Heute kann ich ganz aktuell aus eigenem Erleben folgendes berichten:
Über unseren Brgy-Captain nochmal einen anderen Kontakt bekommen (ich hatte ja schon von dem vergeblichen Versuch weiter oben berichtet). Angeblich hohes Tier bei LTO in der Hauptstadt (gemeont Iloilo). Er kommt sehr früh anderentages vorbei, um zu prüfen, ob ich alle notwendigen Unterlagen habe.
Zuvor hatte der Captain mir einen Link.mit den Anforderungen geschickt:
Gut, erfülle ich alles.
Jener „hohe LTO-Mitarbeiter“ kommt also, ich biete ihm einen handgebrühten deutschen Kaffee an. Süße Snacks lehnt er ab, aber ein paar Scheiben Weißbrot mit Creme bestrichen haut er schon rein…
Im Gespräch stellt sich dann heraus, er kennt jemanden… der mir helfen kann. Gut, er ist also ein sog.„Fixer“. Naja.
Auf Nachfrage bezüglich Kosten wehrt er vehement ab, es sei vollständig mir überlassen.
Nun gut, wir fahren gemeinsam eine Stunde später zur LTO-Hauptstelle in Iloilo, gehen zuerst zum Schalter, wo ich sofort drankomme.
Freundschaftlicher Wortwechsel zwischen unserem „Helfer“ und dem Wachmann, sowie dem Mann am Schalter ging voraus (ach ja, wir hatten ein paar süße und gerade frisch gereifte Mangos von Guimaras-Island mitgebracht, die er wohl an den wichtigen Stellen abgegeben hat).
Nachdem ich meinen dt.FS samt Übersetzung der dt.Botschaft in Manila und meinen Reisepass mit Einreisestempel in (Farb-)Kopie nebenan in einem Copyshop habe fertigen lassen, kurze Diskussion über meinen Visa-Status. Ich zeigte ihm das „BB“ im Einreisestempel - „ahhh ja“. Alles klar.
Er schickt mich zum „medical Test“ gleich vis-a-vis, wo mich eine freundliche Dame zuerst nach Vorerkrankungen, dann nach meiner Brille befragt. Ich werde vermessen und gewogen und muß am Computer aus einiger Entfernung die von ihr gemachten Eingaben kommentieren.
Dann noch ein Sehtest (Farbblindheits-Test) und Lesetest, der die Notwendigkeit einer Brille bestätigt. Ganz zum Schluß wird sie leiser und stellt zwei, drei abschließende Fragen zu meiner Person (das war dann der Hörtest)
Ich bekomme ein Papier mit den Ergebnissen und dem Kommentar: geeignet zum Führen eines Fahrzeuges.
Damit also wieder zurück zum Schalter, wo es sofort zügig weitergeht.
Welche Fahrzeuge ich den fahren wolle, fragt der Herr hinter dem Schalter. Nun, sage ich, in D darf ich so ziemlich alles fahren bis auf Panzer und große Trucks. Er lächelt und gibt zu verstehen, daß man das hier nicht 1:1 übernehmen kann. Ich will doch wohl nur für private und nicht kommerzielle Zwecke eine Fahrerlaubnis, was ich bejahe.
Gut also, er kreuzt jeweils auf Nachfrage an:
Motobike sowohl Automatik, wie auch Schaltgetriebe.
PKW bis großer Pick-up ebenfalls beide Typen
Das gleiche auch noch bei VANs.
Ich werde gleich wieder aufgerufen, um die Gebühr zu entrichten (rd.750Pesos) und etwas später für Fingerabdrücke in verschiedenen Varianten, sowie für ein Foto.
Nach weiteren vllt.10 Minuten wird mir auf Papier meine vorläufige Fahrerlaubnis ausgehändigt und man kündigt an, die Karte würde in etwa 2-3Woch an meine hiesige Wohnanschrift zugestellt werden.
Also - alles in Allem in vielleicht 2einhalb Stunden erledigt. Aber nur mit Hilfe jenes „Fixers“, dem ich ein mittelhohes Honorar samt Fahrkosten für die Rückfahrt zugesteckt hatte.
Und zur Krönung dann auf der Rückfahrt nach Hause in gleich zwei Kontrollen geraten. Bei der ersten (Polizei) in Langsamfahrt durchgewunken worden.
Bei der zweiten (5km weiter) LTO: alle Papiere verlangt - hatten die 'nen Riecher? Oder was?
Vorher in den 3 Monaten nicht ein einziges Mal kontrolliert worden, immer nur freundlich lächelnd (weil mit Helm und Licht unterwegs?!?) durchgewunken worden.