Die Vulkane der Philippinen – Giganten aus Feuer und Stein

Kanlaon Vulkan: Aktivität, Geschichte und aktuelle Entwicklungen auf Negros, Philippinen

Der Kanlaon-Vulkan (auch Mount Kanlaon oder Kanlaon Volcano) ist einer der aktivsten Vulkane der Philippinen und der höchste Berg der Visayas-Inselgruppe. Mit einer Höhe von 2.465 Metern überragt er die Insel Negros und ist ein zentrales Naturphänomen, das sowohl faszinierend als auch gefährlich ist. Seit Jahrhunderten prägt er die Region durch wiederkehrende Eruptionen, die das Leben der Anwohner beeinflussen. Dieser Beitrag gibt einen umfassenden Überblick über seine geologische Bedeutung, eruptive Geschichte und die jüngsten Ereignisse bis zum 1. August 2025.


Bildnachweis: https://mountkanlaon9sj.wordpress.com/

Geographie und geologische Bedeutung

Kanlaon ist ein Stratovulkan und Teil des pazifischen Feuergürtels (Ring of Fire). Er liegt auf der Insel Negros, die sich über die Provinzen Negros Occidental und Negros Oriental erstreckt. Die nächstgelegene Großstadt ist Bacolod, etwa 30 km nordwestlich des Vulkans 6.

Struktur des Vulkans

  • Höhe: 2.465 m (andere Quellen nennen 2.435 m)
  • Krater: Der aktive Lugud-Krater befindet sich nahe dem Gipfel.
  • Caldera: Nördlich des Gipfels liegt die Margaja Valley, eine 2 x 0,8 km große Caldera mit einem saisonalen Kratersee.
  • Thermalquellen: Bekannte heiße Quellen wie Mambukal im Nordwesten zeugen von der anhaltenden hydrothermalen Aktivität.

Eruptive Geschichte

Kanlaon blickt auf eine lange Geschichte von Ausbrüchen zurück, wobei die meisten phreatisch (dampfgetrieben) oder strombolianisch (mit ausgeworfenen Lavafragmenten) sind. Seit 1819 wurden über 40 Eruptionen dokumentiert.

Bedeutende Ausbrüche der letzten Jahrzehnte

  1. 1996 – Eine phreatische Explosion tötete drei Wanderer am Gipfel und verletzte 18 weitere.
  2. 2005–2006 – Mehrere Ascheeruptionen, darunter eine Serie von 23 Ausbrüchen im Jahr 2006.
  3. 2015–2016 – Kleinere explosive Eruptionen mit Aschewolken bis zu 1.500 m Höhe.
  4. 2020 – Erhöhte seismische Aktivität mit 278 Erdbeben innerhalb von 72 Stunden, möglicherweise durch Magmenbewegungen verursacht.


Bildnachweis: https://www.gmanetwork.com/

Die Eruptionen 2024–2025: Eine Chronik

Seit Juni 2024 zeigt Kanlaon eine Intensivierung der Aktivität, die zu mehreren größeren Ausbrüchen führte. Hier die wichtigsten Ereignisse:

1. Juni 2024: Erste große Eruption

  • Explosiver Ausbruch mit einer 5.000 m hohen Aschewolke.
  • Pyroklastische Ströme erreichten 2–3 km südlich des Kraters.
  • Evakuierungen in mehreren Barangays, über 57.000 Menschen betroffen.

9. Dezember 2024: Zweiter großer Ausbruch

  • Schockwelle wurde in umliegenden Städten gehört.
  • Ascheregen erreichte sogar die Inseln Panay und Cebu.
  • Alert Level 3 (magmatische Unruhe) wurde ausgerufen.

8. April 2025: Dritte explosive Eruption

  • 56-minütiger Ausbruch mit einer 4.000 m hohen Aschesäule.
  • Pyroklastische Ströme flossen die Südhänge hinab.
  • Ballistische Gesteinsbrocken verursachten Brände nahe des Gipfels.

13. Mai 2025: Vierter Ausbruch

  • Moderat explosive Eruption mit einer 4.500 m hohen Aschewolke.
  • Lahare (Schlammströme) beschädigten eine Brücke in La Castellana.


Bildnachweis: https://resilience.up.edu.ph/

Aktuelle Situation (Stand: 1. August 2025)

  • Alert Level 2 (moderate Unruhe) gilt seit dem 29. Juli 2025, da die seismische Aktivität nachließ.
  • Durchschnittlich 8 vulkanische Erdbeben pro Tag (gegenüber 14 vor dem Mai-Ausbruch).
  • Weitere explosive Eruptionen bleiben möglich, insbesondere bei erneuter Druckaufbau unter dem Vulkan.

Auswirkungen auf die Bevölkerung

  • Landwirtschaft: Schäden in Höhe von 3,07 Mio. USD (Juni 2024) und 681.314 USD (Dezember 2024).
  • Flugverkehr: Mehrere Flugausfälle, u. a. am Iloilo International Airport.
  • Evakuierungen: Über 28.000 Menschen aus 34 Barangays mussten zeitweise umgesiedelt werden.

Fazit

Kanlaon bleibt ein höchst aktiver und unberechenbarer Vulkan. Während die jüngste Absenkung des Alarmlevels Entwarnung signalisiert, ist die Gefahr weiterer Ausbrüche nicht gebannt. Die philippinischen Behörden, insbesondere PHIVOLCS, überwachen die Situation engmaschig und warnen vor möglichen Gefahren wie pyroklastischen Strömen, Ascheregen und Laharen.

Für Vulkanologen und Anwohner gleichermaßen ist Kanlaon ein beeindruckendes, aber auch bedrohliches Naturphänomen, das die Dynamik des Pazifischen Feuergürtels eindrucksvoll verdeutlicht.

3 „Gefällt mir“