** Camiguin de Babuyanes – Der unbekannte Vulkan im äußersten Norden der Philippinen
Wer den Namen „Camiguin“ hört, denkt fast automatisch an die bekannte Vulkaninsel vor Northern Mindanao. Doch weit im Norden der Philippinen, in der rauen und kaum besuchten Inselgruppe der Babuyan-Inseln, erhebt sich ein zweites, deutlich abgelegeneres vulkanisches Gebiet: der Camiguin de Babuyanes. Dieser Vulkan gehört zu den am wenigsten bekannten aktiven Vulkanen des Landes – und genau das macht ihn so faszinierend.
Geographische Lage und Abgrenzung
Der Camiguin de Babuyanes liegt nicht im Süden, sondern im äußersten Norden der Philippinen, genauer gesagt in der Babuyan-Inselgruppe in der Luzonstraße, etwa 100 Kilometer nördlich von Luzon.
Verwaltungstechnisch gehört die Insel zur Gemeinde Calayan in der Provinz Cagayan. Die gesamte Insel ist relativ klein (rund 166 km²) und dünn besiedelt.
Um Verwechslungen zu vermeiden, wird er gelegentlich auch als „Camiguin Norte“ bezeichnet, während die bekanntere Insel in Mindanao als „Camiguin Sur“ oder „Camiguin de Mindanao“ bekannt ist.
Vulkanischer Aufbau und Geologie
Beim Camiguin de Babuyanes handelt es sich um einen klassischen Stratovulkan, also einen Schichtvulkan, der aus abwechselnden Lava- und Ascheschichten aufgebaut ist.
- Höhe: etwa 712 Meter über dem Meeresspiegel
- Lage: südwestlicher Teil der Insel
- Geologisches Alter: Pliocän
Die Insel selbst ist vollständig vulkanischen Ursprungs und Teil des Luzon-Vulkanbogens, der durch die Subduktion der Philippinischen Platte entstanden ist – ein typisches Merkmal des Pazifischen Feuerrings.
Interessant ist, dass es sich nicht um einen einzelnen Vulkan handelt, sondern um ein komplexes vulkanisches System mit mehreren Zentren und Nebenkratern.
Eruptionsgeschichte und Aktivität
Die dokumentierte Aktivität des Camiguin de Babuyanes ist vergleichsweise gering – zumindest in historischer Zeit.
- Letzte bestätigte Eruption: etwa 1857
- Art: phreatische (dampfbetriebene) Eruption
Einige Quellen nennen zusätzliche Aktivitäten im 19. und frühen 20. Jahrhundert, doch diese sind teilweise unsicher oder umstritten.
In den 1990er Jahren gab es Berichte über mögliche Unruhe, doch Untersuchungen zeigten keine signifikanten vulkanischen Anzeichen wie Erdbeben oder starke Gasemissionen.
Heute gilt der Vulkan als aktiv, aber derzeit ruhig – mit sehr niedriger Aktivität.
Landschaft und Natur
Die Insel Camiguin de Babuyanes ist stark bewaldet und weitgehend unerschlossen. Der Vulkan selbst ist von dichter tropischer Vegetation bedeckt, was ihn optisch weniger dramatisch erscheinen lässt als andere philippinische Vulkane.
Typisch sind:
- steile Hügel und vulkanische Hänge
- kleine landwirtschaftliche Flächen in Flusstälern
- abgelegene Küsten mit wenigen Siedlungen
Ein Hinweis auf die weiterhin vorhandene geothermische Aktivität sind heiße Quellen im südlichen Bereich der Insel.
Leben auf der Insel
Die Bevölkerung der Insel ist klein (nur wenige tausend Einwohner) und konzentriert sich auf einige Küstenorte.
Das Leben dort ist geprägt von:
- Subsistenzlandwirtschaft
- Fischerei
- starker Isolation vom Rest des Landes
Die Abgeschiedenheit macht die Insel besonders interessant für Abenteurer, gleichzeitig aber auch schwierig erreichbar. Selbst heute ist die Anreise oft wetterabhängig und kann mehrere Stunden bis Tage dauern.
Tourismus und Zugänglichkeit
Im Gegensatz zur bekannten Insel Camiguin in Mindanao ist Camiguin de Babuyanes touristisch nahezu unerschlossen.
Gründe dafür sind:
- schwierige Erreichbarkeit (Bootsverbindungen, wetterabhängig)
- kaum Infrastruktur
- fehlende touristische Einrichtungen
Das bedeutet aber auch: Wer es dorthin schafft, erlebt eine der ursprünglichsten Inseln der Philippinen – ohne Massentourismus.
Bildnachweis: Alle Bilder oymountaineer.com/2017/04/hiking-matters-550-the-hike-up-mt-camiguin-de-babuyanes.html
Besonderheiten und Reiz für Reisende
Der Camiguin de Babuyanes ist kein klassisches Reiseziel – und genau darin liegt sein Reiz.
Er bietet:
- eine nahezu unberührte Vulkanlandschaft
- extreme Abgeschiedenheit
- authentisches Inselleben ohne touristische Überprägung
Für Vulkaninteressierte ist besonders spannend, dass man hier ein vergleichsweise „ruhiges“ Beispiel eines philippinischen Stratovulkans beobachten kann – fernab der bekannten aktiven Feuerberge wie Mayon oder Taal.
Fazit
Der Camiguin de Babuyanes ist einer der unbekanntesten aktiven Vulkane der Philippinen – geografisch abgelegen, wissenschaftlich interessant und touristisch kaum erschlossen.
Er steht sinnbildlich für eine Seite der Philippinen, die nur wenige Reisende zu Gesicht bekommen: roh, ursprünglich und geprägt von der geologischen Dynamik des Pazifischen Feuerrings.
Wer sich intensiver mit der Vulkanlandschaft des Landes beschäftigt, kommt an diesem „zweiten Camiguin“ nicht vorbei – auch wenn es in der Praxis deutlich schwieriger zu erreichen ist als sein berühmter Namensvetter im Süden.


