gedächtnis bleiben. Oft sind es die Straßen, die Landschaften und die kleinen Orte am Wegesrand. Für mich gehört der Mangima Canyon genau zu diesen besonderen Orten auf den Philippinen – ein Ort, zu dem ich immer wieder gerne zurückkehre.

4 „Gefällt mir“